Günther Frings
Guest
Mon Jan 25, 2010 1:27 pm
Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit diesen Kondensatornetzteilen. Dabei
verwirrt mich folgender Punkt: In den Ausführungen, die ich gesehen habe
wird ein Vollbrückengleichrichter verwendet. Warum? Nur, um L und N
vertauschen zu können? Immerhin ergibt meine- evtl. falsche- Rechnung,
dass wenn ich eine solche Schaltung direkt an L und N anschließe, immer
nur eine Halbwelle gerichtet wird. Bei meinem Verständnis der typ.
Hausinstallation liegt N als Bezugspunkt auf "Erde". L verläuft
sinusförmig zwischen ca. +325..-325V. Eine negative Halbwelle kommt, im
Gegensatz zur Transformatorschaltung, nur auf L herein und wird durch die
Vollbrücke unterdrückt.
Wenn dem wirklich so ist, dann ergibt sich doch, dass a) Bei einer
Festinstallation auf zwei Dioden verzichtet werden kann b) Der
Glättungskondensator ziemlich groß werden muss bzw. c) Die Rippelspannung
recht groß ist.
Ist das normal oder unterliege ich einem Denkfehler?
Grüße!
Uwe Hercksen
Guest
Mon Jan 25, 2010 1:36 pm
Günther Frings schrieb:
Quote:
Ist das normal oder unterliege ich einem Denkfehler?
Hallo,
Du machst etwas falsch, Vollwellenbrückengleichrichter funktionieren,
liefern 100 statt 50 Hz Brummpspannung und brauchen wirklich alle vier
Dioden. Vor kurzem hatte ich ein defektes 5 V Netzteil dessen Spannung
bei normaler Belastung unter 5 V absackte. Der Fehler lag weder im
Spannungsregler noch im Netztrafo, es war der Brückengleichrichter der
nur noch für eine Halbwelle funktionierte. Mit einem anderen
Gleichrichter geht wieder alles.
Bye
Günther Frings
Guest
Mon Jan 25, 2010 2:31 pm
Hallo,
Am Mon, 25 Jan 2010 13:36:47 +0100 schrieb Uwe Hercksen:
Quote:
Ist das normal oder unterliege ich einem Denkfehler?
Du machst etwas falsch, Vollwellenbrückengleichrichter funktionieren,
liefern 100 statt 50 Hz Brummpspannung und brauchen wirklich alle vier
Dioden.
Ja, jetzt habe ich es endlich durchschaut. Ich habe auf der Primärseite
ja das Bezugspotential N. Aus irgendeinem Grund habe ich bei meiner
Simulation angenommen, dass auf der Sekundärseite der negative Zweig
ebenfalls konstant und Bezugspotential ist. Das habe ich total übersehen.
Aber meine Ausgangsspannung ist ja nicht V(Vplus), sondern V(VPlus)-V
(Vminus). Damit sieht man dann auch alles. Gott sei dank ;-)
Grüße!
Jürgen Spelter
Guest
Mon Jan 25, 2010 2:34 pm
Hallo Günther,
"Günther Frings" <pseudotetrade007_at_web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7s5h2fF8snU1_at_mid.dfncis.de...
Quote:
Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit diesen Kondensatornetzteilen.
Neues Patent? I:)
Ich kenne die noch nicht, obwohl in allen meinen Netzteilen natürlich auch
Kondensatoren verbaut wurden. Aber auch Dioden usw. deshalb heißen die noch
lange nicht Diodennetzteile....
Quote:
Dabei
verwirrt mich folgender Punkt: In den Ausführungen, die ich gesehen habe
wird ein Vollbrückengleichrichter verwendet. Warum? Nur, um L und N
vertauschen zu können?
Nein, der Brückengleichrichter wird benötigt, um beide Halbwellen der
Wechselspannung zu nutzen.
Immerhin ergibt meine- evtl. falsche- Rechnung,
Was denn für eine "Rechnung"?
Quote:
dass wenn ich eine solche Schaltung direkt an L und N anschließe, immer
nur eine Halbwelle gerichtet wird.
Falsch, wenn L und N angeschlossen werden, werden beide Halbwellen genutzt
Quote:
Bei meinem Verständnis der typ.
Hausinstallation liegt N als Bezugspunkt auf "Erde". L verläuft
sinusförmig zwischen ca. +325..-325V. Eine negative Halbwelle kommt, im
Gegensatz zur Transformatorschaltung, nur auf L herein und wird durch die
Vollbrücke unterdrückt.
Fehlinterpretation, zwischen L und N liegt eine Wechselspannung von 230 V,
mit Scheitelwerten bei +325 V und - 325 V. Üblicherweise (TN-Netz) ist der N
mit Erde verbunden, das juckt den Gleichrichter aber gar nicht. Beide
Halbwellen werden genutzt, die negative Halbwelle wird "nach oben geklappt".
Quote:
Wenn dem wirklich so ist, dann ergibt sich doch, dass a) Bei einer
Festinstallation auf zwei Dioden verzichtet werden kann
keinesfalls
Quote:
b) Der
Glättungskondensator ziemlich groß werden muss bzw.
Nein, da beide Halbwellen genutzt werden, kann er "klein" sein.
Quote:
c) Die Rippelspannung
recht groß ist.
Nein, die Brummspannung ist kleiner als bei der Nutzung nur einer Halbwelle.
Quote:
Ist das normal oder unterliege ich einem Denkfehler?
Jo!
Quote:
Grüße!
Jürgen Spelter
Guest
Mon Jan 25, 2010 2:49 pm
Hallo Günther,
"Günther Frings" <pseudotetrade007_at_web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7s5kp0F8snU2_at_mid.dfncis.de...
Quote:
Hallo,
Am Mon, 25 Jan 2010 13:36:47 +0100 schrieb Uwe Hercksen:
Ist das normal oder unterliege ich einem Denkfehler?
Du machst etwas falsch, Vollwellenbrückengleichrichter funktionieren,
liefern 100 statt 50 Hz Brummpspannung und brauchen wirklich alle vier
Dioden.
Ja, jetzt habe ich es endlich durchschaut. Ich habe auf der Primärseite
ja das Bezugspotential N.
1. Was ist Primärseite, was ist Sekundärseite? Die Begriffe kommen vom
Transformator, den meinst Du aber offensichtlich nicht.
2. Bezugspotential ist eine willkürliche Festlegung in einem Gerät oder
einer Meßumgebung. Einer der Punkte der Schaltung wird als Bezugspotential
festgelegt, dann werden alle Spannungen als Potentiale gegen genau diesen
Punkt gemessen. Es reicht also zu sagen: U(MP4) = xxx V. Ohne
Bezugspotential müßte die Angabe ssein: U(MP4)gegen(MP3) = xxx V. Außerdem
kann bei der Festlegung eines Bezugspunktes eine Anschluß des Voltmeters
immer mit diesem verbunden bleiben.
Quote:
Aus irgendeinem Grund habe ich bei meiner
Simulation angenommen, dass auf der Sekundärseite der negative Zweig
ebenfalls konstant und Bezugspotential ist. Das habe ich total übersehen.
Aber meine Ausgangsspannung ist ja nicht V(Vplus), sondern V(VPlus)-V
(Vminus). Damit sieht man dann auch alles. Gott sei dank
Nee, Nee, Nee,
Bezugspunkt ist Bezugspunkt, pro Gerät und/oder Meßeinrichtung gibt es den
nur einmal. Bezugspunkt auf der Wechselstromseite des Gleichrichters ist bei
Dir der N, auf der Gleichstromseite ist der Minuspol der Bezugspunkt. Jetzt
haste 2 davon, viel Spaß beim (hoffentlich nur gedanklichen) Verbinden.
In einem Schaltnetzteil muß noch nicht einmal einer Deiner Punkte der
Bezugspunkt sein, dafür wählt man gerne einen Punkt hinter dem Übertrager...
Und, V(VPlus)-V(Vminus) ist bei mir Null.
Quote:
Grüße!
Michael Rübig
Guest
Mon Jan 25, 2010 3:28 pm
Am 25.01.2010 14:34, schrieb Jürgen Spelter:
Quote:
Hallo Günther,
"Günther Frings"<pseudotetrade007_at_web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7s5h2fF8snU1_at_mid.dfncis.de...
Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit diesen Kondensatornetzteilen.
Neues Patent? I:)
Ich kenne die noch nicht, obwohl in allen meinen Netzteilen natürlich auch
Kondensatoren verbaut wurden. Aber auch Dioden usw. deshalb heißen die noch
lange nicht Diodennetzteile....
http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatornetzteil
Dann lies Dich mal ein. Ist in fast allen billigen 230V-LED-Lampen drin,
außerdem in Master-Slave-Steckdosenleisten und vermutlich auch in
anderem isolierten Kleinleistungskram.
Vorteil: Sehr billig und in manchen Anwendungen extrem effizient (LEDs),
in anderen Anwendungen dagegen extrem ineffizient.
Michael
Jürgen Spelter
Guest
Mon Jan 25, 2010 3:37 pm
Quote:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatornetzteil
Dann lies Dich mal ein. Ist in fast allen billigen 230V-LED-Lampen drin,
außerdem in Master-Slave-Steckdosenleisten und vermutlich auch in anderem
isolierten Kleinleistungskram.
Vorteil: Sehr billig und in manchen Anwendungen extrem effizient (LEDs),
in anderen Anwendungen dagegen extrem ineffizient.
Michael
Ja, schon OK, aber der Titel "Netzteil" ist ja da schon etwas übertrieben.
Bei mir läuft das unter "Vorschaltkondensator", auch wenn ein Gleichrichter
dahinter ist.
Jürgen