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Joerg
Guest
Thu Dec 22, 2011 4:33 pm
Marcel Müller wrote:
Quote:
Hallo,
On 22.12.2011 09:16, Sebastian Suchanek wrote:
Aber wenn Du Dich beim Vergießen ungeschickt anstellst (Lunker),
verschlechterst Du die Anordnung. Das E-Feld wird in den Lunker
"gedrängt", dort u.U. die TE-Einsetzspannung überschritten und Du
bekommst TE, die Dir möglicherweise EMV-Probleme bereitet und in jedem
Fall über die Zeit den Verguß zerstört.
Ack. Der Profi vergießt daher unter Vakuum. Das geht natürlich nur mit
geeignetem Harz (wegen ausgasen).
Ein Bekannter hatte sich in den 80ern mal eine Vorrichtung aus einem
alten Staubsauger gebaut. Kein Giessharz sondern Backing Material fuer
Ultraschall-Transducer, aber gleicher Job (Gase rausmachen). Klappte gut
und kostete fast nix. Soll nur unangenehm laut gewesen sein, das sind
hier leider fast alle Staubsauger.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
gUnther nanonüm
Guest
Thu Dec 22, 2011 7:48 pm
"Joerg" <invalid_at_invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:9lh0upFhvmU2_at_mid.individual.net...
Quote:
Ein Bekannter hatte sich in den 80ern mal eine Vorrichtung aus einem
alten Staubsauger gebaut. Kein Giessharz sondern Backing Material fuer
Ultraschall-Transducer, aber gleicher Job (Gase rausmachen). Klappte gut
und kostete fast nix. Soll nur unangenehm laut gewesen sein, das sind
hier leider fast alle Staubsauger.
Hi,
ein alter Kühlschrankkompressor kommt lässig auf tieferen Unterdruck, nur
nicht so fix. Als "Kammer" kann man sich einen alten Farbeimer
zurechfrickeln, dessen Verformung unter Unterdruck gibt dann auch Aufschluß
über den Fortschritt. Manche Eimer sind gar transparent.
Der Nachbau des Vaccuumtisches aus dem Physiklabor ist auch simpel,
Tischfläche mit Saugrohranschluß, dadrauf weiches Gummi oder
geöltes/gewachstes Leder, dadrauf Weckglas oder großes
Gurkenglas/Würstchenglas als "Sichtkammer".
Anfangs drückt man das Glas in die Dichtung, später hält der Unterdruck das
alleine. Braucht man mehr Durchsatz, nimmt man eine Wasserhahnstrahlpumpe
zuhilfe.
Die Idee, quasi einen alten Bodenstaubsauger den Schlauchanschluß zu
verkleben und dann in der Beutelkammer den Unterdruck zu nutzen halte ich
für Energieverschwendung. Außerdem geht dann ein Teil der "Abgase" durch den
Motor, das könnte auch Feuer auslösen. Sonderlich "tief" schaffts der Sauger
eh nicht, ein paar Zentimeter Wassersäule...je nach Harzart und Probengröße
muß man zumindest anfangs auch beobachten können, ob sich durch
Blasenbildung etwa das Harz aus der Form entfernt. Meine ersten
"Entvaccumierten" waren jedenfalls keine Schönheiten mangels
Prozeßüberwachung.
--
mfg,
gUnther
Joerg
Guest
Thu Dec 22, 2011 8:03 pm
gUnther nanonüm wrote:
Quote:
"Joerg" <invalid_at_invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:9lh0upFhvmU2_at_mid.individual.net...
Ein Bekannter hatte sich in den 80ern mal eine Vorrichtung aus einem
alten Staubsauger gebaut. Kein Giessharz sondern Backing Material fuer
Ultraschall-Transducer, aber gleicher Job (Gase rausmachen). Klappte gut
und kostete fast nix. Soll nur unangenehm laut gewesen sein, das sind
hier leider fast alle Staubsauger.
Hi,
ein alter Kühlschrankkompressor kommt lässig auf tieferen Unterdruck, nur
nicht so fix. Als "Kammer" kann man sich einen alten Farbeimer
zurechfrickeln, dessen Verformung unter Unterdruck gibt dann auch Aufschluß
über den Fortschritt. Manche Eimer sind gar transparent.
Der Nachbau des Vaccuumtisches aus dem Physiklabor ist auch simpel,
Tischfläche mit Saugrohranschluß, dadrauf weiches Gummi oder
geöltes/gewachstes Leder, dadrauf Weckglas oder großes
Gurkenglas/Würstchenglas als "Sichtkammer".
Anfangs drückt man das Glas in die Dichtung, später hält der Unterdruck das
alleine. Braucht man mehr Durchsatz, nimmt man eine Wasserhahnstrahlpumpe
zuhilfe.
Die Idee, quasi einen alten Bodenstaubsauger den Schlauchanschluß zu
verkleben und dann in der Beutelkammer den Unterdruck zu nutzen halte ich
für Energieverschwendung. Außerdem geht dann ein Teil der "Abgase" durch den
Motor, das könnte auch Feuer auslösen. Sonderlich "tief" schaffts der Sauger
eh nicht, ein paar Zentimeter Wassersäule...je nach Harzart und Probengröße
muß man zumindest anfangs auch beobachten können, ob sich durch
Blasenbildung etwa das Harz aus der Form entfernt. Meine ersten
"Entvaccumierten" waren jedenfalls keine Schönheiten mangels
Prozeßüberwachung.
Ok, aber wenn es reicht? Das waren damals Leute die Ultraschall-Phantome
herstellten. Das sind Kaesten mit "Glibber" in eingelassenen Draehten ,
Kugeln und Hohlkoerpern. Sie sind recht teuer und man nimmt sie um die
Qualitaet eines Ultraschall-Scanners zu beurteilen. Der Glibber muss
dabei von Luftanteilen befreit werden. Die Stueckzahlen waren so klein
dass sich der Aufwand mit Kuehlschrankkompressor kaum gelohnt haette.
Ausserdem moegen diese Kompressoren oft nicht ohne Schmiermittel
(trocken) laufen. Staubsauger sind das gewoehnt :-)
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
Michael Eggert
Guest
Fri Dec 23, 2011 3:28 am
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Moin!
Quote:
Ausserdem moegen diese Kompressoren oft nicht ohne Schmiermittel
(trocken) laufen. Staubsauger sind das gewoehnt
Staubsauger sind es aber auch gewohnt, ihren Motor durch viel
angesaugte Luft zu kühlen und nicht minutenlang ohne Durchsatz zu
laufen.
Gruß,
Michael.
Guest
Fri Dec 23, 2011 7:01 am
Axel Schwenke wrote:
Quote:
Für ungefülltes Epoxy habe ich Durchschlagfestigkeiten um 10kV/mm
gesehen. Aber es kommt schon ein bisschen auf die Verarbeitung an:
Dreck aus Mischgefäßen und von der vergossenen Schaltung selber
verteilt sich u.U. und wirkt dann als Leiter.
Hundsgemeine Luftblasen sind auch potentiell übel: Die Dielek-
trizitätskonstante im Material ist erheblich größer als in der
Blase. Das elektrische Feld drängt bevorzugt in die Blase hinein.
Im Innern stellt sich also eine höhrere Feldstärke ein, als wenn
man überhaupt nicht vergossen hätte. Dazu kommt, dass Entladungen
besonders leicht entlang von Oberflächen zünden. Dafür bietet sich
die Innenwand der Blase an. Da das Vergussmittel um die Blase einen
hohen Innenwiderstand hat, bricht die Entladung sehr schnell wieder
zusammen. Aber es reicht eventuell, um in der Blasenwand ein paar
Moleküle aufzubrechen. Das erleichtert dann die nächste Entladung.
Mit der Zeit verkohlt der Kunststoff und es frisst sich eine
halbwegs gut leitfähiger Kanal durchs Material. Das ist ein selbst
beschleunigender Prozess. Irgendwann erschreckt dann ein "richtiger"
Durchschlag den Anwender.
Das Motto heißt also "blasenfrei" gießen. So ganz kann man
Luftblasen nie vermeiden (wenn man nicht unter Vakuum arbeitet).
Also sollten die Blasen vor dem Aushärten aufgestiegen sein.
Daher gibt es Vergussmittel, die extra gut kriechen und recht
lange zum abbinden brauchen. Ich habe gute Erfahrungen mit
Wepuran gemacht (10 kV bei wenigen mm Abstand). Das Zeug ist
auf PU-Basis und ist bei Bürklin erhältlich. Andere Händler
können das sicher auch liefern.
---<)kaimartin(>---
--
Kai-Martin Knaak
Öffentlicher PGP-Schlüssel:
http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?op=get&search=0x6C0B9F53
Matthias Weingart
Guest
Fri Dec 23, 2011 4:18 pm
Michael Eggert <m.eggert.nul_at_web.de>:
Quote:
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Moin!
Ausserdem moegen diese Kompressoren oft nicht ohne Schmiermittel
(trocken) laufen. Staubsauger sind das gewoehnt :-)
Staubsauger sind es aber auch gewohnt, ihren Motor durch viel
angesaugte Luft zu kühlen und nicht minutenlang ohne Durchsatz zu
laufen.
Darum einen Nass-/Trockensauger verwenden, bei dem läuft die Kühlung separat.
M.
Joerg
Guest
Fri Dec 23, 2011 4:39 pm
Michael Eggert wrote:
Quote:
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Moin!
Ausserdem moegen diese Kompressoren oft nicht ohne Schmiermittel
(trocken) laufen. Staubsauger sind das gewoehnt :-)
Staubsauger sind es aber auch gewohnt, ihren Motor durch viel
angesaugte Luft zu kühlen und nicht minutenlang ohne Durchsatz zu
laufen.
Hiesige haben dazu ein externes Luefterblatt:
http://www.ezvacuum.com/eurekasanitaire-motor-cooling-fan-30474a-p-4673.html
IIRC hatt das sogar unser alter Vorwerk von anno dunnemal.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
Joerg
Guest
Fri Dec 23, 2011 4:51 pm
Matthias Weingart wrote:
Quote:
Michael Eggert <m.eggert.nul_at_web.de>:
Joerg <invalid_at_invalid.invalid> wrote:
Moin!
Ausserdem moegen diese Kompressoren oft nicht ohne Schmiermittel
(trocken) laufen. Staubsauger sind das gewoehnt
Staubsauger sind es aber auch gewohnt, ihren Motor durch viel
angesaugte Luft zu kühlen und nicht minutenlang ohne Durchsatz zu
laufen.
Darum einen Nass-/Trockensauger verwenden, bei dem läuft die Kühlung separat.
Gute Idee, denn die sind auch noch unschlagbar billig:
http://www.homedepot.com/Tools-Hardware-Wet-Dry-Vacuums/h_d1/N-5yc1vZb8pi/R-100021998/h_d2/ProductDisplay?langId=-1&storeId=10051&catalogId=10053
BTW, falls jemand sowas aus welchem Grund auch immer per
Kuehlschrankkompressor machen moechte, Vorsicht. Bei uns (und ich
vermute auch mal in Europa) gibt es strenge Umweltauflagen. Das
Kuehlmittel darf nur von lizensierten Profis abgelassen werden und muss
wiedererfasst werden.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
gUnther nanonüm
Guest
Fri Dec 23, 2011 5:32 pm
"Joerg" <invalid_at_invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:9ljmcsFu80U2_at_mid.individual.net...
Quote:
Darum einen Nass-/Trockensauger verwenden, bei dem läuft die Kühlung
separat.
Gute Idee, denn die sind auch noch unschlagbar billig:
Hio,
dieser leider ist zu billig, der hat nur normalen Saugmotor mit Kühlung in
einem Strang, dazu eine Ausblasöffnung. Sieht aber nett aus.
Soeiner ist nicht dauerbetriebsfest, was die Anleitung ja auch nicht
verschweigt. Richtige Schlucksauger kühlen sich über einen eigenen
Kühlluftkreislauf und können theoretisch ihre eigene Blasluft ansaugen oder
eben bis an den Ventilator mit Wasser vollgehen. Hab soeinen auch
Werkstattsauger mit Master-Steckdose für Bohrmaschine, kann prinzipiell
dauerlaufen und seinen Feinstaubfilter komplett zusetzen, der Motor hat
eigene Kühlluft und ist von oben "wasserfest", durch pilzartige Schutzkappen
und gummigekapselte Armaturen.
Quote:
BTW, falls jemand sowas aus welchem Grund auch immer per
Kuehlschrankkompressor machen moechte, Vorsicht. Bei uns (und ich
vermute auch mal in Europa) gibt es strenge Umweltauflagen. Das
Kuehlmittel darf nur von lizensierten Profis abgelassen werden und muss
wiedererfasst werden.
Hier gilt das auch, schon lange, aber seit es wieder lohnt, Kupfer zu
klauen, werden Sperrmüllkühlschränke wieder wild gefleddert, es scheint
niemanden zu stören. Die zugelassenen Entsorger sammeln die Kühlmittel,
entfernen dann den Kompressor, wenn man soeinen noch ölbefüllten "abstaubt",
läuft der super als Saugpumpe.
Schön leise und im Dauerbetrieb...
--
mfg,
gUnther
Quote:
gUnther nanonüm
Guest
Fri Dec 23, 2011 5:35 pm
"Joerg" <invalid_at_invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:9ljlldFpftU1_at_mid.individual.net...
Quote:
Hi,
ja, weil der Vorwerk direkt die Drecksluft in seinen Balg pustete. Sein
"Ventilator" war daher manchmal ziemlich verkrustet und verfilzt. Und der
Motor hatte nur wenige hundert Watt, da kommt man mit soeinem Kleinventi am
anderen Wellenende hin. Bei 1600Watt aber reicht das nicht, solche Geräte
haben dann gleich zwei Turbinen, eine saugt hinter dem Filter, der andere
saugt hinter dem Motorschutzfilter

.
--
mfg,
gUnther
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