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FI raus trotz ausgeschalteter Sicherung?

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elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - FI raus trotz ausgeschalteter Sicherung?

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RalleH
Guest

Tue Feb 16, 2010 9:11 pm   



Am 14.02.2010 09:56, schrieb Johannes Lotz:
Quote:
Hallo,

folgende Situation:
- Deckenbrennstelle mit Baustellenlampe, Lampe brennt.
- Sicherung raus, Lampe geht aus.
- Lampe abgeschraubt.
- Leahterman am Deckenkabel (alle drei Adern gleichzeitig) angesetzt zum
Kuerzen, herzhaft zugedrueckt...
- *Fump*, FI fliegt raus.

Daten auf FI: I_nv=10000A, I_deltan=0.03A, I_n=63A

Nachdem ich inzwischen verstanden habe warum das so ist,

http://www.patrickwagner.de/Knowhow/FehlerstromSchutzschalter.html

na das ist doch auch für Elektrotechnische Laien sehr verständlich

erklärt, oder?


Quote:
wollte ich mal fragen, ob es moeglich ist, zu verhindern, dass man
beim Kabelkuerzen Null- und Schutzleiter kurzschliesst.

Also, wir Elektriker machen das gewöhnlich so: nicht alle Adern
gleichzeitig durchtrennen, sondern mit jeweils etwas Abstand (GNYE am
längsten lassen) einzeln durchtrennen. Mantelleitung in ähnlichen
Installationen, z.B. einseitig angeschlossen, mantele ich ebenfalls an
der Trennstelle ab und trenne danach die Einzeladern.
Braucht man etwas Übung für!

Quote:
Unsere ganze Wohnung geht ueber einen Schutzschalter, und es
ist ein bisschen doof, wenn jedesmal die Computer alle ausgehen, wenn
man eine Lampe anbringen moechte.
Die triviale Antwort - FI gleich rausnehmen - ist bekannt.

Bevor du die anderen Tips (N in der Abzweigdose abklemmen) ausprobierst,
wäre es einfacher, wie oben beschrieben vorzugehen. Wenn du nicht sicher
bist, dann haalt alle Stromkreise abschalten.

Was sicherlich auch ein kluger Einfall wäre, die Anlage von einem
eingetragenen Fachbetrieb so umbauen lassen, das mehrere RCD´s eingebaut
werden.

Quote:
Ausserdem aus reinem Interesse: Welche Stroeme koennen in so einem Fall
fliessen?

Bei etwas physikalischem Vorwissen, stellt sich das doch recht gut dar:
über den N (Neutralleiter, den Null gibt es seit 30 Jahren nicht mehr)
fliesst der Strom in einem Verbraucherkreis retour zur Quelle (Trafo)
Über den Leitungswiderstand fällt halt eine gewisse Spannung ab, die
einen Strom - über den PE zur Erde treibt (Spannungsteiler).
Und der macht ggf. den RCD wütend!

Schön ist es sicherlich in so einem Fall nicht, aber besser komplett
spannungsfrei als einmal selbst den Potentialausgleich besorgt ;-)

Ralle

Lutz Illigen
Guest

Wed Feb 17, 2010 4:40 am   



Andreas Bockelmann <xotzil_at_gmx.de> wrote:

Quote:
Ich habe hier mal zwei Automaten mit C-Charakteristik
nachgerüstet (für zwei Steckdosen) eingebaut. Die sind
zweipolig. Da ich die aktuellen VDE-Vorschriften nicht alle
verfolge, habe ich das mit der trägeren Charakteristik und
dem Verwendungszweck (Anschlüsse für Maschinen)in Verbindung
gebracht.

Ist das auch in der Regel, ich wüsste jetzt keinen Grund wo die im
normalen Haushalt ihre Berechtigung hätten.

Lutz

Andreas Bockelmann
Guest

Wed Feb 17, 2010 6:22 am   



Lutz Illigen schrieb:

[C-Charakteristik bei LS-Automaten]

Quote:
Ist das auch in der Regel, ich wüsste jetzt keinen Grund wo die im
normalen Haushalt ihre Berechtigung hätten.

Exakt dafür habe ich die Doppelsteckdose auch angebracht. Bei "normaler"
16 Ampere-Absicherung flog der LS bei jedem zweiten Anlauf des Kompressors.

--
Mit freundlichen Grüßen | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN |
Andreas Bockelmann | \ / KEIN HTML IN E-MAIL |
F/V +49-3221-1143516 | X UND USENET-GRUPPEN |
| / \ |

Wiebus
Guest

Wed Feb 17, 2010 10:45 am   



Hallo Johannes.

Quote:
wollte ich mal fragen, ob es moeglich ist, zu verhindern, dass man
beim Kabelkuerzen Null- und Schutzleiter kurzschliesst.

Natürlich. Vorsichtig hingehen und nicht alle Leiter gleichzeitig
durchtrennen, sondern nacheinander. Vorgehensweise so, als hätte man
einen zu kleinen Seitenschneider, alo nur mit der Spitze "knabbern".
Wenn es am Ende nur wenige cm sind, den Mantel absetzen, und die
Leiter einzeln passend kürzen.


Quote:
Ausserdem aus reinem Interesse: Welche Stroeme koennen in so einem Fall
fliessen?

Hängt davon ab, wie lang die Leitung zum Verteiltrafo ist, und wie
dick, bzw vieviele miese Klemmstellen dazwischen sind. Direkt am Trafo
können es 100kA sein (Wird zunehmend ein Problem bei dicht vermaschten
Netzten), aber in der Siedlung mit dem Verteiltrafo 500m weg und einer
langen Verdrahtung im Haus noch aus den 50er Jahren kommst Du wohl in
der Praxis mit ein paar 100A bis ein paar Tausend A davon.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de





Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

Wiebus
Guest

Wed Feb 17, 2010 11:16 am   



Hallo Willy.

Quote:

(4) Bei Aufteilung von Stromkreisen ist die Zuordnung von
Anschlussstellen für Verbrauchsgeräte zu einem Stromkreis so vorzunehmen,

Wenn Du nur einen FI hast, bleiben Dir für das Aufteilen nur noch die
Leistungsschutzschalter.......Smile
Mehrere FIs sind praktisch, das gebe ich gerne zu, aber viele können
sie sich nicht in rauhen Mengen Leisten.

Ich kenne jemanden, der sitzt nun schon fünf Jahre in einem Haus ohne
Strom, weil er sich die für eine Zulassung erforderliche Erneuerung
nicht leisten kann.
Allerdings hakt es dort nicht nur an den FIs, sondern an der
kompletten Verdrahtung inklusive Hausanschluss.......


Quote:
Hiermit wird die
größtmögliche Verfügbarkeit der elektrischen Anlage für den
Anschlussnutzer erreicht.

Das ist Richtig, aber eben auch Luxus. Ich halte es für falsch, Luxus
zwangsweise zu verordnen. Ein FI und eine Serie von
Leitungsschutzschaltern ist für die Sicherheit wichtig. Mehr nicht.
Die Leute, die so TABs schreiben, sitzen im warmen Büro und sind in
mancher hinsicht Weltfremd.


Im übrigen habe ich auch mal in einer TAB (oder war es VDE?, ist so
lange her....) gelesen, das pro Wohnraum nur ein
Leitungsschutzschalter vorzusehen ist, weil sonst jemand den Schalter
für die Steckdosen links rausnimmt, weil er an der Stehlape rechts das
Leuchtmittel wechseln möchte, feststellt, das die Spannung weg ist,
weil die Tichlampe links aus ist, und trozdem an der Stehlampe rechts
einen Schlag bekommt.........insofern würde diese Anforderung eine
Einschränkung obiger Forderung darstellen.
Ist eben auch eine Philosophiefrage, und alle Menschen sind
unterschiedlich gestrickt. Statt Rechtssicherheit stellt eine zu
strickte Anforderung nur eine Gängelung dar.

Persönlich würde ich eigentlich eine Ringleitung mit
Trennmöglichkeiten bevorzugen......aber die ist in WOHNräumen wohl zu
recht strickt verboten, weil es die Leute verwirren würde. :-)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de



Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

Lutz Illigen
Guest

Thu Feb 18, 2010 6:25 am   



Andreas Bockelmann <xotzil_at_gmx.de> wrote:

Quote:
Exakt dafür habe ich die Doppelsteckdose auch angebracht. Bei
"normaler" 16 Ampere-Absicherung flog der LS bei jedem
zweiten Anlauf des Kompressors.

Ja klar ist aber kein normaler Haushalt.

Lutz

Ralf . K u s m i e r z
Guest

Fri Feb 19, 2010 10:41 am   



X-No-Archive: Yes

begin quoting, Lutz Illigen schrieb:

Quote:
Der FI beschränkt den Strom *nicht* auf 30mA.
*Bis* er auslöst, kann auch deutlich mehr fließen - danach
ist der Strom eh Null, der dynamische Fall ist also der
einzig interessante.
Nö,

Doch.

Quote:
er darf bei 15 und muss bei 30 mA auslösen ansonsten ist er
defekt.

Falsch: Er /darf/ auslösen, wenn der Fehlerstrom >15 mA ist, und er
*muß* auslösen, wenn er >30 mA _ist_. "Ist" bedeutet, daß der
Fehlerstrom bis zum Auslösen beliebig groß sein kann (und wird bei
einem Außenleitererdschluß auch in den kA-Bereich gehen können, also
gleich dem Kurzschlußstrom sein).

Natürlich wird der Fehlerstrom vorher hinreichend klein sein, also
liegt zum Zeitpunkt der RCD-Anregung ein dynamischer
Stromänderungsvorgang vor, aber wie hoch der Strom beim Abschalten
dann wirklich ist, kann der Schutzschalter nicht beeinflussen. Und bei
Kurzschlüssen mit Erdberührung kann es gut sein, daß erst einmal ein
paar Halbwellen durchgelassen werden, so daß sowohl LSS als auch RCD
beide ansprechen können.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

Ulkig F. Heidenarm
Guest

Fri Feb 19, 2010 11:24 am   



Lutz Illigen schrieb:

Quote:
Michael Schwingen <news-1235297497_at_discworld.dascon.de> wrote:

Der FI beschränkt den Strom *nicht* auf 30mA.
*Bis* er auslöst, kann auch deutlich mehr fließen - danach
ist der Strom eh Null, der dynamische Fall ist also der
einzig interessante.

Nö,

doch!

Quote:
er darf bei 15 und muss bei 30 mA auslösen ansonsten ist er
defekt.

Soweit ok - aber _bis_ er auslöst können auch 100 Ampere fliesen! So
ein Gerät hat eine Reaktionszeit.

Um dein Nichtwissen etwas zu verrringern ein Auszug aus Wikipedia:

Kennwerte

Handelsüblich sind Fehlerstromschutzschalter in der Bauart A für
Bemessungsdifferenzströme von I?N=10 mA, 30 mA, 300 mA, 500 mA und 1
A. [3] Die Toleranz des Differenzstromes eines
Fehlerstromschutzschalters liegt laut VDE bei –50 %, was garantieren
soll, dass der Nenn-Auslösestrom bei keinem Exemplar überschritten
wird.

Zum Personenschutz ist ein maximaler Ansprechstrom von 10 mA oder 30
mA und für den Brandschutz einer von 300 mA vorgeschrieben. Die
maximale Auslösezeit für nicht-selektive Fehlerstromschutzschalter ist
laut VDE-Norm DIN VDE 0100-410:2007 auf 400ms im TN-Netz bei einfachem
Nennfehlerstrom festgelegt. Bei 5-fachem Nennfehlerstrom muss der
Fehlerstromschutzschalter unter 40ms auslösen.

Es gibt zur Selektivität und zum Betrieb von Geräten mit Netzfiltern
(höherer Ableitstrom beim Einschalten) ansprechverzögerte Typen. Die
Abschaltzeiten bei einfachem Nennfehlerstrom liegen hier zwischen 200
und 500 ms. Bei 5-fachem Nennfehlerstrom müssen diese zwischen 40 und
150 ms auslösen. Zu beachten ist, dass ein Fehlerstromschutzschalter
die Höhe des Fehlerstroms nicht begrenzt; er schaltet lediglich bei
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Erreichen der eingestellten maximalen Differenzstromhöhe den
Fehlerstrom ab. Das bedeutet, dass bis zum Abschalten (je nach Modell
z. B. 30 ms) ein nur vom Netz bzw. Überstromschutzeinrichtung
begrenzter hoher Strom fließen kann.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Horst-D.Winzler
Guest

Fri Feb 19, 2010 1:07 pm   



Ulkig F. Heidenarm schrieb:
Quote:

Lutz Illigen schrieb:

Michael Schwingen <news-1235297497_at_discworld.dascon.de> wrote:

Der FI beschränkt den Strom *nicht* auf 30mA.
*Bis* er auslöst, kann auch deutlich mehr fließen - danach
ist der Strom eh Null, der dynamische Fall ist also der
einzig interessante.
Nö,

doch!

er darf bei 15 und muss bei 30 mA auslösen ansonsten ist er
defekt.

Soweit ok - aber _bis_ er auslöst können auch 100 Ampere fliesen! So
ein Gerät hat eine Reaktionszeit.

Um dein Nichtwissen etwas zu verrringern ein Auszug aus Wikipedia:

Kennwerte

Handelsüblich sind Fehlerstromschutzschalter in der Bauart A für
Bemessungsdifferenzströme von I?N=10 mA, 30 mA, 300 mA, 500 mA und 1
A. [3] Die Toleranz des Differenzstromes eines
Fehlerstromschutzschalters liegt laut VDE bei –50 %, was garantieren
soll, dass der Nenn-Auslösestrom bei keinem Exemplar überschritten
wird.

Zum Personenschutz ist ein maximaler Ansprechstrom von 10 mA oder 30
mA und für den Brandschutz einer von 300 mA vorgeschrieben. Die
maximale Auslösezeit für nicht-selektive Fehlerstromschutzschalter ist
laut VDE-Norm DIN VDE 0100-410:2007 auf 400ms im TN-Netz bei einfachem
Nennfehlerstrom festgelegt. Bei 5-fachem Nennfehlerstrom muss der
Fehlerstromschutzschalter unter 40ms auslösen.

Es gibt zur Selektivität und zum Betrieb von Geräten mit Netzfiltern
(höherer Ableitstrom beim Einschalten) ansprechverzögerte Typen. Die
Abschaltzeiten bei einfachem Nennfehlerstrom liegen hier zwischen 200
und 500 ms. Bei 5-fachem Nennfehlerstrom müssen diese zwischen 40 und
150 ms auslösen. Zu beachten ist, dass ein Fehlerstromschutzschalter
die Höhe des Fehlerstroms nicht begrenzt; er schaltet lediglich bei

Und es gibt FI-Schutzschalter die 3(5) mal die Spannung automatisch
wieder einschalten. ;-)

--
mfg hdw

Wiebus
Guest

Fri Feb 19, 2010 4:10 pm   



Hallo Horst-D.

Quote:
Und es gibt FI-Schutzschalter die 3(5) mal die Spannung automatisch
wieder einschalten. Wink

Aber nicht für Niederspannung. Hoffe ich. ;-)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic


http://www.dl0dg.de



Sselbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

Horst-D.Winzler
Guest

Fri Feb 19, 2010 5:37 pm   



Wiebus schrieb:
Quote:
Hallo Horst-D.

Und es gibt FI-Schutzschalter die 3(5) mal die Spannung automatisch
wieder einschalten. ;-)

Aber nicht für Niederspannung. Hoffe ich. ;-)


Doch, gerade für 230V~. Ich kann dich aber insofern beruhigen, sie sind
"schweinisch" teuer und somit besteht nicht die Gefahr, das
Elektrobastler sie für ihre Hausinstallation entdecken. Besagte FIs
besitzen einen Meldeanschluß und werden besonders in abgesetzten
"Stationen" eingesetzt.
--
mfg hdw

Wiebus
Guest

Fri Feb 19, 2010 7:28 pm   



Hallo Horst-D.

Quote:
Doch, gerade für 230V~.

Mmmmh. Das der Differentialschutz und die Erdschlussüberwachung bei
Hochspannungsanlagen sowas macht, wusste ich. Ein Einsatz in der
Niederspannung ist mir neu.

Quote:
Besagte FIs
besitzen einen Meldeanschluß und werden besonders in abgesetzten
"Stationen" eingesetzt.

Ah. Macht Sinn. Dann führt nicht jeder Stolperer gleich zum
Komplettausfall.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic


http://www.dl0dg.de


Sselbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Depression.
Jeder echte Wettbewerb ist ruinös. Darum beruht jede funktionierende
Wirtschaft auf Schiebung.

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