nirwa
Guest
Thu Nov 17, 2011 6:03 pm
Hallo,
gibt es P-Channel Depletion-Mode MOSFETs? Hab ich zuletzt in einem
Lehrbuch im vorigen Jahrtausend gesehen, nie in echt. In echt hab ich
damals mal was mit einem P-Channel Depletion Mode JFET gelötet.
Seitdem nur noch CMOS-ICs.
Jetzt soll ich eine Anzahl Laptop-Tastaturen reparieren, bei denen die
Starttaste nicht mehr geht. Die Starttaste zieht eine Lastleitung
(+3V) auf Masse, aber die Tastatur-Leiterbahnen sind hochohmig
geworden (ca. 100 Ohm statt 10), und der Starttasten-Strom reicht
nicht mehr aus, den Rechner zu starten. An die mehrlagig aus Metall-
oder Kohlenstaub gedruckten Leiterbahnen in der Tastatur-Platine komme
ich nicht heran. Daran gäbe es ohnehin nichts zu löten. Aber am
Tastaturstecker am Ende des Flex PCB-Kabels wäre Platz für einen SMD-
Transistor + Zubehör.
Ich habe ein wenig rumgepusselt, und es läuft immer darauf hinaus,
dass ich einen selbstleitenden Transistor brauche, der per Vorspannung
gesperrt ist und erst leitend wird, wenn die Vorspannung vom
Starttaster kurzgeschlossen wird. Also Drain an Masse, Source an die
+3V-Lastleitung. Die Vorspannung könnte ich aus dem Tastaturstecker
beziehen (+5V), oder auch aus der Lastleitung, die nach Masse gezogen
werden soll. Müsst ich halt noch eine Diode und einen Kondenator
spendieren.
Ist das einigermaßen verstehbar bechrieben? Sonst kann ich gern eine
Skizze machen und verlinken.
Was für einen Transistor brauch ich? Fällt jemand noch eine andere
Lösung ein?
Joerg
Guest
Thu Nov 17, 2011 6:06 pm
nirwa wrote:
Quote:
Hallo,
gibt es P-Channel Depletion-Mode MOSFETs? Hab ich zuletzt in einem
Lehrbuch im vorigen Jahrtausend gesehen, nie in echt. In echt hab ich
damals mal was mit einem P-Channel Depletion Mode JFET gelötet.
Seitdem nur noch CMOS-ICs.
Jetzt soll ich eine Anzahl Laptop-Tastaturen reparieren, bei denen die
Starttaste nicht mehr geht. Die Starttaste zieht eine Lastleitung
(+3V) auf Masse, aber die Tastatur-Leiterbahnen sind hochohmig
geworden (ca. 100 Ohm statt 10), und der Starttasten-Strom reicht
nicht mehr aus, den Rechner zu starten. An die mehrlagig aus Metall-
oder Kohlenstaub gedruckten Leiterbahnen in der Tastatur-Platine komme
ich nicht heran. Daran gäbe es ohnehin nichts zu löten. Aber am
Tastaturstecker am Ende des Flex PCB-Kabels wäre Platz für einen SMD-
Transistor + Zubehör.
Ich habe ein wenig rumgepusselt, und es läuft immer darauf hinaus,
dass ich einen selbstleitenden Transistor brauche, der per Vorspannung
gesperrt ist und erst leitend wird, wenn die Vorspannung vom
Starttaster kurzgeschlossen wird. Also Drain an Masse, Source an die
+3V-Lastleitung. Die Vorspannung könnte ich aus dem Tastaturstecker
beziehen (+5V), oder auch aus der Lastleitung, die nach Masse gezogen
werden soll. Müsst ich halt noch eine Diode und einen Kondenator
spendieren.
Ist das einigermaßen verstehbar bechrieben? Sonst kann ich gern eine
Skizze machen und verlinken.
Was für einen Transistor brauch ich? Fällt jemand noch eine andere
Lösung ein?
Reicht da nicht ein PNP? Emitter an +3V, Kollektor an Masse, Widerstand
100k oder so von Basis nach +3V, Tasterleiterbahn an die Basis. Das
zieht nur bis rund 700mV runter aber vielleicht langt es. Zur Sicherheit
Reserve ausprobieren, sehen ab wann der Laptop einschaltet. Ansonsten
koennte man was mit zwei Transistoren oder irgendeinem TinyLogic Gatter
friemeln. Falls Platzmangel gibt es diese Transistoren mit Widerstaenden
integriert, das heisst bei Euch m.W. Digitaltransistor.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
Uwe Bonnes
Guest
Thu Nov 17, 2011 7:57 pm
nirwa <nirwana_at_gmx.li> wrote:
Quote:
Hallo,
gibt es P-Channel Depletion-Mode MOSFETs? Hab ich zuletzt in einem
Lehrbuch im vorigen Jahrtausend gesehen, nie in echt. In echt hab ich
damals mal was mit einem P-Channel Depletion Mode JFET gelötet.
Seitdem nur noch CMOS-ICs.
P-Channel Depletion-Mode MOSFET wurde in freier Wildbahn noch
nicht gesichtet...
--
Uwe Bonnes bon_at_elektron.ikp.physik.tu-darmstadt.de
Institut fuer Kernphysik Schlossgartenstrasse 9 64289 Darmstadt
--------- Tel. 06151 162516 -------- Fax. 06151 164321 ----------
Axel Schwenke
Guest
Fri Nov 18, 2011 12:26 pm
nirwa <nirwana_at_gmx.li> wrote:
Quote:
Ich hab mal gemessen, die gute Tastatur zieht die Sensorleitung (der
Ausdruck "Lastleitung" scheint mir etwas übertrieben) auf 0,3 mV
runter, die schlechte nur auf ca. 3 mV, das ist leider nicht tief
genug zum Einschalten.
Mit Verlaub, aber das halte ich für ausgemachten Blödsinn.
Bei 3 V Ruhezustand ist das ein Hub von 2.997 V vs. 2.9997 V.
Niemand, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, designt einen
Einschaltmechanismus, der auf solche Unterschiede reagiert.
Die Ursache der Funktionsstörung muß woanders liegen.
XL
nirwa
Guest
Fri Nov 18, 2011 12:49 pm
Ich hab mal gemessen, die gute Tastatur zieht die Sensorleitung (der
Ausdruck "Lastleitung" scheint mir etwas übertrieben) auf 0,3 mV
runter, die schlechte nur auf ca. 3 mV, das ist leider nicht tief
genug zum Einschalten. Mit einem bipolaren Transistor komme ich da
wohl auch nicht hin. Aber mit einem P-Channel Depletion Mode JFET
vielleicht?
Typenvorschläge?
Noch eine böse Überraschung: im Batteriebetrieb liegt keine 5V
Versorgungsspannung am Tastaturtecker. Also müsste ich die 3,3V aus
der Sensorleitung in einem Kondensator speichern.
nirwa
Guest
Fri Nov 18, 2011 2:43 pm
On Nov 18, 12:26 pm, Axel Schwenke <axel.schwe...@gmx.de> wrote:
Quote:
Mit Verlaub, aber das halte ich für ausgemachten Blödsinn.
Bei 3 V Ruhezustand ist das ein Hub von 2.997 V vs. 2.9997 V.
Niemand, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, designt einen
Einschaltmechanismus, der auf solche Unterschiede reagiert.
Da muss ich Dir recht geben, die Schaltung ist in der Tat sehr
merkwürdig und umständlich. Die Sensorleitung geht an eine Art Gate
Array ("PMH-2"), das offenbar die 3 mV bzw. 0,3 mV analog misst,
jedenfalls nicht als Logikpegel. Die Leerlaufspannung von ca. 3 V (2,8
V im Batteriebetrieb) spielt dabei allerdings keine Rolle.
Es handelt sich um ein IBM-Thinkpad T30. Die aufwändige
Schaltungstechnik war offenbar so erfolgreich, dass sie auch noch an
nachfogende Thinkpadgenerationen vererbt wurde.
Matthias Weingart
Guest
Fri Nov 18, 2011 3:09 pm
Es gibt Depletion-Mode FET's. Zumindest im Datenblatt nennen sie den Begriff,
die FET's schalten bei exat 0V:
http://www.aldinc.com/ald_mosfetarrays.htm
M.
nirwa
Guest
Fri Nov 18, 2011 4:41 pm
On Nov 18, 3:09 pm, Matthias Weingart <mwn...@pentax.boerde.de> wrote:
Quote:
Es gibt Depletion-Mode FET's. Zumindest im Datenblatt nennen sie den Begriff,
die FET's schalten bei exat 0V
Alles N-Channel. Wie verschalte ich das?
Marc Santhoff
Guest
Fri Nov 18, 2011 5:26 pm
Am Fri, 18 Nov 2011 06:41:32 -0800 schrieb nirwa:
Quote:
On Nov 18, 3:09Â pm, Matthias Weingart <mwn...@pentax.boerde.de> wrote:
Es gibt Depletion-Mode FET's. Zumindest im Datenblatt nennen sie den
Begriff, die FET's schalten bei exat 0V
Alles N-Channel. Wie verschalte ich das?
Verstehe ich richtig, Du braucht einen leitenden, sehr niederohmigen
Transistor, wenn 3V Steuerspannung anliegen? Und gesperrt wenn etwa
Massepotential?
Nimm' doch einen NMOS-Anreicherungstyp, der macht auf, wenn Ugs>Ugth.
Gibt doch genug Typen mit kleinen Schwellspannungen, nur Rdson muß eben
klein genug sein - irlml2502 oder so.
Taste ans Gate, Drain an Sensorleitung, Source an Masse.
Marc
Joerg
Guest
Fri Nov 18, 2011 6:32 pm
nirwa wrote:
Quote:
On Nov 18, 12:26 pm, Axel Schwenke <axel.schwe...@gmx.de> wrote:
Mit Verlaub, aber das halte ich für ausgemachten Blödsinn.
Bei 3 V Ruhezustand ist das ein Hub von 2.997 V vs. 2.9997 V.
Niemand, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, designt einen
Einschaltmechanismus, der auf solche Unterschiede reagiert.
Da muss ich Dir recht geben, die Schaltung ist in der Tat sehr
merkwürdig und umständlich. Die Sensorleitung geht an eine Art Gate
Array ("PMH-2"), das offenbar die 3 mV bzw. 0,3 mV analog misst,
jedenfalls nicht als Logikpegel. Die Leerlaufspannung von ca. 3 V (2,8
V im Batteriebetrieb) spielt dabei allerdings keine Rolle.
Es handelt sich um ein IBM-Thinkpad T30. Die aufwändige
Schaltungstechnik war offenbar so erfolgreich, dass sie auch noch an
nachfogende Thinkpadgenerationen vererbt wurde.
Da stimmt was nicht. Wenn das wirklich so waere dann gehoerte der
Entwickler dieser Schaltung nachtraeglich in den Burggraben getunkt.
Aber mehr als einmal.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
nirwa
Guest
Sat Nov 19, 2011 10:58 pm
On Nov 18, 4:26 pm, Marc Santhoff <M.Santh...@t-online.de> wrote:
Quote:
Am Fri, 18 Nov 2011 06:41:32 -0800 schrieb nirwa:
On Nov 18, 3:09 pm, Matthias Weingart <mwn...@pentax.boerde.de> wrote:
Es gibt Depletion-Mode FET's. Zumindest im Datenblatt nennen sie den
Begriff, die FET's schalten bei exat 0V
Alles N-Channel. Wie verschalte ich das?
Verstehe ich richtig, Du braucht einen leitenden, sehr niederohmigen
Transistor, wenn 3V Steuerspannung anliegen? Und gesperrt wenn etwa
Massepotential?
Nein, genau umgekehrt.
Hab mal ne Handskizze gemacht. Sorry, hab grad kein CAD-Programm, bin
mit dem Netbook unterwegs.
http://daniel.duizendrijf.free.fr/img/PMH2.JPG http://daniel.duizendrijf.free.fr/img/skizze.jpg
Original ist die Starttaste der Tastatur direkt angeschlossen und
zieht bei Betätigung den Eingang am PMH2 runter auf Masse. Durch den
erhöhten Innenwiderstand (ca. 100R) funktioniert das nicht mehr.
In der Skizze habe ich ein symbolisches "Relais" eingesetzt, das durch
einen Halbleiter-Schalter zu ersetzen ist, der durchschaltet (< 10
Ohm), wenn der Taster gedrückt wird.
nirwa
Guest
Sat Nov 19, 2011 10:59 pm
On Nov 18, 6:32 pm, Joerg <inva...@invalid.invalid> wrote:
Quote:
nirwa wrote:
On Nov 18, 12:26 pm, Axel Schwenke <axel.schwe...@gmx.de> wrote:
Mit Verlaub, aber das halte ich für ausgemachten Blödsinn.
Bei 3 V Ruhezustand ist das ein Hub von 2.997 V vs. 2.9997 V.
Niemand, der auch nur halbwegs bei Verstand ist, designt einen
Einschaltmechanismus, der auf solche Unterschiede reagiert.
Da muss ich Dir recht geben, die Schaltung ist in der Tat sehr
merkwürdig und umständlich. Die Sensorleitung geht an eine Art Gate
Array ("PMH-2"), das offenbar die 3 mV bzw. 0,3 mV analog misst,
jedenfalls nicht als Logikpegel. Die Leerlaufspannung von ca. 3 V (2,8
V im Batteriebetrieb) spielt dabei allerdings keine Rolle.
Es handelt sich um ein IBM-Thinkpad T30. Die aufwändige
Schaltungstechnik war offenbar so erfolgreich, dass sie auch noch an
nachfogende Thinkpadgenerationen vererbt wurde.
Da stimmt was nicht. Wenn das wirklich so waere dann gehoerte der
Entwickler dieser Schaltung nachtraeglich in den Burggraben getunkt.
Aber mehr als einmal.
--
Gruesse, Joerg
http://www.analogconsultants.com/
Ja, finde ich auch
Marc Santhoff
Guest
Sun Nov 20, 2011 12:59 am
Am Sat, 19 Nov 2011 12:58:42 -0800 schrieb nirwa:
Quote:
On Nov 18, 4:26Â pm, Marc Santhoff <M.Santh...@t-online.de> wrote:
Am Fri, 18 Nov 2011 06:41:32 -0800 schrieb nirwa:
On Nov 18, 3:09Â pm, Matthias Weingart <mwn...@pentax.boerde.de
wrote:
Es gibt Depletion-Mode FET's. Zumindest im Datenblatt nennen sie den
Begriff, die FET's schalten bei exat 0V
Alles N-Channel. Wie verschalte ich das?
Verstehe ich richtig, Du braucht einen leitenden, sehr niederohmigen
Transistor, wenn 3V Steuerspannung anliegen? Und gesperrt wenn etwa
Massepotential?
Nein, genau umgekehrt.
Hab mal ne Handskizze gemacht. Sorry, hab grad kein CAD-Programm, bin
mit dem Netbook unterwegs.
http://daniel.duizendrijf.free.fr/img/PMH2.JPG
http://daniel.duizendrijf.free.fr/img/skizze.jpg
Ah, jetzt, ja.
Quote:
Original ist die Starttaste der Tastatur direkt angeschlossen und zieht
bei Betätigung den Eingang am PMH2 runter auf Masse. Durch den erhöhten
Innenwiderstand (ca. 100R) funktioniert das nicht mehr.
In der Skizze habe ich ein symbolisches "Relais" eingesetzt, das durch
einen Halbleiter-Schalter zu ersetzen ist, der durchschaltet (< 10 Ohm),
wenn der Taster gedrückt wird.
Kreativer Blödsinn:
Warum setzt Du nicht einfach statt der 100k einen R mit 1M oder 1,5M ein?
Und wenn es nur zum Test ist, ob's dann wieder geht. Wenn kein Strom aus
dem Pin raus fließen muß, könnte das klappen. ;)
Marc
Frank Scheffski
Guest
Sun Nov 20, 2011 1:42 pm
nirwa schrieb:
Quote:
Gibt's nicht vielleicht noch eine einfachere Loesung?
http://vilotec.de/rep_typ.php?hersteller=IBM&modell=Serie%20ThinkPad%20T%20T30&type=2
Meinjanur...
MfG
Frank
nirwa
Guest
Sun Nov 20, 2011 2:10 pm
On Nov 19, 11:59 pm, Marc Santhoff <M.Santh...@t-online.de> wrote:
Quote:
Kreativer Blödsinn:
Warum setzt Du nicht einfach statt der 100k einen R mit 1M oder 1,5M ein?
Der 100k Widerstand ist nur symbolisch, ein rechnerischer Ersatzwert
aus Leerlaufspannung und Kurzschlussstrom. Die tatsaechliche Schaltung
ist etwas komplexer:
http://daniel.duizendrijf.free.fr/img/powerbutton_logic.jpg
Inzwischen habe ich gelernt, dass die mir bekannten Depletion Mode P-
Channel JFETs im durchgeschalteten Zustand einen Drain-Source-
Widerstand von mehreren hundert Ohm haben. Damit komme ich nicht
weiter. Aber so koennte es vielleicht gehen:
http://daniel.duizendrijf.free.fr/img/Skizze2.jpg
Gibt's nicht vielleicht noch eine einfachere Loesung?
Gruss,
Dieter