Uwe Hercksen
Guest
Thu Jan 28, 2010 6:33 pm
Hallo,
ich habe hier einen elektrischen Gabelstapler in der Kur, mit 24 V
Bleiakku und PWM Regelung des Fahrstroms mit Thyristorschaltung.
Für vorwärts-rückwärts und die Geschwindigkeit gibt es ein Poti mit
Mittelanzapfung und zwei Mikroschaltern. Betätigt man den Fahrregler in
Richtung vorwärts schaltet zuerst der Mikroschalter und der Schütz für
die Motordrehrichtung vorwärts zieht an, drückt man noch weiter fängt
der Motor mit steigender Drehzahl an zu laufen. Vorwärts und rückwärts
geht so, auch Stillstand, bei Maximalgeschwindigkeit wird die
Thyristorregelung durch einen weiteren Schütz überbrückt. Soweit geht
alles gut, das einzige Problem tritt nur auf wenn man etwas schneller
fährt und dann den Fahrtregler sehr schnell loslässt, dann fällt der
zuständige Fahrtrichtungsschütz ab bevor der Motor steht und es funkt
heftig an den Kontakten. Will man danach erneut fahren zieht erst der
Schütz an und fällt gleich wieder ab wenn man etwas "Gas" gibt. Man muß
dann den Schlüsselschalter abschalten, etwas warten und kann wieder
fahren. Die verschiedenen Löschdioden am Motor habe ich überprüft, die
zwei der Rotorwiclung zu einer extra Bremswicklung waren defekt, die
habe ich ersetzt. Die Löschdiode für die Statorwicklung war noch in
Ordnung. Ich habe nur einen groben Schaltplan von 1978, die Leiterplatte
für die PWM Steuerung ist darin nicht näher beschrieben.
Solange man den Fahrregler nicht zu schnell in die Nullstellung
zurückfedern lässt ist alles ok.
Hat jemand eine Idee dazu wie man das Problem beim Loslassen des
Fahrreglerpotis lösen könnte? Zeitglieder für verzögertes Abfallen der
Schütze für beide Fahrrichtungen zum Umpolen der Rotorwicklung sind
nicht erkennnbar. Rotor- und Statorwicklung sind in Reihe geschaltet,
dahinter die Thyristor PWM Regelung. Die beiden Schütze für die
Fahrtrichtungen dürfen natürlich nie beide gleichzeitig angezogen sein
da ja sonst der Akku kurzgeschlossen wird. Insofern kann man auch nicht
deren Abfallen stärker verzögern.
Auf dem Schaltplan steht Steinbock Elektroschaltplan Nr. 25 S.N. 377 787
Gerät EGV 1,25 D/DI, die Leiterplatten in der Steuerung sind von Bosch.
Vielen Dank schon mal,
Bye
Roland Ertelt
Guest
Thu Jan 28, 2010 7:36 pm
Und so sprach Uwe Hercksen:
Quote:
...
Also prinzipiell kenne ich das so:
Wenn man den Fahrtschalter loslässt, wird der Motor imho sogar
kurzgeschlossen, um Bremswirkung zu erhalten. Dass es dabei intern
funkt, kann ich mir schon vorstellen...
Roland
MaybeNick
Guest
Fri Jan 29, 2010 1:33 am
On 28 Jan., 18:33, Uwe Hercksen <herck...@mew.uni-erlangen.de> wrote:
Quote:
Hallo,
ich habe hier einen elektrischen Gabelstapler in der Kur, mit 24 V
Bleiakku und PWM Regelung des Fahrstroms mit Thyristorschaltung.
Für vorwärts-rückwärts und die Geschwindigkeit gibt es ein Poti mit
Mittelanzapfung und zwei Mikroschaltern. Betätigt man den Fahrregler in
Richtung vorwärts schaltet zuerst der Mikroschalter und der Schütz für
die Motordrehrichtung vorwärts zieht an, drückt man noch weiter fängt
der Motor mit steigender Drehzahl an zu laufen. Vorwärts und rückwärts
geht so, auch Stillstand, bei Maximalgeschwindigkeit wird die
Thyristorregelung durch einen weiteren Schütz überbrückt. Soweit geht
alles gut, das einzige Problem tritt nur auf wenn man etwas schneller
fährt und dann den Fahrtregler sehr schnell loslässt, dann fällt der
zuständige Fahrtrichtungsschütz ab bevor der Motor steht und es funkt
heftig an den Kontakten. Will man danach erneut fahren zieht erst der
Schütz an und fällt gleich wieder ab wenn man etwas "Gas" gibt. Man muß
dann den Schlüsselschalter abschalten, etwas warten und kann wieder
fahren. Die verschiedenen Löschdioden am Motor habe ich überprüft, die
zwei der Rotorwiclung zu einer extra Bremswicklung waren defekt, die
habe ich ersetzt. Die Löschdiode für die Statorwicklung war noch in
Ordnung. Ich habe nur einen groben Schaltplan von 1978, die Leiterplatte
für die PWM Steuerung ist darin nicht näher beschrieben.
Solange man den Fahrregler nicht zu schnell in die Nullstellung
zurückfedern lässt ist alles ok.
Hat jemand eine Idee dazu wie man das Problem beim Loslassen des
Fahrreglerpotis lösen könnte? Zeitglieder für verzögertes Abfallen der
Schütze für beide Fahrrichtungen zum Umpolen der Rotorwicklung sind
nicht erkennnbar. Rotor- und Statorwicklung sind in Reihe geschaltet,
dahinter die Thyristor PWM Regelung. Die beiden Schütze für die
Fahrtrichtungen dürfen natürlich nie beide gleichzeitig angezogen sein
da ja sonst der Akku kurzgeschlossen wird. Insofern kann man auch nicht
deren Abfallen stärker verzögern.
Auf dem Schaltplan steht Steinbock Elektroschaltplan Nr. 25 S.N. 377 787
Gerät EGV 1,25 D/DI, die Leiterplatten in der Steuerung sind von Bosch.
Vielen Dank schon mal,
Bye
Ich wess nicht wie man das 1978 gelöst hat jedoch möchte ich folgende
Bemerkungen machen:
- Ganz alte Stapler und E-Karren haben keine Thyristor Steuerung
sondern schalten die Akkus parallel und dann seriell an den Motor,
meist über einen enormen mehrstufigen Pedalschalter. Die Pole des
Schalters werden dabei jeweils von 'Löschpolen' getrennt, die
Löschwiderstände tragen. Das soll das wilde Funken und extreme
Spannungsentwiscklung am Motor wenn keine Last vorhanden ist beim
Schalten in Grenzen halten. Der Motor funktioniert sowohl als Motor
als auch als Generator (Bremse) und läuft mit einer von zwei möglichen
Geschwindigkeiten jeweils vorwärts und rückwärts. Es ergibt sich
Konstatntgeschwindigkeitsverhalten dass vorteilhaft ist (z.B. beim
Herunterfahren von einer Rampe mit Last wirkt der Motor als Generator
und lädt die Akkus).
- Thyristorsteuerungen tuen dies nicht, deshalb wird bei solchen
manchmal ein Bremsschütz und ein Bremswiderstand (Finger dicker Draht)
geschaltet, oder das Fahrwerk hat normale Bremsen. Es ist möglich dass
dies durch die Vorwärts/Rückwärtsschützen selbst realisiert wird. Wenn
beide Schützen abfallen sollte der Bremswiderstand zugeschaltet
werden.
- Allgemein sollte die Steuerung beim Zurückholen der Geschwindigkeit
und Durchgang durch Null abwarten bis der Motor nicht mehr dreht (null
Spannung) und erst dann das in die umgekehrte Richtung fahren
erlauben. Dies ist relativ einfach mit einem Fensterkomparator und
Flipflop realiserbar, jedoch fast unmöglich nachzurüsten. Mechanisch
könnte man einen Elektromagneten einsetzen der vom Motorstrom betätigt
wird und einen Stift in den Geschwindigkeitsteller-Hebel schiebt der
den Durchgang des Hebels durch die Null-Stellung verhindert, solange
Motorstrom fliesst.
- Egal was ich hier quatsche, sollte man einen Hochstrom-Schaltkreis
nie aufs Geratewohl umbauen. Die Feuergefahr ist viel zu hoch und
fingerdicke explodierende Kupferkabel machen überhaupt gar keinen
Spass.
Mein Wissen zum Thema stammt vom Studium elektrischer Steuerungen für
Stapler, E-Karren, Heber und ... alte U-Boote (!!), und von anderen
gebauter Elektroautos, und ich habe Erfahrung mit mehreren Golfwagen
und E-Karren Steuerungen.
Peter
Uwe Hercksen
Guest
Fri Jan 29, 2010 10:07 am
Roland Ertelt schrieb:
Quote:
Also prinzipiell kenne ich das so:
Wenn man den Fahrtschalter loslässt, wird der Motor imho sogar
kurzgeschlossen, um Bremswirkung zu erhalten. Dass es dabei intern
funkt, kann ich mir schon vorstellen...
Hallo,
es ging mir um einen Öffnungsfunken, nicht um einen Schließfunken. Da
die Schütze hier keine Ruhekontakte haben findet hier auch kein
kurzschliessen des Motors über Schützkontakte statt. Die Reihenschaltung
von Rotor und Statorwicklung ist ja beim Abfallen des Schützes Vorwärts
oder Rückwärts unterbrochen. Es gibt nur wie schon geschrieben die
Dioden an Rotor und Statorwicklung.
Bye
Dieter Wiedmann
Guest
Fri Jan 29, 2010 10:17 am
Uwe Hercksen schrieb:
Quote:
Hat jemand eine Idee dazu wie man das Problem beim Loslassen des
Fahrreglerpotis lösen könnte?
Die toten Elkos erneuern, damit der Latch-Up vermieden wird.
Gruß Dieter
Uwe Hercksen
Guest
Fri Jan 29, 2010 10:31 am
Dieter Wiedmann schrieb:
Quote:
Die toten Elkos erneuern, damit der Latch-Up vermieden wird.
Hallo,
danke, gute Idee, die werde ich mal weiter verfolgen. Dummerweise sind
die Schaltungen der Leiterplatten nicht dokumentiert.
Bye
Uwe Hercksen
Guest
Fri Jan 29, 2010 12:15 pm
Dieter Wiedmann schrieb:
Quote:
Die toten Elkos erneuern, damit der Latch-Up vermieden wird.
Hallo,
bei der Suche wo überall Elkos und Tantals verbaut sind fiel mir
plötzlich ein kopfloser leerer Tantal 10 µ 16 V auf, ich habe erstmal
nur den ausgetauscht, gleich klingt der Motor beim Anfahren ganz anders,
kraftvoller und das Problem beim schnellen Loslassen des Schalters lässt
sich nicht mehr provozieren.
Also noch mal vielen Dank für einen wertvollen Tip in die richtige Richtung.
Bye
gUnther nanonüm
Guest
Sat Jan 30, 2010 1:47 am
"Uwe Hercksen" <hercksen_at_mew.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7sdsibFf5fU1_at_mid.dfncis.de...
Quote:
Hat jemand eine Idee dazu wie man das Problem beim Loslassen des
Fahrreglerpotis lösen könnte? Zeitglieder für verzögertes Abfallen der
Schütze für beide Fahrrichtungen zum Umpolen der Rotorwicklung sind nicht
erkennnbar. Rotor- und Statorwicklung sind in Reihe geschaltet, dahinter
die Thyristor PWM Regelung. Die beiden Schütze für die Fahrtrichtungen
dürfen natürlich nie beide gleichzeitig angezogen sein da ja sonst der
Akku kurzgeschlossen wird. Insofern kann man auch nicht deren Abfallen
stärker verzögern.
Auf dem Schaltplan steht Steinbock Elektroschaltplan Nr. 25 S.N. 377 787
Gerät EGV 1,25 D/DI, die Leiterplatten in der Steuerung sind von Bosch.
Hi,
also wimre war das bei den Ameisen damals mechanisch gelöst, eine
"Gasdruckfeder" am Gaspedal. Da weit vor deren Einführung, vermute ich eher
einen simplen Stoßdämpfer mit Ölfüllung. Der verhinderte das schnelle
Schalten, die ältesten klapperten deutlich mehr als die neueren Modelle (und
erforderten zur Unfallvermeidung einen erfahreneren Fahrer). Ist vielleicht
bei Deiner Version abgefallen oder vor Jahren verschlissen. Sowas kann auch
ganz simpel etwa per Bürste am Schalthebelschlitz "realisiert" sein. So als
Staubschutz, der Hebel bewegt sich durch einen Schlitz mit seitlichen
Bürsten, die als Bremse wirken. Nicht sonderlich gut, aber genug, allemal,
um das Überspringen zu verhindern. Wirkt so ähnlich wie diese "gefederten
Kassettenrekorderklappen". Eine Gleitschiene mit Klebeschmiere...
Ein von Dir beschriebenes Verhalten gabs wimre auch mal, als einer der
Ameisen-Warter den Schalter großzügig mit Kontaktspray reinigte...der
schnackelte und funkte dann gar heftig. Vermutlich war der intern auch
"klebrig geschmiert". Das Pedal hatte aber wirklich soein
Feder-Zylinder-Element, ausgebaut gesehen hab ich das aber nie...2 Tonnen
Stahl legt man ja auch nicht nur aus Neugier um.
--
mfg,
gUnther
Uwe Hercksen
Guest
Mon Feb 01, 2010 10:14 am
gUnther nanonüm schrieb:
Quote:
also wimre war das bei den Ameisen damals mechanisch gelöst, eine
"Gasdruckfeder" am Gaspedal. Da weit vor deren Einführung, vermute ich
eher einen simplen Stoßdämpfer mit Ölfüllung. Der verhinderte das
schnelle Schalten, die ältesten klapperten deutlich mehr als die neueren
Modelle (und erforderten zur Unfallvermeidung einen erfahreneren
Fahrer). Ist vielleicht bei Deiner Version abgefallen oder vor Jahren
verschlissen. Sowas kann auch ganz simpel etwa per Bürste am
Schalthebelschlitz "realisiert" sein. So als Staubschutz, der Hebel
bewegt sich durch einen Schlitz mit seitlichen Bürsten, die als Bremse
wirken. Nicht sonderlich gut, aber genug, allemal, um das Überspringen
zu verhindern. Wirkt so ähnlich wie diese "gefederten
Kassettenrekorderklappen". Eine Gleitschiene mit Klebeschmiere...
Ein von Dir beschriebenes Verhalten gabs wimre auch mal, als einer der
Ameisen-Warter den Schalter großzügig mit Kontaktspray reinigte...der
schnackelte und funkte dann gar heftig. Vermutlich war der intern auch
"klebrig geschmiert". Das Pedal hatte aber wirklich soein
Feder-Zylinder-Element, ausgebaut gesehen hab ich das aber nie...2
Tonnen Stahl legt man ja auch nicht nur aus Neugier um.
Hallo,
nein, da war nichts derartiges im Fahrschalter, ich habe ihn extra
aufgemacht um nachzusehen. Jetzt muß ich mir noch eine kleine
Vorrichtung bauen um die rote Kappe vom Bremsschalter wieder
aufzusetzen, idiotische Konstruktion mit superstarken Federn und der
mittig geteilten Kappe die von beiden Seiten her aufgesetzt werden muß,
aber genau in de Mitte sitzen auch die verdammten Federn.
Bye