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Farnell - falscher Inhalt in Tüte

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Farnell - falscher Inhalt in Tüte

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Lutz Schulze
Guest

Sun Mar 14, 2010 12:19 pm   



Am Sun, 14 Mar 2010 11:39:12 +0100 schrieb Horst-D.Winzler:

Quote:
Es ist doch wohl legitim, für ein Produkt nicht mehr abzudrücken als nötig?

Leider ist es hier aber mittlerweile schon so weit dass man extra sagen muss
wenn man nicht den billigsten Mist haben will.

John Ruskin lag bestimmt nicht falsch:

'Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die
Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute
solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu
bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.
Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der
gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko,
das Sie eingehen, etwas Geld zurück legen. Und wenn Sie das tun, dann haben
Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.'

Lutz

--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Gehäuse mit 12 Ports für Sensoren

Horst-D.Winzler
Guest

Sun Mar 14, 2010 12:39 pm   



David Kastrup schrieb:
Quote:
"Horst-D.Winzler" <horst.d.winzler_at_web.de> writes:

Es ist doch wohl legitim, für ein Produkt nicht mehr abzudrücken als
nötig?

Nötig für was? Wenn die Kalkulation beinhaltet, alle 2 Jahre Konkurs zu
machen, um Gewährleistungskosten auf Null zu halten, hat das natürlich
auch Auswirkungen auf den Kunden.


Hättest du auch mein Beispiel gelesen, hättes du meine Antwort gehabt.

--
mfg hdw

Martin Gerdes
Guest

Mon Mar 15, 2010 6:00 pm   



Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> schrieb:

Quote:
Leider ist es hier aber mittlerweile schon so weit, dass man extra sagen muss,
wenn man nicht den billigsten Mist haben will.

Was kriegt man dann? Den gleichen billigsten Mist zu etwas höherem
Preis?

Quote:
John Ruskin lag bestimmt nicht falsch:

'Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die
Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute
solcher Machenschaften.

Der Spruch wird häufig zitiert, allein weiß ich nicht, wie man aus ihm
die richtige Konsequenz zieht.

Quote:
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
erhalten.

Eigentlich nicht. Es gibt nun einmal Massenfertigung, und die geht ohne
Rationalisierung nicht. Ohne sie gäbe es heute kein einziges
elektronisches Bauteil und sämtliche daraus gefertigten Produkte
natürlich auch nicht.

Setzt Du etwa regelmäßig handwerklich gefertigte Widerstände ein?
Bedeutend teurer als maschinengefertigte wären die wohl -- aber auch
besser?

Quote:
Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko,
das Sie eingehen, etwas Geld zurücklegen.

Man tut gut daran, diese Regel generell zu beherzigen.

Quote:
Und wenn Sie das tun, dann haben
Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.'

Wenn ich nur wüßte, woran ich dieses Bessere erkenne! Der Preis taugt
als Kriterium leider nicht, das wäre vermutlich zu einfach.

Lutz Schulze
Guest

Mon Mar 15, 2010 6:27 pm   



Am Mon, 15 Mar 2010 18:00:04 +0100 schrieb Martin Gerdes:

Quote:
Leider ist es hier aber mittlerweile schon so weit, dass man extra sagen muss,
wenn man nicht den billigsten Mist haben will.

Was kriegt man dann? Den gleichen billigsten Mist zu etwas höherem
Preis?

Es gibt ja nach wie vor nicht nur Mist.

Quote:
'Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die
Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute
solcher Machenschaften.

Der Spruch wird häufig zitiert, allein weiß ich nicht, wie man aus ihm
die richtige Konsequenz zieht.

Nicht nur nach dem billigsten schielen?

Quote:
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
erhalten.

Eigentlich nicht. Es gibt nun einmal Massenfertigung, und die geht ohne
Rationalisierung nicht. Ohne sie gäbe es heute kein einziges
elektronisches Bauteil und sämtliche daraus gefertigten Produkte
natürlich auch nicht.

Setzt Du etwa regelmäßig handwerklich gefertigte Widerstände ein?
Bedeutend teurer als maschinengefertigte wären die wohl -- aber auch
besser?

Nein, aber so war sein Satz wohl auch nicht gemeint.
Aber das Beispiel ist gut. Es gibt diverse Versandhändler, da bekommt man
unter derselben Typbezeichnung immer wieder andere Fabrikate - auch mit
abweichenden Eigenschaften, mitunter auch regelrecht unbrauchbare Teile.

Bei anderen erhält man (allgemein allerdings etwas teurer) immer das gleiche
genau spezifizierte Fabrikat.

Letztendlich muss man wissen worauf es beim Einsatz dann ankommt, der letzte
gesparte Cent kann da aber recht teuer werden.

Quote:
Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko,
das Sie eingehen, etwas Geld zurücklegen.

Man tut gut daran, diese Regel generell zu beherzigen.

Und wenn Sie das tun, dann haben
Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.'

Wenn ich nur wüßte, woran ich dieses Bessere erkenne! Der Preis taugt
als Kriterium leider nicht, das wäre vermutlich zu einfach.

Gute Frage. Es ist aber schon viel erreicht wenn man statt nur noch den
Preis auch die Qualität und ggf. auch den Service im Auge behält.

Lutz

--
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Joerg
Guest

Mon Mar 15, 2010 7:46 pm   



Martin Gerdes wrote:
Quote:
Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> schrieb:


[...]

Quote:
Und wenn Sie das tun, dann haben
Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.'

Wenn ich nur wüßte, woran ich dieses Bessere erkenne! Der Preis taugt
als Kriterium leider nicht, das wäre vermutlich zu einfach.


Reviews, Umtauschrecht "no questions asked", und vor allem erkennt man
es an den Kosten einer Garantieverlaengerung. Diese erfrage ich
grundsaetzlich bei grossen Kaeufen wie etwa KFZ, auch wenn ich den
Abschluss selbiger hinterher dankend ablehne ;-)

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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Martin Gerdes
Guest

Tue Mar 16, 2010 7:00 am   



Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> schrieb:

Quote:
Leider ist es hier aber mittlerweile schon so weit, dass man extra sagen muss,
wenn man nicht den billigsten Mist haben will.

Was kriegt man dann? Den gleichen billigsten Mist zu etwas höherem
Preis?

Es gibt ja nach wie vor nicht nur Mist.

Aber oft nur noch. Es ist in verschiedenen Branchen nicht ganz einfach,
Nicht-Mist zu finden. Es ist mir mehrfach passiert, daß ich absichtlich
etwas draufgelegt habe und trotzdem die gleiche China-Ware bekommen
habe. Wenn es aber eh gleich ist, zahle ich dafür gern weniger.

Quote:
'Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die
Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute
solcher Machenschaften.

Der Spruch wird häufig zitiert, allein weiß ich nicht, wie man aus ihm
die richtige Konsequenz zieht.

Nicht nur nach dem billigsten schielen?

Wenn es halt so einfach wäre!


Quote:
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
erhalten.

Eigentlich nicht. Es gibt nun einmal Massenfertigung, und die geht ohne
Rationalisierung nicht. Ohne sie gäbe es heute kein einziges
elektronisches Bauteil und sämtliche daraus gefertigten Produkte
natürlich auch nicht.

Setzt Du etwa regelmäßig handwerklich gefertigte Widerstände ein?
Bedeutend teurer als maschinengefertigte wären die wohl -- aber auch
besser?

Nein, aber so war sein Satz wohl auch nicht gemeint.

Wie war er denn gemeint?


Quote:
Aber das Beispiel ist gut. Es gibt diverse Versandhändler, da bekommt man
unter derselben Typbezeichnung immer wieder andere Fabrikate - auch mit
abweichenden Eigenschaften, mitunter auch regelrecht unbrauchbare Teile.

.... elektronische Bauteile.

Klar.


Quote:
Bei anderen erhält man (allgemein allerdings etwas teurer) immer das gleiche
genau spezifizierte Fabrikat.

Wenn Du einen solchen Händler hast, ist das erfreulich. Man kann heute
(gerade bei Technik) nicht immer gezielt Qualität kaufen. Für mich als
Hobbyisten ist das einigermaßen egal. Du als Kleinserienhersteller tust
Dich mit Sicherung der Produktqualität nicht leicht. Wenn einer hohe
Stückzahlen baut, wäre das an sich einfacher -- dem aber hängt das
Controlling im Kreuz, das eben doch Zehntelcent knautscht.


Quote:
Letztendlich muss man wissen, worauf es beim Einsatz dann ankommt, der letzte
gesparte Cent kann da aber recht teuer werden.

Aber er muß es nicht.


Quote:
Und wenn Sie das tun, dann haben
Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.'

Wenn ich nur wüßte, woran ich dieses Bessere erkenne! Der Preis taugt
als Kriterium leider nicht, das wäre vermutlich zu einfach.

Gute Frage. Es ist aber schon viel erreicht, wenn man statt nur noch den
Preis auch die Qualität und ggf. auch den Service im Auge behält.

Wie macht man das?

Die Frage ist natürlich rhetorisch. Ich glaube, daß es ganz schön
schwierig (wenn überhaupt möglich) ist, ein in Deinem Sinne "gutes"
Angebot zu finden.

Lutz Schulze
Guest

Tue Mar 16, 2010 7:52 am   



Am Tue, 16 Mar 2010 07:00:03 +0100 schrieb Martin Gerdes:

Quote:
Was kriegt man dann? Den gleichen billigsten Mist zu etwas höherem
Preis?

Es gibt ja nach wie vor nicht nur Mist.

Aber oft nur noch. Es ist in verschiedenen Branchen nicht ganz einfach,
Nicht-Mist zu finden. Es ist mir mehrfach passiert, daß ich absichtlich
etwas draufgelegt habe und trotzdem die gleiche China-Ware bekommen
habe. Wenn es aber eh gleich ist, zahle ich dafür gern weniger.

Wer würde das dann nicht tun?

Quote:
'Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig
schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die
Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute
solcher Machenschaften.

Der Spruch wird häufig zitiert, allein weiß ich nicht, wie man aus ihm
die richtige Konsequenz zieht.

Nicht nur nach dem billigsten schielen?

Wenn es halt so einfach wäre!

Das ist eben nur eine der Voraussetzungen.

Quote:
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu
erhalten.

Eigentlich nicht. Es gibt nun einmal Massenfertigung, und die geht ohne
Rationalisierung nicht. Ohne sie gäbe es heute kein einziges
elektronisches Bauteil und sämtliche daraus gefertigten Produkte
natürlich auch nicht.

Setzt Du etwa regelmäßig handwerklich gefertigte Widerstände ein?
Bedeutend teurer als maschinengefertigte wären die wohl -- aber auch
besser?

Nein, aber so war sein Satz wohl auch nicht gemeint.

Wie war er denn gemeint?

Ich denke er meint vergleichbar hergestellte Waren, was ja aber zu einem
bestimmten Zeitpunkt meist gegeben sein sollte. Wenn da einer plötzlich im
Preis hervorsticht ist nicht unwahrscheinlich dass da woanders gespart wird.

Quote:
Aber das Beispiel ist gut. Es gibt diverse Versandhändler, da bekommt man
unter derselben Typbezeichnung immer wieder andere Fabrikate - auch mit
abweichenden Eigenschaften, mitunter auch regelrecht unbrauchbare Teile.

... elektronische Bauteile.

Klar.


Bei anderen erhält man (allgemein allerdings etwas teurer) immer das gleiche
genau spezifizierte Fabrikat.

Wenn Du einen solchen Händler hast, ist das erfreulich.

Auch dank der Hinweise hier in der NG in dem Bereich kein Problem.

Quote:
Man kann heute
(gerade bei Technik) nicht immer gezielt Qualität kaufen. Für mich als
Hobbyisten ist das einigermaßen egal. Du als Kleinserienhersteller tust
Dich mit Sicherung der Produktqualität nicht leicht. Wenn einer hohe
Stückzahlen baut, wäre das an sich einfacher -- dem aber hängt das
Controlling im Kreuz, das eben doch Zehntelcent knautscht.

Ja, da weiss Joerg viel zu berichten.

Quote:

Letztendlich muss man wissen, worauf es beim Einsatz dann ankommt, der letzte
gesparte Cent kann da aber recht teuer werden.

Aber er muß es nicht.

Aber wer weiss das vorher? Aber letzendlich kommt man dann um eine Abwägung
von Gewinn und Risiko nicht herum.

Quote:
Und wenn Sie das tun, dann haben
Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.'

Wenn ich nur wüßte, woran ich dieses Bessere erkenne! Der Preis taugt
als Kriterium leider nicht, das wäre vermutlich zu einfach.

Gute Frage. Es ist aber schon viel erreicht, wenn man statt nur noch den
Preis auch die Qualität und ggf. auch den Service im Auge behält.

Wie macht man das?

Indem man auf mehr als den Preis sieht?

Vielleicht nehme ich das anders wahr, aber hier waren ja früher alle Preise
staatlich festgelegt. 1990 konnte dann jeder anbieten wie er will und
seitdem kenne ich hier fast keinen der nicht immer nur schaut wo etwas
billiger ist.

Ich will nichts Billiges, allerdings auch nichts Teures. Preiswert trifft
es.

Quote:
Die Frage ist natürlich rhetorisch. Ich glaube, daß es ganz schön
schwierig (wenn überhaupt möglich) ist, ein in Deinem Sinne "gutes"
Angebot zu finden.

Wobei die Möglichkeiten heute dank Internet doch schon sehr viel besser
sind, gerade bei hochpreisigeren Sachen.

Lutz

--
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Martin Gerdes
Guest

Tue Mar 16, 2010 12:00 pm   



Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> schrieb:

Quote:
Ich will nichts Billiges, allerdings auch nichts Teures. Preiswert trifft
es.

Ist Dir eigentlich mal aufgefallen ...

Hoppala, ich schweife ja ab! Obwohl, wir sind hier ja in
de.sci.electronics, da ist Abschweifen ja üblich.

Ist Dir eigentlich mal aufgefallen, daß es im Deutschen kein Adjektiv
gibt, das "geringer, aber angemessener Preis" bedeutet?

"Billig" bedeutet einerseits "angemessen; in Ordnung" (siehe "recht und
billig", "Billigkeit"), andererseits "schlecht; gewöhnlich; nicht
angemessen; kost nix, is nix". Das ist praktisch das Gegenteil.

"Preiswert" bedeutete ursprünglich mal "es ist seinen Preis wert". Der
Begriff wurde aber von Handelsleuten überstrapaziert, so daß viele Leute
heute darunter verstehen: "billiger Schrott, den der Händler schönreden
will".

Wenn man für einen bestimmten Sachverhalt kein Wort hat, tut man sich
schwer damit, ihn korrekt auszudrücken.

Lutz Schulze
Guest

Tue Mar 16, 2010 12:50 pm   



Am Tue, 16 Mar 2010 12:00:25 +0100 schrieb Martin Gerdes:

Quote:
Ich will nichts Billiges, allerdings auch nichts Teures. Preiswert trifft
es.

Ist Dir eigentlich mal aufgefallen ...

Hoppala, ich schweife ja ab! Obwohl, wir sind hier ja in
de.sci.electronics, da ist Abschweifen ja üblich.

Ist Dir eigentlich mal aufgefallen, daß es im Deutschen kein Adjektiv
gibt, das "geringer, aber angemessener Preis" bedeutet?

"Billig" bedeutet einerseits "angemessen; in Ordnung" (siehe "recht und
billig", "Billigkeit"), andererseits "schlecht; gewöhnlich; nicht
angemessen; kost nix, is nix". Das ist praktisch das Gegenteil.

"Preiswert" bedeutete ursprünglich mal "es ist seinen Preis wert". Der
Begriff wurde aber von Handelsleuten überstrapaziert, so daß viele Leute
heute darunter verstehen: "billiger Schrott, den der Händler schönreden
will".

Wenn man für einen bestimmten Sachverhalt kein Wort hat, tut man sich
schwer damit, ihn korrekt auszudrücken.

Da ist was dran.

Ich meine es im Wortsinne: seinen Preis wert.

Und da ich ungern doppelt kaufe und noch weniger gern etwas entsorge mag ich
es lieber etwas besser als zu schlecht für den Zweck.

Möglicherweise muss man da auch mal auf einen Kauf verzichten, aber das ist
mehr oder weniger auch eine Gewohnheit.

Ausser Konsumartikel gibt es ja auch noch den weiten Bereich Essen usw.

Auch hier lieber etwas weniger aber dafür von guter Qualität (Geschmack,
Konsistenz und Aufmachung, auch das Auge isst mit). 'Riesenschnitzel' wäre
für mich kein Argument zum zugreifen, das sieht man aber oft als Werbung.

Lutz

--
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David Kastrup
Guest

Tue Mar 16, 2010 1:36 pm   



Martin Gerdes <martin.gerdes_at_gmx.de> writes:

Quote:
Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> schrieb:

Ich will nichts Billiges, allerdings auch nichts Teures. Preiswert trifft
es.

Ist Dir eigentlich mal aufgefallen ...

Hoppala, ich schweife ja ab! Obwohl, wir sind hier ja in
de.sci.electronics, da ist Abschweifen ja üblich.

Ist Dir eigentlich mal aufgefallen, daß es im Deutschen kein Adjektiv
gibt, das "geringer, aber angemessener Preis" bedeutet?

"preiswert".

Quote:
"Preiswert" bedeutete ursprünglich mal "es ist seinen Preis wert". Der
Begriff wurde aber von Handelsleuten überstrapaziert, so daß viele
Leute heute darunter verstehen: "billiger Schrott, den der Händler
schönreden will".

Kann ich nicht so sehen. "Profiwerkzeug" hat ja auch den Werbemißbrauch
ganz gut überstanden: den meisten wäre es peinlich, diese Aufschrift für
billig erworbenes im Brustton der Überzeugung zu repetieren.

--
David Kastrup

Martin Gerdes
Guest

Tue Mar 16, 2010 5:00 pm   



Lutz Schulze <lschulze_at_netzwerkseite.de> schrieb:

Quote:
Ist Dir eigentlich mal aufgefallen, daß es im Deutschen kein Adjektiv
gibt, das "geringer, aber angemessener Preis" bedeutet?

Wenn man für einen bestimmten Sachverhalt kein Wort hat, tut man sich
schwer damit, ihn korrekt auszudrücken.

Da ist was dran.
Ich meine es im Wortsinne: seinen Preis wert.

Und da ich ungern doppelt kaufe und noch weniger gern etwas entsorge, mag ich
es lieber etwas besser als zu schlecht für den Zweck.

Was das anlangt, sind wir uns einig.

Wie aber erkennt man eine solche Ware? Und wieviel "etwas mehr" darf es
denn sein? Der Preis allein gibt einem im Einzelfall diesbezüglich keine
Auskunft.

Quote:
Außer Konsumartikel gibt es ja auch noch den weiten Bereich Essen usw.

Auch hier lieber etwas weniger, aber dafür von guter Qualität (Geschmack,
Konsistenz und Aufmachung, auch das Auge isst mit). 'Riesenschnitzel' wäre
für mich kein Argument zum Zugreifen, das sieht man aber oft als Werbung.

Wir Deutschen haben keinen Sinn mehr für ein gezieltes Mehrausgeben,
weil uns jahrzehntelang eingehämmert worden ist, daß der Preis das
allesentscheidende Kriterium ist und jeder doof ist, der mehr bezahlt.
Diese Saat ist aufgegangen.

Und nein, David*, das Wort "preiswert" ist auch verbrannt. Wer nach
"preiswerter" Ware fragt, will nicht gute Qualität, die ihren Preis wert
ist, sondern spottbillig.




*Trotz großer Offtopic-Toleranz in dieser NG will ich diesen Subthread
nicht auffasern lassen.

Lutz Schulze
Guest

Tue Mar 16, 2010 5:27 pm   



Am Tue, 16 Mar 2010 17:00:21 +0100 schrieb Martin Gerdes:

Quote:
Wie aber erkennt man eine solche Ware? Und wieviel "etwas mehr" darf es
denn sein? Der Preis allein gibt einem im Einzelfall diesbezüglich keine
Auskunft.

Nein, ein Patentrezept gibt es da aber auch nicht.

Wichtig ist auch der Faktor Zeit. Wer schnell kauft, kauft im allgemeinen
teuer. Mancher Wunsch relativiert sich auch wenn man ihn noch mal setzen
lässt. Ansonsten - versuchen mehr Informationen zu beschaffen.

Sicheres Zeichen für Qualitätsalarm ist zum Beispiel wenn Produkte in den
wöchentlichen Werbebeilagen überall angepriesen werden.

Quote:
Außer Konsumartikel gibt es ja auch noch den weiten Bereich Essen usw.

Auch hier lieber etwas weniger, aber dafür von guter Qualität (Geschmack,
Konsistenz und Aufmachung, auch das Auge isst mit). 'Riesenschnitzel' wäre
für mich kein Argument zum Zugreifen, das sieht man aber oft als Werbung.

Wir Deutschen haben keinen Sinn mehr für ein gezieltes Mehrausgeben,
weil uns jahrzehntelang eingehämmert worden ist, daß der Preis das
allesentscheidende Kriterium ist und jeder doof ist, der mehr bezahlt.
Diese Saat ist aufgegangen.

Ja, leider.

Lutz

--
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Joerg
Guest

Tue Mar 16, 2010 5:43 pm   



Lutz Schulze wrote:
Quote:
Am Tue, 16 Mar 2010 17:00:21 +0100 schrieb Martin Gerdes:

Wie aber erkennt man eine solche Ware? Und wieviel "etwas mehr" darf es
denn sein? Der Preis allein gibt einem im Einzelfall diesbezüglich keine
Auskunft.

Nein, ein Patentrezept gibt es da aber auch nicht.

Wichtig ist auch der Faktor Zeit. Wer schnell kauft, kauft im allgemeinen
teuer. Mancher Wunsch relativiert sich auch wenn man ihn noch mal setzen
lässt. Ansonsten - versuchen mehr Informationen zu beschaffen.


So isses. Wir kennen Leute die planen aber auch nix, jeden Abend nach
der Arbeit Lebensmittel gekauft, zum Preis den sie halt gerade kosten.
"Man habe keine Zeit nach Angeboten zu gucken und zu planen". Meine Frau
geht nur einmal die Woche einkaufen und hat dann alle Coupons und
Angebote griffbereit geordnet dabei. Sie braucht dazu rund 1.5 Stunden.
Die Bekannten brauchen 5x die Woche eine halbe Stunde und berappen das
doppelte. Keine Zeit, aehm ...


Quote:
Sicheres Zeichen für Qualitätsalarm ist zum Beispiel wenn Produkte in den
wöchentlichen Werbebeilagen überall angepriesen werden.


Muss nicht sein, oft haben sich Geschaeftsleute einfach verkalkuliert
und den Bedarf viel zu hoch geschaetzt. Ich habe zum Beispiel zwei
Akkuschrauber aus dieser Kategorie. Rund $15 mit Ladegeraet, LiIon,
richtig Mumm. Ueber ein Jahr im Einsatz, nicht kaputt zu kriegen.

Am Schluss sind sie bis auf $5 runtergegangen, aber ich brauchte einfach
nicht mehr als zwei.

--
Gruesse, Joerg

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Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest

Tue Mar 16, 2010 6:16 pm   



Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:

Quote:
So isses. Wir kennen Leute die planen aber auch nix, jeden Abend nach
der Arbeit Lebensmittel gekauft, zum Preis den sie halt gerade kosten.
"Man habe keine Zeit nach Angeboten zu gucken und zu planen". Meine Frau
geht nur einmal die Woche einkaufen und hat dann alle Coupons und
Angebote griffbereit geordnet dabei. Sie braucht dazu rund 1.5 Stunden.
Die Bekannten brauchen 5x die Woche eine halbe Stunde und berappen das
doppelte. Keine Zeit, aehm ...

Wir gehen alle zehn Tage einkaufen, in einen Laden, der allgemein
billig ist, ist eine Sache von 20 Minuten, und gut. Angebote studieren
wir nicht, das ist vertane Zeit, allerhöchstens mal, wenn wir an etwas
'ranlaufen, das günstig ist, dann nimmt man bissl mehr mit.


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Lutz Schulze
Guest

Tue Mar 16, 2010 6:31 pm   



Am Tue, 16 Mar 2010 18:16:49 +0100 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:

Quote:
So isses. Wir kennen Leute die planen aber auch nix, jeden Abend nach
der Arbeit Lebensmittel gekauft, zum Preis den sie halt gerade kosten.
"Man habe keine Zeit nach Angeboten zu gucken und zu planen". Meine Frau
geht nur einmal die Woche einkaufen und hat dann alle Coupons und
Angebote griffbereit geordnet dabei. Sie braucht dazu rund 1.5 Stunden.
Die Bekannten brauchen 5x die Woche eine halbe Stunde und berappen das
doppelte. Keine Zeit, aehm ...

Wir gehen alle zehn Tage einkaufen, in einen Laden, der allgemein
billig ist, ist eine Sache von 20 Minuten, und gut. Angebote studieren
wir nicht,


Machen wir auch nicht und eigentlich müssten das auch die meisten nicht tun
weil z.B. Lebensmittel in D im Schnitt gerade mal 10-15% des Budgets im
Monat ausmachen. Wenn man davon 5% spart kommen keine grossen Beträge
zusammen.

Aber dieses Gefühl 'ein Schnäppchen' gemacht zu haben aktiviert irgendwelche
Belohnungszentren im Hirn und so eilen sie dann hin ...

Die richtigen Potentiale liegen ganz woanders. Energiekosten,
Versicherungen, zu grosser PKW, sinnfreie Kredite, Sachen die bald in der
Ecke liegen - das sind die Dinge die richtig am Budget zehren.

Lutz

--
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