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Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 1:40 pm
Moin!
Ein Modul mit 30W Verlustleistung und 70mm x 100mm Grundfläche soll über
ein Lüfteraggregat mit 0,15K/W (Fischer Elektronik LAV9150) gekühlt
werden. Da dicke Laserdioden drin sind, möchte ich die Temperatur
zugunsten der Lebensdauer so niedrig wie möglich halten. Beide Flächen
sind plangefräst, aber ein bisschen lässt sich der Wärmeübergang sicher
noch optimieren.
Hab mir bei Farnell mal die Wärmeleitpads angeschaut. Für das
Phasechange-und Schaumgummizeugs fehlt mir bei der großen Fläche der
Anpressdruck. Gelpads gibts so ab 0,5mm Dicke mit um 1W/m*K - das macht
satte 0,7K/W oder 20K extra, nein danke. Dann hab ich noch 0,13mm dünne
Graphitpads gefunden, schöne Wärmeleitfähigkeit, aber wie weich sind
die?
Wenn ich dort Wärmeleitpaste flächig draufschmiere, hab ich danach
sicher mehr Luft eingeschlossen als vorher. Bei einem Klecks in der
Mitte fürchte ich allerdings, daß sich meine Paste bei der großen Fläche
und lediglich vier Schräubchen in den Ecken kaum ordentlich bis zum Rand
rausdrückt. Besonders heiß kann ichs dabei nicht machen.
Ich suche daher eine möglichst flüssige Paste, die sich auch bei einer
großen Fläche schön zum Rand rausdrückt, so daß nur noch ein Hauch davon
im minimalen Spalt zurückbleibt. Hat jemand Erfahrungen damit, welche
Paste schön weich ist?
Dank und Gruß,
Michael.
Christoph Müller
Guest
Tue Jan 03, 2012 2:04 pm
Am 03.01.2012 13:40, schrieb Michael Eggert:
Quote:
Hab mir bei Farnell mal die Wärmeleitpads angeschaut. Für das
Phasechange-und Schaumgummizeugs fehlt mir bei der großen Fläche der
Anpressdruck.
Wozu braucht man für das Phasechange-Zeug einen hohen Anpressdruck? Der
Trick des Phasenwechsels ist doch gerade, dass es sich auch ohne Druck
der Oberfläche optimal anpasst, indem es flüssig wird, wenn's warm wird.
Quote:
Gelpads gibts so ab 0,5mm Dicke mit um 1W/m*K - das macht
satte 0,7K/W oder 20K extra, nein danke. Dann hab ich noch 0,13mm dünne
Graphitpads gefunden, schöne Wärmeleitfähigkeit, aber wie weich sind die?
Nicht weich genug, um ohne Druck auszukommen.
--
Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de
Matthias Weingart
Guest
Tue Jan 03, 2012 2:53 pm
Also ich hab letztens einen Pentium4-Lüfter neu gekauft (mit Kühlkörper für
9,99Eur im Vobis-Laden). Da war auch ein Fläschen kupfernfarbene
Wärmeleitflüssigkeit mit dabei. Sehr schön flüssig und vermutlich mit
Kupferteilchen gefüllt; denke mal genau sowas suchst Du; ob Du die auch bei
Farnell bekommst - keine Ahnung. Allerdings deutet "gefräste Oberfläche" auf
ziemlich viele Riefen hin - kannst Du das noch etwas polieren, statt es mit
Leitpaste zu verschlimmbessern? (Ich bin ja eher gegen dieses Zeugs).
M.
Marcel Müller
Guest
Tue Jan 03, 2012 3:52 pm
Hallo,
On 03.01.2012 14:53, Matthias Weingart wrote:
Quote:
Also ich hab letztens einen Pentium4-Lüfter neu gekauft (mit Kühlkörper für
9,99Eur im Vobis-Laden). Da war auch ein Fläschen kupfernfarbene
Wärmeleitflüssigkeit mit dabei. Sehr schön flüssig und vermutlich mit
Kupferteilchen gefüllt; denke mal genau sowas suchst Du;
die Siehtauswieniezuvorpasten aus der PC-Tuning-Welt sind noch selten
durch übermäßig gute Eigenschaften aufgefallen. Üblicherweise bringt das
Zeugs wenig bis nichts gegenüber konventioneller Standardpaste. In
Einzelfällen gibt es auch mal ein sattes Eigentor. Kurzum, ich würde es
lassen wollen.
Marcel
Marcel Müller
Guest
Tue Jan 03, 2012 4:05 pm
Hallo,
On 03.01.2012 13:40, Michael Eggert wrote:
Quote:
Ein Modul mit 30W Verlustleistung und 70mm x 100mm Grundfläche soll über
ein Lüfteraggregat mit 0,15K/W (Fischer Elektronik LAV9150) gekühlt
werden. Da dicke Laserdioden drin sind, möchte ich die Temperatur
zugunsten der Lebensdauer so niedrig wie möglich halten. Beide Flächen
sind plangefräst, aber ein bisschen lässt sich der Wärmeübergang sicher
noch optimieren.
Hab mir bei Farnell mal die Wärmeleitpads angeschaut. Für das
Phasechange-und Schaumgummizeugs fehlt mir bei der großen Fläche der
Anpressdruck.
dass Phasechange durchaus eine der besten Lösungen ist, hat Christoph ja
schon erwähnt. Die klassische aber hochwertige Uraltlösung ist Indium
für hohe Temperaturen und Gallium für niedrige Temperaturen. Gallium
schmilzt bereits bei 30°C, und falls es mit den Metallflächen legiert,
gibt es nahezu unübertroffen gute thermische Verbindungen. Ansonsten
spielt es als flüssiges Metall immer noch in einer ganz anderen Liga als
jegliche Wärmeleitpaste. Mit Alu legiert das Zeug sehr gerne, wobei eine
Legierung entsteht, die schon bei Raumtemperatur flüssig ist.
Marcel
Wiebus
Guest
Tue Jan 03, 2012 4:13 pm
Hallo Michael.
Quote:
Wenn ich dort Wärmeleitpaste flächig draufschmiere, hab ich danach
sicher mehr Luft eingeschlossen als vorher. Bei einem Klecks in der
Mitte fürchte ich allerdings, daß sich meine Paste bei der großen Fläche
und lediglich vier Schräubchen in den Ecken kaum ordentlich bis zum Rand
rausdrückt. Besonders heiß kann ichs dabei nicht machen.
Ich teile Deine Bedenken.
Quote:
Ich suche daher eine möglichst flüssige Paste, die sich auch bei einer
großen Fläche schön zum Rand rausdrückt, so daß nur noch ein Hauch davon
im minimalen Spalt zurückbleibt. Hat jemand Erfahrungen damit, welche
Paste schön weich ist?
Die üblichen Wärmeleitpasten sind Silikonfette mit einem Füllstoff.
Das weisse ist im allgemeinen (aber nicht immer) Aluminiumoxid. Das
Siliconfett lässt sich erfahrungsgemäß durch das dazumischen von
Isopropanol dünnflüssiger bekommen.
Da Isopropanol aber verdampft, stellt sich schnell der ursprüngliche
Zustand wieder ein. In der Zwischenzeit kanst Du den Kühlkörper
plazieren.
Ist trozdem zimlich umständlich......denk daran, alles gut zu
verrühren. Knubbel in der Mischung können störend sein.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Markus Faust
Guest
Tue Jan 03, 2012 5:03 pm
Am 03.01.2012 13:40, schrieb Michael Eggert:
Quote:
Hat jemand Erfahrungen damit, welche Paste schön weich ist?
Wir verwenden in der Firma "WPS II" von Austerlitz Electronic.
Die ist IMHO schon recht weich (und macht selbst auf CPUs mit nacktem
Silizium (wie Athlon XP / Pentium III) einen guten Eindruck).
HTH
Markus
Matthias Weingart
Guest
Tue Jan 03, 2012 5:04 pm
=?ISO-8859-15?Q?Marcel_M=FCller?= <news.5.maazl_at_spamgourmet.com>:
Quote:
Hallo,
On 03.01.2012 14:53, Matthias Weingart wrote:
Also ich hab letztens einen Pentium4-Lüfter neu gekauft (mit Kühlkörper
für 9,99Eur im Vobis-Laden). Da war auch ein Fläschen kupfernfarbene
Wärmeleitflüssigkeit mit dabei. Sehr schön flüssig und vermutlich mit
Kupferteilchen gefüllt; denke mal genau sowas suchst Du;
die Siehtauswieniezuvorpasten aus der PC-Tuning-Welt sind noch selten
durch übermäßig gute Eigenschaften aufgefallen. Üblicherweise bringt das
Zeugs wenig bis nichts gegenüber konventioneller Standardpaste. In
Einzelfällen gibt es auch mal ein sattes Eigentor. Kurzum, ich würde es
lassen wollen.
Naja, die CPU hatte danach unter Last keine 35°C - selbst nach 1h nicht.
Verschlimmert hat sie nix.

Jedenfalls besser als das dicke Zeug, was man
vor 5 Jahren noch da drunter schmieren sollte.
M.
Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 5:41 pm
Christoph Müller wrote:
Moin!
Quote:
Wozu braucht man für das Phasechange-Zeug einen hohen Anpressdruck?
Keine Ahnung - vielleicht wegen der Alufolie da drauf?
Das Datenblatt von Farnell 1893465 listet den Wärmewiderstand für Drücke
von 10 bis 200 psi auf. Das entspräche 500N bis 10kN auf 70x100mm. Ich
finde das viel.
Quote:
Dann hab ich noch 0,13mm dünne
Graphitpads gefunden,
Nachtrag: Farnell 1372946. Gibts auch in dicker
Quote:
schöne Wärmeleitfähigkeit, aber wie weich sind die?
Nicht weich genug, um ohne Druck auszukommen.
Naja, "ohne" Druck hab ich ja auch nicht. Es sitzen halt 4 Schrauben M3
in den Ecken und die Grundplatte des Moduls ist 5mm dick (der Kühlkörper
hat 10mm). Keine Ahnung, bei welcher Kraft (durch ein flexibles Pad)
sich das in der Mitte wie weit durchbiegt.
Gruß,
Michael.
Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 5:48 pm
Wiebus wrote:
Moin!
Quote:
Die üblichen Wärmeleitpasten sind Silikonfette mit einem Füllstoff.
Das weisse ist im allgemeinen (aber nicht immer) Aluminiumoxid. Das
Siliconfett lässt sich erfahrungsgemäß durch das dazumischen von
Isopropanol dünnflüssiger bekommen.
Kann das noch Probleme geben, wenn der Isoprop ganz langsam durch den
Spalt verdunstet?
Gruß,
Michael.
Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 5:50 pm
Marcel Müller wrote:
Moin!
Quote:
Gallium
schmilzt bereits bei 30°C, und falls es mit den Metallflächen legiert,
gibt es nahezu unübertroffen gute thermische Verbindungen. Ansonsten
spielt es als flüssiges Metall immer noch in einer ganz anderen Liga als
jegliche Wärmeleitpaste. Mit Alu legiert das Zeug sehr gerne, wobei eine
Legierung entsteht, die schon bei Raumtemperatur flüssig ist.
Gute Idee, daran hab ich noch garnicht gedacht. Der Kühlkörper ist
blank, das Modul ist aber schwarz eloxiert. Hast Du da auch Erfahrungen?
Gruß,
Michael.
Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 6:03 pm
Matthias Weingart wrote:
Moin!
Quote:
Allerdings deutet "gefräste Oberfläche" auf
ziemlich viele Riefen hin
Nein, eher auf "nicht so krumm wie unbearbeiteter Strangguss". Beim
Kühlkörper ist die Struktur so fein, daß der schon wie ein optisches
Gitter in allen Farben reflektiert. Einmal mit dem Lappen den Staub
runterwischen gibt deutlich sichtbare Mikro-Kratzerchen.
Und das Modul ist eloxiert, da dürfte Polieren auch keinen großen Effekt
haben.
Gruß,
Michael.
Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 6:06 pm
Markus Faust wrote:
Moin!
Quote:
Wir verwenden in der Firma "WPS II" von Austerlitz Electronic.
Danke, die werd ich morgen einfach mal anrufen.
Gruß,
Michael.
Michael Eggert
Guest
Tue Jan 03, 2012 6:13 pm
Marc Santhoff wrote:
Moin!
Quote:
Vielleicht ist Wärmeleit*kleber* geeignet? Wenn der beim Aufbringen
flüssig genug ist und das Teil nie wieder abgenommen werden muß ...
Leider muss es das... und der Kleber den ich kenne (Reichelt WK 709-5ML)
härtet erst ab 80°C aus, das will ich dem Gerät nicht antun. Aber wie
gesagt: Kleben kann ich das schon prinzipiell nicht.
Gruß,
Michael.
Joerg
Guest
Tue Jan 03, 2012 6:48 pm
Michael Eggert wrote:
Quote:
Marcel Müller wrote:
Moin!
Gallium schmilzt bereits bei 30°C, und falls es mit den Metallflächen
legiert, gibt es nahezu unübertroffen gute thermische Verbindungen.
Ansonsten spielt es als flüssiges Metall immer noch in einer ganz
anderen Liga als jegliche Wärmeleitpaste. Mit Alu legiert das Zeug
sehr gerne, wobei eine Legierung entsteht, die schon bei
Raumtemperatur flüssig ist.
Gute Idee, daran hab ich noch garnicht gedacht. Der Kühlkörper ist
blank, das Modul ist aber schwarz eloxiert. Hast Du da auch Erfahrungen?
Was die Hitzeleitung in einen zweiten plan aufliegenden Metallkoerper
angeht macht Anodization IME nichts. Fuer eventuell noetige EMV-maessige
Leitfaehigkeit ist es natuerlich sehr schaedlich, aber leider eine
Unsitte im Optikbereich. Was habe ich da schon alles runtergeschliffen ...
Der Abstrahlung soll es uebrigens ein wenig helfen, falls das mal
irgendwo anders zum Tragen kaeme.
Ist in diesem Projekt vermutlich nicht anwendbar, aber der
Vollstaendigkeit halber: Oelkuehlung funktioniert auch recht gut. Muss
man aber im Engineering alte Jeans und T-Shirts tragen :-)
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
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