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HF-Eigenschaften FR4-Kondensator

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elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - HF-Eigenschaften FR4-Kondensator

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Matthias Weingart
Guest

Fri Jan 11, 2019 4:45 pm   



"Michael S." <michaely_at_bigfoot.de>:

Quote:
Es hat sich übrigens herausgestellt, dass es nicht das FR4 ist, sondern
die andere Anbindung gegenüber dem selbsgebastelten Prototypen. 5mm
mehr und das Spektrum sieht komplett anders aus.


Klar, krzestmgliche Verbindungen sind bei GHz das absolute Muss. Mhh, EMV-
technisch wre dann vermutlich ein BLDC-Motor die bessere Alternative, hilft
Dir jetzt aber auch nicht. ;-)

M.
--

Michael S.
Guest

Fri Jan 11, 2019 4:45 pm   



Am 10.01.2019 um 17:40 schrieb Frank Scheffski:
Quote:
Michael S. schrieb:

Also das ganze dann in produzierbar mit FR4 auf ne 0,3mm starke 4lagige
Leiterplatte gemacht. Das funktioniert gar nicht, wir sind 20dB schlechter.

Schon an eine flexible "Leiterplatte" aus Kapton gedacht?


Geht das 3 oder 4lagig zu geringen Kosten?

Es hat sich übrigens herausgestellt, dass es nicht das FR4 ist, sondern
die andere Anbindung gegenüber dem selbsgebastelten Prototypen. 5mm mehr
und das Spektrum sieht komplett anders aus.

--
Michael

Michael S.
Guest

Fri Jan 11, 2019 4:45 pm   



Am 11.01.2019 um 01:14 schrieb Wolfgang Martens:
Quote:
Am 10.01.2019 um 20:11 schrieb Michael S.:

... weil der Motor selbst abstrahlt. z.B. kommen wir auch durch die
EMV, wenn wir die 2cm lange Motorwelle absägen oder vollständig
abschirmen.

Könnte auch sein, dass der Motor so einfach nur weniger Strom zieht und
weniger Bürstenfeuer hat.
Schon an steigende Abstrahlung bei alterndem Motor gedacht?


Ideen:
Motorgehäuse kurz und niederohmig auf Masse legen (oder 1nF)


Was ist Masse? Gibts in dem Umfeld bei der Frequenz nicht.

Quote:
und
Ferritperlen auf die Anschlüsse
bringt nichts


> Ferritring auf die Motorachse kleben

Wäre ne Idee, um ausprobiert zu werden.

Was strahlt, ist Motorgehäuse und Motorwelle. Je nach Maßnahme mehr das
eine oder mehr das andere. Dass die Zuleitungen nicht strahlen, ist
einfach zu verhindern.
Der Motor selbst darf nicht abstrahlen. Das ist das Voodoo an der Sache.
Der sitzt halt ein paar Zentimeter weg vom Ansteuer-PCB. Das ganze in
einem Kunststoffgehäuse im Motorraum im KFZ. Ein Metallgehäuse würde das
Problem lösen, ist aber aus anderen Gründen keine Option.

Der OEM hat mal wieder die Grenzwerte abgesenkt, was nun dazu führt,
dass man mit den herkömmlichen Entstörmaßnahmen (Seriendrosseln, X- und
Y-Kondensatoren, Ringvaristoren, Ferrit-Beads) die Grenzwerte nicht mehr
schafft. Blöderweise hat die Konstruktion die Motoranschlüsse und den
Kommutator auf der Vorderseite bei der Abtriebswelle platziert, nicht
hinten, wie bei herkömmlichen Motoren.

Dass das EMV-technisch nachteilig ist, wissen wir erst jetzt kurz vor Serie.

--
Michael

Michael S.
Guest

Fri Jan 11, 2019 4:45 pm   



Am 11.01.2019 um 16:15 schrieb Matthias Weingart:
Quote:
"Michael S." <michaely_at_bigfoot.de>:

Es hat sich ÃŒbrigens herausgestellt, dass es nicht das FR4 ist, sondern
die andere Anbindung gegenÃŒber dem selbsgebastelten Prototypen. 5mm
mehr und das Spektrum sieht komplett anders aus.

Klar, kürzestmögliche Verbindungen sind bei GHz das absolute Muss. Mhh, EMV-
technisch wäre dann vermutlich ein BLDC-Motor die bessere Alternative, hilft
Dir jetzt aber auch nicht. Wink


Genau :-)


--
Michael

Michael S.
Guest

Fri Jan 11, 2019 5:45 pm   



Am 11.01.2019 um 00:02 schrieb Jan Conrads:
Quote:
Hallo Michael,


Am 10.01.19 um 15:41 schrieb Michael S.:
Hallo HF-Experten,
wir machen hier schon Monate an der Entstörung eines kleinen
Bürstenmotors rum. Bis 800MHz wars kein Problem, darüber ist das ganze
allerdings nur noch Voodoo.

das ist allerdings schon heftig, was ist das genau für ein Motortyp, was
sagt der Hersteller denn dazu? Sollte ja eigentlich CE haben..


Der Hersteller ist Chinese, hat keine Ahnung von EMV und ist nur
Zulieferer für einen großen Automobilzulieferer, für den wir jetzt die
EMV-Problem lösen sollen.

Quote:
Habt ihr mal ermittelt, welcher Teil genau strahlt? Komplettschirmung
kommt nicht in Frage? Für Abstrahlung muß es ja immer zwei Pole geben..


Muss es? Lambda/2-Strahler sind einpolig.

Komplettschirmung kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.


Quote:
Die gemessene Kapazität liegt übrigens um die 200pF.

Das ist dem Frequenzbereich nahezu Kurzschluß..


Wenn es bei 1GHz noch 200pF sind und wenn sie gut angebunden sind.

--
Michael

Ronald Konschak
Guest

Sat Jan 12, 2019 10:45 am   



Michael S. <michaely_at_bigfoot.de> schrieb:
Quote:
Am 10.01.2019 um 17:40 schrieb Frank Scheffski:
Michael S. schrieb:

Also das ganze dann in produzierbar mit FR4 auf ne 0,3mm starke 4lagige
Leiterplatte gemacht. Das funktioniert gar nicht, wir sind 20dB schlechter.

Schon an eine flexible "Leiterplatte" aus Kapton gedacht?

Geht das 3 oder 4lagig zu geringen Kosten?


Das kommt darauf an, welchen Wert die Kosten annehmen dürfen, um als
gering zu gelten. Einen Leiterplattenhersteller fragen kostet erstmal
nichts.

Ronald.

--
Lebe so, dass es Julian Reichelt* missfällt.

* Chefredakteur der BILD-Zeitung

Heinz Schmitz
Guest

Sat Jan 12, 2019 1:45 pm   



Michael S. wrote:

Quote:
Der Motor selbst darf nicht abstrahlen. Das ist das Voodoo an der Sache.
Der sitzt halt ein paar Zentimeter weg vom Ansteuer-PCB. Das ganze in
einem Kunststoffgehuse im Motorraum im KFZ. Ein Metallgehuse wrde das
Problem lsen, ist aber aus anderen Grnden keine Option.


Das Kunststoffgehuse innen metallisieren oder aus
Plastik-Metall-Plastik-Verbund fertigen lassen?

Gre,
H.

Frank Scheffski
Guest

Sat Jan 12, 2019 2:45 pm   



Michael S. schrieb:

Quote:
Schon an eine flexible "Leiterplatte" aus Kapton gedacht?

Geht das 3 oder 4lagig


Bei pcbway.com z.B. bis 6-lagig.

>zu geringen Kosten?

Tja...

MfG

Frank

Frank Scheffski
Guest

Sat Jan 12, 2019 2:45 pm   



Michael S. schrieb:

>fr den wir jetzt die EMV-Problem lsen sollen.

Mal ganz laienhaft gefragt, hat denn das vorhandene Strlevel
irgendeine praktische/technische Relevanz, oder mu hier einfach nur
ein phantasievoller Grenzwert aus dem Traumzauberland eingehalten
werden?

Ich wei, Dir hilft's nicht weiter, aber es hlfe, meine Vorurteile zu
besttigen.

MfG

Frank

Joerg
Guest

Sat Jan 12, 2019 5:45 pm   



On 2019-01-11 07:46, Michael S. wrote:
Quote:
Am 11.01.2019 um 00:02 schrieb Jan Conrads:
Hallo Michael,


Am 10.01.19 um 15:41 schrieb Michael S.:
Hallo HF-Experten,
wir machen hier schon Monate an der Entstörung eines kleinen
Bürstenmotors rum. Bis 800MHz wars kein Problem, darüber ist das ganze
allerdings nur noch Voodoo.

das ist allerdings schon heftig, was ist das genau für ein Motortyp, was
sagt der Hersteller denn dazu? Sollte ja eigentlich CE haben..

Der Hersteller ist Chinese, hat keine Ahnung von EMV und ist nur
Zulieferer für einen großen Automobilzulieferer, für den wir jetzt die
EMV-Problem lösen sollen.


Oh, das kenne ich. Mottah wid CE mahk, so we no ploblem :-)


Quote:
Habt ihr mal ermittelt, welcher Teil genau strahlt? Komplettschirmung
kommt nicht in Frage? Für Abstrahlung muß es ja immer zwei Pole geben..

Muss es? Lambda/2-Strahler sind einpolig.

Komplettschirmung kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.


"Gegenstoerung" geht auch nicht? Manchmal nutzt es, wenn man an einem
oder beiden Anschluessen je ein Stueck Draht mit anquetscht und dieses
zurueck ueber den Motor drapiert. Solange verbiegen, bis die Stoerungen
mit genug Marge unter dem Limit sind und dann die Montagevorschrift
erstellen. Auf gut Deutsch, die ungewollte Antenne in ihren
Abstrahleigenschaften weitgehend kaputtmachen. Fuer viele geht sowas
definitiv Richtung Voodoo und Schlangenoel, hat aber schon funktioniert.


Quote:

Die gemessene Kapazität liegt übrigens um die 200pF.

Das ist dem Frequenzbereich nahezu Kurzschluß..

Wenn es bei 1GHz noch 200pF sind und wenn sie gut angebunden sind.


Oder man macht die Kapazitaet deutlich kleiner und das ganze zusammen
mit den Anbindungen bei 800MHz serienresonant.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Joerg
Guest

Sat Jan 12, 2019 5:45 pm   



On 2019-01-11 07:41, Michael S. wrote:
Quote:
Am 10.01.2019 um 23:15 schrieb Joerg:
On 2019-01-10 08:40, Frank Scheffski wrote:

Schon an eine flexible "Leiterplatte" aus Kapton gedacht?


Wollte ich gerade schreiben ... zumal Michael das in einem Versuch ja
bereits erfolgreich durchgezogen hat. Inzwischen kann man Flex-Board
m.w. sogar bei einigen der chinesischen Schnellversender bekommen.

Denkbar waeren auch Flex-Boards mit 0603 Kondensator drauf oder, noch
besser, SMT-reversed, also Kontaktierung an den Breitseiten. Dies
koennte helfen:

Ein Breitseiten-Kondensator bringt nichts, wenn man den nicht
niederimpendant anbinden kann. Der Knackpunkt ist die niederimpedante
Anbindung an den Motorbecher. Das muss vibrationssicher, fertigbar,
temperaturfest, ... sein.


Das geht mit Flex-Board.


Quote:
https://cecas.clemson.edu/cvel/Reports/CVEL-10-019%20.pdf

Ein Foto waere an dieser Stelle sehr hilfreich. Nur den

https://media.rs-online.com/t_large/F2483716-01.jpg
Der Motor sieht so ähnlich aus, nur dass die Motorwelle zwischen den
Motoranschlüssen rausschaut. Wenn man zwischen Motoranschluss und
Motorbecher 0603 reinlötet, sind wir gut.
Also haben wir ne runde Leiterplatte unter den Deckel in den
Bürstenträger eingelegt, die einen 200pF-Leiterplattenkondensator
darstellt, und diese ringsum an mehreren Punkten mit dem Becher verbunden.
Nachdem wir nun die Anbindung an den Becher und die Pins nochmal
geändert haben, wurde es wieder deutlich besser. Hier machen 1-2mm
Anbindungsänderung gerne mal 10-20dB aus. Das ist richtig kacke. Denn
wenn der Konstrukteur das dann produzierbar nachbaut, hast Du diese 2mm
ganz schnell irgendwo wieder drin.


Das ist in der Tat uebel. Man muesste den 0603 Kondensator mit breitem
Flex Board an Becher und Kontakt anbringen. Auch muesste es 2-Layer sein
mit Ueberlappung unter dem Kondesantor durch.


Quote:
Kontaktierungsbereich, nichts vertrauliches von der Anlage. Man kann
z.B. gerade im 800MHz Bereich auch sehr viel mit Ferritperlen erreichen.

Da nicht die Motorleitungen strahlen sondern der Motorbecher bzw. die
Motorwelle bringt das leider absolut gar nichts.


Probiert? Der Motorbecher und die Welle werden nur dann zu einer
brauchbar abstrahlenden Antenne, wenn sie ein Gegengewicht in den
Anschlussdraehten finden und dieses verschlechtert man durch
Ferritperlen. Man braucht natuerlich eine Perle in jedem Anschlussdraht
und moeglichst nahe am Motor.


Quote:
Ferrit ist in dem Umfeld auch kritisch, da sehr korrosions- und
vibrationsempfindlich.


Die muss man mit RTV (eine Art temperaturfestes Silikon aus der
Kartusche) montieren, dann halten die normalerweise ewig.


Quote:
Meine ursprüngliche Frage ist ja bereits beantwortet. Auch mit FR4
bekommen wir gut Ergebnisse, wenn wir Kleinigkeiten ändern. Am Ziel sind
wir aber noch lange nicht.


Eine andere Methode, auch wenn das nicht die feine englische ist: Einen
bedrahteten Kondensator nehmen, aber mit weit weniger Kapazitaet. Das
ganze mit Hilfe eines Spectrum Analyzers so hindengeln, dass sich ein
Serienschwingkreis bildet, der bei 800MHz ein "Notch" verursacht. Die
Anschlussdraehte kombiniert stellen dabei die Induktivitaet dar. Ich
glaube, das heisst auf Deutsch Saugkreis. Dies erlaubt auch, die
Anschlussbeinchen so zu biegen, sodass Vibrationen abgefangen werden.
Kontaktieren ist wieder eine andere Sache. Vielleicht anpunkten. Das
muss von der Geometrie immer gleich bleiben in der Produktion, also z.B.
mit Halteschablonen arbeiten.

Wenn Ihr der Produzent dieses Motors seid oder genug Einfluss auf den
Hersteller habt, kann auch folgendes helfen: Eine gerollte Flex-Platine
von innen gegen die Motorhuelse und dann mit an den Kontakten auflegen.
Das koennte in der Produktion einfacher zu handhaben sein. Geht
natuerlich nicht, wenn innen zuviel an der Huelse haengt. U.U. reicht
aber Teilueberdeckung.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Rafael Deliano
Guest

Sun Jan 13, 2019 3:45 pm   



PCB-Kondensatoren waren nie populär:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/PCB-LC.pdf
PCB-Induktivitäten sind heute typisch noch
als RFID-Antennen gängig.

Entstörung von Motoren war in den 70er Jahren
ein gängiges Thema:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/emv.pdf
Bevor man danach per Elektronik neue wirksame
Störquellen erfunden hat.
Die Motor-Entstörungen waren LC-Filter. Ferrit
mit nur wenigen Windungen, weil Lichtbogen
breitbandig ist. Damals war nur UKW relevant,
da schlägt sich Ferrit gut.

Wie schon empfohlen wäre Metallisierung des
Plastikgehäuses ein Plan B den verstärkt prüfen
sollte.

Man kann natürlich ( vulgo Musk ) ab first
principles arbeiten: wenn der Hersteller den
Motor mit Bauteilen erweitert so daß die
Spule die Spannung für den Lichtbogen nichtmehr
erzeugen kann ( vgl Klemmdiode beim Relais )
sind die GHz weg und der Kontakt lebt wohl auch
länger.

MfG JRD

Michael S.
Guest

Sun Jan 13, 2019 6:45 pm   



Am 12.01.2019 um 17:22 schrieb Joerg:
Quote:
On 2019-01-11 07:41, Michael S. wrote:
Am 10.01.2019 um 23:15 schrieb Joerg:
On 2019-01-10 08:40, Frank Scheffski wrote:

Schon an eine flexible "Leiterplatte" aus Kapton gedacht?


Wollte ich gerade schreiben ... zumal Michael das in einem Versuch ja
bereits erfolgreich durchgezogen hat. Inzwischen kann man Flex-Board
m.w. sogar bei einigen der chinesischen Schnellversender bekommen.

Denkbar waeren auch Flex-Boards mit 0603 Kondensator drauf oder, noch
besser, SMT-reversed, also Kontaktierung an den Breitseiten. Dies
koennte helfen:

Ein Breitseiten-Kondensator bringt nichts, wenn man den nicht
niederimpendant anbinden kann. Der Knackpunkt ist die niederimpedante
Anbindung an den Motorbecher. Das muss vibrationssicher, fertigbar,
temperaturfest, ... sein.


Das geht mit Flex-Board.


Auch dann nicht. Da hat man dann halt 5mm Flexboard bis zum Motorbecher.
Auf dem gebogenen Flexboard kann man nichts vibrationssicher auflöten.

Quote:
Nachdem wir nun die Anbindung an den Becher und die Pins nochmal
geändert haben, wurde es wieder deutlich besser. Hier machen 1-2mm
Anbindungsänderung gerne mal 10-20dB aus. Das ist richtig kacke. Denn
wenn der Konstrukteur das dann produzierbar nachbaut, hast Du diese 2mm
ganz schnell irgendwo wieder drin.


Das ist in der Tat uebel. Man muesste den 0603 Kondensator mit breitem
Flex Board an Becher und Kontakt anbringen. Auch muesste es 2-Layer sein
mit Ueberlappung unter dem Kondesantor durch.


Kollege hat am Wochenende nun die Ursache gefunden. Die Chinesen haben
im Kunststoff-Spritzteil unseren PCB-Kondensator per Stichleitung an den
Motorpin angeschlossen. Da wundert das Ergebnis nicht. Richtigerweise
müsste der Motorstrom mindestens ein paar Millimeter über das PCB
fließen, also über die eine Platte des Kondensators. Also nochmal ne
Werkzeugänderung ...

Quote:
Ferrit ist in dem Umfeld auch kritisch, da sehr korrosions- und
vibrationsempfindlich.


Die muss man mit RTV (eine Art temperaturfestes Silikon aus der
Kartusche) montieren, dann halten die normalerweise ewig.


Nicht großserientauglich.

Quote:
Meine ursprüngliche Frage ist ja bereits beantwortet. Auch mit FR4
bekommen wir gut Ergebnisse, wenn wir Kleinigkeiten ändern. Am Ziel sind
wir aber noch lange nicht.


Eine andere Methode, auch wenn das nicht die feine englische ist: Einen
bedrahteten Kondensator nehmen, aber mit weit weniger Kapazitaet. Das
ganze mit Hilfe eines Spectrum Analyzers so hindengeln, dass sich ein
Serienschwingkreis bildet, der bei 800MHz ein "Notch" verursacht. Die
Anschlussdraehte kombiniert stellen dabei die Induktivitaet dar. Ich
glaube, das heisst auf Deutsch Saugkreis.


Bei schmalen Störern kann man sowas probieren. Bei Bürstenfeuer ist das
aussichtslos.

Michael

Joerg
Guest

Sun Jan 13, 2019 7:45 pm   



On 2019-01-13 09:31, Michael S. wrote:
Quote:
Am 12.01.2019 um 17:22 schrieb Joerg:
On 2019-01-11 07:41, Michael S. wrote:
Am 10.01.2019 um 23:15 schrieb Joerg:
On 2019-01-10 08:40, Frank Scheffski wrote:

Schon an eine flexible "Leiterplatte" aus Kapton gedacht?


Wollte ich gerade schreiben ... zumal Michael das in einem Versuch ja
bereits erfolgreich durchgezogen hat. Inzwischen kann man Flex-Board
m.w. sogar bei einigen der chinesischen Schnellversender bekommen.

Denkbar waeren auch Flex-Boards mit 0603 Kondensator drauf oder, noch
besser, SMT-reversed, also Kontaktierung an den Breitseiten. Dies
koennte helfen:

Ein Breitseiten-Kondensator bringt nichts, wenn man den nicht
niederimpendant anbinden kann. Der Knackpunkt ist die niederimpedante
Anbindung an den Motorbecher. Das muss vibrationssicher, fertigbar,
temperaturfest, ... sein.


Das geht mit Flex-Board.

Auch dann nicht. Da hat man dann halt 5mm Flexboard bis zum Motorbecher.
Auf dem gebogenen Flexboard kann man nichts vibrationssicher auflöten.


Doch, schon, man kann es vom Hersteller z.B. perforforieren und
vorknicken lassen. Die 5mm sind nicht so wild, wenn man sie breit und
kapazitiv zwischen den Lagen ueberlappen laesst.


Quote:
Nachdem wir nun die Anbindung an den Becher und die Pins nochmal
geändert haben, wurde es wieder deutlich besser. Hier machen 1-2mm
Anbindungsänderung gerne mal 10-20dB aus. Das ist richtig kacke. Denn
wenn der Konstrukteur das dann produzierbar nachbaut, hast Du diese 2mm
ganz schnell irgendwo wieder drin.


Das ist in der Tat uebel. Man muesste den 0603 Kondensator mit breitem
Flex Board an Becher und Kontakt anbringen. Auch muesste es 2-Layer
sein mit Ueberlappung unter dem Kondesantor durch.

Kollege hat am Wochenende nun die Ursache gefunden. Die Chinesen haben
im Kunststoff-Spritzteil unseren PCB-Kondensator per Stichleitung an den
Motorpin angeschlossen. Da wundert das Ergebnis nicht. Richtigerweise
müsste der Motorstrom mindestens ein paar Millimeter über das PCB
fließen, also über die eine Platte des Kondensators. Also nochmal ne
Werkzeugänderung ...


Oha. Eigenmaechtige Design-Abaenderung. Das hatte ich sogar mal auf
einer Leiterplatte. "Wir haben die GND Vias in der Mitte herausgenommen,
damit keine Ground Loop entsteht. Durfte vom Fertiger alles im
Eilauftrag (ohne Bezahlung natuerlich) neu gemacht werden.


Quote:
Ferrit ist in dem Umfeld auch kritisch, da sehr korrosions- und
vibrationsempfindlich.


Die muss man mit RTV (eine Art temperaturfestes Silikon aus der
Kartusche) montieren, dann halten die normalerweise ewig.

Nicht großserientauglich.


Es gibt schon automatisierte Spritzanlagen :-)


Quote:
Meine ursprüngliche Frage ist ja bereits beantwortet. Auch mit FR4
bekommen wir gut Ergebnisse, wenn wir Kleinigkeiten ändern. Am Ziel sind
wir aber noch lange nicht.


Eine andere Methode, auch wenn das nicht die feine englische ist:
Einen bedrahteten Kondensator nehmen, aber mit weit weniger
Kapazitaet. Das ganze mit Hilfe eines Spectrum Analyzers so
hindengeln, dass sich ein Serienschwingkreis bildet, der bei 800MHz
ein "Notch" verursacht. Die Anschlussdraehte kombiniert stellen dabei
die Induktivitaet dar. Ich glaube, das heisst auf Deutsch Saugkreis.

Bei schmalen Störern kann man sowas probieren. Bei Bürstenfeuer ist das
aussichtslos.


Probieren geht ueber Studieren. Hattest Du nicht 800MHz geschrieben?
Wenn es nicht nur 800MHz ist, sondern breitbandig, kann man es aber
vergessen.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Michael S.
Guest

Sun Jan 13, 2019 7:45 pm   



Am 13.01.2019 um 15:22 schrieb Rafael Deliano:
Quote:
PCB-Kondensatoren waren nie populär:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/PCB-LC.pdf
PCB-Induktivitäten sind heute typisch noch
als RFID-Antennen gängig.


Man kann sie halt extrem niederinduktiv aufbauen und ist bei der
Anbindung sehr flexibel. Der genaue Wert der Kapazität und der
Verlustfaktor ist in diesem Fall ja irrelevant. Wir brauchen eh ne
Leiterplatte, weil man mit der bisherigen Stanzgittertechnik einfach
nicht niederimpedant bauen kann. Die Bestückkosten kann ich mir aber
sparen, wenn ich den Kondensator schon mit der Leiterplatte darstellen kann.

Quote:
Entstörung von Motoren war in den 70er Jahren
ein gängiges Thema:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/emv.pdf


Bestimmt nicht im GHz-Bereich.

Quote:
Wie schon empfohlen wäre Metallisierung des
Plastikgehäuses ein Plan B den verstärkt prüfen
sollte.


Will man wohl nicht.

Quote:
Man kann natürlich ( vulgo Musk ) ab first
principles arbeiten: wenn der Hersteller den
Motor mit Bauteilen erweitert so daß die
Spule die Spannung für den Lichtbogen nichtmehr
erzeugen kann ( vgl Klemmdiode beim Relais )
sind die GHz weg und der Kontakt lebt wohl auch
länger.


Wird ja gemacht:
- Ringvaristor auf dem Anker, im hohen Frequenzbereich wirkt hier eher
die parasitäre Kapazität. Aber die können halt nicht die komplette in
der Motorinduktivität enthaltene Energie aufnehmen. Bürstenfeuer lässt
sich deshalb nicht verhindern sondern nur den hochfrequenten Anteil dämpfen.
- Cs an den Bürsten gegen Motorbecher.

Das Problem ist, dass beide Bauteile doch mehrere Millimeter von den
Bürsten weg sind und so im GHz-Bereich nicht mehr wirken. Insbesondere
die Bürsten haben ja diese Kupferanschlusslitze. Die muss immer eine
Mindestlänge haben.

Michael

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elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - HF-Eigenschaften FR4-Kondensator

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