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DAB Tod in Deutschland

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - DAB Tod in Deutschland

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Waldemar Krzok
Guest

Tue Jan 05, 2010 6:03 pm   



Nun haben wir den Salat. Nachdem langsam aber sicher die einzelnen
Sender wie die "Zehn kleine Afroamerikaner" verschwunden sind und mir
die Möglichkeit genommen haben nette Rock-, Jazz- und Klassiksender aus
Groß-Inselstaat oder auch mit Voice of Russia die andere Interpretation
der Politik zu hören, ist jetzt RBB an der Reihe. Am 1.1.2010 wurden
alle RBB-Programme aus dem DAB-Bouquet entfernt. Es ist jetzt zu einem
welken Stengel verkümmert Sad. RBB hat nicht mal einen Trauermarsch
eingespielt.
Im Gegensatz zu GB wurde hier alles Mögliche unternommen, um den Erfolg
des Digital-Rundfunks zu torpedieren. Die Hardware war mehr als
Mangelware. Ein paar Autoradios und 1-2 Kofferradios aus britischer
Produktion, die man allerdings suchen mußte. Die üblichen Verdächtigen
aus der Sparte "Ich bin doch nicht blöd" hatten kein einziges Gerät im
Programm und die Flachverkäufer wußten nicht mal von der Existenz des
Digitalfunks. In GB wurde dafür richtig Werbung gemacht und dazu auch
noch die Migration gut subventioniert, meistens durch die privaten
Sender, die dafür auch Programmplätze bekommen haben. Hier in Berlin ist
der gesamte UKW-Bereich gnadenlos zugestöpselt, das wesentlich
ausbaufähige DAB-Netz wird dafür boykotiert. Es sieht so aus, dass in
ein paar Monaten auch die letzten Sender verschwinden. Was wird dann
kommen? DVB-T Rundfunk?
Nun ja, auf meinem Kofferradio kann ich immerhin noch Radio Vatikan und
RTL auf KW in Stereo hören, auch mal was Smile.

Amen

Waldemar

Joerg
Guest

Tue Jan 05, 2010 6:34 pm   



Waldemar Krzok wrote:
Quote:
Nun haben wir den Salat. Nachdem langsam aber sicher die einzelnen
Sender wie die "Zehn kleine Afroamerikaner" verschwunden sind und mir
die Möglichkeit genommen haben nette Rock-, Jazz- und Klassiksender aus
Groß-Inselstaat oder auch mit Voice of Russia die andere Interpretation
der Politik zu hören, ist jetzt RBB an der Reihe. Am 1.1.2010 wurden
alle RBB-Programme aus dem DAB-Bouquet entfernt. Es ist jetzt zu einem
welken Stengel verkümmert Sad. RBB hat nicht mal einen Trauermarsch
eingespielt.
Im Gegensatz zu GB wurde hier alles Mögliche unternommen, um den Erfolg
des Digital-Rundfunks zu torpedieren. Die Hardware war mehr als
Mangelware. Ein paar Autoradios und 1-2 Kofferradios aus britischer
Produktion, die man allerdings suchen mußte. Die üblichen Verdächtigen
aus der Sparte "Ich bin doch nicht blöd" hatten kein einziges Gerät im
Programm und die Flachverkäufer wußten nicht mal von der Existenz des
Digitalfunks. In GB wurde dafür richtig Werbung gemacht und dazu auch
noch die Migration gut subventioniert, meistens durch die privaten
Sender, die dafür auch Programmplätze bekommen haben. Hier in Berlin ist
der gesamte UKW-Bereich gnadenlos zugestöpselt, das wesentlich
ausbaufähige DAB-Netz wird dafür boykotiert. Es sieht so aus, dass in
ein paar Monaten auch die letzten Sender verschwinden. Was wird dann
kommen? DVB-T Rundfunk?
Nun ja, auf meinem Kofferradio kann ich immerhin noch Radio Vatikan und
RTL auf KW in Stereo hören, auch mal was Smile.


Falls es troestet, HD Radio ist bei uns ebenfalls wie eine Primel bei
Frost eingegangen bzw. gar nicht erst hochgekommen. Was vorauszusehen war.

Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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Thomas Stegemann
Guest

Tue Jan 05, 2010 8:01 pm   



Quote:
Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?

Ich denke das ist genau der Punkt: UKW funktioniert einfach zu gut.
Keiner sieht irgendeinen Vorteil in DAB. Vielleicht ist es in Berlin
nicht ganz so ideal aber andernorts funktioniert es perfekt.
War es nicht Sachsen, wo der Digitalfunk noch vor Kurzem per Gesetz
durchgedrückt werden sollte? So ala "bis 2015 sind die analogen
Verbreitungswege einzustellen", oder so?


Gruß
Thomas

Waldemar Krzok
Guest

Tue Jan 05, 2010 8:11 pm   



Joerg schrieb:
Quote:
Waldemar Krzok wrote:
Nun haben wir den Salat. Nachdem langsam aber sicher die einzelnen
Sender wie die "Zehn kleine Afroamerikaner" verschwunden sind und mir
die Möglichkeit genommen haben nette Rock-, Jazz- und Klassiksender
aus Groß-Inselstaat oder auch mit Voice of Russia die andere
Interpretation der Politik zu hören, ist jetzt RBB an der Reihe. Am
1.1.2010 wurden alle RBB-Programme aus dem DAB-Bouquet entfernt. Es
ist jetzt zu einem welken Stengel verkümmert Sad. RBB hat nicht mal
einen Trauermarsch eingespielt.
Im Gegensatz zu GB wurde hier alles Mögliche unternommen, um den
Erfolg des Digital-Rundfunks zu torpedieren. Die Hardware war mehr als
Mangelware. Ein paar Autoradios und 1-2 Kofferradios aus britischer
Produktion, die man allerdings suchen mußte. Die üblichen Verdächtigen
aus der Sparte "Ich bin doch nicht blöd" hatten kein einziges Gerät im
Programm und die Flachverkäufer wußten nicht mal von der Existenz des
Digitalfunks. In GB wurde dafür richtig Werbung gemacht und dazu auch
noch die Migration gut subventioniert, meistens durch die privaten
Sender, die dafür auch Programmplätze bekommen haben. Hier in Berlin
ist der gesamte UKW-Bereich gnadenlos zugestöpselt, das wesentlich
ausbaufähige DAB-Netz wird dafür boykotiert. Es sieht so aus, dass in
ein paar Monaten auch die letzten Sender verschwinden. Was wird dann
kommen? DVB-T Rundfunk?
Nun ja, auf meinem Kofferradio kann ich immerhin noch Radio Vatikan
und RTL auf KW in Stereo hören, auch mal was Smile.


Falls es troestet, HD Radio ist bei uns ebenfalls wie eine Primel bei
Frost eingegangen bzw. gar nicht erst hochgekommen. Was vorauszusehen war.

Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?

Nun ja, durch Sateliten-Radio hat sich HD-Radio (fast) erübrigt. Die
Empfänger kosten fast nix und die Abo-Preise halten sich in Grenzen.
Und bezüglich DAB: ich brauche es, mein Chef braucht es,...
Es war eine gute Platform für Spartensender und fremdsprachige Sender in
guter Qualität. Dort passen halt mehr Sender, als die 30-40 Stück im
UKW-Bereich. Durch die Überladung gibt es auch bei Überreichweiten
gleich 2-3 verschiedene Sender gleichzeitig. Und Voice of Russia
vermisse ich wirklich, dort gab es ziemlich gute Beiträge aus dem
Bereich Kultur und Technik. Nicht nur Russisch, aber auch in Englisch
und Deutsch. DRM habe ich im Auto leider nicht.

Waldemar

Lutz Schulze
Guest

Tue Jan 05, 2010 8:16 pm   



Am Tue, 05 Jan 2010 20:01:16 +0100 schrieb Thomas Stegemann:

Quote:
Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?

Ich denke das ist genau der Punkt: UKW funktioniert einfach zu gut.
Keiner sieht irgendeinen Vorteil in DAB. Vielleicht ist es in Berlin
nicht ganz so ideal aber andernorts funktioniert es perfekt.
War es nicht Sachsen, wo der Digitalfunk noch vor Kurzem per Gesetz
durchgedrückt werden sollte? So ala "bis 2015 sind die analogen
Verbreitungswege einzustellen", oder so?

Ja, 2014.

Ich muss sagen, es würde mich verärgern wenn es dazu kommt. Ich habe
eigentlich nicht vor jede Menge funktionsfähige Geräte danach nicht mehr zu
nutzen, an Radios im Auto will ich gar nicht denken. Parallelbetrieb ist ja
in Ordnung, dann kann das neue System zeigen welche Vorteile es hat.

Lutz

--
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Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
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Waldemar Krzok
Guest

Tue Jan 05, 2010 8:17 pm   



Thomas Stegemann schrieb:
Quote:
Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?

Ich denke das ist genau der Punkt: UKW funktioniert einfach zu gut.
Keiner sieht irgendeinen Vorteil in DAB. Vielleicht ist es in Berlin
nicht ganz so ideal aber andernorts funktioniert es perfekt.
War es nicht Sachsen, wo der Digitalfunk noch vor Kurzem per Gesetz
durchgedrückt werden sollte? So ala "bis 2015 sind die analogen
Verbreitungswege einzustellen", oder so?

Nöö. Das war eigentlich ein Beschluß der EBU, wo sich alle europäische
Staaten verabredet haben, bis 20xx (ich glaube, es war sogar 200x) den
UKW-Funk einzustellen und eine digitale Platform einzurichten. Es ist
allerdings zur Zeit vom Tisch, also verschoben auf St. Nimmerleinstag,
wie die einheitlichen 230V-Steckverbinder.

Waldemar

Rafael Deliano
Guest

Tue Jan 05, 2010 8:30 pm   



Quote:
Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?
Wer brauchte ehedem Kurzwelle ?

99% der Bevölkerung nicht.
Ziemlicher enger Horizont wenn man alles was
man selbst nicht gerade benötigt als unnötig
abtut.

MfG JRD

horst-d.winzler
Guest

Tue Jan 05, 2010 9:39 pm   



Rafael Deliano schrieb:
Quote:
Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?
Wer brauchte ehedem Kurzwelle ?

KW wird noch immer benötigt, wenn Menschen die in totalitären Staaten
leben, auch andere als die offiziellen Meinungen hören möchten. KW zu
stören ist aufwändiger als auf Satellitenbetreiber Druck auszuüben bzw
das Internet zu filtern.

--
mfg hdw

Joerg
Guest

Tue Jan 05, 2010 9:45 pm   



Waldemar Krzok wrote:
Quote:
Joerg schrieb:
Waldemar Krzok wrote:
Nun haben wir den Salat. Nachdem langsam aber sicher die einzelnen
Sender wie die "Zehn kleine Afroamerikaner" verschwunden sind und mir
die Möglichkeit genommen haben nette Rock-, Jazz- und Klassiksender
aus Groß-Inselstaat oder auch mit Voice of Russia die andere
Interpretation der Politik zu hören, ist jetzt RBB an der Reihe. Am
1.1.2010 wurden alle RBB-Programme aus dem DAB-Bouquet entfernt. Es
ist jetzt zu einem welken Stengel verkümmert Sad. RBB hat nicht mal
einen Trauermarsch eingespielt.
Im Gegensatz zu GB wurde hier alles Mögliche unternommen, um den
Erfolg des Digital-Rundfunks zu torpedieren. Die Hardware war mehr
als Mangelware. Ein paar Autoradios und 1-2 Kofferradios aus
britischer Produktion, die man allerdings suchen mußte. Die üblichen
Verdächtigen aus der Sparte "Ich bin doch nicht blöd" hatten kein
einziges Gerät im Programm und die Flachverkäufer wußten nicht mal
von der Existenz des Digitalfunks. In GB wurde dafür richtig Werbung
gemacht und dazu auch noch die Migration gut subventioniert, meistens
durch die privaten Sender, die dafür auch Programmplätze bekommen
haben. Hier in Berlin ist der gesamte UKW-Bereich gnadenlos
zugestöpselt, das wesentlich ausbaufähige DAB-Netz wird dafür
boykotiert. Es sieht so aus, dass in ein paar Monaten auch die
letzten Sender verschwinden. Was wird dann kommen? DVB-T Rundfunk?
Nun ja, auf meinem Kofferradio kann ich immerhin noch Radio Vatikan
und RTL auf KW in Stereo hören, auch mal was Smile.


Falls es troestet, HD Radio ist bei uns ebenfalls wie eine Primel bei
Frost eingegangen bzw. gar nicht erst hochgekommen. Was vorauszusehen
war.

Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?

Nun ja, durch Sateliten-Radio hat sich HD-Radio (fast) erübrigt. Die
Empfänger kosten fast nix und die Abo-Preise halten sich in Grenzen.


M.W. tut es Euer Sat-Rundfunk aber nicht in Fahrzeugen so wie es bei
XM/Sirius geht. Oder doch?


Quote:
Und bezüglich DAB: ich brauche es, mein Chef braucht es,...


Brauchen ist gut, wir hoeren hier noch Mittelwelle :-)


Quote:
Es war eine gute Platform für Spartensender und fremdsprachige Sender in
guter Qualität. Dort passen halt mehr Sender, als die 30-40 Stück im
UKW-Bereich. Durch die Überladung gibt es auch bei Überreichweiten
gleich 2-3 verschiedene Sender gleichzeitig. Und Voice of Russia
vermisse ich wirklich, dort gab es ziemlich gute Beiträge aus dem
Bereich Kultur und Technik. Nicht nur Russisch, aber auch in Englisch
und Deutsch. DRM habe ich im Auto leider nicht.


Mir hatten da die Konzerte immer gut gefallen, ist aber rund 20 Jahre her.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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Joerg
Guest

Tue Jan 05, 2010 9:47 pm   



Rafael Deliano wrote:
Quote:
Ketzerische Frage: Wer braucht den Krempel?
Wer brauchte ehedem Kurzwelle ?
99% der Bevölkerung nicht.


Die in entwickelten Laendern nicht, aber in Afrika oder Suedamerika
sieht das anders aus.


Quote:
Ziemlicher enger Horizont wenn man alles was
man selbst nicht gerade benötigt als unnötig
abtut.


Nicht ich selbst, ich bin mal einfach von der Marktdurchdringung
ausgegangen. M.W. sieht die aehnlich infinitesimal duenn aus wie bei
unserem HD Radio.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest

Tue Jan 05, 2010 10:06 pm   



Thomas Stegemann <master_no_spam_stege_at_web.de> wrote:

Quote:
Ich denke das ist genau der Punkt: UKW funktioniert einfach zu gut.
Keiner sieht irgendeinen Vorteil in DAB. Vielleicht ist es in Berlin
nicht ganz so ideal aber andernorts funktioniert es perfekt.

Perfekt is' anders. Wenn ich einen beliebigen bayernweit empfangbaren
Sender störungsfrei quer durch's Land im Auto empfangen will, dann
macht das mit UKW selbst nur mit guten Radios bedingt Spaß. Mit DAB
ist es aussetzerfrei glasklar, quer durch's Land. Und wer meint, im
Auto höre man das eh nicht, dem empfehle ich Bayern 4 Klassik, auf UKW
einstellen, bei schön dynamischer Musik, schön laut. Es zischelt und
rauscht in den leisen Stellen und klingt recht flach, dann merkt das
Radio, "oh, das gibt es ja auch per DAB *freu* *umschalt*", man hört
den letzten Takt nochmal (wegen der Latenz) und wird von der Dynamik
fast aus dem Fenster geweht, in den Pausen ist einfach nur Stille, und
das Ganze klingt wie von CD. Wer mich kennt, der weiß, wie die Leute
in der Stadt blöd schauen, wenn ein Typ wie ich im Auto überlaut
Klassik hört, aber per DAB ist es einfach ein Genuß, da _muß_ man laut
drehen.

Und in einer reflexionsreichen Funklage wie bei mir daheim
(Innenstadt, aber tiefster Punkt) ist UKW-Stereo mit Kofferradios
faktisch unmöglich, man darf jeden Tag die Antenne bissl anders
drehen, und wenn ein Zug vorbeifährt, dann beginnt das Fading schnell,
wird immer langsamer, bis Schwebungsnull, und wenn der Zug wieder
wegfährt, dann wird es schneller und schneller, bis es weg ist und der
nächste Zug kommt. Der letzte Scheiß. Ein DAB-Radio stelle ich in die
Ecke, und ich brauche es nicht mehr anzufassen, der Empfang ist
glasklar und bleibt so. In beiden Fällen einfach nur Teleskopantenne.

Ich höre Radio nahezu nur noch per DAB, und ich würde es sehr
bedauern, stürbe das bei uns in Bayern hervorragende Netz.


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest

Tue Jan 05, 2010 10:08 pm   



Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> wrote:

Quote:
Ich muss sagen, es würde mich verärgern wenn es dazu kommt. Ich habe
eigentlich nicht vor jede Menge funktionsfähige Geräte danach nicht mehr zu
nutzen, an Radios im Auto will ich gar nicht denken. Parallelbetrieb ist ja

Ich wäre froh, den UKW-Mist in die Tonne treten zu können.

Quote:
in Ordnung, dann kann das neue System zeigen welche Vorteile es hat.

Das zeigt es seit Jahren, aber es wird totgeschwiegen. Klar, die
UKW-DXer weinen, weil die Ausbreitung besser kontrollierbar
ist...irgendwas is' halt immer :/


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Oliver Bartels
Guest

Wed Jan 06, 2010 4:24 am   



On Tue, 05 Jan 2010 18:03:14 +0100, Waldemar Krzok
<waldemar_at_zedat.fu-berlin.de> wrote:
Quote:
Hier in Berlin ist
der gesamte UKW-Bereich gnadenlos zugestöpselt, das wesentlich
ausbaufähige DAB-Netz wird dafür boykotiert. Es sieht so aus, dass in
ein paar Monaten auch die letzten Sender verschwinden.

Wenn das einer boykottiert, dann der Endkunde.

Und ganz ehrlich:
Man muss nicht alles mit Gewalt digitalisieren.
( Und das sagt Dir einer, der Digitalfunk entwickelt ;-)

Der gute alte UKW Rundfunk hat einige Eigenschaften, die
ihm so schnell keine andere Lösung streitig macht:

a) Die Empfänger sind spottbillig zu bauen und brauchen
vor allem sehr wenig Strom! D.h. ein Radio mit Batterien
funktioniert wirklich.

b) UKW liefert speziell unter Betrachtung dieser Einfachheit
eine hervorragende Qualität, die sogar besser als die einer
digitalen Lösung sein kann, einfach deshalb, weil nicht
ein CODEC am Signal rumschnipselt.

c) UKW degradiert bei schlechterem S/N den Empfang
schrittweise, aber ohne harte Aussetzer. Zunächst fällt der
Stereo-Empfang weg, dann nehmen schlaue Empfänger
die höheren Frequenzen raus. Aber die grundsätzliche
Empfangsmöglichkeit bleibt selbst dann noch erhalten,
wenn ein digitales System längst harte Aussetzer hat.
Es ist gerade der Gag der FM Modulation, dass sie umso
mehr redundante Information in die Seitenbänder packt,
je tiefer die Signalfrequenz liegt.

d) UKW hat nur eine minimale Latenzzeit, was für
manche Übertragungen ein Vorteil ist.

e) UKW Rundfunk ist eine internationale Lösung,
das Radio spielt nahezu überall in Europa.

f) Trotz allem gibt es einen _optional_ nutzbaren
digitalen Datenkanal (RDS).

Diese Vorteile sieht auch der Endkunde und stimmt daher
mit dem Geldbeutel ab. Nix anderes ist da passiert.

Quote:
Was wird dann kommen? DVB-T Rundfunk?

Vielleicht zusätzlich. Aber UKW Rundfunk dürfte erstmal
für sehr lange Zeit bleiben. Es gibt faktisch keinen Grund,
diese sehr erfolgreiche Lösung abzuschaffen.

Das ist wie mit den GSM Handies, UMTS hat sie nicht
abgelöst und wird sie nicht ablösen, gleiches dürfte für
das kommende LTE gelten. GSM ist einfach zu gut
bei klassischer Sprachtelefonie.

Quote:
Nun ja, auf meinem Kofferradio kann ich immerhin noch Radio Vatikan und
RTL auf KW in Stereo hören, auch mal was Smile.

Man kann in der heutigen Zeit über Internet wirklich fast
beliebig viele Programme realisieren, wenn es nur um
den Außenpluralismus digitaler Stationen "daheim" geht.
Da braucht man dann auch nicht mit viel Aufwand das
Signal erst auf Multitcarrier-OFDM bringen, dann auf
einen hochfrequenten Träger modulieren, mit viel
Leistung abstrahlen und dann all das am Ende im
Empfänger wieder rückgängig machen.

Klassisches Radio macht da Sinn, wo es mobil oder
quasi-mobil sein soll.

Gruß Oliver

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels_at_bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Rolf Mueller
Guest

Wed Jan 06, 2010 9:06 am   



"Oliver Bartels" <spamtrap_at_bartels.de> schrieb im Newsbeitrag
news:r4v7k5pj3bt5d5pvkhplid340654cepfq4_at_4ax.com...
Quote:
On Tue, 05 Jan 2010 18:03:14 +0100, Waldemar Krzok
waldemar_at_zedat.fu-berlin.de> wrote:
Hier in Berlin ist
der gesamte UKW-Bereich gnadenlos zugestöpselt, das wesentlich
ausbaufähige DAB-Netz wird dafür boykotiert. Es sieht so aus, dass in
ein paar Monaten auch die letzten Sender verschwinden.

Wenn das einer boykottiert, dann der Endkunde.

Und ganz ehrlich:
Man muss nicht alles mit Gewalt digitalisieren.
( Und das sagt Dir einer, der Digitalfunk entwickelt ;-)

Der gute alte UKW Rundfunk hat einige Eigenschaften, die
ihm so schnell keine andere Lösung streitig macht:

a) Die Empfänger sind spottbillig zu bauen und brauchen
vor allem sehr wenig Strom! D.h. ein Radio mit Batterien
funktioniert wirklich.

b) UKW liefert speziell unter Betrachtung dieser Einfachheit
eine hervorragende Qualität, die sogar besser als die einer
digitalen Lösung sein kann, einfach deshalb, weil nicht
ein CODEC am Signal rumschnipselt.

c) UKW degradiert bei schlechterem S/N den Empfang
schrittweise, aber ohne harte Aussetzer. Zunächst fällt der
Stereo-Empfang weg, dann nehmen schlaue Empfänger
die höheren Frequenzen raus. Aber die grundsätzliche
Empfangsmöglichkeit bleibt selbst dann noch erhalten,
wenn ein digitales System längst harte Aussetzer hat.
Es ist gerade der Gag der FM Modulation, dass sie umso
mehr redundante Information in die Seitenbänder packt,
je tiefer die Signalfrequenz liegt.

d) UKW hat nur eine minimale Latenzzeit, was für
manche Übertragungen ein Vorteil ist.

e) UKW Rundfunk ist eine internationale Lösung,
das Radio spielt nahezu überall in Europa.

f) Trotz allem gibt es einen _optional_ nutzbaren
digitalen Datenkanal (RDS).

Diese Vorteile sieht auch der Endkunde und stimmt daher
mit dem Geldbeutel ab. Nix anderes ist da passiert.

Was wird dann kommen? DVB-T Rundfunk?

Vielleicht zusätzlich. Aber UKW Rundfunk dürfte erstmal
für sehr lange Zeit bleiben. Es gibt faktisch keinen Grund,
diese sehr erfolgreiche Lösung abzuschaffen.

Das ist wie mit den GSM Handies, UMTS hat sie nicht
abgelöst und wird sie nicht ablösen, gleiches dürfte für
das kommende LTE gelten. GSM ist einfach zu gut
bei klassischer Sprachtelefonie.

Nun ja, auf meinem Kofferradio kann ich immerhin noch Radio Vatikan und
RTL auf KW in Stereo hören, auch mal was Smile.

Man kann in der heutigen Zeit über Internet wirklich fast
beliebig viele Programme realisieren, wenn es nur um
den Außenpluralismus digitaler Stationen "daheim" geht.
Da braucht man dann auch nicht mit viel Aufwand das
Signal erst auf Multitcarrier-OFDM bringen, dann auf
einen hochfrequenten Träger modulieren, mit viel
Leistung abstrahlen und dann all das am Ende im
Empfänger wieder rückgängig machen.

Klassisches Radio macht da Sinn, wo es mobil oder
quasi-mobil sein soll.

Gruß Oliver

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + obartels_at_bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10


Bravo, sehr gute Analyse.
Genau so isses...

Gruß Rolf

Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest

Wed Jan 06, 2010 10:01 am   



Oliver Bartels <spamtrap_at_bartels.de> wrote:

Quote:
b) UKW liefert speziell unter Betrachtung dieser Einfachheit
eine hervorragende Qualität, die sogar besser als die einer
digitalen Lösung sein kann, einfach deshalb, weil nicht
ein CODEC am Signal rumschnipselt.

Jaja. Es klingt auf UKW dennoch scheiße, und codecs schnippeln da
genauso 'rum, auf den Zubringern, in den "Modulationsoptimierern", von
der Quelle (die Musik kommt auch nur noch von der Festplatte)...

Quote:
c) UKW degradiert bei schlechterem S/N den Empfang
schrittweise, aber ohne harte Aussetzer. Zunächst fällt der
Stereo-Empfang weg, dann nehmen schlaue Empfänger
die höheren Frequenzen raus. Aber die grundsätzliche
Empfangsmöglichkeit bleibt selbst dann noch erhalten,
wenn ein digitales System längst harte Aussetzer hat.

Nur, daß das nicht wirklich Spaß macht. Das Gerausche und Geknistere
brauche ich net, ich will ordentliche Qualität. DAB kann das.

Quote:
Diese Vorteile sieht auch der Endkunde und stimmt daher
mit dem Geldbeutel ab. Nix anderes ist da passiert.

Es ist eher ein Henne-Ei-Problem. Die Massenverbreitung würde auch die
DAB-Dinger billig machen...

Quote:
Das ist wie mit den GSM Handies, UMTS hat sie nicht
abgelöst und wird sie nicht ablösen, gleiches dürfte für
das kommende LTE gelten. GSM ist einfach zu gut
bei klassischer Sprachtelefonie.

Bei Empfängerempfindlichkeiten um -105 dBm und bei sieben bis acht
Sprechkanälen auf 200 KHz. Keine Kunst. Das C-Netz war bei 15dB mehr
Empfindlichkeit und doppelter Kapazität in Sachen Gesprächskanäle
bezogen auf die Bandbreite so schlecht nicht. Klar, FDMA, aufwendig,
teuer...aber gut war es.

Quote:
Man kann in der heutigen Zeit über Internet wirklich fast
beliebig viele Programme realisieren, wenn es nur um
den Außenpluralismus digitaler Stationen "daheim" geht.

Es geht aber um "Radio hinstellen, einschalten, fertig". Wer das WLAN
konfigurieren und die Senderlisten editieren will, der ist freilich
für daheim mit einem Internetradio gut bedient.

Quote:
Klassisches Radio macht da Sinn, wo es mobil oder
quasi-mobil sein soll.

Was digital sehr schön geht.

Ich bin wahrlich kein Verfechter von "alles muß digital sein", aber
gerade DAB war bisher in allen Belangen besser als mit UKW.

Quote:
Gruß Oliver


-ras

--

Ralph A. Schmid

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elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - DAB Tod in Deutschland

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