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"Maxims of Signal Processing"

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - "Maxims of Signal Processing"

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Rafael Deliano
Guest

Sun Jul 25, 2010 8:35 am   



1. Everything is equivalent to everything else,
once you finally understand it.
2. If one technique is superior to another, it is due to
a longer integration time (more averaging).
3. Exciting new results are usually due to artifacts in
the processing.
4. With enough processing, it is no longer necessary to
have any input data.
5. Scale factors are never right on the first try.

Stammt wohl aus der Dissertation von Julius O. Smith III,
Stanford 1983. Auch längere Zeit auf seiner
homepage dort. Aber jetzt wohl nichtmehr, da solche
Einsichten in Matlab-Engineering nicht karrierefördernd
sind.

IEEE hat längliche Interviews über Leben und Werk bekannter
DSPler, teilweise auch aus Europa/Japan:
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Hans_Wilhelm_Schuessler
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Alfred_Fettweis
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Maurice_Bellanger
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Fumitada_Itakura

Vereinzelt auch aus Industrie:
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Stanley_A._White

Aber die meisten sind natürlich Bell Labs / Hochschulen:
http://www.ieeeghn.org/wikitest/index.php/Oral-History:Lawrence_Rabiner
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Ben_Gold
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Charles_Rader

MfG JRD

David Kastrup
Guest

Sun Jul 25, 2010 9:42 am   



Rafael Deliano <Rafael_DelianoENTFERNEN_at_t-online.de> writes:

Quote:
1. Everything is equivalent to everything else,
once you finally understand it.
2. If one technique is superior to another, it is due to
a longer integration time (more averaging).
3. Exciting new results are usually due to artifacts in
the processing.
4. With enough processing, it is no longer necessary to
have any input data.
5. Scale factors are never right on the first try.

Stammt wohl aus der Dissertation von Julius O. Smith III,
Stanford 1983. Auch längere Zeit auf seiner
homepage dort. Aber jetzt wohl nichtmehr, da solche
Einsichten in Matlab-Engineering nicht karrierefördernd
sind.

Bin gerade dabei, etwas im Bereich Frequenzanalyse aufzubauen. Punkt 1
schlägt zu: da das Design eines IIR zweiten Grades für meine
Resonanzfilter etwas kompliziert ist, nutze ich stattdessen eine
kontinuierliche DFT mit exponentiell fallendem Fenster und gleitendem
Nullpunkt. Das ist dann komplex, aber nicht kompliziert. Ist aber ein
letztlich doch ein IIR zweiten Grades. Wie es generell auch in der
Theorie die Dinge meist drastisch vereinfacht, einen analytischen
Imaginärteil am Anfang der Rechnung dazuzunehmen und am Ende wieder
wegzuwerfen.

Punkt 2 auch, etwas diffiziler: statt "longer integration time" zählt
eher "longer effective integration time". Mit exponentiell fallenden
Fenstern sind meine Integrationszeiten ja prinzipiell unendlich; wichtig
ist aber, wieviel ein Sample maximal beitragen kann. Kann sein, daß ich
letztlich doch mit anderen Fenstern arbeiten muß. Wird man sehen.

Mein Diplom zum Thema Störgeräuschreduktion habe ich 1995 gemacht und
seitdem in dem Bereich nichts mehr. Also habe ich mich erst einmal
wieder über den Stand der Technik informieren müssen, aktuelle Paper
lesen etc etc. Mein Erklärungsnotstand wegen meines Kenntnisrückstands
ging dann zurück, nachdem ich feststellte, daß die Forschung in diesem
Bereich seitdem auch nichts mehr gemacht hat außer dieselben Paper zu
produzieren. Und zwar teilweise nach Jahrzehnten immer noch ohne
geschlossene Lösungen, obwohl da zumindest irgendwelche Terme
hypergeometrischen Funktionen herauskommen sollten. Da muß man dann
halt als E-Techniker mal die Wichsvorlage an Mathematiker weiterreichen,
die dann daraus etwas kochen, was wiederum die Numeriker zu etwas
weiterkochen, was schnell zu berechnen ist. Klar, man kann da auch
iterativ/statistisch irgendwelche Lookuptabellen mit ausreichender
Genauigkeit in ein paar Tagen Rechenzeit bestimmen, die allemal genauer
als die Modellbildung sind. Aber Herrschaftszeiten: wenn man in
dutzenden von Jahren sonst nichts zu tun hat, obwohl man dafür bezahlt
wird, kann man wenigstens _irgendeinen_ Erkenntnisfortschritt, egal wie
nebensächlich, betreiben.

Jetzt kann ich auf die potentielle Frage "warum soll ich denn nicht
statt Ihnen jemandem mit aktuellem Wissensstand einstellen" ruhig mit
"Weil ich wenigstens weiß, daß ich in den letzten 15 Jahren nichts in
diesem Bereich getan habe" antworten.

--
David Kastrup

Rafael Deliano
Guest

Sun Jul 25, 2010 11:11 am   



Quote:
kontinuierliche DFT

Wird wohl ca. sowas sein:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/sala.pdf

Quote:
die potentielle Frage "warum soll ich denn nicht
statt Ihnen jemandem mit aktuellem Wissensstand einstellen"

Problem für Studenten, Dokoranden usw. ist, daß die Zahl
der akademischen Publikationen munter gestiegen ist. Bestenfalls
ein Professor der über Jahrzehnte in einem sehr engen Bereich
arbeitete kann da noch Überblick haben.
Ferner publiziert die Industrie selber überhaupt nichtmehr,
solide Fachzeitschriften sind ja den Bach runtergegangen. Oder
bestenfalls ziemlich kryptisch als Patent.
Bis in die 70er Jahre gab es zwischen beiden Bereichen eine
Überschneidung weil Großfirmen Zentrallabors unterhielten die
einerseits z.B. in IEEE-Zeitschriften publizierten, soweit
sie nicht ohnehin wie Bell Labs ihre eigenen Publikationsorgane
hatte. Andererseits aber auch in Patenten tätig waren, weil die
Forschung ja letztlich kommerziellen Erfolg bringen sollte.
Damals wurden in der Literatur noch vereinzelt Patente zitiert.
Den "aktuellen Wissensstand" wird kein Student mitbringen.

MfG JRD

David Kastrup
Guest

Sun Jul 25, 2010 11:31 am   



Rafael Deliano <Rafael_DelianoENTFERNEN_at_t-online.de> writes:

Quote:
kontinuierliche DFT

Wird wohl ca. sowas sein:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/sala.pdf

Nö, aber ich habe im Zusammenhang mit Forthprozessoren auch schon mal
was in der Art dessen gelesen, was ich da in dieser Stufe meiner
Verarbeitung treibe. Ich vermute deswegen, daß Deine Erinnerung mehr
taugt als Deine Suchkunst.

--
David Kastrup

Joerg
Guest

Sun Jul 25, 2010 3:41 pm   



Rafael Deliano wrote:
Quote:
kontinuierliche DFT

Wird wohl ca. sowas sein:
http://www.embeddedFORTH.de/temp/sala.pdf

die potentielle Frage "warum soll ich denn nicht
statt Ihnen jemandem mit aktuellem Wissensstand einstellen"

Problem für Studenten, Dokoranden usw. ist, daß die Zahl
der akademischen Publikationen munter gestiegen ist. Bestenfalls
ein Professor der über Jahrzehnte in einem sehr engen Bereich
arbeitete kann da noch Überblick haben.
Ferner publiziert die Industrie selber überhaupt nichtmehr, ...


Haeh? Es gibt App Notes denen hochwissenschaftliche Publikationen kaum
das Wasser reichen koennen, jedenfalls nicht was die Umsetzbarkeit in
die Praxis angeht und darauf laeuft alles Engineering am Ende raus.

Wobei allerdings auch dort wie in Zeitschriften die Duennbrettbohrerei
zunimmt, nach dem Motto, lieber Masse statt Klasse.


Quote:
solide Fachzeitschriften sind ja den Bach runtergegangen. Oder
bestenfalls ziemlich kryptisch als Patent.
Bis in die 70er Jahre gab es zwischen beiden Bereichen eine
Überschneidung weil Großfirmen Zentrallabors unterhielten die
einerseits z.B. in IEEE-Zeitschriften publizierten, soweit
sie nicht ohnehin wie Bell Labs ihre eigenen Publikationsorgane
hatte. Andererseits aber auch in Patenten tätig waren, weil die
Forschung ja letztlich kommerziellen Erfolg bringen sollte.
Damals wurden in der Literatur noch vereinzelt Patente zitiert.
Den "aktuellen Wissensstand" wird kein Student mitbringen.


Da ist was dran, leider. Labors wie Bell Labs sind einfach finanziell
nicht mehr zu machen.

--
Gruesse, Joerg

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Klaus Butzmann
Guest

Sun Jul 25, 2010 3:52 pm   



Am 25.07.2010 16:41, schrieb Joerg:

Quote:
Haeh? Es gibt App Notes denen hochwissenschaftliche Publikationen kaum
das Wasser reichen koennen, jedenfalls nicht was die Umsetzbarkeit in
die Praxis angeht und darauf laeuft alles Engineering am Ende raus.
Aber auch deren "Gehalt" sinkt, wie war das mit Bob Pease?


Quote:
Wobei allerdings auch dort wie in Zeitschriften die Duennbrettbohrerei
zunimmt, nach dem Motto, lieber Masse statt Klasse.
Resultat sogenannter PPPs - PowerPointProfessoren und daraus PPBs -

PowerPointBachelors,
die Studenten / Arbeitnehmer sind letztendlich Objekte des Zeitgeists...

"in die Tiefe gehen" ist aber sowieso out, die Rendite muss spätestens
im nächsten Quartal in der Kasse sein.



Butzo

Joerg
Guest

Sun Jul 25, 2010 5:21 pm   



Klaus Butzmann wrote:
Quote:
Am 25.07.2010 16:41, schrieb Joerg:

Haeh? Es gibt App Notes denen hochwissenschaftliche Publikationen kaum
das Wasser reichen koennen, jedenfalls nicht was die Umsetzbarkeit in
die Praxis angeht und darauf laeuft alles Engineering am Ende raus.
Aber auch deren "Gehalt" sinkt, wie war das mit Bob Pease?


Ok, irgendwann muessen wir auch mal Leute in den verdienten Ruhestand
gehen lassen :-)


Quote:
Wobei allerdings auch dort wie in Zeitschriften die Duennbrettbohrerei
zunimmt, nach dem Motto, lieber Masse statt Klasse.
Resultat sogenannter PPPs - PowerPointProfessoren und daraus PPBs -
PowerPointBachelors,
die Studenten / Arbeitnehmer sind letztendlich Objekte des Zeitgeists...


Diese ganze Woche war ich unterwegs, eine IC Design Schmiede nach der
anderen besucht um die beste fuer ein Projekt auszusuchen. Ich war recht
begeistert was die Ingenieure dort so drauf hatten. Die PowerPoint Chose
war von beiden Seiten insgesamt in einer halben Stunde abgegessen. Der
technische Teil der Diskussionen lag bei gut 80%, kniffliges HV-Design,
und es kam nicht einmal vor dass sie sagten "We'll have to think about
that and will get back to you". Der Ingenieur mit dem ich reiste ist
hartgesottener RF Chip-Designer und ich habe einige HV-Projekte hinter
mir, also fast alles Fragen die an die Grenzen der verfuegbaren Prozesse
gehen. Da wo es von der Foundry praktisch keine Modelle fuer gibt.

Allerdings waren fast alle Ingenieure bei diesen ueber 40, teilweise gut
drueber.

In San Francisco gibt es eine Kneipe "Zeitgeist", haben wir aber nicht
bis da oben geschafft. Dafuer in Mountain View einen kernigen Irish Pub
gefunden. Und haben als Mietwagen einen Mustang ergattert. Juchheissa!


Quote:
"in die Tiefe gehen" ist aber sowieso out, die Rendite muss spätestens
im nächsten Quartal in der Kasse sein.


Bei IC-Designs aber nicht, das funzt sonst hinterher nicht :-)

--
Gruesse, Joerg

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Rafael Deliano
Guest

Sun Jul 25, 2010 5:26 pm   



Quote:
Haeh? Es gibt App Notes

Gibts nur für Hardware, insbesondere ICs, weil es
da ein funktionierendes Geschäftsmodell gibt knowhow des
Herstellers halbwegs kopiersicher in ICs abzufüllen. Der
Anwendungsentwickler schustert anhand Datenblatt und
ApplicationNote sein Produkt zusammen und kauft dann
das IC für Serie.
Das funktioniert in Software so nicht, da kann man
fertige building blocks nicht billig, kleinteilig,
praxistauglich, dokumentiert als "Software-IC" kaufen.
Zudem erklärt eine ApplicationNote ja nur "wie kann ich
das Trivialproblem mit einem 5 EUR OP von Maxim lösen".
Nicht wie man es mit LM385 oder einem Transistor macht.

Quote:
Labors wie Bell Labs sind einfach finanziell nicht mehr zu machen.

Bell hatte den Vorteil staatlicher Monopolist zu sein. War
hochprofitabel und hatte keinen wirtschaftlichen Nachteil durch
Publikationen. Es wird ja auch publiziert um für Wissenschaftler
attraktiv zu sein. Da es bei Bell Labs nicht an Nobelpreisträgern
mangelte dürfte die Rechnung aufgegangen sein.

MfG JRD

Joerg
Guest

Sun Jul 25, 2010 5:45 pm   



Rafael Deliano wrote:
Quote:
Haeh? Es gibt App Notes

Gibts nur für Hardware, insbesondere ICs, weil es
da ein funktionierendes Geschäftsmodell gibt knowhow des
Herstellers halbwegs kopiersicher in ICs abzufüllen. Der
Anwendungsentwickler schustert anhand Datenblatt und
ApplicationNote sein Produkt zusammen und kauft dann
das IC für Serie.
Das funktioniert in Software so nicht, da kann man
fertige building blocks nicht billig, kleinteilig,
praxistauglich, dokumentiert als "Software-IC" kaufen.


Doch, es geht. Firmen wie National Instruments und Azeotech leben davon,
und das recht auskoemmlich.


Quote:
Zudem erklärt eine ApplicationNote ja nur "wie kann ich
das Trivialproblem mit einem 5 EUR OP von Maxim lösen".
Nicht wie man es mit LM385 oder einem Transistor macht.


Sehe ich nicht in allen Faellen so. Zum Beispiel kannst Du aus App Notes
fuer Schaltregler IC eine Menge Grundlagenwissen erlernen welches
Hochschulen nicht vermitteln. Das ist dann quer Beet anwendbar, nicht
nur fuer den speziellen Chip der in der App Note empfohlen wird. Frueher
hat sich Unitrode (jetzt zu TI gehoerend) exzellent in diesem Metier
hervorgetan, heutzutage ist es Linear Technology.

Das gleiche gilt fuer Micro Controller, FPGA, CPLD und so weiter.


Quote:
Labors wie Bell Labs sind einfach finanziell nicht mehr zu machen.

Bell hatte den Vorteil staatlicher Monopolist zu sein. ...


Vorteil? Da muss man sich nach Kosten/Nutzen fragen, denn solche
staatlich sanktionierten Monopole werden von der Bevoelkerung suendhaft
teuer bezahlt. In diesem Fall mit hohen Telefonkosten. An die
schmerzhaften >2DM/Minute nach USA die ich frueher als Ingenieurbuero in
Deutschland abdruecken mussten kam es zwar nicht ran, aber wenn diese
Monopole nicht zerlegt worden waeren koennte ich dies hier garantiert
nicht ueber eine Internetverbindung schreiben, die mich $28/Monat
kostet. Ich bin wahrlich kein Freund solcher Monopole, denn die fuehren
zwangsweise zu Standortnachteilen.


Quote:
... War
hochprofitabel und hatte keinen wirtschaftlichen Nachteil durch
Publikationen. Es wird ja auch publiziert um für Wissenschaftler
attraktiv zu sein. Da es bei Bell Labs nicht an Nobelpreisträgern
mangelte dürfte die Rechnung aufgegangen sein.


Hast schon recht, dass es in der Grundlagenforschung ohne solche
Schmieden hapert. Teilweise wird das dann aber von echten (privaten)
Firmen uebernommen. Sonst wuerde es ja kein Silicon Valley geben :-)

IMHO sind kleine und Kleinstfirmen die wahren Leistungstraeger einer
Gesellschaft. Nur dass das Politiker gewisser Couleur nicht verstehen :-(

--
Gruesse, Joerg

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kai-martin knaak
Guest

Sun Jul 25, 2010 7:49 pm   



Joerg wrote:

Quote:
Doch, es geht. Firmen wie National Instruments und Azeotech leben davon,
und das recht auskoemmlich.

Azeotech kenne ich nicht. Aber die HArdwarepreise von National-Instruments
mchen mir den Eindruck, dass dort und nicht bei den Lab-view-Lizenzen der
Gewinn eingefahren wird.

---<)kaimartin(>---
--
Kai-Martin Knaak
Öffentlicher PGP-Schlüssel:
http://pgp.mit.edu:11371/pks/lookup?op=get&search=0x6C0B9F53

Joerg
Guest

Sun Jul 25, 2010 9:03 pm   



kai-martin knaak wrote:
Quote:
Joerg wrote:

Doch, es geht. Firmen wie National Instruments und Azeotech leben davon,
und das recht auskoemmlich.

Azeotech kenne ich nicht. Aber die HArdwarepreise von National-Instruments
mchen mir den Eindruck, dass dort und nicht bei den Lab-view-Lizenzen der
Gewinn eingefahren wird.


Nun ja, die Developer Suite kostet laessig ueber $8k. Nicht gerade ein
Pappenstiel :-)

Nicht mit den Uni-Preisen vergleichen, die betragen wie ueblich nur
einen Bruchteil.

--
Gruesse, Joerg

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Rolf Bombach
Guest

Sun Jul 25, 2010 9:18 pm   



Rafael Deliano schrieb:

Quote:
Zudem erklärt eine ApplicationNote ja nur "wie kann ich
das Trivialproblem mit einem 5 EUR OP von Maxim lösen".
Nicht wie man es mit LM385 oder einem Transistor macht.

LM358? *duck*. Ja, ich weiss, mit dieser Einstellung werde ich
nie einen neuen Job kriegen. Ein solches dieser HR-Genies meinte
neulich, ältere Semester wären wenig flexibel und creativ und
arbeiteten langsam. Das läge daran, dass diese Leute noch dahin-
gehend konditioniert wurden, alle Aufgaben möglichst fehlerfrei zu
lösen. Wie Jörg schon feststellte, heute gilt Masse statt Klasse,
wo diese hui-pfui Lösungen hinführen, steht täglich in der Zeitung.
Trauriger Rekord an diesem Wochenende wieder. Lerneffekt=0.

--
mfg Rolf Bombach

Joerg
Guest

Sun Jul 25, 2010 9:28 pm   



Rolf Bombach wrote:
Quote:
Rafael Deliano schrieb:

Zudem erklärt eine ApplicationNote ja nur "wie kann ich
das Trivialproblem mit einem 5 EUR OP von Maxim lösen".
Nicht wie man es mit LM385 oder einem Transistor macht.

LM358? *duck*. Ja, ich weiss, mit dieser Einstellung werde ich
nie einen neuen Job kriegen. Ein solches dieser HR-Genies meinte
neulich, ältere Semester wären wenig flexibel und creativ und
arbeiteten langsam. ...


Dieses HR-Genie gehoert entlassen, es hat naemlich keine Ahnung worauf
es im Engineering wirklich ankommt. Selbst Sales kann man im
Halbleiterbereich ohne Erfahrung total vergessen, da hoert dann
irgendwann niemand mehr zu. Firmen wie Linear Technology haben das
verstanden, andere nicht. Die jeweiligen Ergebnisse sind ueber einen
Boersendienst nachzulesen.


Quote:
... Das läge daran, dass diese Leute noch dahin-
gehend konditioniert wurden, alle Aufgaben möglichst fehlerfrei zu
lösen. Wie Jörg schon feststellte, heute gilt Masse statt Klasse,
wo diese hui-pfui Lösungen hinführen, steht täglich in der Zeitung.
Trauriger Rekord an diesem Wochenende wieder. Lerneffekt=0.


Nicht so ganz, jedenfalls nicht hier. Das Durchschnittsalter der Leute
die ich diese Woche bei technischen Meetings kennenlernte lag weit ueber
40. Und es waren mindestens zwei Dutzend. Wenn ich mich so bei meinen
Kunden umsehe ist die Alterstruktur dort aehnlich.

Es ist nie zu spaet. Als ich auswanderte ging ich auch schon stramm auf
die 40 zu.

--
Gruesse, Joerg

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Rolf Bombach
Guest

Sun Jul 25, 2010 9:31 pm   



Joerg schrieb:
Quote:
Rafael Deliano wrote:

Bell hatte den Vorteil staatlicher Monopolist zu sein. ...

Vorteil? Da muss man sich nach Kosten/Nutzen fragen, denn solche
staatlich sanktionierten Monopole werden von der Bevoelkerung suendhaft
teuer bezahlt. In diesem Fall mit hohen Telefonkosten. An die
schmerzhaften>2DM/Minute nach USA die ich frueher als Ingenieurbuero in
Deutschland abdruecken mussten kam es zwar nicht ran, aber wenn diese
Monopole nicht zerlegt worden waeren koennte ich dies hier garantiert
nicht ueber eine Internetverbindung schreiben, die mich $28/Monat
kostet. Ich bin wahrlich kein Freund solcher Monopole, denn die fuehren
zwangsweise zu Standortnachteilen.

Ein Vorteil war die so finanzierte Grundlagenforschung. Die
Bevölkerung hat halt Telefongebühren bezahlt und nicht zusätzliche
Steuern. Und es ist enorm viel rausgekommen. Diffusionsprozess,
Oxidmaske, Gasphasenepitaxie uvw., so ziemlich alles Wichtige
für moderne Elektronik kommt von BTL.
Quote:
... War
hochprofitabel und hatte keinen wirtschaftlichen Nachteil durch
Publikationen. Es wird ja auch publiziert um für Wissenschaftler
attraktiv zu sein. Da es bei Bell Labs nicht an Nobelpreisträgern
mangelte dürfte die Rechnung aufgegangen sein.


Hast schon recht, dass es in der Grundlagenforschung ohne solche
Schmieden hapert. Teilweise wird das dann aber von echten (privaten)
Firmen uebernommen. Sonst wuerde es ja kein Silicon Valley geben Smile

Wer macht denn noch wesentliche Grundlagenforschung auf diesem Gebiet?
Universitäten hinken da IMHO im Allgemenen nach. Firmen? Vielleicht,
man hört halt nix mehr. Militär? Hört man natürlich noch weniger.
Früher hatten RCA, Fairchild usw. enorme Fortschritte erwirkt, was
machen solche Firmen, falls es sie überhaupt noch gibt, da wirklich
in der Forschung?

--
mfg Rolf Bombach

Joerg
Guest

Sun Jul 25, 2010 9:53 pm   



Rolf Bombach wrote:
Quote:
Joerg schrieb:
Rafael Deliano wrote:

Bell hatte den Vorteil staatlicher Monopolist zu sein. ...

Vorteil? Da muss man sich nach Kosten/Nutzen fragen, denn solche
staatlich sanktionierten Monopole werden von der Bevoelkerung suendhaft
teuer bezahlt. In diesem Fall mit hohen Telefonkosten. An die
schmerzhaften>2DM/Minute nach USA die ich frueher als Ingenieurbuero in
Deutschland abdruecken mussten kam es zwar nicht ran, aber wenn diese
Monopole nicht zerlegt worden waeren koennte ich dies hier garantiert
nicht ueber eine Internetverbindung schreiben, die mich $28/Monat
kostet. Ich bin wahrlich kein Freund solcher Monopole, denn die fuehren
zwangsweise zu Standortnachteilen.

Ein Vorteil war die so finanzierte Grundlagenforschung. Die
Bevölkerung hat halt Telefongebühren bezahlt und nicht zusätzliche
Steuern. Und es ist enorm viel rausgekommen. Diffusionsprozess,
Oxidmaske, Gasphasenepitaxie uvw., so ziemlich alles Wichtige
für moderne Elektronik kommt von BTL.


Ob Steuern oder Gebuehren ist am Ende Pott wie Deckel. Ein Unternehmer
sieht sich die Gesamtheit der Kosten fuer jeden in Frage kommenden
Standort an. Die bekommt er gegen satt Geld von darauf spezialisierten
Unternehmen. Danach wird eine Entscheidung getroffen. War oefter bei
sowas dabei, das geht ruck zuck.

Manchmal kann man solche Kosten umschiffen, wir hatten z.B. den
Einwahlknoten einer amerikanischen Telefongesellschaft in Frankfurt benutzt.

Quote:
... War
hochprofitabel und hatte keinen wirtschaftlichen Nachteil durch
Publikationen. Es wird ja auch publiziert um für Wissenschaftler
attraktiv zu sein. Da es bei Bell Labs nicht an Nobelpreisträgern
mangelte dürfte die Rechnung aufgegangen sein.


Hast schon recht, dass es in der Grundlagenforschung ohne solche
Schmieden hapert. Teilweise wird das dann aber von echten (privaten)
Firmen uebernommen. Sonst wuerde es ja kein Silicon Valley geben :-)

Wer macht denn noch wesentliche Grundlagenforschung auf diesem Gebiet?
Universitäten hinken da IMHO im Allgemenen nach. Firmen? Vielleicht,
man hört halt nix mehr. Militär? Hört man natürlich noch weniger.
Früher hatten RCA, Fairchild usw. enorme Fortschritte erwirkt, was
machen solche Firmen, falls es sie überhaupt noch gibt, da wirklich
in der Forschung?


Ok, hier darf ich jetzt nicht weiter was unsere Projekte angeht. Aber
soviel kann ich sagen: Der Fortschritt ist enorm und er wird erarbeitet
in Zusammenarbeit zwischen (kleinen) IC Design Haeusern und Foundries.
Die akademische Welt weiss nicht allzuviel davon, weil wenig
veroeffentlicht wird und sich Akademiker oft nur ueber peer-reviewed
Papers oder auf Tagungen erkundigen. Verstehe das bitte nicht als
Frotzeln gegen Akademiker, ich hab's einfach mal so ohne Werting in den
Raum gestellt.

Es sind nicht mehr die klingenden Namen der alten Gardefirmen. Die
wahren Leistungstraeger sind kleinere Firmen. Die Ergebnisse bleiben
jedoch oft als IP in diesen Firmen. Man hat nur als zahlender Kunde
Zugang, und das kann u.U. einige Jahre so bleiben bis etwas
veroeffentlicht wird oder die emntsprechenden Models im Repertoire der
Foundries angeboten werden (zu denen es allerdings auch wiederum nur
gegen NDA und bei gewissem Ruf Zugang gibt). Ist natuerlich nicht mehr
so einfach wie frueher, aber erfahrene Ingenieure wissen welche Firmen
das sind und wenden sich direkt an selbige. Auch das ist ein Grund warum
es ein grosser Fehler ist aeltere Semester abzuschieben.

Sieh es mal so: Waere der Fortschritt tatsaechlich zum Erliegen gekommen
dann koennte es Sachen wie Internet-faehige klitzekleine Handys mit
klitzekleinen Batterien und tagelangen Laufzeiten gar nicht geben. Das
wird alles von einer relativ kleinen Gruppe Leuten entwickelt. Mit einem
davon war ich die vergangene Woche unterwegs :-)

--
Gruesse, Joerg

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