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Heinz Schmitz
Guest
Wed Aug 04, 2010 12:14 pm
Uwe Borchert wrote:
Quote:
In meinen Augen ist diese ganze Fachkräftemangel und
Menschenimportdiskussion sehr ungeschickt. Da wird für
die gebildete Mittelschicht Fremdenfeindlichkeit und
Rassismus auf eine wirtschaftliche Basis gestellt.
Du meinst jetzt aber doch wohl "die ungebildete Mittelschicht", nich?
Grüße,
H.
Josef Moellers
Guest
Wed Aug 04, 2010 12:38 pm
Am 4.8.2010 schrub Heinz Schmitz:
Quote:
Josef Moellers wrote:
Andererseits ist es für eine Firma natürlich auch günstiger, befristet
einen aus dem Ausland einzustellen, der von Gesetzes wegen keinen
Anspruch auf Arbeitslosengeld und Rente hat, diese Beträge also auch
nicht anfallen.
Imho muß das Unternehmen diese Beiträge sehr wohl entrichten.
Der Mitarbeiter kann sie sich aber dann bei seiner Ausreise vom
Rententräger erstatten lassen. Das ist ja auch nur gerecht, denn
anders als bei Versicherungsbeiträgen steht Vorsorgeleistungen
ja noch keine Gegenleistung gegenüber.
Der MA wird sich den AG-Anteil der ALV und RV wohl kaum auszahlen lassen
können.
Josef
--
These are my personal views and not those of Fujitsu Technology Solutions!
Josef Möllers (Pinguinpfleger bei FTS)
If failure had no penalty success would not be a prize (T. Pratchett)
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Joerg
Guest
Wed Aug 04, 2010 3:11 pm
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
Quote:
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Das ist doch mal was senkrechtes. Es gibt in der Realitaet keinen
Fachkraeftemangel, nicht in Europa.
Solange es massig Ingenieure in Zeitarbeitsfirmen gibt (die das
bestimmt nicht machen, weil das so toll ist)...
Nun ja, als Consultant arbeite ich auch immer auf Zeit, bin nirgends
angestellt. Und gluecklich wie ein Fisch im Wasser dabei :-)
Zeitarbeitsfirmen, das tue ich mir allerdings nicht an.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
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Joerg
Guest
Wed Aug 04, 2010 3:13 pm
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
Quote:
Thomas Stegemann <master_no_spam_stege_at_web.de> wrote:
Genau das ist das Problem. Letztens die Einstiegsgehälter einer großen
deutschen Firma erfahren. Liegen knapp über denen eines Technikers...
Ich bin als Techniker in meiner ersten Stelle mit einem
Ingenieurs-Einsteigergehalt eingestellt worden...das trifft sich sehr
schnell, ein gutbezahlter Techniker hat u.U. das Gleiche oder mehr als
ein schlechtbezahlter Ing.
Oh ja, habe ich auch schon erlebt. Wenn es in die heisse Phase eines
Projekts ging machten unsere Techniker mehr Kohle als wir, weil sie
Ueberstunden bezahlt bekamen. Da hatte ich dann eine Unterredung mit
Cheffe und kurz danach gab es Aktienoptionen ...
--
Gruesse, Joerg
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Uwe Borchert
Guest
Wed Aug 04, 2010 3:15 pm
Hallo,
Heinz Schmitz schrieb:
Quote:
Uwe Borchert wrote:
In meinen Augen ist diese ganze Fachkräftemangel und
Menschenimportdiskussion sehr ungeschickt. Da wird für
die gebildete Mittelschicht Fremdenfeindlichkeit und
Rassismus auf eine wirtschaftliche Basis gestellt.
Du meinst jetzt aber doch wohl "die ungebildete Mittelschicht", nich?
Ich hätte Gänsefusschen setzen können. Aber es hätte
dann doch nicht so richtig gepasst. Die Verdrängung
am Arbeitsmarkt geht wirklich schon rauf bis in die
gebildeten Schichten wie Facharbeiter und Akademiker.
Die Zeiten in denen nur Hilfsarbeiter durch Migranten
ersetzt und nur deren Arbeitsmarkt unter Druck gesetzt
wurde sind schon seit vielen Jahren vorbei.
MfG
Uwe Borchert
Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest
Wed Aug 04, 2010 3:27 pm
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Quote:
Nun ja, als Consultant arbeite ich auch immer auf Zeit, bin nirgends
angestellt. Und gluecklich wie ein Fisch im Wasser dabei
Das ist ja auch ganz was Anderes.
Quote:
Zeitarbeitsfirmen, das tue ich mir allerdings nicht an.
Eben
-ras
--
Ralph A. Schmid
http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
Joerg
Guest
Wed Aug 04, 2010 4:31 pm
Ralph A. Schmid, dk5ras wrote:
Quote:
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Nun ja, als Consultant arbeite ich auch immer auf Zeit, bin nirgends
angestellt. Und gluecklich wie ein Fisch im Wasser dabei :-)
Das ist ja auch ganz was Anderes.
Zeitarbeitsfirmen, das tue ich mir allerdings nicht an.
Eben :-)
An sich haetten die eine Chance, eine gute zusaetzliche Einnahmequelle
aufzutun. Aber sie denken viel zu schmalspurig. Eine Agentur hatte mich
mal angesprochen, sehr renommierter grosser Laden. Am Telefon fragten
sie mich erstmal aus um zu sehen ob ich geeignet sei. Nach weniger als
einer Minute sassen sie allerdings fest weil sie nichts von Technik
verstanden. "Ja was machen wir bloss?" ... "Schicken Sie mir ein NDA und
ich rede mit Ihrem Kunden vor Ort" ... "Au ja, gute Idee!" Man konnte
den Stein vom Herzen poltern hoeren. Ich zu deren Kunde geduest, sehr
interessantes Projekt, der Besuch hat echt Spass gemacht. Danach bat
mich die Agentur um Referenzen. Das ist bei einem Consultant so gut wie
unmoeglich, aber ich besorgte denen trotzdem zwei. Die kontaktierten sie
auch und luden mich dann ein. Der Kunde wollten mich unbedingt haben.
Nun wollten sie natuerlich Provision vom Kunden und _dann_ stellten sie
fest dass dessen Finanzlage, ahem, prekaer war. Pustekuchen. Wat'n
Aufwand, alles umsonst, aber das Projekt waere super-interessant
gewesen. Und die Dame bei der Agentur war ausgesprochen huebsch :-)
Da gibt es einen grossen Markt und keiner schnallt das.
--
Gruesse, Joerg
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Heiko Schlenker
Guest
Wed Aug 04, 2010 5:28 pm
* Uwe Borchert <uwe.borchert_at_gmx.de> schrieb:
Quote:
Ich hätte Gänsefusschen setzen können. Aber es hätte
dann doch nicht so richtig gepasst. Die Verdrängung
am Arbeitsmarkt geht wirklich schon rauf bis in die
gebildeten Schichten wie Facharbeiter und Akademiker.
Die Zeiten in denen nur Hilfsarbeiter durch Migranten
ersetzt und nur deren Arbeitsmarkt unter Druck gesetzt
wurde sind schon seit vielen Jahren vorbei.
Und damit wäre der Bogen zum Märchen vom Arbeitsplatzklau durch die
bösen Ausländer geschlagen. Es wird an Stammtischen besonders gerne
erzählt.
SCNR, Heiko
Holger
Guest
Wed Aug 04, 2010 6:43 pm
Joerg schrieb:
Quote:
Da gibt es einen grossen Markt und keiner schnallt das.
Nicht jeder ist so gestrickt, wie du es bist. Ich vermute, du hattest
Eltern, die dich voll unterstützt haben, als Kind, während der
Schulzeit, während des Studiums? Das meine ich nicht finanziell, sondern
ideell, daß sie dir also die Möglichkeit gaben, eine belastbare
Persönlichkeit zu entwickeln? Du kannst also nicht nur mit deiner
Elektronik umgehen, sondern bist auch in der Lage, diplomatisch zu sein?
Du hast dich als Kind nicht auf Prügel und Vernachlässigung einstellen
müssen, um dein Elternhaus überhaupt zu überleben, sondern konntest
sorgfältig angeleitet den richtigen Umgang mit normalen Menschen
erlernen und deine Fachkunde entwickeln?
Da sind viele Faktoren unterwegs, die andere Menschen von dem Markt
abhalten, auf dem du dich bewegst. So einfach ist das Leben nicht.
Grüße, Holger
Uwe Borchert
Guest
Wed Aug 04, 2010 6:58 pm
Hallo,
Heiko Schlenker schrieb:
Quote:
* Uwe Borchert <uwe.borchert_at_gmx.de> schrieb:
Ich hätte Gänsefusschen setzen können. Aber es hätte
dann doch nicht so richtig gepasst. Die Verdrängung
am Arbeitsmarkt geht wirklich schon rauf bis in die
gebildeten Schichten wie Facharbeiter und Akademiker.
Die Zeiten in denen nur Hilfsarbeiter durch Migranten
ersetzt und nur deren Arbeitsmarkt unter Druck gesetzt
wurde sind schon seit vielen Jahren vorbei.
Und damit wäre der Bogen zum Märchen vom Arbeitsplatzklau durch die
Klau = Diebstahl? Wie kommst Du auf den schmalen Pfad?
Informiere Dich was Diebstahl ist. Die Preisfindung in
Märkten hat nix damit zu tun. Das ist eine Sache von
(Über-) Angebot und (Unter-) Nachfrage.
Quote:
bösen Ausländer geschlagen. Es wird an Stammtischen besonders gerne
erzählt.
Ich kenne Deine bevorzugte Trinkhalle nicht. Allerdings
scheint dort das intellektuelle Niveau nicht so besonders
zu sein. Zumindestens was solche Dinge wie dieses Problem
anbetrifft.
MfG
Uwe Borchert
Joerg
Guest
Wed Aug 04, 2010 7:06 pm
Holger wrote:
Quote:
Joerg schrieb:
Da gibt es einen grossen Markt und keiner schnallt das.
Nicht jeder ist so gestrickt, wie du es bist. Ich vermute, du hattest
Eltern, die dich voll unterstützt haben, als Kind, während der
Schulzeit, während des Studiums? Das meine ich nicht finanziell, sondern
ideell, daß sie dir also die Möglichkeit gaben, eine belastbare
Persönlichkeit zu entwickeln? Du kannst also nicht nur mit deiner
Elektronik umgehen, sondern bist auch in der Lage, diplomatisch zu sein?
Du hast dich als Kind nicht auf Prügel und Vernachlässigung einstellen
müssen, um dein Elternhaus überhaupt zu überleben, sondern konntest
sorgfältig angeleitet den richtigen Umgang mit normalen Menschen
erlernen und deine Fachkunde entwickeln?
Da sind viele Faktoren unterwegs, die andere Menschen von dem Markt
abhalten, auf dem du dich bewegst. So einfach ist das Leben nicht.
Klar ist es nicht so einfach. Aber ein Marktplatz fuer Ingenieure auf
Zeit wuerde sehr viel gutes tun. Zum einen fuer aeltere Ingenieure die
keinen Job mehr finden. Zum anderen fuer Firmen die nur ein kurzes
Projekt durchziehen muessen und danach keine Ingenieure brauchen (das
ist ein guter Teil meiner Kundschaft). Es kurbelt die Wirtschaft an,
auch fuer Leute deren Vergangenheit teilweise nicht so toll war.
Ich brauche es an sich nicht so sehr, aber es haette auch fuer mich
Vorteile. Ich koennte sicher mehr lokale Kunden finden. Denn derzeit ist
es aehnlich wie damals vor meiner Auswanderung in Deutschland, Firmen
aus Kalifornien wandern ab. Hier aber zum Glueck nur nach Texas oder
Florida, da kommt man irgendwie noch hin und braucht auch keine
besondere Arbeitsgenehmigung. Doch selbst im lokalen Bereich findet man
sich mangels Marktplatz nur durch Zufall. Einen Kunden vor Ort habe ich
z.B. nur deshalb, weil die Familie des Geschaeftsfuehrers wie wir aktiv
bei der Blindenhundvereinigung mitmacht. Sonst haetten wir uns
vermutlich nie getroffen. "Huch? Du entwickelst diskrete
Schaltungstechnik? Da drueckt uns echt der Schuh und wir sollten uns mal
zusammensetzen ...".
--
Gruesse, Joerg
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Olaf Kaluza
Guest
Wed Aug 04, 2010 7:21 pm
Holger <holger_at_kater.invalid> wrote:
Quote:
Da sind viele Faktoren unterwegs, die andere Menschen von dem Markt
abhalten, auf dem du dich bewegst. So einfach ist das Leben nicht.
Das will er nicht warhaben zumal er eine Rechtfertigung braucht um in
einem Land zu leben wo man Arme Leute wohl noch mehr ausbeutet wie
hier und sie mit der "Tellerwaescher wird Millionaer" Story bei Laune
haelt.
Olaf
Heiko Schlenker
Guest
Wed Aug 04, 2010 7:25 pm
* Uwe Borchert <uwe.borchert_at_gmx.de> schrieb:
Quote:
Heiko Schlenker schrieb:
* Uwe Borchert <uwe.borchert_at_gmx.de> schrieb:
Ich hätte Gänsefusschen setzen können. Aber es hätte
dann doch nicht so richtig gepasst. Die Verdrängung
am Arbeitsmarkt geht wirklich schon rauf bis in die
gebildeten Schichten wie Facharbeiter und Akademiker.
Die Zeiten in denen nur Hilfsarbeiter durch Migranten
ersetzt und nur deren Arbeitsmarkt unter Druck gesetzt
wurde sind schon seit vielen Jahren vorbei.
Und damit wäre der Bogen zum Märchen vom Arbeitsplatzklau durch die
bösen Ausländer geschlagen.
[...]
Klau = Diebstahl?
Im besagten Märchen wird beklagt, dass Ausländer den Eingeborenen
die Arbeitsplätze wegnähmen. Ausländer trügen also die Schuld an der
Arbeitslosigkeit. Und sowieso seien Ausländer eh an allem schuld.
Gruß, Heiko
Horst-D.Winzler
Guest
Wed Aug 04, 2010 7:46 pm
Am 04.08.2010 11:21, schrieb Rafael Deliano:
Quote:
Hilfsarbeitergehalt ... Heiraten
Daß es einen Schweinezyklus gibt ist
vielen bekannt:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/ww0.pdf
Es gab aber in agrarischer Gesellschaft
auch einen Zusammenhang zwischen Heiraten
und Getreidepreise:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/ww1.pdf
In Deutschland wohl bis 1870 nachweisbar.
Danach ist man davon ausgegangen daß
Industrialisierung diesen wirtschaftlichen
Zyklus ausnivelliert.
Hier etwas zu der Lage der Landbevölkerung vor 1848. Also grad mal vor
gut 160 Jahren. Also eine Zeitspanne die auch für "Normalbürger" quasi
überschaubar ist.
http://www.dorfmuseum.sehestedt.de/themen/2_gutshofgeschichte_sozgrupp-le.htm
--
mfg hdw
Axel Schwenke
Guest
Wed Aug 04, 2010 7:50 pm
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Quote:
An sich haetten die eine Chance, eine gute zusaetzliche Einnahmequelle
aufzutun.
....
Nun wollten sie natuerlich Provision vom Kunden und _dann_ stellten sie
fest dass dessen Finanzlage, ahem, prekaer war.
....
Da gibt es einen grossen Markt und keiner schnallt das.
Also einer von uns beiden steht auf dem Schlauch.
Wenn der potentielle Kunde kein Geld hat und deswegen das Geschäft
platzt, dann ist das doch gerade die Abwesenheit eines Marktes.
Oder worin sollte der Markt der Agentur/Zeitarbeitsvermittlung denn
bestehen? Teure Fachkräfte für ein Spottgeld an Pleite-Unternehmen
ausleihen und die Differenz selber zahlen? Eigentlich läuft deren
Geschäft genau anders herum...
XL
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