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Breitband-Balun für symmetrische Streifenl eitung

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Breitband-Balun für symmetrische Streifenl eitung

Michael Koch
Guest

Mon Feb 08, 2010 2:41 pm   



Hallo,

nehmen wir mal an, eine symmetrische 200 Ohm Streifenleitung soll an
eine unsymmetrische 50 Ohm Quelle angeschlossen werden. Die Quelle
liefert 250W an 50 Ohm, im Frequenzbereich 30MHz bis 200MHz.
Es muss also ein Breitband-Balun dazwischen.
Fragen:
1. Das erfordert zwingend einen Ringkern, richtig?
2. Gibt es dafür geeignete Ringkerne, wenn ja welche?
3. Wie hoch sind die Verluste im Ringkern ungefähr?
4. Wieviele Windungen muss man nehmen?

Zu 4. wäre meine Vermutung, dass der kritische Fall bei der kleinsten
Frequenz auftritt. Die Induktivität muss mindestens so gross sein, dass
der Kern nicht in die Sättigung kommt. Ist das so richtig?

Gruss
Michael

Marcel Müller
Guest

Mon Feb 08, 2010 3:33 pm   



Hallo,

Michael Koch wrote:
Quote:
nehmen wir mal an, eine symmetrische 200 Ohm Streifenleitung soll an
eine unsymmetrische 50 Ohm Quelle angeschlossen werden. Die Quelle
liefert 250W an 50 Ohm, im Frequenzbereich 30MHz bis 200MHz.

jawollja, über 300V Spitze!

Quote:
Es muss also ein Breitband-Balun dazwischen.
Fragen:
1. Das erfordert zwingend einen Ringkern, richtig?
2. Gibt es dafür geeignete Ringkerne, wenn ja welche?
3. Wie hoch sind die Verluste im Ringkern ungefähr?
4. Wieviele Windungen muss man nehmen?

Zu 4. wäre meine Vermutung, dass der kritische Fall bei der kleinsten
Frequenz auftritt. Die Induktivität muss mindestens so gross sein, dass
der Kern nicht in die Sättigung kommt. Ist das so richtig?

Das ist eher theoretisch ein Problem. Ich würde mir mehr Sorgen um die
Kernverluste machen. Ich meine die Erwärmung dürfte dem Ganzen deutlich
früher eine Grenze setzen.
Es gibt Tabellen der Hersteller, was man ihren Kernen so alles zumuten
kann. Von Amidon habe ich da einen ganzen Stapel. Da würde ich mal wühlen.

Das nächste Thema dürfte der Skin-Effekt werden. Das ist dann bei der
Bewicklung interessant. Mit einem dicken Draht wird das Ganze jedenfalls
suboptimal.

Einfach einmal von vorne nach hinten durchrechnen:
- Maximaler Fluss bei 30MHz lt. Hersteller.
- Sicherheitsfaktor, wenn man den Kern nicht die ganze Zeit grillen
möchte. Außerdem macht das noch fehlende Kupfer ja im Betrieb auch noch
warm.
- Danach Kerngröße und Material auswählen. Dabei auch auf Verluste bei
200MHz achten.
- Daraus ergibt sich die Windungszahl.
- Drahtstärke und Anzahl der parallelen Drähte unter Berücksichtigung
des Skin-Effekts bei 200MHz auslegen.
- Kurz überschlagen, dass die Drahtpackung auch noch gut durch das Loch
im Toroid passt. Isolation für die 320V nicht vergessen.

So würde ich es jedenfalls angehen.
Ggf. muss man nochmal auf das Thema parasitäre Kapazitäten achten.


Marcel

Peter Thoms
Guest

Mon Feb 08, 2010 4:32 pm   



Am 08.02.2010 14:41, schrieb Michael Koch:
Quote:
Hallo,

nehmen wir mal an, eine symmetrische 200 Ohm Streifenleitung soll an
eine unsymmetrische 50 Ohm Quelle angeschlossen werden. Die Quelle
liefert 250W an 50 Ohm, im Frequenzbereich 30MHz bis 200MHz.
Es muss also ein Breitband-Balun dazwischen.
Fragen:
1. Das erfordert zwingend einen Ringkern, richtig?
2. Gibt es dafür geeignete Ringkerne, wenn ja welche?
3. Wie hoch sind die Verluste im Ringkern ungefähr?
4. Wieviele Windungen muss man nehmen?

Zu 4. wäre meine Vermutung, dass der kritische Fall bei der kleinsten
Frequenz auftritt. Die Induktivität muss mindestens so gross sein, dass
der Kern nicht in die Sättigung kommt. Ist das so richtig?

Hallo,

im Prinzip könnte über den Balun die gesamte Leistung bifilar über eine
Zwillingslitze mit PVC-Isolierung (Z ist etwas über 100 Ohm) laufen.

Such mal unter DG0SA.

Wicklung
MMMMMMMM-----------o
/ Doppelader aus Litze
______/ MMMMMMMM--|
50 Ohm\/ | 200 Ohm
______/\ |
\ MMMMMMMM--|
\
MMMMMMMM-----------o


Tja, der Kern sollte bei 200 Ohm nicht allzu groß kapazitive Verluste
unterstützen, das Material sollte also möglichst hochohmig sein.

Und wieviel Windungen? Versuchs mal mit dem 10fachen von 50 Ohm bei 30
MHz. Damit hast Du automatisch die Kerngröße.


Was ist daran "elektronisch"?
Peter

Joerg
Guest

Mon Feb 08, 2010 5:19 pm   



Michael Koch wrote:
Quote:
Hallo,

nehmen wir mal an, eine symmetrische 200 Ohm Streifenleitung soll an
eine unsymmetrische 50 Ohm Quelle angeschlossen werden. Die Quelle
liefert 250W an 50 Ohm, im Frequenzbereich 30MHz bis 200MHz.
Es muss also ein Breitband-Balun dazwischen.
Fragen:
1. Das erfordert zwingend einen Ringkern, richtig?
2. Gibt es dafür geeignete Ringkerne, wenn ja welche?
3. Wie hoch sind die Verluste im Ringkern ungefähr?
4. Wieviele Windungen muss man nehmen?

Zu 4. wäre meine Vermutung, dass der kritische Fall bei der kleinsten
Frequenz auftritt. Die Induktivität muss mindestens so gross sein, dass
der Kern nicht in die Sättigung kommt. Ist das so richtig?


Marcel hat es recht gut erklaert. Ergaenzend waere zu sagen, dass viele
HF-Leute fuer die untere Grenzfrequenz versuchen eine
Windungsinduktivitaet zu bekommen die dort etwa viermal Z entspricht.
Gibt aber immer Kompromisse dabei. Man kann keine halben Windungen haben
und das Dingen darf an der hoechsten Frequenz noch nicht viel streuen.

Fuer Kerne nimmt man (bei uns hier) gern Schweinenasen, ich glaube die
heissen bei Euch Doppellochkerne. Wir kaufen sie bei Firmen wie
Fair-Rite, Ihr vermutlich bei Philips (durfte aber laengst unter anderem
Namen ausgelagert sein), Epcos oder Vogt. Ich nehme an in 10-20 Jahren
haben wir eine harmonisierte Welt und kaufen alle bei Vishay :-)

Hint: Wenn es mit dem Fluss was eng wird kann man die Dinger
parallelschalten oder falls nicht zu lang auch hintereinander stapeln.
Sind ja nicht teuer.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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Use another domain or send PM.

Michael Koch
Guest

Mon Feb 08, 2010 6:57 pm   



Hallo,

Quote:
im Prinzip könnte über den Balun die gesamte Leistung bifilar über eine
Zwillingslitze mit PVC-Isolierung (Z ist etwas über 100 Ohm) laufen.

Such mal unter DG0SA.

Wicklung
MMMMMMMM-----------o
/ Doppelader aus Litze
______/ MMMMMMMM--|
50 Ohm\/ | 200 Ohm
______/\ |
\ MMMMMMMM--|
\
MMMMMMMM-----------o



Ist das nicht eine Anpass-Schaltung von 50 Ohm symmetrisch auf 200 Ohm
symmetrisch? Wenn man hier 50 Ohm unsymmetrisch einspeist kommt meiner
Meinung nach oben 3/2 U und unten -1/2 U raus. Also zwar etwas
symmetrischer als der Eingang, aber eben nicht richtig symmetrisch.

Gruss
Michael

Michael Koch
Guest

Mon Feb 08, 2010 7:12 pm   



Hallo,

spricht was gegen diese Schaltung?

+----------------------------o
|
o---------+--MMMMMMMMMM--+
50 Ohm | 200 Ohm SYM
ASYM +--------------+
|
o---------+--MMMMMMMMMM----------------o


Gruss
Michael

horst-d.winzler
Guest

Mon Feb 08, 2010 7:21 pm   



Michael Koch schrieb:
Quote:
Hallo,

spricht was gegen diese Schaltung?

+----------------------------o
|
o---------+--MMMMMMMMMM--+
50 Ohm | 200 Ohm SYM
ASYM +--------------+
|
o---------+--MMMMMMMMMM----------------o


Hast du schonmal an Mantelwellen und deren ev. Auswirkungen gedacht?

--
mfg hdw

Michael Koch
Guest

Mon Feb 08, 2010 7:30 pm   



Hallo,


Quote:
Hast du schonmal an Mantelwellen und deren ev. Auswirkungen gedacht?

Wenn Mantelwellen da sind dann kommen eben ein paar Ferritringe auf die
Zuleitung. Aber das hat nichts mit der eigentlichen Frage zu tun.

Gruss
Michael

Peter Thoms
Guest

Mon Feb 08, 2010 8:11 pm   



Am 08.02.2010 18:57, schrieb Michael Koch:
[...]
Quote:
Ist das nicht eine Anpass-Schaltung von 50 Ohm symmetrisch auf 200 Ohm
symmetrisch? Wenn man hier 50 Ohm unsymmetrisch einspeist kommt meiner
Meinung nach oben 3/2 U und unten -1/2 U raus. Also zwar etwas
symmetrischer als der Eingang, aber eben nicht richtig symmetrisch.

Das ist sehr egal, bei dieser Schaltung.
Rechne doch mal bei ner Spule 10 x 50 Ohm die Unsymetrie durch.


Peter

Peter Thoms
Guest

Mon Feb 08, 2010 8:23 pm   



Am 08.02.2010 19:30, schrieb Michael Koch:
Quote:
Hallo,


Hast du schonmal an Mantelwellen und deren ev. Auswirkungen gedacht?

Wenn Mantelwellen da sind dann kommen eben ein paar Ferritringe auf die
Zuleitung. Aber das hat nichts mit der eigentlichen Frage zu tun.

Ferritringe aufs Kabel ist eine Perle gegenüber Deiner Spartrafo-Schaltung.


Peter

Helmut Wabnig
Guest

Mon Feb 08, 2010 8:26 pm   



On Mon, 08 Feb 2010 14:41:05 +0100, Michael Koch
<astroelectronic_at_t-online.de> wrote:

Quote:
Hallo,

nehmen wir mal an, eine symmetrische 200 Ohm Streifenleitung soll an
eine unsymmetrische 50 Ohm Quelle angeschlossen werden. Die Quelle
liefert 250W an 50 Ohm, im Frequenzbereich 30MHz bis 200MHz.
Es muss also ein Breitband-Balun dazwischen.
Fragen:
1. Das erfordert zwingend einen Ringkern, richtig?
2. Gibt es dafür geeignete Ringkerne, wenn ja welche?
3. Wie hoch sind die Verluste im Ringkern ungefähr?
4. Wieviele Windungen muss man nehmen?

Zu 4. wäre meine Vermutung, dass der kritische Fall bei der kleinsten
Frequenz auftritt. Die Induktivität muss mindestens so gross sein, dass
der Kern nicht in die Sättigung kommt. Ist das so richtig?

Gruss
Michael

Bandbreite von 1:10, puhh.

Hast schon den broadband Wilkinson combiner gegoogelt?


w.

horst-d.winzler
Guest

Mon Feb 08, 2010 8:42 pm   



Michael Koch schrieb:
Quote:
Hallo,


Hast du schonmal an Mantelwellen und deren ev. Auswirkungen gedacht?

Wenn Mantelwellen da sind dann kommen eben ein paar Ferritringe auf die
Zuleitung. Aber das hat nichts mit der eigentlichen Frage zu tun.

Schau dir mal die Beispiele für Baluns an, vielleicht helfen sie dir
etwas weiter.
http://www.amidon.de/katalog.pdf

Allerdings, 250W bis 200MHz ist alles andere als trivial.

--
mfg hdw

Peter Thoms
Guest

Wed Feb 10, 2010 12:09 pm   



Am 08.02.2010 19:12, schrieb Michael Koch:
Quote:
Hallo,

spricht was gegen diese Schaltung?

+----------------------------o
|
o---------+--MMMMMMMMMM--+
50 Ohm | 200 Ohm SYM
ASYM +--------------+
|
o---------+--MMMMMMMMMM----------------o

Übrigens,


um die Eigenschaft auf 200 MHz zu testen
kann man den Balundraht erst mal ohne Kern formen.
Mit Kernmaterial erweitert sich der Frequenzbereich nach unten,
beim Torroid mehr als beim Stabmaterial.

Achtung: Bei Addition von Teilspannungen auf Phasengleichheit achten.


Peter

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Breitband-Balun für symmetrische Streifenl eitung

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