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Wolf
Guest
Tue Dec 06, 2011 5:46 pm
Hallo Kollegen,
meine Mutter wollte einen Ohrring gelötet haben. Dummerweise ist mir ein
Tropfen Zinn in das Gelenk des Verschlusses geraten, der sich jetzt
nicht mehr bewegen läßt. Auch die Entlötpumpe hilft nicht.
Kann mir jemand einen Trick sagen, wie ich das Gelenk wieder 100%
zinnfrei bekomme? - Habe schon mal Sprühöl probiert, das hülft nix.
Mit Dank und herzlichen Grüßen
Wolf
Michael Schlegel
Guest
Tue Dec 06, 2011 5:46 pm
Quote:
meine Mutter wollte einen Ohrring gelötet haben. Dummerweise ist mir ein
Tropfen Zinn in das Gelenk des Verschlusses geraten, der sich jetzt
nicht mehr bewegen läßt. Auch die Entlötpumpe hilft nicht.
Kann mir jemand einen Trick sagen, wie ich das Gelenk wieder 100%
zinnfrei bekomme? - Habe schon mal Sprühöl probiert, das hülft nix.
Woraus ist denn der Ohrring?
Ggfs. kann man das Zinn elektrochemisch entfernen. Es gibt auch
Ätzrezepturen für Zinn. Leider wollten mir die Chemiker der Uni die
notwendigen Ingredienzien nicht aushändigen.
MfG
Michael
RR
Guest
Tue Dec 06, 2011 6:01 pm
Am 06.12.2011 17:46, schrieb Wolf:
Quote:
Hallo Kollegen,
meine Mutter wollte einen Ohrring gelötet haben. Dummerweise ist mir ein
Tropfen Zinn in das Gelenk des Verschlusses geraten, der sich jetzt
nicht mehr bewegen läßt. Auch die Entlötpumpe hilft nicht.
Wenn sich das Zinn "sauber" mit dem Metall verbunden hat, so wie beim
Rest eigentlich auch beabsichtigt, war's das. Da hilft m.E. nur noch
Gelenk auseinanderbekommen, etwas an die neuen Gegebeneiten anpassen
und/oder das Zinn wegpolieren versuchen und Gelenk wiederherstellen...
Quote:
Kann mir jemand einen Trick sagen, wie ich das Gelenk wieder 100%
zinnfrei bekomme? - Habe schon mal Sprühöl probiert, das hülft nix.
Sprühöl gegen eine metallische Verbindung? Glaub ich gerne, daß des nix
hülft!
Gruß und gutes Gelingen, wie auch immer, Muttern wird nicht begeistert sein.
Rolf
Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest
Tue Dec 06, 2011 6:19 pm
RR <rr-xyz_at_s-planet.de> wrote:
Quote:
Wenn sich das Zinn "sauber" mit dem Metall verbunden hat, so wie beim
Rest eigentlich auch beabsichtigt, war's das. Da hilft m.E. nur noch
Gelenk auseinanderbekommen, etwas an die neuen Gegebeneiten anpassen
und/oder das Zinn wegpolieren versuchen und Gelenk wiederherstellen...
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
-ras
--
Ralph A. Schmid
http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
Werner Holtfreter
Guest
Tue Dec 06, 2011 11:39 pm
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
Quote:
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
Würde ich auch so probieren. Ansonsten erinnere ich mich an das
Stöhnen eines Goldschmieds, der mit Zinn gelötete Sachen bekam. Zinn
scheint nicht das geeignete Mittel zu sein.
--
Viele Grüße Werner
Michael Karcher
Guest
Wed Dec 07, 2011 12:06 am
Ralph A. Schmid, dk5ras <ralph_at_radio-link.net> wrote:
Quote:
RR <rr-xyz_at_s-planet.de> wrote:
Wenn sich das Zinn "sauber" mit dem Metall verbunden hat, so wie beim
Rest eigentlich auch beabsichtigt, war's das. Da hilft m.E. nur noch
Gelenk auseinanderbekommen, etwas an die neuen Gegebeneiten anpassen
und/oder das Zinn wegpolieren versuchen und Gelenk wiederherstellen...
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
Wenn dann das Gelenk immer noch zu fest ist, kann man dann nicht versuchen,
den Rest des Zinns mit Kolophonium in einen möglichst dünnen homogenen Film
zu bekommen, statt dass es sich vor allem in den Spalt des Gelenks zieht?
Gruß,
Michael Karcher
Stefan
Guest
Wed Dec 07, 2011 10:03 am
Am 07.12.2011 00:06, schrieb Michael Karcher:
Quote:
Ralph A. Schmid, dk5ras<ralph_at_radio-link.net> wrote:
RR<rr-xyz_at_s-planet.de> wrote:
Wenn sich das Zinn "sauber" mit dem Metall verbunden hat, so wie beim
Rest eigentlich auch beabsichtigt, war's das. Da hilft m.E. nur noch
Gelenk auseinanderbekommen, etwas an die neuen Gegebeneiten anpassen
und/oder das Zinn wegpolieren versuchen und Gelenk wiederherstellen...
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
Wenn dann das Gelenk immer noch zu fest ist, kann man dann nicht versuchen,
den Rest des Zinns mit Kolophonium in einen möglichst dünnen homogenen Film
zu bekommen, statt dass es sich vor allem in den Spalt des Gelenks zieht?
Gruß,
Michael Karcher
Und größere Zinnbrocken nicht mit der Pumpe, sondern durch pusten oder
abschlagen entfernen, also das Teil im heißen Zustand auf z.B. auf die
Tischkante schlagen. Aber das Zinn, was in das Material des Ohrrings
eindiffundiert ist, wird man nicht mehr entfernen können.
Gruß
Stefan DF9BI
Wolf
Guest
Wed Dec 07, 2011 10:44 am
Quote:
Wenn sich das Zinn "sauber" mit dem Metall verbunden hat, so wie beim
Rest eigentlich auch beabsichtigt, war's das. Da hilft m.E. nur noch
Gelenk auseinanderbekommen, etwas an die neuen Gegebeneiten anpassen
und/oder das Zinn wegpolieren versuchen und Gelenk wiederherstellen...
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
Wenn dann das Gelenk immer noch zu fest ist, kann man dann nicht versuchen,
den Rest des Zinns mit Kolophonium in einen möglichst dünnen homogenen Film
zu bekommen, statt dass es sich vor allem in den Spalt des Gelenks zieht?
Hallo Kollegen,
Dank für alle Hinweise. Die Kombi aus "beim Abkühlen bewegen" und
"Kolophonium" hat es gebracht.
Habe das Trumm über eine Gasflamme gehalten, dann in Kolophonium (meine
dunkle Musiker-Vergangenheit war also doch zu was gut…) getunkt - weiter
erhitzt - dann ganz langsam hin und her bewegt - und dann ganz langsam
von der Flamme entfernt.
Sogar das Anlöten eines Drahtes hinterher hat funktioniert, ohne daß das
Gelenk die Beweglichkeit wieder verloren hätte.
Achja - was wär' ich ohne diese Gruppe - umzingelt von unlösbaren
Welträtseln…
Grüße
Wolf
Christoph Müller
Guest
Wed Dec 07, 2011 10:51 am
Am 07.12.2011 00:06, schrieb Michael Karcher:
Quote:
Ralph A. Schmid, dk5ras<ralph_at_radio-link.net> wrote:
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
Wenn dann das Gelenk immer noch zu fest ist, kann man dann nicht versuchen,
den Rest des Zinns mit Kolophonium in einen möglichst dünnen homogenen Film
zu bekommen, statt dass es sich vor allem in den Spalt des Gelenks zieht?
Kolophonium verflüssigt weder am Lot noch am Grundmaterial irgendwas.
Seine Aufgabe ist lediglich, eine etwaige Oxidschicht chemisch zu
reduzieren, um nicht gegen Keramikschichten ankämpfen zu müssen.
Eine ideale Lötstelle enthält nach dem Löten überhaupt kein normales
Zinn mehr, sondern nur noch Legierungen mit dem Grundmaterial und dem zu
Fügenden. Diese Legierung hat auch ganz andere Eigenschaften als das Lot
oder das Basis- oder Fügematerial.
Praktisch ist es meist so, dass zwischen den beiden zu fügenden
Materialien noch etwas reines Lot übrig bleibt. Die Chance ist relativ
groß, dass du den Fall hast und du kriegst dein Gelenk wieder beweglich
hin. WENN es dir gelingt, das Lot wieder raus zu bekommen. Pumpe hast du
ja schon versucht. Lötlitze wär' vielleicht noch einen Versuch wert.
Je länger du die Lötstellen heiß machst, desto mehr wird sich der
Legierungsbereich allerdings ausdehnen und desto mehr schwinden deine
Chancen. Ich drück' die Daumen.
--
Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de
Christoph Müller
Guest
Wed Dec 07, 2011 10:53 am
Am 07.12.2011 10:44, schrieb Wolf:
Quote:
Dank für alle Hinweise. Die Kombi aus "beim Abkühlen bewegen" und
"Kolophonium" hat es gebracht.
Gratuliere!
--
Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de
E.-R. Bruecklmeier
Guest
Wed Dec 07, 2011 11:00 am
Am 07.12.2011 10:51, schrieb Christoph Müller:
Quote:
Am 07.12.2011 00:06, schrieb Michael Karcher:
Ralph A. Schmid, dk5ras<ralph_at_radio-link.net> wrote:
Wieder veflüssigen, entfernen was geht, und dann beim Abkühlen das
Gelenk bewegen, bis der Rest fest ist.
Wenn dann das Gelenk immer noch zu fest ist, kann man dann nicht
versuchen,
den Rest des Zinns mit Kolophonium in einen möglichst dünnen homogenen
Film
zu bekommen, statt dass es sich vor allem in den Spalt des Gelenks zieht?
Kolophonium verflüssigt weder am Lot noch am Grundmaterial irgendwas.
Seine Aufgabe ist lediglich, eine etwaige Oxidschicht chemisch zu
reduzieren, um nicht gegen Keramikschichten ankämpfen zu müssen.
Eine ideale Lötstelle enthält nach dem Löten überhaupt kein normales
Zinn mehr,
sprechen wir jetzt vom Hart- oder vom Weichlöten?
Eric.
--
Who the hell ist general failure and why is he reading my harddisk?
E.-R. Bruecklmeier
Guest
Wed Dec 07, 2011 11:11 am
Am 07.12.2011 11:04, schrieb Martin Τrautmann:
Quote:
On Wed, 07 Dec 2011 11:00:21 +0100, E.-R. Bruecklmeier wrote:
sprechen wir jetzt vom Hart- oder vom Weichlöten?
Du hast schon mal Hartlöten mit Zinn versucht?
Wozu?
Wenn wir also vom Weichlöten sprechen, dann ist aber die folgende
Aussage so nicht richtig:
"Eine ideale Lötstelle enthält nach dem Löten überhaupt kein normales
Zinn mehr,..."
Es bildet sich nur eine relativ dünne intermetallische Phase aus, der
Rest bleibt praktisch unverändert.
Grüße
Eric.
--
Who the hell ist general failure and why is he reading my harddisk?
Dieter Wiedmann
Guest
Wed Dec 07, 2011 11:14 am
Am 07.12.2011 11:00, schrieb E.-R. Bruecklmeier:
Quote:
Eine ideale Lötstelle enthält nach dem Löten überhaupt kein normales
Zinn mehr,
sprechen wir jetzt vom Hart- oder vom Weichlöten?
Da Zinn (Smp.: 232°C) erwähnt wurde natürlich von Weichlöten, aber beim
Hartlöten ist das nicht anders. Allerdings ist eine ideale Lötstelle
ähnlich real wie eine ideale Stromquelle.
Gruß Dieter
Dieter Wiedmann
Guest
Wed Dec 07, 2011 11:16 am
Am 07.12.2011 11:11, schrieb E.-R. Bruecklmeier:
Quote:
Wenn wir also vom Weichlöten sprechen, dann ist aber die folgende
Aussage so nicht richtig:
"Eine ideale Lötstelle enthält nach dem Löten überhaupt kein normales
Zinn mehr,..."
Es bildet sich nur eine relativ dünne intermetallische Phase aus, der
Rest bleibt praktisch unverändert.
Bei einer idealen Lötstelle gibts keinen Rest.
Gruß Dieter
E.-R. Bruecklmeier
Guest
Wed Dec 07, 2011 11:21 am
Am 07.12.2011 11:16, schrieb Dieter Wiedmann:
Quote:
Am 07.12.2011 11:11, schrieb E.-R. Bruecklmeier:
Wenn wir also vom Weichlöten sprechen, dann ist aber die folgende
Aussage so nicht richtig:
"Eine ideale Lötstelle enthält nach dem Löten überhaupt kein normales
Zinn mehr,..."
Es bildet sich nur eine relativ dünne intermetallische Phase aus, der
Rest bleibt praktisch unverändert.
Bei einer idealen Lötstelle gibts keinen Rest.
Die aber nur nach unendlicher Lötzeit erreicht wird und insofern keine
praktische Relevanz hat.
Aber ja, in der Theorie habt ihr Recht...
Eric.
--
Who the hell ist general failure and why is he reading my harddisk?
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