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Schaltnetzteil ohne Kondensator betreiben - g efährlich?

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Gert Bass
Guest

Wed Mar 18, 2020 4:45 pm   



Hallo,

durch eine dumme Ablenkung habe ich einen Drucker für 110V (US) an 220V
angeschlossen - daraufhin ein Popp und Zischen gehört, und - die Hand am
Stecker - den Fehler realisiert.

Zwar ist der Elektrolyt richtig rausgelaufen, also aus dem Boden des
Geräts, und da war doch eine Menge in dem großen 220µF 200V Kondensator.

Dieser sitzt genau hinter den 110V Gleichrichterdioden, also noch vor
dem Übertrager. Der kleinere Kondensator für die Glättung nach der
Wandlung ist noch heil.

Wenn ich den Drucker an 110V anschließe, funktioniert er aber
tadellos...

Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da? Sind da weitere
Schäden zu erwarten, wenn ich ihn so betreibe und was kann passieren?

Helmut Schellong
Guest

Wed Mar 18, 2020 4:45 pm   



On 03/18/2020 15:52, Gert Bass wrote:
Quote:
Hallo,

durch eine dumme Ablenkung habe ich einen Drucker für 110V (US) an 220V
angeschlossen - daraufhin ein Popp und Zischen gehört, und - die Hand am
Stecker - den Fehler realisiert.

Zwar ist der Elektrolyt richtig rausgelaufen, also aus dem Boden des
Geräts, und da war doch eine Menge in dem großen 220µF 200V Kondensator.

Dieser sitzt genau hinter den 110V Gleichrichterdioden, also noch vor
dem Übertrager. Der kleinere Kondensator für die Glättung nach der
Wandlung ist noch heil.

Wenn ich den Drucker an 110V anschließe, funktioniert er aber
tadellos...

Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da? Sind da weitere
Schäden zu erwarten, wenn ich ihn so betreibe und was kann passieren?


Ersetze doch einfach den ausgelaufenen Kondensator.
Ohne den würde ich den Drucker nicht dauerhaft betreiben.
Da ist dann wohl pulsierende Gleichspannung, die bis Null runtergeht.


--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong var_at_schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
http://www.schellong.de/htm/audio_proj.htm
http://www.schellong.de/htm/audio_unsinn.htm

olaf
Guest

Wed Mar 18, 2020 4:45 pm   



Gert Bass <me_at_privacy.net> wrote:


>Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da?

Er sorgt fuer eine vernuenftige Gleichspannung.

Quote:
Sind da weitere
Schäden zu erwarten, wenn ich ihn so betreibe und was kann passieren?


Mal abgesehen davon das so ein Kondensator fuer eine einwandfeie
Funktion auch ganz nett ist, der ausgelaufene Elkosaft ist aetzend und
zerstoert jetzt deine Platine.

Olaf

Manuel Reimer
Guest

Wed Mar 18, 2020 5:45 pm   



On 18.03.20 15:52, Gert Bass wrote:
Quote:
Dieser sitzt genau hinter den 110V Gleichrichterdioden, also noch vor
dem Übertrager. Der kleinere Kondensator für die Glättung nach der
Wandlung ist noch heil.

Wenn ich den Drucker an 110V anschließe, funktioniert er aber
tadellos...


Für's Protokoll: Der Drucker ist dir scheinbar nicht allzu viel Wert.

Ein geeigneter Elko hätte ohne Probleme aus nahezu jedem beliebigen
Schaltnetzteil entnommen werden können, denn jeder Elko ist besser als
keiner. Ein Elko in einem 230V-Netzteil geht natürlich auch in einem
110V-Gerät.

Und bevor weitere gefährliche Versuche gemacht werden: Das Gerät darf
auch mit 300V-Elko nicht an 230V direkt betrieben werden!!!

Ich hätte nichtmal versucht den Drucker ohne ein offensichtlich
ausgefallenes Bauteil in Betrieb zu nehmen. Tipp: Die bauen die Dinger
da nicht rein weil die nicht wussten wo sie die ansonsten entsorgen sollten.

Quote:
Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da? Sind da weitere
Schäden zu erwarten, wenn ich ihn so betreibe und was kann passieren?


Ein Schaltnetzteil arbeitet auch auf Primärseite bereits mit
Gleichspannung, die dann primärseitig wieder auf eine hochfrequente
Wechselspannung (paar kHz) zerhackt wird. Das geht dann auf den Trafo.
Üblicherweise passiert das über einen Regelkreis der via Optokoppler auf
die sekundärseitige Spannung gekoppelt wird.

Ohne den Elko hat dein Schaltnetzteil nun primäerseitig alles andere als
eine saubere Gleichspannung. Ehrlich gesagt wundert mich das das Ding so
überhaupt läuft.

Wenn nun wegen der stark schwankenden Eingangsspannung (ausgelegt waren
die Bauteile ja für Gleichspannung, deshalb der dicke Elko) deutlich
häufiger nachgeregelt werden muss oder es sogar teilweise zum
Aufschwingen führt, dann befindet sich das Mosfet vor dem Trafo deutlich
häufiger nicht in Sättigung als bei der Auslegung vorgesehen. Die
Kühlung reicht dann nicht und das Teil brennt dir irgendwann durch.

Gruß

Manuel

Gert Bass
Guest

Wed Mar 18, 2020 7:45 pm   



>Für's Protokoll: Der Drucker ist dir scheinbar nicht allzu viel Wert.

Ja, ist halt ein älterer Tintendrucker, die sind ja per se nicht viel
Wert. Es war aber extrem wichtig, diese paar Seiten zu drucken und
keinerlei schnelle und einfache Alternative vorhanden. Ein Trafo aber
schon!

Quote:
Ein geeigneter Elko hätte ohne Probleme aus nahezu jedem beliebigen
Schaltnetzteil entnommen werden können, denn jeder Elko ist besser als
keiner. Ein Elko in einem 230V-Netzteil geht natürlich auch in einem
110V-Gerät.


Danke, gut erklärt. Zuhause hätte ich solche Möglichkeiten gehabt.

Quote:
Und bevor weitere gefährliche Versuche gemacht werden: Das Gerät darf
auch mit 300V-Elko nicht an 230V direkt betrieben werden!!!


Ist mir klar, hätte liebend gerne auf eine 230V - Netzteilplatine
umgerüstet, aber wie gesagt, Aufwand und Wert stehen in keinem guten
Verhältnis.

>Ich hätte nichtmal versucht den Drucker ohne ein offensichtlich

Wie gesagt, Notfall und Glück im Pech gehabt - die Netzteilplatine ist
auch so verbaut, dass eine Schnellreparatur oder wenigstens Begutachtung
auch in der Nähe einer Werkstatt nicht zeitig hätte stattfinden können.

Quote:
eine saubere Gleichspannung. Ehrlich gesagt wundert mich das das Ding so
überhaupt läuft.


Hat mich auch sehr gewundert - vielleicht ist der Kondensator nicht
komplett "leer" und hat noch ein paar µF?


Danke für Deine Erklärungen! Smile

Sebastian Wolf
Guest

Wed Mar 18, 2020 7:45 pm   



Am 18.03.2020 um 18:46 schrieb Gert Bass:

Quote:
Hat mich auch sehr gewundert - vielleicht ist der Kondensator nicht
komplett "leer" und hat noch ein paar µF?


Davon ist auszugehen.

Joerg
Guest

Thu Mar 19, 2020 12:45 am   



On 2020-03-18 07:52, Gert Bass wrote:
Quote:
Hallo,

durch eine dumme Ablenkung habe ich einen Drucker für 110V (US) an 220V
angeschlossen - daraufhin ein Popp und Zischen gehört, und - die Hand am
Stecker - den Fehler realisiert.

Zwar ist der Elektrolyt richtig rausgelaufen, also aus dem Boden des
Geräts, und da war doch eine Menge in dem großen 220µF 200V Kondensator.

Dieser sitzt genau hinter den 110V Gleichrichterdioden, also noch vor
dem Übertrager. Der kleinere Kondensator für die Glättung nach der
Wandlung ist noch heil.

Wenn ich den Drucker an 110V anschließe, funktioniert er aber
tadellos...


Das ist doch mal Qualitaet! Es scheppert, Zeug fliegt raus, es suppt,
aber die Kiste funktioniert weiter. Die Frage ist aber, ob er nur noch
so gerade eben laeuft.


Quote:
Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da?


Das ist vermutlich die Power Factor Correction (PFC), eine Art
Vorregler, der den Stromfluss sinusfoermig macht.


Quote:
... Sind da weitere
Schäden zu erwarten, wenn ich ihn so betreibe und was kann passieren?


Vermutlich nicht, aber der Drucker wird dann viel Muell ins Stromnetz
reinrotzen. Mit viel Pech kommt irgendwann ein Einsatzwagen der
Stromreinheitsueberwachungspolizei angeduest :-)

Spendiere ihm doch einen neuen Elko. Es kann natuerlich sein, dass es in
der PFC-Stufe noch anderes mitgerissen hat, etwa den FET oder das
Steuerungs-IC. Manchmal ist dort aber nur eine Drossel verbaut.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Wolfgang Martens
Guest

Thu Mar 19, 2020 1:45 am   



Am 18.03.2020 um 16:29 schrieb olaf:
Quote:
... der ausgelaufene Elkosaft ist aetzend und
zerstoert jetzt deine Platine.


Und leitfähig ist er auch noch.
Wegwaschen!

mfG W.Martens

Sebastian Wolf
Guest

Thu Mar 19, 2020 5:45 am   



Am 19.03.2020 um 00:42 schrieb Joerg:

Quote:
Das ist vermutlich die Power Factor Correction (PFC), eine Art
Vorregler, der den Stromfluss sinusfoermig macht.


Bei einem alten Tintenstrahldrucker sicher nicht.

horst-d.winzler
Guest

Thu Mar 19, 2020 5:45 am   



Am 19.03.20 um 00:45 schrieb Wolfgang Martens:
Quote:
Am 18.03.2020 um 16:29 schrieb olaf:
... der ausgelaufene Elkosaft ist aetzend und
zerstoert jetzt deine Platine.

Und leitfähig ist er auch noch.
Wegwaschen!

mfG W.Martens


Und ätzend auch noch. Sorgfältig mit einem Gemisch aus Isopropanol und
destilliertem Wasser abwaschen.

--
---hdw---

olaf
Guest

Thu Mar 19, 2020 7:45 am   



horst-d.winzler <horst.d.winzler_at_web.de> wrote:

Quote:
Am 19.03.20 um 00:45 schrieb Wolfgang Martens:
Am 18.03.2020 um 16:29 schrieb olaf:
... der ausgelaufene Elkosaft ist aetzend und
zerstoert jetzt deine Platine.

Und leitfähig ist er auch noch.
Wegwaschen!

mfG W.Martens

Und ätzend auch noch. Sorgfältig mit einem Gemisch aus Isopropanol und
destilliertem Wasser abwaschen.


Und leitfaehig auch noch!

Ist noch frueh oder? :-D

Olaf

Holger
Guest

Thu Mar 19, 2020 9:45 am   



Am 19.03.20 um 00:42 schrieb Joerg:

Quote:
Das ist doch mal Qualitaet! Es scheppert, Zeug fliegt raus, es suppt,
aber die Kiste funktioniert weiter. Die Frage ist aber, ob er nur noch
so gerade eben laeuft.


Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da?


Das ist vermutlich die Power Factor Correction (PFC), eine Art
Vorregler, der den Stromfluss sinusfoermig macht.


Geräte dieser Art haben keinen PFC. Der Elko war der Ladeelko hinter dem
Brückengleichrichter. Ich würde das Gerät reinigen und den Elko
ersetzen. Nicht an 230 Volt betreiben, wenn nach Typenschild nicht dazu
gedacht. Also Trenntrafo benutzen und auf 110 Volt laufen lassen. Oder
als Ersatzteil ein Netzteil für europäische Netzspannungen besorgen,
wenn das zu vernünftigen Preisen lieferbar ist. Ansonsten via Ebay in
den USA anbieten, wenn das Gerät wieder läuft.

Holger

Manuel Reimer
Guest

Thu Mar 19, 2020 1:45 pm   



On 19.03.20 09:39, Holger wrote:
Quote:
Ansonsten via Ebay in
den USA anbieten, wenn das Gerät wieder läuft.


Wird sich kaum lohnen. Die meisten Tintenstrahler sind doch nur noch für
die Mülltonne konstruiert. Es sei denn es wäre ein besonderes Gerät aus
dem Office-Umfeld. In dem Fall gibt es aber dann oft auch Ersatzteile
(wenn auch oft aus ausgeschlachteten Geräten) und man könnte mit
passendem Netzteil-Modul auf 230V umrüsten.

Gruß

Manuel

Gert Bass
Guest

Thu Mar 19, 2020 2:45 pm   



Quote:
Das ist doch mal Qualitaet! Es scheppert, Zeug fliegt raus, es suppt,
aber die Kiste funktioniert weiter. Die Frage ist aber, ob er nur noch


Darum kommt er auch nach 10 Jahren immer wieder zum Einsatz und seit
fast genauso lange frisst er immer noch die inzwischen (nur) halbleeren
generischen Tinten aus 100ml Flaschen, die damals wohl so 25€ kosteten.

Quote:
Was ist denn jetzt das Problem bzw. wozu war er denn da?


Das ist vermutlich die Power Factor Correction (PFC), eine Art
Vorregler, der den Stromfluss sinusfoermig macht.


So edel ist das nicht.

https://www.missingcord.com/images/MFC-6490CWpowersupply.jpg

der Kaputte ist der Große links.

Das Modul ist ein mpw6730 von Brother.

Gert Bass
Guest

Thu Mar 19, 2020 3:45 pm   



Quote:

Und ätzend auch noch. Sorgfältig mit einem Gemisch aus Isopropanol und
destilliertem Wasser abwaschen.


Trifft sich gut, damit ist ja momentan eh die Badewanne voll ;-)

Das leicht schlecht riechende, braune Öl lies sich allein mit warmem
Wasser unterm Hahn gut abwaschen, d.h. es war wasserlöslich. Muss ja mit
dem Iso sparen Wink

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