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Rafael Deliano
Guest
Sun Aug 01, 2010 6:02 pm
.... oder auch "Tief im Sommerloch":
http://www.focus.de/wissen/campus/technische-hochschulen-rueckkehr-zum-diplom_aid_536704.html
\ Zehn Jahre nach Einführung der Bachelor-Studiengänge
\ wollen die neun führenden Technischen Hochschulen
\ in Deutschland zum Diplom-Abschluss zurückkehren.
Die Diplomurkunde wird selbstredend in alter
Rechtschreibung abgefasst.
MfG JRD
David Kastrup
Guest
Sun Aug 01, 2010 6:47 pm
Rafael Deliano <Rafael_DelianoENTFERNEN_at_t-online.de> writes:
Quote:
Ich war an einer dieser Hochschulen, und mein Vordiplom kam aus dem
Kettenraddrucker in Großbuchstaben ohne Umlaute mit ausgelutschter
Farbleinwand und Rechtschreibfehler "EXPERIMANTALPHYSIK". Das Papier
war dick und nobel, aber das kommt in Kopien ja nicht rüber. Vermutlich
war die Idee, daß man noch bei der Stange bleibt, bis man ein
vorzeigbares Stück Papier, bei dem man sich nicht für die ausstellende
Institution schämen muß, erwirbt.
--
David Kastrup
Joerg
Guest
Sun Aug 01, 2010 9:09 pm
David Kastrup wrote:
Quote:
Wobei solche Artikel mit Vorsicht zu geniessen sind. Ich haben in Asien,
USA und sonstwo gearbeitet und wohne in USA. Der Titel
"Diplom-Ingenieur" war fast immer unbekannt, ausser Leuten die in
Deutschland studiert haben. Typische Frage: "What is it? Master? Bachelor?"
Einer der Leserbriefe, Zitat "International, vor allem aber in den USA
wurde vor der Aufgabe des akademischen Titel "Diplom-Ingeneur"
ausdrücklich gewarnt. Ich selbst hatte vor Jahren Gespräche mit
ausländischen Managern geführt, die mir sagten, dass sie
Diplom-Ingeneure anderen Bewerben bei der Stellenbesetzung bevorzugen."
Das kann ich nun ueberhaupt nicht bestaetigen, ich lebe jetzt 13 Jahre
hier und komme viel in verschiedenen Unternehmen und Branchen rum. Es
kommt auf das an was man kann, nicht auf das Papier.
Quote:
\ Zehn Jahre nach Einführung der Bachelor-Studiengänge
\ wollen die neun führenden Technischen Hochschulen
\ in Deutschland zum Diplom-Abschluss zurückkehren.
Die Diplomurkunde wird selbstredend in alter
Rechtschreibung abgefasst.
Ich war an einer dieser Hochschulen, und mein Vordiplom kam aus dem
Kettenraddrucker in Großbuchstaben ohne Umlaute mit ausgelutschter
Farbleinwand und Rechtschreibfehler "EXPERIMANTALPHYSIK". Das Papier
war dick und nobel, aber das kommt in Kopien ja nicht rüber. Vermutlich
war die Idee, daß man noch bei der Stange bleibt, bis man ein
vorzeigbares Stück Papier, bei dem man sich nicht für die ausstellende
Institution schämen muß, erwirbt.
Mein Diplom von der RWTH Aachen machte nicht viel her, von Papier und
Aufmachung her kein besonders nobles Dokument. Wollte eh nie jemand
sehen. Bis auf die Einwanderungsbehoerde, aber die konnten mit
"Diplom-Ingenieur" nichts anfangen. Also Diplom, einen Stapel Papier mit
Erklaerungen was in den ganzen Faechern gelehrt wird, und einen Scheck
in gut vierstelliger Hoehe an ein von der Regierung zertifiertes
Evaluierungsunternehmen geschickt. Die erklaerten mich dann zum MSEE.
Erstaunlicherweise bekam ich ein von der RWTH Aachen ausgestelltes
Diplom in Englisch. Mit Band, Siegel und allem PiPaPo. Wow! Dann hat das
bei einer anderen Behoerde jemand gelocht :-(
Was genau draufsteht weiss ich nicht mehr, muesste ich rauskramen.
Wollte wie ueblich danach niemand mehr sehen.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
"gmail" domain blocked because of excessive spam.
Use another domain or send PM.
gUnther nanonüm
Guest
Sun Aug 01, 2010 10:57 pm
"Joerg" <invalid_at_invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:8bm2kiFiuhU1_at_mid.individual.net...
Quote:
Evaluierungsunternehmen geschickt. Die erklaerten mich dann zum MSEE.
Hi,
"most simplest electronics engeneer"?
Quote:
Erstaunlicherweise bekam ich ein von der RWTH Aachen ausgestelltes
Diplom in Englisch. Mit Band, Siegel und allem PiPaPo. Wow! Dann hat das
bei einer anderen Behoerde jemand gelocht
Hah! Ungültig.
Quote:
Was genau draufsteht weiss ich nicht mehr, muesste ich rauskramen.
Wollte wie ueblich danach niemand mehr sehen.
Mach das lieber fix, kann gut sein, daß es Dir noch sehr sauer aufstößt.
Akten bei Behörden sind verderblich. Lieber eine Zweit-Kopie an der Wand
(katrinadicht laminiert) als einen Brief, daß man Dich vergessen hat...
--
mfg,
gUnther
Tilman Klaeger
Guest
Sun Aug 01, 2010 11:13 pm
On Sonntag, 1. August 2010 19:02 Rafael Deliano wrote in
de.sci.electronics:
Quote:
lom_aid_536704.html
Quote:
\ Zehn Jahre nach Einführung der
Bachelor-Studiengänge
\ wollen die neun führenden Technischen
Hochschulen
\ in Deutschland zum Diplom-Abschluss zurückkehren.
Und das
beste an der Sache: An der zukünftigen Uni des Herrn in Dresden wurde der
Dipl.-Ing. noch nicht mal abgeschafft, einer netten Lücke im sächsischen
Hochschulgesetz sei Dank, Wiedereinführung ist hier damit
zwecklos.
Tilman
--
"Toleranz ist die Geisteshaltung die andere
einnehmen müssen, damit sie endlich so denken wie ich.",
Erwin Pelzig
Joerg
Guest
Mon Aug 02, 2010 1:50 am
gUnther nanonüm wrote:
Quote:
"Joerg" <invalid_at_invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:8bm2kiFiuhU1_at_mid.individual.net...
Evaluierungsunternehmen geschickt. Die erklaerten mich dann zum MSEE.
Hi,
"most simplest electronics engeneer"?
In Korea machten sie eine tiefe Verbeugung, "Massa of science". War mir
ziemlich peinlich.
Quote:
Erstaunlicherweise bekam ich ein von der RWTH Aachen ausgestelltes
Diplom in Englisch. Mit Band, Siegel und allem PiPaPo. Wow! Dann hat das
bei einer anderen Behoerde jemand gelocht :-(
Hah! Ungültig.
Hab ja auch noch das in Deutsch :-)
Quote:
Was genau draufsteht weiss ich nicht mehr, muesste ich rauskramen.
Wollte wie ueblich danach niemand mehr sehen.
Mach das lieber fix, kann gut sein, daß es Dir noch sehr sauer aufstößt.
Akten bei Behörden sind verderblich. Lieber eine Zweit-Kopie an der Wand
(katrinadicht laminiert) als einen Brief, daß man Dich vergessen hat...
Noe, das liegt hier, nicht bei einer Behoerde.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
"gmail" domain blocked because of excessive spam.
Use another domain or send PM.
Marte Schwarz
Guest
Mon Aug 02, 2010 8:21 am
Hallo Jörg,
Quote:
Wobei solche Artikel mit Vorsicht zu geniessen sind. Ich haben in Asien,
USA und sonstwo gearbeitet und wohne in USA. Der Titel
"Diplom-Ingenieur" war fast immer unbekannt, ausser Leuten die in
Deutschland studiert haben. Typische Frage: "What is it? Master?
Bachelor?"
Einer der Leserbriefe, Zitat "International, vor allem aber in den USA
wurde vor der Aufgabe des akademischen Titel "Diplom-Ingeneur"
ausdrücklich gewarnt. Ich selbst hatte vor Jahren Gespräche mit
ausländischen Managern geführt, die mir sagten, dass sie
Diplom-Ingeneure anderen Bewerben bei der Stellenbesetzung bevorzugen."
Das kann ich nun ueberhaupt nicht bestaetigen, ich lebe jetzt 13 Jahre
hier und komme viel in verschiedenen Unternehmen und Branchen rum. Es
kommt auf das an was man kann, nicht auf das Papier.
Also ich kenne mindestens einen, der die Erfahrung des Leserbriefschreibers
vor vielen Jahren auch gemacht hatte. Der wollte eigentlich nur so aus
"Spaß" sich während seines Urlaubs nach dem Studium auch mal auf dem
amerikanischen Arbeitsmarkt umsehen. Er kam dann eigentlich nur wieder, um
seinen Umzug vorzubereiten. Zum Thema Bologna-Prozess hat der auch nie was
Gutes zu sagen.
Mir scheint eben zu Gelten, was im alten Rom auch schon galt... Amerika ist
groß und nicht überall sieht man alles gleich.
Marte
Marcel Müller
Guest
Mon Aug 02, 2010 10:02 am
Hallo,
Joerg wrote:
Quote:
Wobei solche Artikel mit Vorsicht zu geniessen sind. Ich haben in Asien,
USA und sonstwo gearbeitet und wohne in USA. Der Titel
"Diplom-Ingenieur" war fast immer unbekannt, ausser Leuten die in
Deutschland studiert haben. Typische Frage: "What is it? Master? Bachelor?"
hier in Europa in den Nachbarstaaten ist das anders.
Quote:
Das kann ich nun ueberhaupt nicht bestaetigen, ich lebe jetzt 13 Jahre
hier und komme viel in verschiedenen Unternehmen und Branchen rum. Es
kommt auf das an was man kann, nicht auf das Papier.
Soweit ist man zumindest in D nicht. Nur kleine, unbürokratische Firmen
und ein paar Mittelständler handeln so. Aber je offizieller der
Geldgeber, desto mehr wird nach Papier eingestellt oder zumindest vorher
aussortiert.
Aber das eigentlich Problem ist ein anderes. Die Bachelor/Master
Absolventen, mit denen ich Kontakt habe/hatte, haben nach meinem
dafürhalten eine stärker schulisch geprägte Ausbildung genossen als ihre
Diplom-Kollegen. Und das hat nicht unmittelbar mit dem Thema
Bachelor/Master zu tun, sondern folgt einfach dem Trend, die
Ausbildungszeit zu verkürzen und Freiräume zu entfernen.
Die Umstellung auf Bachelor/Master wurde einfach hier und da dazu
benutzt, strenger auf die Studiendauern zu schauen. War es bei Diplom FH
eher die Minderzahl, die in der Regelstudienzeit durch kam und an den
Unis gar die absolute Ausnahme, sieht die Situation vor allem bei den
Bachelors ganz anders aus. Die ziehen ihr Ding größtenteils durch. Und
das Ergebnis: ein Bachelor hat nach seiner kurzen Ausbildungsdauer
faktisch nicht mehr erlebt als jemand in einem klassischen Lehrberuf.
Und genau so stellt sich das dar, wenn die Leute hier anrücken. Die
haben null (Lebens-)Erfahrung und sind auch methodisch nur dann den
Aufgaben gewachsen, wenn sie sich in Eigenregie deutlich über das
geforderte Maß hinaus engagiert haben. Hingegen habe ich mit Diplomern,
die vielleicht auch mal ein paar Semester über der Regelstudienzeit
lagen, weil sie halt ihre Brötchen verdienen mussten oder so, durchweg
bessere Erfahrungen gemacht. Die Kenntnisse sind einfach intensiver und
das Handeln, wie soll ich sagen, weitblickender.
Ich erwarte von einem Berufseinsteiger nicht, dass er alles schon kann.
Das gelingt ja nicht einmal bei einem alten Hasen, der aus einem anderen
Unternehmen kommt. Ich erwarte, dass er sich zu helfen weiß. Und in
diesem Punkt ist die verschulte Ausbildung, wo häufig nur irgendwelche
gerade aktuellen Inhalte gepaukt werden, ohne sie bis zum Verständnis zu
vertiefen, in jeder Weise kontraproduktiv.
Alles in allem eine wenig zielführende Entwicklung, in die sich nahtlos
auch das Thema G8 einreiht. Es ist einfach ein Irrglaube, dass eine
nicht zügig durchgeführte Ausbildung per se schlechter ist. Es kann mir
auch keiner erzählen, dass diese langsameren Studenten, signifikant mehr
operative Kosten an den Hochschulen erzeugen, denn in den meisten Fällen
erscheinen sie auch seltener bzw. in nicht so vielen Kursen parallel.
Worüber man diskutieren kann ist, inwieweit man lange Ausbildungszeiten
von staatswegen Finanziell fördern soll und kann. Aber das ist ein
anderes Thema.
Es sei der Fairness halber angemerkt, dass ich mich hier eher auf
Informatiker beziehe. E-Technik haben wir hier nicht vor Ort, deshalb
kenne ich auch kaum welche. Aber gefühlt würde ich sagen, dass es sich
nicht um ein spartenspezifisches Phänomen handelt.
Marcel
Uwe Hercksen
Guest
Mon Aug 02, 2010 10:17 am
Rafael Deliano schrieb:
Quote:
\ Zehn Jahre nach Einführung der Bachelor-Studiengänge
\ wollen die neun führenden Technischen Hochschulen
\ in Deutschland zum Diplom-Abschluss zurückkehren.
Hallo,
soll man da ein Master Studium machen um den Diplom-Abschluss zu
bekommen, oder wollen sie zurück zum alten Diplom Studiengang mit
Diplom-Abschluss?
Bye
Rafael Deliano
Guest
Mon Aug 02, 2010 10:25 am
Quote:
soll man da ein Master Studium machen um den Diplom-Abschluss zu
bekommen, oder wollen sie zurück zum alten Diplom Studiengang mit
Diplom-Abschluss?
Ich vermute mal an den Studiengängen wird nichts/nicht-viel
geändert, man erhält aber eine Urkunde mit dem "wertigeren"
alten Titel.
Wäre auch eine gute Idee zur Wiedereinführung der DM:
man druckt auf die Euroscheine noch den mit 1/0,5112918
umgerechneten DM-Betrag und schon ist die Währungsstabilität
fühlbar besser geworden.
MfG JRD
gUnther nanonüm
Guest
Mon Aug 02, 2010 11:05 am
"Marcel Müller" <news.5.maazl_at_spamgourmet.com> schrieb im Newsbeitrag
news:4c5689b3$0$6977$9b4e6d93_at_newsspool4.arcor-online.net...
Quote:
Aber das eigentlich Problem ist ein anderes. Die Bachelor/Master
Absolventen, mit denen ich Kontakt habe/hatte, haben nach meinem
dafürhalten eine stärker schulisch geprägte Ausbildung genossen als ihre
Diplom-Kollegen. Und das hat nicht unmittelbar mit dem Thema
Bachelor/Master zu tun, sondern folgt einfach dem Trend, die
Ausbildungszeit zu verkürzen und Freiräume zu entfernen.
Die Umstellung auf Bachelor/Master wurde einfach hier und da dazu benutzt,
strenger auf die Studiendauern zu schauen. War es bei Diplom FH eher die
Minderzahl, die in der Regelstudienzeit durch kam und an den Unis gar die
absolute Ausnahme, sieht die Situation vor allem bei den Bachelors ganz
anders aus. Die ziehen ihr Ding größtenteils durch. Und das Ergebnis: ein
Bachelor hat nach seiner kurzen Ausbildungsdauer faktisch nicht mehr
erlebt als jemand in einem klassischen Lehrberuf. Und genau so stellt sich
das dar, wenn die Leute hier anrücken. Die haben null (Lebens-)Erfahrung
und sind auch methodisch nur dann den Aufgaben gewachsen, wenn sie sich in
Eigenregie deutlich über das geforderte Maß hinaus engagiert haben.
Hingegen habe ich mit Diplomern, die vielleicht auch mal ein paar Semester
über der Regelstudienzeit lagen, weil sie halt ihre Brötchen verdienen
mussten oder so, durchweg bessere Erfahrungen gemacht. Die Kenntnisse sind
einfach intensiver und das Handeln, wie soll ich sagen, weitblickender.
Ich erwarte von einem Berufseinsteiger nicht, dass er alles schon kann.
Das gelingt ja nicht einmal bei einem alten Hasen, der aus einem anderen
Unternehmen kommt. Ich erwarte, dass er sich zu helfen weiß. Und in diesem
Punkt ist die verschulte Ausbildung, wo häufig nur irgendwelche gerade
aktuellen Inhalte gepaukt werden, ohne sie bis zum Verständnis zu
vertiefen, in jeder Weise kontraproduktiv.
Alles in allem eine wenig zielführende Entwicklung, in die sich nahtlos
auch das Thema G8 einreiht. Es ist einfach ein Irrglaube, dass eine nicht
zügig durchgeführte Ausbildung per se schlechter ist. Es kann mir auch
keiner erzählen, dass diese langsameren Studenten, signifikant mehr
operative Kosten an den Hochschulen erzeugen, denn in den meisten Fällen
erscheinen sie auch seltener bzw. in nicht so vielen Kursen parallel.
Worüber man diskutieren kann ist, inwieweit man lange Ausbildungszeiten
von staatswegen Finanziell fördern soll und kann. Aber das ist ein anderes
Thema.
Es sei der Fairness halber angemerkt, dass ich mich hier eher auf
Informatiker beziehe. E-Technik haben wir hier nicht vor Ort, deshalb
kenne ich auch kaum welche. Aber gefühlt würde ich sagen, dass es sich
nicht um ein spartenspezifisches Phänomen handelt.
Hi,
es gilt auch dort, und sogar bei den Architekten ist es schmerzhaft spürbar.
Die haben weder die Zeit, ihren eigenen "Stil" zu entwickeln, noch reicht
die Zeit für Randkenntnisse wie halbwegs brauchbares Statik-Bauchgefühl aus.
Das werden Knetgummidesigner. Man kann sich sogar drüber freuen, der Markt
ist voll, da sind zusätzliche Dünnbrettbohrer nicht schlecht, die haben
meist eh keine Chance und schulen um, irgendwann.
Aus dem Schneider sind Studiengänge, die sich an große Firmen anlehnen, etwa
bei Lebensmittelchemie oder Mediendesign, da ist das Studium eher eine
Verzierung, die Firmen achten da schon selber auf brauchbare Verwendbarkeit.
--
mfg,
gUnther
Henning Paul
Guest
Mon Aug 02, 2010 11:17 am
gUnther nanonüm wrote:
Quote:
"Marcel Müller" <news.5.maazl_at_spamgourmet.com> schrieb im Newsbeitrag
news:4c5689b3$0$6977$9b4e6d93_at_newsspool4.arcor-online.net...
Ich erwarte von einem Berufseinsteiger nicht, dass er alles schon
kann. Das gelingt ja nicht einmal bei einem alten Hasen, der aus
einem anderen Unternehmen kommt. Ich erwarte, dass er sich zu helfen
weiß. Und in diesem Punkt ist die verschulte Ausbildung, wo häufig
nur irgendwelche gerade aktuellen Inhalte gepaukt werden, ohne sie
bis zum Verständnis zu vertiefen, in jeder Weise kontraproduktiv.
es gilt auch dort, und sogar bei den Architekten ist es schmerzhaft
spürbar. Die haben weder die Zeit, ihren eigenen "Stil" zu entwickeln,
noch reicht die Zeit für Randkenntnisse wie halbwegs brauchbares
Statik-Bauchgefühl aus. Das werden Knetgummidesigner. Man kann sich
sogar drüber freuen, der Markt ist voll, da sind zusätzliche
Dünnbrettbohrer nicht schlecht, die haben meist eh keine Chance und
schulen um, irgendwann. Aus dem Schneider sind Studiengänge, die sich
an große Firmen anlehnen, etwa bei Lebensmittelchemie oder
Mediendesign, da ist das Studium eher eine Verzierung, die Firmen
achten da schon selber auf brauchbare Verwendbarkeit.
Ich hab' aber mal gehört, dass vor allem Konzerne mit amerikanischen
Wurzeln sehr zufrieden mit dem neuen E-Technik-Bachelors sind. Die sind
fügsam und formbar, dass sie fachlich nicht viel drauf haben, ist nicht
schlimm, alles was sie brauchen lernen sie dann eh im Job, genau so wie
es im Amerika allgemein mit der Berufsausbildung gehandhabt wird.
Man könnte behaupten, das wahre Ziel der Bologna-Reform wäre damit
mittlerweile erfüllt.
Gruß
Henning
Josef Moellers
Guest
Mon Aug 02, 2010 12:14 pm
Am 2.8.2010 schrub Rafael Deliano:
Quote:
ich muß dabei immer an meine Studienzeit in den Niederlanden denken: da
gab es damals (Ende der 70er, Anfang der 80er) an der THT (und auch
anderen Technischen Hochschulen) den btw (baccalaureus technische
wetenschappen) nach 3,5 Jahren Studium, mit eigenständiger
Abschlußarbeit. Da hat aber selten einer aufgehört sondern weiter bis
zum ir (ingenieur) gemacht.
Der btw wurde dann abgeschafft. Jetzt werden sie ihn wohl wieder haben ...
Natürlich wird kein Politiker zugeben, daß seinerzeit die Abschaffung
dessen, was man wieder einführt, oder die Einführung dessen, was man
wieder abschafft, ein Fehler war! Neinein, das war damals absolut
richtig und das ist heute wieder absolut richtig.
--
These are my personal views and not those of Fujitsu Technology Solutions!
Josef Möllers (Pinguinpfleger bei FTS)
If failure had no penalty success would not be a prize (T. Pratchett)
Company Details:
http://de.ts.fujitsu.com/imprint.html
Axel Schwenke
Guest
Mon Aug 02, 2010 12:32 pm
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Quote:
... Ich selbst hatte vor Jahren Gespräche mit
ausländischen Managern geführt, die mir sagten, dass sie
Diplom-Ingeneure anderen Bewerben bei der Stellenbesetzung bevorzugen."
Das kann ich nun ueberhaupt nicht bestaetigen, ich lebe jetzt 13 Jahre
hier und komme viel in verschiedenen Unternehmen und Branchen rum. Es
kommt auf das an was man kann, nicht auf das Papier.
Das ist am Ende zwar richtig, aber ohne das entsprechende Papier
fällt man oft schon vorher durch das Sieb. Je weniger Bewerber
auf die Stelle kommen oder je mehr Credits man als Bewerber in
Form von Zeugnissen oder gar Empfehlungen (Vitamin B) mitbringt,
desto unwichtiger wird das Papier.
Aber wenn der Personaler deine Bewerbung schon aus formalen Gründen
wie "hat den erforderlichen Abschluß nicht" in die runde Ablage
entsorgt, dann kommst du halt nie in die Lage, zu zeigen was du
kannst. Die meisten Personalabteilungen filtern. Schon aus Kosten-
gründen. Die Gegenstrategie ist einfach: eine möglichst imposante
Papier-Qualifikation einreichen.
XL
Rafael Deliano
Guest
Mon Aug 02, 2010 12:43 pm
Quote:
Natürlich wird kein Politiker zugeben, daß seinerzeit die Abschaffung
dessen, was man wieder einführt, oder die Einführung dessen, was man
wieder abschafft, ein Fehler war!
Was unter den Tisch fällt ist das die Veränderung ehedem beschlossen
wurde weil die Studiengänge offensichtlich anachronistisch waren.
Ich hatte 1982-86 FH/Nachrichtentechnik z.B. "Technische Mechanik"
ein Semester lang. Für die Entwicklung eines Fernmelderelais sicher
sehr nützlich. Man hatte zulange immer neue Themen ( z.B. Mikro-
prozessoren ) reingepackt ohne alte Fächer auszumisten.
Es war schon in den 60er Jahren klar das man einer "Wissensexplosion"
nur durch "lebenslanges Lernen" beikommt. Das würde bedeuten,
daß man das Grundstudium auf z.B. max. 3 Jahre beschränkt. Aber die
Absolventen dann wieder alle 5 Jahre für z.B. 3-4 Monate Nachschulung,
intensiv, ganztags einrücken. Z.B. wenn für die Studenten Semester-
ferien sind und damit die Räume verfügbar wären. Wobei die ihre Fort-
bildung dann selber zahlen können, sind ja kein Bafögempfänger mehr.
Zweifellos würde das das Niveau zwangsweise heben, weil das Lehr-
personal Inschinören die aus der Praxis kommen und zahlen nicht
mit dem abspeisen können was Studenten als Bildung geboten werden
kann.
MfG JRD
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