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Synchronmotor bedaempfen

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Michael Koch
Guest

Wed Mar 03, 2010 9:03 am   



Hi,

Quote:
_Wenn_ ich einen Sensor hätte, mit dem ich die Phase mit ausreichender
Genauigkeit sehen würde (und dazu müsste er an der Scheibe schauen),
dann würde ich damit immernoch lieber bei konstanter Frequenz den
Strom nach der Phase regeln als die Frequenz und indirekt die
Spannung.

Es genügt wenn du den AC-Anteil der Endstufen-Stromaufnahme misst und
damit die Phase modulierst.

Gruss
Michael

Rolf Bombach
Guest

Wed Mar 03, 2010 11:00 pm   



Michael Eggert schrieb:
Quote:
Rolf Bombach<rolfnospambombach_at_invalid.invalid> wrote:

Moin!

Wissen die Mechanikerlehrlinge schon, dass sie eine Chopperscheibe
feilen dürfen?

Nein, noch physikalischer. :-)

In den Erbstücken Demtröder dürfte noch was ähnliches rumliegen.
Dort wurde eine Turbomolekularpumpe umgebaut. Ging dann aber bis
75kRPM.

Welcher Scheibendurchmesser?

Nach 25 Jahren ausm Gedächtnis? 15cm vielleicht. Material weiss
ich nicht mehr, aber das war an der Grenze der Belastbarkeit.
Das Ganze war ein Chopper, der nur kurz das Licht unterbricht.
Nur so eine 2 mm Nadel stand vor, daneben kleine Einkerbungen
nach innen, um auszuwuchten. Der Antriebsteil stammte von einer
kleinen Balzers-Turbopumpe, die Scheibe war im Vakuum, allein
schon wegen der Luftreibung.

--
mfg Rolf Bombach

Michael Eggert
Guest

Thu Mar 04, 2010 11:31 pm   



vsbosch_at_t-online.de (Volker Bosch) wrote:

Moin!

Quote:
In der guten alten Zeit hat man
die Synchronmaschinen aus diesem Grund mit einem Dämpferkäfig ausgerüstet,
also praktisch in die Polschuhe der Magnete Kurzschlussstäbe wie bei einer
Asynchronmaschine eingesetzt.

Jetzt muss ich doch nochmal nachfragen...

Der Motor hat wie gesagt 6 Spulen und 14 Magnete. Dadurch macht er
eine Rotorumdrehung je sieben Feldumdrehungen. Wie das funktioniert,
sieht man hier auf den animierten Bildern:
http://www.aerodesign.de/peter/2001/LRK350/Warum_dreht_er_so.html

Wäre ein Dämpferkäfig hier überhaupt möglich?

Gruß,
Michael.

Volker Bosch
Guest

Sat Mar 06, 2010 9:19 am   



Hallo,

Michael Eggert <m.eggert.nul_at_web.de> wrote:

Quote:
Jetzt muss ich doch nochmal nachfragen...

Der Motor hat wie gesagt 6 Spulen und 14 Magnete. Dadurch macht er
eine Rotorumdrehung je sieben Feldumdrehungen.
(...)
Wäre ein Dämpferkäfig hier überhaupt möglich?

Warum nicht? Mir ist nicht bekannt, dass es für Asynchronmaschinen eine
obere Grenze für die Polpaarzahl gibt -- das Wirkungsprinzip des
Käfigläufers einer Asynchronmaschine und des Dämpferkäfigs einer
Synchronmaschine ist das selbe. Als Randbedingung würde ich allenfalls
sagen, dass der Abstand der Käfigstäbe nicht größer werden sollte als eine
Polteilung. Optimal wäre es natürlich, wenn mehrere Stäbe innerhalb einer
Polteilung liegen würden, was aber hier schwierig werden dürfte. Da aber,
wie ich schon mal hier schrieb, die gesinterten NdFeB-Magnete, die hier
offensichtlich verwendet werden (Indiz: Nickelbeschichtung), elektrisch
ziemlich gut leiten, sollte es die Dämpfungswirkung unterstützen, wenn Du
die Magnete möglichst großflächig miteinander verbindest.

--
****----*-------*-------*-------*-------*-------*-------*-------*----****
*\ Viele -- Volker Bosch \***
**\ Gruesse aus -- E-Mail: vsbosch_at_t-online.de \**
***\ Stuttgart -- http://www.s-line.de/homepages/bosch \*

Michael Eggert
Guest

Sat Mar 06, 2010 1:43 pm   



vsbosch_at_t-online.de (Volker Bosch) wrote:

Moin!

Quote:
Wäre ein Dämpferkäfig hier überhaupt möglich?

Warum nicht? Mir ist nicht bekannt, dass es für Asynchronmaschinen eine
obere Grenze für die Polpaarzahl gibt -- das Wirkungsprinzip des
Käfigläufers einer Asynchronmaschine und des Dämpferkäfigs einer
Synchronmaschine ist das selbe.

Nunja, bei einer Asynchronmaschine ist der Schlupf doch eigentlich
sehr gering. Und bei einer normalen Synchronmaschine ist der Schlupf
Null, so daß der Käfig - solange nichts pendelt - praktisch nicht
vorhanden ist.

Der Witz bei diesem Motor ist ja aber, daß die Polpaarzahlen von
Stator und Rotor unterschiedlich sind. Dadurch dreht sich der Rotor
eben nicht mit f/Polpaarzahl, sondern viel langsamer.
http://www.aerodesign.de/peter/2001/LRK350/Warum_dreht_er_so.html
Im Dämpferkäfig wird folglich reichlich Strom induziert, da er sich
nicht mit dem Feld mitdreht. Das riecht irgendwie nach ziemlich viel
Verlust- und Blindleistung.

Gruß,
Michael.

Volker Bosch
Guest

Sat Mar 06, 2010 3:18 pm   



Hallo Michael

Michael Eggert <m.eggert.nul_at_web.de> wrote:

Quote:
Nunja, bei einer Asynchronmaschine ist der Schlupf doch eigentlich
sehr gering. Und bei einer normalen Synchronmaschine ist der Schlupf
Null, so daß der Käfig - solange nichts pendelt - praktisch nicht
vorhanden ist.

Super, Du hast genau die Funktion des Dämpferkäfigs verstanden! Er soll ja
auch nur dämpfen, wenn sich Rotor und Statordurchflutung nicht mehr synchron
bewegen, sondern zueinander Schlupf haben. ;-)

Quote:
Der Witz bei diesem Motor ist ja aber, daß die Polpaarzahlen von
Stator und Rotor unterschiedlich sind.
eben nicht mit f/Polpaarzahl, sondern viel langsamer.
http://www.aerodesign.de/peter/2001/LRK350/Warum_dreht_er_so.html

Sorry, das ist absoluter Blödsinn! Wenn dem so wäre, könnte die Maschine
keinerlei mechanische Leistung abgeben, da nur Druchflutungswellen gleicher
Ordnungszahl Drehmomente erzeugen können!

Folgende Fehler stecken in der verlinkten Darstellung:

1. Bei einer Maschine in Dreieck- oder Sternschaltung kann unmöglich nur ein
einziger Strang bestromt werden, sondern grundsätzlich zwei (Stern) oder
drei (Dreieck) Stränge.

2. Warum wird die Funktion der Hilfszähne nicht erwähnt? Wenn die
überflüssig wären, könnte man sie doch weglassen und den Raum für die
Wicklung nutzen.

Zeichne Dir mal die gesamte Wicklung gemäß des hier abgebildeten
Wickelschemas http://www.torcman.de/motoren/manuals/anl_eco_200d_scr.pdf
ein. Nun bestrome die Klemmen A und C. Es wird der Strom I durch die roten
Spulen fließen und jeweils der Strom I/2 durch violett und grün. Es sieht
jetzt zwar so aus, als ob die beiden Spulen an A gleich bestromt werden. Da
jedoch der Absolutwert der beiden Ströme unterschiedlich ist, muss sich ein
Teil des erzeugten magn. Flusse über den Hilfszahn zwischen den Zähnen 1 und
11 schließen und bildet damit eine Pol mit entgegengesetztem Vorzeichen. Das
Spielchen wiederholt sich über den Umfang. Lediglich die Hilfszähne 4 und 10
bilden keine Magnetpole aus, da sie die Symmetrieache darstellen. Man kann
das aber auch so sehen, als ob über diesen beiden Zähnen Polpaare stehen.
Vermutlich glaubst Du mir das mit den Polpaaren über den Hilfszähnen 4 und
10 nicht. Dann zeichne Dir mal bitte die Durchflutungen über dem
abgewickelten Umfang auf, beispielsweise als Rechtecke mit eine Höhe, die
dem jeweiligen Strom proportional ist und lass' eine Fouriertransformation
darüberlaufen. Auch wenn diese beiden Polpaare (oder soll ich besser sagen
Schwingungsperidoden) fehlen, wird Dir M. Fourrier sagen, dass die
Periodenlänge der Grundschwingung ein Siebtel der Umfangslänge beträgt und
nicht ein Fünftel.

Und was sehen wir: Die Statordurchflutung bildet ebenfalls 7 Polpaare. So
ein Zufall aber auch -- waren unsere Altvorderen doch keine ausgemachten
Idioten...

Ein weiterer grober Schnitzer in der Darstellung: Die Animation stellt den
Betrieb mit einem Durchflutungswinkel von 0° dar. In diesem Betriebszustand
erzeugt die (Vollpol-)Synchronmaschine keinerlei Drehmoment...

Und wenn ich mir den Satz am Ende der von Dir zitierten Seite ansehe:

"In der Praxis:
Das 3-Phasen-Feld rotiert mit z.B. n=42.000 rpm, die Magnetenglocke (der
Propeller) mit n / 7 = 6.000rpm."

verstehe ich nicht, wie sich dieses Verhalten von dem einer 14poligen
Maschine unterscheiden soll?

Quote:
Im Dämpferkäfig wird folglich reichlich Strom induziert, da er sich
nicht mit dem Feld mitdreht. Das riecht irgendwie nach ziemlich viel
Verlust- und Blindleistung.

Nee, ganz im Gegenteil. Ständer- und Rotordurchflutung weisen jeweils 14
Magnetpole auf und laufen synchron um. Ein anderer Effekt könnte
problematisch werden: Die 14 Pole der Statordurchflutung sind nicht gleich,
d.h. der Rotor sieht eine Art Amplitudenmodulation, was vermutlich im
Dämpferkäfig Spannungen induziert.

--
****----*-------*-------*-------*-------*-------*-------*-------*----****
*\ Viele -- Volker Bosch \***
**\ Gruesse aus -- E-Mail: vsbosch_at_t-online.de \**
***\ Stuttgart -- http://www.s-line.de/homepages/bosch \*

Michael Eggert
Guest

Sat Mar 06, 2010 6:37 pm   



vsbosch_at_t-online.de (Volker Bosch) wrote:

Moin!

Quote:
Super, Du hast genau die Funktion des Dämpferkäfigs verstanden!

Danke. Smile
Mal sehen, ob ich den Rest auch hinbekomme.


Quote:
Zeichne Dir mal die gesamte Wicklung gemäß des hier abgebildeten
Wickelschemas http://www.torcman.de/motoren/manuals/anl_eco_200d_scr.pdf
ein. Nun bestrome die Klemmen A und C.

Nehmen wir lieber B und C wegen der Symmetrie um 12 und 6...
Das lässt sich einfacher zeichnen.

Quote:
Dann zeichne Dir mal bitte die Durchflutungen über dem
abgewickelten Umfang auf,

Okay, also verbunden sähe das dann so aus:

1 1 1
1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2

*
* * * *
* * * ** * * * *
*** * * * * *** * * * *
-----**-----------------**------***------**-----------------**------***
* * * * *** * * * * ***
* * * * ** * * **
* * * *
*

Quote:
Und was sehen wir: Die Statordurchflutung bildet ebenfalls 7 Polpaare. So
ein Zufall aber auch -- waren unsere Altvorderen doch keine ausgemachten
Idioten...

Also die 5 offensichtlichen und auf 6 und 12 fallen je 2 Pole...

Quote:
Die 14 Pole der Statordurchflutung sind nicht gleich,
d.h. der Rotor sieht eine Art Amplitudenmodulation, was vermutlich im
Dämpferkäfig Spannungen induziert.

Hm, und davon reichlich, wie es ausschaut.
Wäre interessant, was das dann fürs Drehmoment für Folgen hat.

Gruß,
Michael.

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