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Schaltpläne für Elektrobaukasten

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Schaltpläne für Elektrobaukasten

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Martin Laabs
Guest

Mon Jan 18, 2010 10:49 am   



Hallo,

Ulrich G. Kliegis <diesemailadressevonUlliistzwaretwaslangabersieisttrotzdemgueltig_at_kliegis.de> wrote:
Quote:
On Fri, 15 Jan 2010 23:33:34 +0100, Frank Buss <fb_at_frank-buss.de
wrote in de.sci.electronics:

Ich
kann mich noch dunkel an meinen Kosmos Baukasten vor ewigen Zeiten erinnern
und da war z.B. ein Transistor mit Wehren und Wasser beschrieben.

Das war sehr einprägsam. Mein Physiklehrer war damals immer auf der
Suche nach einem erklärbaren Modell. Also habe ich ihm das gezeigt.
Überraschenderweise (damals für mich) bemäkelte er dann aber, daß das
dem Mechanismus der Ladungsträgerzufuhr nicht so richtig entspreche,

Wen man sowas versucht den Schülern im Physikunterricht beizubringen
halte ich das für vergeudete Physikstunden. Ich habe es damals nicht ver-
standen obwohl ich gut in Physik war *und* es auch verstehen wollte. Selbst
als ich es noch ein paar mal nachgelesen habe konnte ich mir keinen Reim
drauf machen. Selbst das mit der Diode und den Raumladungszonen war fast
nicht zu duchschauen. (Warum sollten sich denn die Elektronen und Löcher
nicht anziehen und flux rekombinieren?)
Verstanden habe ich es erst im Studium als uns das ganze drum herum mit
den Potentialen und die Potentialtopf"theorie" erklärt hat.
Wenn sowas im Physikunterricht öfters vorkommt kann ich gut nachvollziehen,
dass sich viele Schüler davon abwenden.

Viele Grüße,
Martin L.

Bernd Laengerich
Guest

Mon Jan 18, 2010 11:50 am   



Ralf Haboldt schrieb:

Quote:
Da gab es dann wohl verschiedene Versionen: Meine Kosmoskästen (Radio
und Elektronik) waren ohne Platinen, die Transistoren wurden mit
speziell gebogenen Füßen in die Steckfedern gesteckt. Mein Phillips

Ja, genau die kenne ich auch. Grellbunte Plastiksteckbretter mit den
Federklemmen drin. Die spätere X-Serie (graue Kunststoffsteckbretter) hatte
dann die Transistoren auf Platinchen mit Lötnägeln unten dran zum Einstecken
in die Federn. Vermutlich sind zu viele Anschlußdrähte abgespielt worden und
die Kosmos-Transistoren waren ja sooo teuer...

Bernd

Uwe Hercksen
Guest

Mon Jan 18, 2010 3:51 pm   



Ulrich G. Kliegis schrieb:

Quote:
Bei Jugend forscht traf ich dann einen, der hatte das Prinzip
umgedreht: Eine große Sammlung von Bauelementen hinter einer
Riesenmatrix von Bananensteckerbuchsen, und dann entsprechende
Verdrahtungsmatrizen dazu, mit denen er mit einem kräftigen Hau-Ruck!
aus einem Verstärker z.B. ein Radio oder sogar einen Oszillographen
machen konnte. Hat sich erst später als FPGA durchgesetzt...

Hallo,

solche "Verdrahtungsmatrizen" hatten wir beim Analogteil des
Hybridrechners um die Integrierer und Summierer zu verschalten.
Die massive Alutafel mit den eingesteckten Verbindungsleitungen wurde
motorisch in die Kontakte eingefahren, mit Hauruck ging da nichts mehr.

Bye

Uwe Hercksen
Guest

Mon Jan 18, 2010 4:00 pm   



Martin Laabs schrieb:

Quote:
drauf machen. Selbst das mit der Diode und den Raumladungszonen war fast
nicht zu duchschauen. (Warum sollten sich denn die Elektronen und Löcher
nicht anziehen und flux rekombinieren?)

Hallo,

in der LED rekombinieren sie ja auch um ein Photon zu generieren. Beim
Vergleich Diode und LED kommt man mit einfachen Modellen wohl nicht
weiter. Beide lassen den Strom nur in einer Richtung fliessen, aber
Licht erzeugen kann nur die LED und warum kommt da nur eine bestimmte
materialabhängige Wellenlänge heraus?

Bye

Ansgar Strickerschmidt
Guest

Tue Jan 19, 2010 9:59 am   



Also schrieb Uwe Hercksen:

Quote:


Martin Laabs schrieb:

drauf machen. Selbst das mit der Diode und den Raumladungszonen war fast
nicht zu duchschauen. (Warum sollten sich denn die Elektronen und Löcher
nicht anziehen und flux rekombinieren?)

Hallo,

in der LED rekombinieren sie ja auch um ein Photon zu generieren. Beim
Vergleich Diode und LED kommt man mit einfachen Modellen wohl nicht
weiter. Beide lassen den Strom nur in einer Richtung fliessen, aber
Licht erzeugen kann nur die LED und warum kommt da nur eine bestimmte
materialabhängige Wellenlänge heraus?

man bandluecke
Bei dotiertem Silizium liegt die Strahlung halt weiiiit im Infraroten...

Ansgar

--
*** Musik! ***

Uwe Hercksen
Guest

Tue Jan 19, 2010 10:49 am   



Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Quote:
Bei dotiertem Silizium liegt die Strahlung halt weiiiit im Infraroten...

Hallo,

vermutlich soweit das das Silizium die Photonen nichtmal aus dem
Kristall herauslässt...

Bye

Uwe Hercksen
Guest

Tue Jan 19, 2010 10:56 am   



Helmut Wabnig schrieb:

Quote:
Die Physikprofessorin am Realgymnasium Feldkirchen in Kärnten
erklärte, daß Eisen keinen Strom leitet.
Die Kinder konnten sie nicht überzeugen,
Eltern mußten aufmarschieren.

Hallo,

glücklicherweise war es ja keine Universitätsprofessorin sondern nur
eine Gymnasialprofessorin, aber immer noch schlimm genug.
Man hätte vielleicht mit ihr zum nächsten Weidezaun gehen sollen und sie
über ein Stück Eisendraht den Zaun berühren lassen. Vorher noch den
Boden gut nass machen und sie die Schuhe ausziehen lassen.
"Die Medizin muß bötter schmecken, sonst wirkt sie nicht!"
Fragt sich welche Metalle man noch alle für den glorreichen
Selbstversuch hätte bereitstellen müssen, nicht das es im nächsten
Schuljahr weiter geht: "Zinn leitet keinen Strom".

Bye

Ansgar Strickerschmidt
Guest

Tue Jan 19, 2010 11:06 am   



Also schrieb Uwe Hercksen:

Quote:


Ansgar Strickerschmidt schrieb:

Bei dotiertem Silizium liegt die Strahlung halt weiiiit im Infraroten...

Hallo,

vermutlich soweit das das Silizium die Photonen nichtmal aus dem
Kristall herauslässt...

Nunja. Es wird halt warm. Smile)

Ansgar

--
*** Musik! ***

Ralph A. Schmid, dk5ras
Guest

Tue Jan 19, 2010 11:29 am   



"Ansgar Strickerschmidt" <dropspamhere.stargar_at_arcor.de> wrote:

Quote:
Bei dotiertem Silizium liegt die Strahlung halt weiiiit im Infraroten...

Soll doch gemütlich sein :)


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Knut Schottstädt
Guest

Tue Jan 19, 2010 12:11 pm   



Am Tue, 19 Jan 2010 10:56:48 +0100 schrieb Uwe Hercksen:
Quote:
Helmut Wabnig schrieb:
Die Physikprofessorin am Realgymnasium Feldkirchen in Kärnten erklärte,
daß Eisen keinen Strom leitet. Die Kinder konnten sie nicht überzeugen,
Eltern mußten aufmarschieren.
....
muß bötter schmecken, sonst wirkt sie nicht!" Fragt sich welche Metalle
man noch alle für den glorreichen Selbstversuch hätte bereitstellen
müssen, nicht das es im nächsten Schuljahr weiter geht: "Zinn leitet
keinen Strom".

Vielleicht kommt sie ja aus der Astrophysik und hat die Sache mit den
Metallen / der Metallizität in den flaschen Hals bekommen. ;)

--
MfG Knut

Marcel Müller
Guest

Tue Jan 19, 2010 3:43 pm   



Hallo,

Joerg wrote:
Quote:
Volle Zustimmung. Es geht darum Interesse zu wecken. Ob das hinterher
vom Sohnemann weiterverfolgt wird oder nicht, egal, er lernt dadurch
dass man durchaus Sachen selbst bauen kann.

jein, ich teile durchaus einige der Bedenken, wobei ich nicht primär das
mangelnde Verständnis als vielmehr die kindliche Schusseligkeit bzw. die
Neugier als Risiko sehe. So ein Transistor lässt sich halt auch mit 3V
schon schnell grillen, wenn man mal den Basisvorwiderstand vergisst. Ich
meine da passiert selbst mir als altem Hasen noch manchmal, das ich bei
einer Testschaltung etwas falsch anschließe. Es geht zwar nicht am
ersten Tag gleich alles kaputt, aber wenn das Zeug erst mal hin ist,
fliegt es halt auch gerne mal in die Ecke und staubt zu. Das wäre dann
nicht unbedingt zielführend.
Ich meine ich bin ja normalerweise kein Verfechter von 'kindgerechten'
Gebrauchsgegenständen, denn lernen müssen sie es so oder so, aber ein
wenig auf Robustheit sollte man bei der Auswahl gerade in relativ frühem
Alter schon achten. Vor allem dann, wenn die Gefahr so wenig greifbar
und vorstellbar ist wie beim Strom, und auf das Verständnis eben noch
nicht gebaut werden kann.
74xx mit 4,5V betrieben verdauen z.B. alles außer umpolen schon eine
Weile. LEDs kann man einen kleinen Zwangsvorwiderstand verlöten, damit
sie nicht sofort hops gehen. Und bei Transistoren geht es Notfalls auch
mit einem festgelöteten Basisvorwiderstand von vielleicht 22Ohm. Damit
kann man natürlich nicht mehr jede Schaltung bauen, aber das ist am
Anfang möglicherweise auch egal.


Quote:
Spaeter im Studium fiel es
mir auf: Kids aus reichen Haushalten wo aber auch alles vom Handwerker
erledigt wurde waren im praktischen Aufbau von Geraeten meist deutlich
ungeschickter als andere.

Wobei man ja selbst zu meiner Studienzeit beim Aufbau der echten
Messapparaturen (nicht das Zeug für die Praktika) eher Programmieren
können musste...


Marcel

Joerg
Guest

Tue Jan 19, 2010 6:47 pm   



Marcel Müller wrote:
Quote:
Hallo,

Joerg wrote:
Volle Zustimmung. Es geht darum Interesse zu wecken. Ob das hinterher
vom Sohnemann weiterverfolgt wird oder nicht, egal, er lernt dadurch
dass man durchaus Sachen selbst bauen kann.

jein, ich teile durchaus einige der Bedenken, wobei ich nicht primär das
mangelnde Verständnis als vielmehr die kindliche Schusseligkeit bzw. die
Neugier als Risiko sehe. So ein Transistor lässt sich halt auch mit 3V
schon schnell grillen, wenn man mal den Basisvorwiderstand vergisst. Ich
meine da passiert selbst mir als altem Hasen noch manchmal, das ich bei
einer Testschaltung etwas falsch anschließe. Es geht zwar nicht am
ersten Tag gleich alles kaputt, aber wenn das Zeug erst mal hin ist,
fliegt es halt auch gerne mal in die Ecke und staubt zu. Das wäre dann
nicht unbedingt zielführend.
Ich meine ich bin ja normalerweise kein Verfechter von 'kindgerechten'
Gebrauchsgegenständen, denn lernen müssen sie es so oder so, aber ein
wenig auf Robustheit sollte man bei der Auswahl gerade in relativ frühem
Alter schon achten. Vor allem dann, wenn die Gefahr so wenig greifbar
und vorstellbar ist wie beim Strom, und auf das Verständnis eben noch
nicht gebaut werden kann.
74xx mit 4,5V betrieben verdauen z.B. alles außer umpolen schon eine
Weile. LEDs kann man einen kleinen Zwangsvorwiderstand verlöten, damit
sie nicht sofort hops gehen. Und bei Transistoren geht es Notfalls auch
mit einem festgelöteten Basisvorwiderstand von vielleicht 22Ohm. Damit
kann man natürlich nicht mehr jede Schaltung bauen, aber das ist am
Anfang möglicherweise auch egal.


Wobei man heute im Laden um die Ecke mal eben 15 neue Transistoren fuer
unter $3 nachkaufen kann:

http://www.radioshack.com/product/index.jsp?productId=2062586

Das war in meiner Kindheit anders, da legte man soviel Geld fuer einen
auf den Tisch und das war damals viel mehr wert.


Quote:

Spaeter im Studium fiel es mir auf: Kids aus reichen Haushalten wo
aber auch alles vom Handwerker erledigt wurde waren im praktischen
Aufbau von Geraeten meist deutlich ungeschickter als andere.

Wobei man ja selbst zu meiner Studienzeit beim Aufbau der echten
Messapparaturen (nicht das Zeug für die Praktika) eher Programmieren
können musste...


Dann bist Du juenger als ich :-)

Einer meiner bezahlten Jobs neben dem Studium war das Erstellen von
Schaltungen und Aetzschablonen zum Selbstbau von Messgeraeten. Anfang
80er. Da waren interessante Sachen bei, inklusive einem Spektrumanalyzer
bis 1MHz der weniger als 50 Maerker kostete. uC und so gab es darin
nicht, das waere auch viel zu teuer geworden. Ok, der Spektrumanalyzer
hatte eine Moeglichkeit ueber einen Commodore PET den Spiegel aus der
Direktmischung wegzurechnen. Aber das hat kein einziger der Nachbauer
getan, denn PET und Apple II waren fuer den Durchschnitts-Studiosus
unerschwinglich. Man brauchte nur ein einfaches Oszilloskop und wenn ich
mich recht erinnere hatten die meisten damals ein russisches vom Conrad
oder so.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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Use another domain or send PM.

Günther Dietrich
Guest

Tue Jan 19, 2010 7:23 pm   



Marcel Müller <news.5.maazl_at_spamgourmet.com> wrote:

Quote:
Joerg wrote:
Volle Zustimmung. Es geht darum Interesse zu wecken. Ob das hinterher
vom Sohnemann weiterverfolgt wird oder nicht, egal, er lernt dadurch
dass man durchaus Sachen selbst bauen kann.

Ein seltener Fall, in dem das Jörg mal was schreibt, dem ich zustimmen
kann.


Quote:
jein, ich teile durchaus einige der Bedenken, wobei ich nicht primär das
mangelnde Verständnis als vielmehr die kindliche Schusseligkeit bzw. die
Neugier als Risiko sehe. So ein Transistor lässt sich halt auch mit 3V
schon schnell grillen, wenn man mal den Basisvorwiderstand vergisst. Ich
meine da passiert selbst mir als altem Hasen noch manchmal, das ich bei
einer Testschaltung etwas falsch anschließe. Es geht zwar nicht am
ersten Tag gleich alles kaputt, aber wenn das Zeug erst mal hin ist,
fliegt es halt auch gerne mal in die Ecke und staubt zu. Das wäre dann
nicht unbedingt zielführend.

Als ich meinen EE1010 und EE1011 bekam, war ich sieben Jahre alt. Das
einzige Teil, das ich - erst nach Jahren der Nutzung - durch
Schusseligkeit kaputt bekommen habe, war der BF194. Das war aber auch
kein Beinbruch, obwohl Halbleiter damals noch wesentlich teurer waren,
als heute. Ein Kumpel brachte mir vom Radio-RIM ein Ersatzexemplar mit,
das kostete mich ein paar Mark fünfzig, was schon ein rechtes Loch ins
Taschengeld-Budget riss. Aber es war es mir wert. Von in die Ecke
schmeißen keine Spur. Und es war auch gleich noch ein Erfolgserlebnis,
dass, nachdem ich die Trümmer des Originals aus- und den neuen
Transistor auf der Trägerplatine eingelötet hatte, alles wieder wie
erwartet funktionierte.
Das war insgesamt ein Erlebnis, aus dem ich viel mehr gelernt habe, als
daraus, nur die vorgefertigten Schaltungen nachzubauen.


Quote:
Ich meine ich bin ja normalerweise kein Verfechter von 'kindgerechten'
Gebrauchsgegenständen, denn lernen müssen sie es so oder so, aber ein
wenig auf Robustheit sollte man bei der Auswahl gerade in relativ frühem
Alter schon achten.

"Kindgerecht" -- das wäre damals das Braun-Lectron-Zeug gewesen. War
sauteuer und wenn man mehr als vier von den Würfeln zusammengesetzt
hatte, war der Kontakt zwischen der ersten schon wieder weg. Da hat man
mehr Zeit damit verbracht, die Würfel an allen Ecken und Enden wieder
zusammenzuschieben, bis endlich alle Verbindungen Kontakt hatten, als
mit dem eigentlichen Aufbau. Man wusste nie, ob eine Schaltung einen
Fehler hatte, oder ob bloß wieder Kontakte schlecht waren.
Ein Klassenkamerad hatte einiges davon und anfangs war ich ziemlich
neidisch. Aber nach einigen wenigen Experimenten war der Neid ganz
schnell weg und ich war froh über meine kruden Philips-Kästen. Deren
Fingerkiller-Federn gaben _immer_ Kontakt. Auch die KOSMOS-Kästen waren
da bezüglich Kontaktqualität weit abgeschlagen.


Quote:
Vor allem dann, wenn die Gefahr so wenig greifbar
und vorstellbar ist wie beim Strom, und auf das Verständnis eben noch
nicht gebaut werden kann.
74xx mit 4,5V betrieben verdauen z.B. alles außer umpolen schon eine
Weile. LEDs kann man einen kleinen Zwangsvorwiderstand verlöten, damit
sie nicht sofort hops gehen. Und bei Transistoren geht es Notfalls auch
mit einem festgelöteten Basisvorwiderstand von vielleicht 22Ohm. Damit
kann man natürlich nicht mehr jede Schaltung bauen, aber das ist am
Anfang möglicherweise auch egal.

Örks. Wie soll ein Kind die Realität kennenlernen, wenn man ihm alle
Fehlermöglichkeiten vorenthält?



Grüße,

Günther

Joerg
Guest

Tue Jan 19, 2010 7:54 pm   



Günther Dietrich wrote:
Quote:
Marcel Müller <news.5.maazl_at_spamgourmet.com> wrote:

Joerg wrote:
Volle Zustimmung. Es geht darum Interesse zu wecken. Ob das hinterher
vom Sohnemann weiterverfolgt wird oder nicht, egal, er lernt dadurch
dass man durchaus Sachen selbst bauen kann.

Ein seltener Fall, in dem das Jörg mal was schreibt, dem ich zustimmen
kann.


Oh, muss ich im Kalender markieren :-)

Quote:

jein, ich teile durchaus einige der Bedenken, wobei ich nicht primär das
mangelnde Verständnis als vielmehr die kindliche Schusseligkeit bzw. die
Neugier als Risiko sehe. So ein Transistor lässt sich halt auch mit 3V
schon schnell grillen, wenn man mal den Basisvorwiderstand vergisst. Ich
meine da passiert selbst mir als altem Hasen noch manchmal, das ich bei
einer Testschaltung etwas falsch anschließe. Es geht zwar nicht am
ersten Tag gleich alles kaputt, aber wenn das Zeug erst mal hin ist,
fliegt es halt auch gerne mal in die Ecke und staubt zu. Das wäre dann
nicht unbedingt zielführend.

Als ich meinen EE1010 und EE1011 bekam, war ich sieben Jahre alt. Das
einzige Teil, das ich - erst nach Jahren der Nutzung - durch
Schusseligkeit kaputt bekommen habe, war der BF194. Das war aber auch
kein Beinbruch, obwohl Halbleiter damals noch wesentlich teurer waren,
als heute. Ein Kumpel brachte mir vom Radio-RIM ein Ersatzexemplar mit,
das kostete mich ein paar Mark fünfzig, was schon ein rechtes Loch ins
Taschengeld-Budget riss. Aber es war es mir wert. Von in die Ecke
schmeißen keine Spur. ...


EE1010? Ihr seid alles junge Spunde. Bei mir gab's noch gar keine
B-irgendwas Transistoren. Wenn ein Bein am AF116 abbrach war das
finanziell eine mittlere Katastrophe. Die AC127 konnte man leicht
ueberlasten, irgendwann brach ich die Philips-Linientreue und kaufte mir
einen TF80 von Siemens. Mit orischinol Loetfahnen dran. Der hatte mehr
Mumm und es konnten keine Beinchen abbrechen.

Hier muss ich aber zugeben dass ich das ganze in die Ecke schmiss als
ich so 9-10 war. Aber die Neugier war geweckt und mit etwa 13 fing ich
wieder an zu basteln. Diesmal aber richtig, mit Bauteilen aus
Sperrmuellgeraeten, italienischem Loetkolben ohne Schutzerde <grusel>,
Roehren und allem PiPaPo.


Quote:
... Und es war auch gleich noch ein Erfolgserlebnis,
dass, nachdem ich die Trümmer des Originals aus- und den neuen
Transistor auf der Trägerplatine eingelötet hatte, alles wieder wie
erwartet funktionierte.
Das war insgesamt ein Erlebnis, aus dem ich viel mehr gelernt habe, als
daraus, nur die vorgefertigten Schaltungen nachzubauen.


Ich meine ich bin ja normalerweise kein Verfechter von 'kindgerechten'
Gebrauchsgegenständen, denn lernen müssen sie es so oder so, aber ein
wenig auf Robustheit sollte man bei der Auswahl gerade in relativ frühem
Alter schon achten.

"Kindgerecht" -- das wäre damals das Braun-Lectron-Zeug gewesen. War
sauteuer und wenn man mehr als vier von den Würfeln zusammengesetzt
hatte, war der Kontakt zwischen der ersten schon wieder weg. Da hat man
mehr Zeit damit verbracht, die Würfel an allen Ecken und Enden wieder
zusammenzuschieben, bis endlich alle Verbindungen Kontakt hatten, als
mit dem eigentlichen Aufbau. Man wusste nie, ob eine Schaltung einen
Fehler hatte, oder ob bloß wieder Kontakte schlecht waren.
Ein Klassenkamerad hatte einiges davon und anfangs war ich ziemlich
neidisch. Aber nach einigen wenigen Experimenten war der Neid ganz
schnell weg und ich war froh über meine kruden Philips-Kästen. Deren
Fingerkiller-Federn gaben _immer_ Kontakt. Auch die KOSMOS-Kästen waren
da bezüglich Kontaktqualität weit abgeschlagen.


Einen Vorteil hatten diese Kosmoskaesten. Wer stolzer Loetkolbenbesitzer
war und mit dem Dingen als Kind umgehen konnte der war fein raus. Da
konnte man den anderen die Ersatzbauteile reinloeten und bekam dafuer
was von deren Weihnachtsteller oder sonstwas ab. Oder Deals wie "Du
flickst mir den Fahrradschlauch und ich loetet Dir dafuer den
Kosmos-Kram ein" :-)

Wenn ich dran denke dass mein Loetkolben ungeerdet war wundert mich
wieso das hinterher alles funktioniert hat.

[...]

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

"gmail" domain blocked because of excessive spam.
Use another domain or send PM.

Axel Berger
Guest

Wed Jan 20, 2010 12:17 am   



*Joerg* wrote on Tue, 10-01-19 18:47:
Quote:
Wobei man heute im Laden um die Ecke mal eben 15 neue Transistoren fuer
unter $3 nachkaufen kann:

Ja? Vor 1990 gab es solche Ecken in Aachen und in Jülich. Heute gibt's
Web und Versand. Das hat viele Vorteile, aber geht eben nicht schnell
noch vor halb sieben. Daß die Hemmschwelle, für drei Transistoren die
Versandpauschale zu bezahlen, größer ist als die, sich in Belgien
oder Eilendorf mal eben noch mal nach Aachen ins Auto setzen, kommt,
noch dazu.

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