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Axel Berger
Guest
Wed Mar 03, 2010 2:10 pm
Den einen oder anderen hier dürfte interessieren, daß nach Meinung des
verantwortlichen Physikers Lucio Rossi ein Grund für das Versagen der
Lötverbindung das Verbot von belhaltigem Lot gewesen ist. die
Vorschrift galt zum Schutz der Arbeiter. Offenbar wird das schlagartige
abschalten der Supraleitung, die explosive Verdampfung von Tonnen von
Helium, und das Herumkegeln tonnenschwerer Magnete als
sicherheitstechnisch vergleichsweise harmlos angesehen.
Der Artikel ist leider nicht für jeden frei zugänglich:
http://www.nature.com/news/2010/100223/pdf/4631008a.pdf
Ansgar Strickerschmidt
Guest
Wed Mar 03, 2010 4:12 pm
Also schrieb Axel Berger:
Quote:
Den einen oder anderen hier dürfte interessieren, daß nach Meinung des
verantwortlichen Physikers Lucio Rossi ein Grund für das Versagen der
Lötverbindung das Verbot von belhaltigem Lot gewesen ist.
Bleihaltig, meinst Du.
Also, ich kriege beim Thema Bleifrei so einen Hals.
Da müssten ja Generationen von Lötern (wohl überwiegend: Löterinnen)
unheilbar (demenz-)krank sein.
Abgesehen davon: gegen die Dämpfe beim Löten kann man sich durch passende
Entlüftungseinrichtungen hinreichend schützen. Und selbst wenn man täglich
ein, zwei Platinen abschlecken würde, wären die aufgenommenen Mengen so
minimal, dass man da weniger Dauerschäden erleiden würde als durch die eh
vorhandene restliche Umweltbelastung.
Was ist überhaupt mit den tausenden Tonnen Blei(tetraethyl) passiert, die
wir bis in die 80er Jahre durch den Auspuff geblasen haben? Von denen
redet irgendwie kein Mensch. Sind die im Boden gebunden? Ins Grundwasser
gespült? In Mensch und Tier zwischengelagert?
Mannomann... und ob das Zeug in den Bleifrei-Loten so viel besser ist,
bezweifle ich auch mal. Sind auch irgendwie Schwermetalle.
Ich finde Blei insgesamt ziemlich harmlos und eine unserer geringsten
Sorgen. Man muss ja nicht gerade wie die alten Römer seinen Wein in
Bleikesseln bereiten...
Ansgar
--
*** Musik! ***
Ansgar Strickerschmidt
Guest
Wed Mar 03, 2010 4:53 pm
Also schrieb Wiebus:
Quote:
Was meinst Du, wie Du erstmal in Dein Atemgerät fluchst, wenn Du in
der Gießhalle eines Stahlwerk neben dem Konverter stehst und
feststellst, das die Kindersicherung der Schukodose dort klemmt. :O)
Kinder - in der Gießerei?
Oder sollte die Kindersicherung dort verhindern, den Schmelzofen dort
einzustecken?
SCNR
Ansgar
--
*** Musik! ***
gUnther nanonüm
Guest
Wed Mar 03, 2010 5:22 pm
"Ansgar Strickerschmidt" <dropspamhere.stargar_at_arcor.de> schrieb im
Newsbeitrag news:op.u8zwefqtg090hp_at_invalid.invalid...
Quote:
Also, ich kriege beim Thema Bleifrei so einen Hals.
Da müssten ja Generationen von Lötern (wohl überwiegend: Löterinnen)
unheilbar (demenz-)krank sein.
Hi,
naja, einige haben zumindest postmortem ein langes "Leben".
Quote:
Abgesehen davon: gegen die Dämpfe beim Löten kann man sich durch passende
Entlüftungseinrichtungen hinreichend schützen. Und selbst wenn man täglich
ein, zwei Platinen abschlecken würde, wären die aufgenommenen Mengen so
minimal, dass man da weniger Dauerschäden erleiden würde als durch die eh
vorhandene restliche Umweltbelastung.
Das ist ein Irrtum. Bleilot abzuschlecken dürftest Du innert Wochen merken.
Die alten Römer hatten Bleigeschirr, eigentlich Zinngeschirr mit zuviel
Blei und sind des öfteren daran verreckt. Allerdings löst Deine Zunge nicht
soviel Blei wie ein Wein, der stundenlang gegen die Bleioxidschicht
schwappt.
Quote:
Was ist überhaupt mit den tausenden Tonnen Blei(tetraethyl) passiert, die
wir bis in die 80er Jahre durch den Auspuff geblasen haben? Von denen
redet irgendwie kein Mensch. Sind die im Boden gebunden? Ins Grundwasser
gespült? In Mensch und Tier zwischengelagert?
Hauptsächlich letzteres. Und fein verteilt.
Quote:
Mannomann... und ob das Zeug in den Bleifrei-Loten so viel besser ist,
bezweifle ich auch mal. Sind auch irgendwie Schwermetalle.
Hast Du denn einen grund für Deine Zweifel? Schwermetalle sind auch Gold und
Platin...
Quote:
Ich finde Blei insgesamt ziemlich harmlos und eine unserer geringsten
Sorgen. Man muss ja nicht gerade wie die alten Römer seinen Wein in
Bleikesseln bereiten...
Es ist eine Sorge. Wir haben noch mehr. Nur weil es die Katholen gibt, ist
das doch kein Grund, an einer Bleistange zu lutschen.
--
mfg,
gUnther
gUnther nanonüm
Guest
Wed Mar 03, 2010 5:25 pm
"Ansgar Strickerschmidt" <dropspamhere.stargar_at_arcor.de> schrieb im
Newsbeitrag news:op.u8zyatbug090hp_at_invalid.invalid...
Quote:
Was meinst Du, wie Du erstmal in Dein Atemgerät fluchst, wenn Du in
der Gießhalle eines Stahlwerk neben dem Konverter stehst und
feststellst, das die Kindersicherung der Schukodose dort klemmt. :O)
Kinder - in der Gießerei?
Oder sollte die Kindersicherung dort verhindern, den Schmelzofen dort
einzustecken?
Hi,
eher den Feinstaub von den Kontakten fernhalten. Oder der Elecktricker hatte
nur solche Dosen. Einen Deckel sollte sie dennoch haben.
--
mfg,
gUnther
..
Wiebus
Guest
Wed Mar 03, 2010 5:50 pm
Hallo Axel.
Quote:
Grund für das Versagen der
Lötverbindung das Verbot von belhaltigem Lot gewesen ist. die
Vorschrift galt zum Schutz der Arbeiter. Offenbar wird das schlagartige
abschalten der Supraleitung, die explosive Verdampfung von Tonnen von
Helium, und das Herumkegeln tonnenschwerer Magnete als
sicherheitstechnisch vergleichsweise harmlos angesehen.
Was meinst Du, wie Du erstmal in Dein Atemgerät fluchst, wenn Du in
der Gießhalle eines Stahlwerk neben dem Konverter stehst und
feststellst, das die Kindersicherung der Schukodose dort klemmt. :O)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewern ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.
Klaus Bahner
Guest
Wed Mar 03, 2010 5:54 pm
Axel Berger wrote:
Quote:
Den einen oder anderen hier dürfte interessieren, daß nach Meinung des
verantwortlichen Physikers Lucio Rossi ein Grund für das Versagen der
Lötverbindung das Verbot von belhaltigem Lot gewesen ist. die
Vorschrift galt zum Schutz der Arbeiter. Offenbar wird das schlagartige
abschalten der Supraleitung, die explosive Verdampfung von Tonnen von
Helium, und das Herumkegeln tonnenschwerer Magnete als
sicherheitstechnisch vergleichsweise harmlos angesehen.
Der Artikel ist leider nicht für jeden frei zugänglich:
http://www.nature.com/news/2010/100223/pdf/4631008a.pdf
Nun ja, zum einen sagt Rossi nicht, dass bleifreies Lot schuld am Unfall
war, sondern lediglich das Lot mit niedrigerer Schmelztemperatur den
Unfall verhindern haette koennen - unter der Voraussetzung, dass die
Verbindung zu den Kupferstabilisatoren dann eventuell besser gewesen
waere. Sicher ist das nicht.
Zum anderen glaube ich nicht, dass die LHC Problemstellung wirklich viel
Aussagekraft ueber bleifreies oder nicht bleifreies Lot hat, der
kritische Punkt ist hier die Verbindung von Supraleitern, wo der
Uebergangswiderstand nur 0.6nOhm betragen darf. Die defekte
Verbindungsstelle hatte einen Uebergangswiderstand von 220nOhm. Das
duerften Anforderungen sein, die weit unter ueblichen Problemstellungen
liegen.
Das das Verdampfen "von Tonnnen von Helium als vergleichsweise harmlos
angesehen" wurde, ist uebrigens deine Aussage, das steht weder im Nature
noch in den zitierten Artiklen. Peinlich ist allerdings, dass man ein
Design baut in dem Helium mit 8 bar Ueberdruck auftreten kann, das auf
einen max. Druck von 1.5 bar ausgelegt ist. Die Ueberdruckventile waren
aufgrund einer Maximum Credible Incident Berechnung um einen Faktor 10
unterdimensioniert. Wie das geschehen kann, wuerde mich mehr
interessieren als ueber Lot zu diskutieren.
Den im Nature-Artikel zitierten Artikel von Rossi gibt's offenbar bis
zum 31.03. frei zugaenglich unter:
http://iopscience.iop.org/0953-2048/23/3/034001/pdf?ejredirect=.iopscience
Gruss
Klaus
Axel Berger
Guest
Wed Mar 03, 2010 6:08 pm
*Ansgar Strickerschmidt* wrote on Wed, 10-03-03 15:12:
Quote:
Bleihaltig, meinst Du.
Klar, ich werde eben doch langsam dement.
Quote:
Also, ich kriege beim Thema Bleifrei so einen Hals.
Dachte ich mir doch, daß die Meldung beim einen oder anderen hier gut
ankommt.
Harald Wilhelms
Guest
Wed Mar 03, 2010 6:14 pm
On 3 Mrz., 15:12, "Ansgar Strickerschmidt"
<dropspamhere.star...@arcor.de> wrote:
Quote:
Also schrieb Axel Berger:
Den einen oder anderen hier d rfte interessieren, da nach Meinung des
verantwortlichen Physikers Lucio Rossi ein Grund f r das Versagen der
L tverbindung das Verbot von belhaltigem Lot gewesen ist.
Bleihaltig, meinst Du.
Also, ich kriege beim Thema Bleifrei so einen Hals.
Da m ssten ja Generationen von L tern (wohl berwiegend: L terinnen)
unheilbar (demenz-)krank sein.
Abgesehen davon: gegen die D mpfe beim L ten kann man sich durch passende
Entl ftungseinrichtungen hinreichend sch tzen. Und selbst wenn man t glich
ein, zwei Platinen abschlecken w rde, w ren die aufgenommenen Mengen so
minimal, dass man da weniger Dauersch den erleiden w rde als durch die eh
vorhandene restliche Umweltbelastung.
Du hast noch etwas vergessen: Angeblich sterben inzwischen
mehr Enten durch verschossenes Bleischrot beim Gründeln
als durch direkte Treffer.
Übrigens, wenn man Klempner fragt, die haben noch
nie was von bleifreien Lot gehört. Ich denke, die Mengen,
die von denen verarbeitet werden, dürften nicht ganz
unerheblich sein. Die nehmen nämlich eher 10mm
Dicke statt 1mm.
Quote:
Man muss ja nicht gerade wie die alten Römer seinen Wein in
Bleikesseln bereiten...
Immerhin soll das ja den Untergang des römischen Reichs
verursacht haben. (Oder ist das auch ne "urban legend"?)
Quote:
*** Musik! ***
....zwei, drei! (Frei nach Wum und Wendelin)
Gruss
Harald
Gerrit Heitsch
Guest
Wed Mar 03, 2010 7:15 pm
Ansgar Strickerschmidt wrote:
Quote:
Man muss ja nicht gerade wie die alten Römer seinen Wein in
Bleikesseln bereiten...
Oder seine Snacks mit 'sugar of lead' (Bleiacetat) suessen...
Gerrit
Matthias Weingart
Guest
Wed Mar 03, 2010 7:17 pm
Harald Wilhelms <6497266B078CC_at_kabelmail.de>:
Quote:
šbrigens, wenn man Klempner fragt, die haben noch
nie was von bleifreien Lot geh”rt. Ich denke, die Mengen,
Die kaufen das Sanitärlot aus dem Fachhandel und das war schon so lange ich
denken kann bleifrei! (Klar guckt da der Klempner nicht drauf was für
Legierungen er verarbeitet

.
M.
Wiebus
Guest
Wed Mar 03, 2010 7:35 pm
Hallo Ansgar.
Quote:
Was ist berhaupt mit den tausenden Tonnen Blei(tetraethyl) passiert, die
wir bis in die 80er Jahre durch den Auspuff geblasen haben? Von denen
redet irgendwie kein Mensch. Sind die im Boden gebunden? Ins Grundwasser
gesp lt?
Die sind im Boden beziehungsweise in den Schlämmen von Gewässern
gebunden.
Die meisten Schwermetalle haben die Tendenz, in einer basischen
Umgebung auszufallen und sich stabil irgendwo abzulagern, ähnlich wie
in den ursprünglichen, meist hydrothermalen, Erzlagerstätten.
Eine versauerung des Miljös reaktiviert aber das ganze, ebenso wie in
einer Erzlagerstätte.
Der große Unterschied zu den Erzlagerstätten ist aber die
großflächigere, feinere Verteilung. Sonst würde sich ja die
Rückgewinnung lohnen. Und daß aus Gewässern schneller etwas zurück in
die Nahrungskette gelangen kann.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewern ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.
Kai-Martin Knaak
Guest
Wed Mar 03, 2010 7:53 pm
On Wed, 03 Mar 2010 16:17:12 +0000, Matthias Weingart wrote:
Quote:
Die kaufen das Sanitärlot aus dem Fachhandel und das war schon so lange
ich denken kann bleifrei!
Außerdem wird bei Neuinstallationen seit > zehn Jahren nicht mehr
gelötet, sondern gecrimpt.
---<(kaimartin)>---
--
Kai-Martin Knaak tel: +49-511-762-2895
Universität Hannover, Inst. für Quantenoptik fax: +49-511-762-2211
Welfengarten 1, 30167 Hannover
http://www.iqo.uni-hannover.de
GPG key:
http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?search=Knaak+kmk&op=get
Axel Berger
Guest
Thu Mar 04, 2010 12:07 am
*Ansgar Strickerschmidt* wrote on Wed, 10-03-03 15:53:
Quote:
Kinder - in der Gieooerei?
Eben. und trotzdem würde mich heutzutage Bernds Szenario auch nicht
mehr überraschen. Ein IQ über ca. 90 scheint das schlimmste
Beförderungshindernis geworden zu sein.
Axel Berger
Guest
Thu Mar 04, 2010 12:11 am
*Klaus Bahner* wrote on Wed, 10-03-03 16:54:
Quote:
Das das Verdampfen "von Tonnnen von Helium als vergleichsweise harmlos
angesehen" wurde, ist uebrigens deine Aussage,
Natürlich. An der Stelle hatte ich in der Gruppe funktionieren
Sarkasmusdetektoren vorausgesetzt.
Quote:
sagt Rossi nicht, dass bleifreies Lot schuld am Unfall war, sondern
lediglich das Lot mit niedrigerer Schmelztemperatur den Unfall
verhindern haette koennen
Wenn es auch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit gibt, daß bleihaltiges
Lot geringfügig zuverlässiger sein könnte und man nimmt es für solche
Zwecke wegen blödsinner PC-Argumente trotzdem nicht, dann ist das für
mich eine deutliche Ansage. Wir reden hier nicht über Akustikmodule in
Quäkpuppen für sabbernde Kleinstkinder.
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