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Timing HV-Schalter mit H-Brücke

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elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Timing HV-Schalter mit H-Brücke

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Holger Schieferdecker
Guest

Mon Nov 18, 2019 4:45 pm   



Hallo,

für folgende Halbbrückenmodule muß ich eine Ansteuerung entwerfen.

https://www.microsemi.com/existing-parts/parts/49440

Die Anforderungen sind folgende:

- Schaltfrequenz 5 MHz max.
- geschaltet wird eine kapazitive Last (Pockels-Zelle)
- zu schaltende Spannung ist 300-500 V
- 1 TTL-Signal

Da die Brücke nur umschalten soll, wird eine Hälfte mit dem FN-Pin so
konfiguriert, daß sie das Steuersignal intern invertiert.

Die Steuersignale für die beiden Hälften müssen ja galvanisch isoliert
werden. Da mache ich mir nun Sorgen, ob durch diese Isolierung eine
Laufzeitverzögerung entstehen kann, die dazu führt, daß kurzzeitig ein
Kurzschluß über das ganze Modul entsteht (beide Hälften leiten).

Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich im
Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier Bauteile
zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen darf.
Habt ihr da Erfahrungen?

Im Design Guide des DRF1400 sind Gleichtaktdrosseln sowohl im isolierten
Signalpfad als auch in der isolierten Versorgungsspannung erwähnt. Ist
das bei Verwendung des ISO721 und eines DCDC-Wandlers noch notwendig?

Gibt es sonst noch Hinweise, was zu beachten wäre?

Vielen Dank,
Holger

Michael S.
Guest

Mon Nov 18, 2019 4:45 pm   



Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen darf.
Habt ihr da Erfahrungen?


Die Kapazität Primär/Sekundär beträgt bis zu 300pF. Bist Du sicher, dass
Du damit klar kommst?

--
Michael


Guest

Mon Nov 18, 2019 6:45 pm   



Hallo Holger,

Erfahrungen nicht, da gelten die Normen :-)

Zum Isolator:
Meines Erachtens (aus dem Gedächnis) brauchst du bei einer
Leiter-Erde Spannung von 230V 5,5 mm Kriechstrecke, das wird mit SO8 knapp.
Vermutlich ist auch reinforced Insulation gefordert.
3KV / 1 Minute, working Voltage 300V.
Zur Spannungsversorgung sagst Du ja leider nicht ob es Netz ist.
Ich bezweifle auch dass es ohne Totzeit geht, das Einschalten geht zwar
schnell, aber das Ausschalten der Brücke dauert.
Nachrechnen, statt Taschenrechner geht das gut mit den Digital devices von
LTSpice.
DC/DC Wandler:
Wenn es so ist wie oben beschrieben hat Traco nix, schau mal bei Recom.
Gruß
Michael

Am Montag, 18. November 2019 16:15:46 UTC+1 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:
Hallo,

für folgende Halbbrückenmodule muß ich eine Ansteuerung entwerfen.

https://www.microsemi.com/existing-parts/parts/49440

Die Anforderungen sind folgende:

- Schaltfrequenz 5 MHz max.
- geschaltet wird eine kapazitive Last (Pockels-Zelle)
- zu schaltende Spannung ist 300-500 V
- 1 TTL-Signal

Da die Brücke nur umschalten soll, wird eine Hälfte mit dem FN-Pin so
konfiguriert, daß sie das Steuersignal intern invertiert.

Die Steuersignale für die beiden Hälften müssen ja galvanisch isoliert
werden. Da mache ich mir nun Sorgen, ob durch diese Isolierung eine
Laufzeitverzögerung entstehen kann, die dazu führt, daß kurzzeitig ein
Kurzschluß über das ganze Modul entsteht (beide Hälften leiten).

Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich im
Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier Bauteile
zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen darf.
Habt ihr da Erfahrungen?

Im Design Guide des DRF1400 sind Gleichtaktdrosseln sowohl im isolierten
Signalpfad als auch in der isolierten Versorgungsspannung erwähnt. Ist
das bei Verwendung des ISO721 und eines DCDC-Wandlers noch notwendig?

Gibt es sonst noch Hinweise, was zu beachten wäre?

Vielen Dank,
Holger


Klaus Bahner
Guest

Mon Nov 18, 2019 9:45 pm   



On 18-11-2019 16:10, Holger Schieferdecker wrote:
Quote:
Hallo,

[snip]


Zu Isolationsabstaenden, Totzeit usw haben die beiden Michael ja schon
alles gesagt.
Quote:

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen darf.
Habt ihr da Erfahrungen?


Guck dir mal Murata NMS-Series DC/DC Wandler an. Die haben mit Abstand
die niedrigste kapazitive Kopplung zwischen Eingang und Ausgang. Und ich
habe einen dauerhaft erfolgreich mit ca. 2kV Potentialdifferenz
betrieben. (Nach UL ist der aber nur fuer 300/150 Vrms gut)

Gruss
Klaus

Markus Faust
Guest

Tue Nov 19, 2019 8:45 am   



Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:
Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich im
Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier Bauteile
zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?


Hallo Holger,

beachte auch den Wert CMTI (Common Mode Transient Immunity) im Datenblatt.

Schau Dir auch mal Silabs Si86xx an.

Grüße,
Markus

Holger Schieferdecker
Guest

Tue Nov 19, 2019 1:45 pm   



Am 19.11.2019 um 07:47 schrieb Markus Faust:
Quote:
Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:
Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich
im Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier
Bauteile zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?

Hallo Holger,

beachte auch den Wert CMTI (Common Mode Transient Immunity) im Datenblatt.


Ist bei beiden nicht so verschieden, typ. 50 kV/µs, min. 25 vs. 35 kV/µs.

Kann man das eigentlich skalieren?

Angenommen die Brücke schaltet 500 V in 3 ns, das wären dann 166 V/ns.
Tolerabel wären bei 50 kV/µs umgerechnet 50 V/ns.

Dann wäre es wohl anzuraten, die im Design-Guide des DRF1400 angegebenen
Drosseln einzusetzen.

> Schau Dir auch mal Silabs Si86xx an.

Danke, den gibt es auch als Wide Body SOIC mit 5 kV Isolation Rating.
Ist sicher die bessere Wahl, zudem noch etwas günstiger.

Holger

Holger Schieferdecker
Guest

Tue Nov 19, 2019 1:45 pm   



Am 18.11.2019 um 21:33 schrieb Klaus Bahner:
Quote:
On 18-11-2019 16:10, Holger Schieferdecker wrote:
Hallo,

[snip]

Zu Isolationsabstaenden, Totzeit usw haben die beiden Michael ja schon
alles gesagt.

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen
darf. Habt ihr da Erfahrungen?

Guck dir mal Murata NMS-Series DC/DC Wandler an. Die haben mit Abstand
die niedrigste kapazitive Kopplung zwischen Eingang und Ausgang. Und ich
habe einen dauerhaft erfolgreich mit ca. 2kV Potentialdifferenz
betrieben. (Nach UL ist der aber nur fuer 300/150 Vrms gut)


Die kapazitive Kopplung ist in der Tat echt gering, aber die NMS-Serie
schafft leider nicht den Strom, den ich im Mittel brauche. Nach der
Abschätzung im Design Guide sind das nämlich 440 mA bei 12 V und 5 MHz.

Bei Murata habe ich aber sonst nichts gefunden, was den Strom bei
ebenfalls hoher Isolationsspannung liefern kann.

Trotzdem danke,
Holger

Holger Schieferdecker
Guest

Tue Nov 19, 2019 1:45 pm   



Am 18.11.2019 um 16:23 schrieb Michael S.:
Quote:
Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen
darf. Habt ihr da Erfahrungen?

Die Kapazität Primär/Sekundär beträgt bis zu 300pF. Bist Du sicher, dass
Du damit klar kommst?


Sicher bin ich bei dem Projekt noch bei gar nichts :-)

Nun bin ich auf den THM 10 von Traco gestoßen, der liegt deutlich
niedriger mit 12 pF typ., 17 pF max.

Isolationsspannung ist 5000 VAC, Working Voltage 250 VAC. Sollte schon
mal deutlich besser geeignet sein. Ob es reicht, keine Ahnung.

Holger


Guest

Tue Nov 19, 2019 1:45 pm   



Hallo Holger,
Traco hat inzwischen doch was.
Sorry.
Michael

Am Dienstag, 19. November 2019 13:32:52 UTC+1 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:
Am 18.11.2019 um 16:23 schrieb Michael S.:
Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen
darf. Habt ihr da Erfahrungen?

Die Kapazität Primär/Sekundär beträgt bis zu 300pF. Bist Du sicher, dass
Du damit klar kommst?

Sicher bin ich bei dem Projekt noch bei gar nichts :-)

Nun bin ich auf den THM 10 von Traco gestoßen, der liegt deutlich
niedriger mit 12 pF typ., 17 pF max.

Isolationsspannung ist 5000 VAC, Working Voltage 250 VAC. Sollte schon
mal deutlich besser geeignet sein. Ob es reicht, keine Ahnung.

Holger


Holger Schieferdecker
Guest

Tue Nov 19, 2019 2:45 pm   



Am 18.11.2019 um 18:19 schrieb michael.woestenfeld_at_gmail.com:
Quote:
Hallo Holger,

Erfahrungen nicht, da gelten die Normen :-)

Zum Isolator:
Meines Erachtens (aus dem Gedächnis) brauchst du bei einer
Leiter-Erde Spannung von 230V 5,5 mm Kriechstrecke, das wird mit SO8 knapp.
Vermutlich ist auch reinforced Insulation gefordert.
3KV / 1 Minute, working Voltage 300V.


Der SI8610 (wie von Markus vorgeschlagen) hat im Wide SOIC-16 package
8,0 mm Kriechstrecke, Max. Working Insulation Voltage 1200 V. Ist sicher
die bessere Wahl.

> Zur Spannungsversorgung sagst Du ja leider nicht ob es Netz ist.

Was meinst Du genau mit Netz? Die Hochspannung kommt von einem
kommerziellen Netzteil mit max. 600 VDC Ausgang. Auf der Ansteuerplatine
wird es ansonsten keine 230 V Netzspannung geben.

Quote:
Ich bezweifle auch dass es ohne Totzeit geht, das Einschalten geht zwar
schnell, aber das Ausschalten der Brücke dauert.


Stimmt, das Ausschalten ist verheerend langsam. Wie die im Datenblatt
angegebenen max. 30 MHz Schaltfrequenz und die ebenso angegebene
Toff=45..49 ns zusammenpassen, ist mir nicht ganz klar.

Als Verzögerungsglied bin ich auf DS1100 von Maxim gestoßen. Das gibt es
mit verschiedenen Zeiten, wobei 5 Ausgänge mit gleichen Delay-Abständen
zur Verfügung stehen. Dann kann ich später nachmessen und den passenden
Ausgang zuschalten. Sollte das bei einigen 10 ns mit einer Drahtbrücke
noch funktionieren?

Quote:
Nachrechnen, statt Taschenrechner geht das gut mit den Digital devices von
LTSpice.


Sorry, wie meinst Du das? Die Schaltzeiten simulieren? Mit Digital
Devices habe ich in LTspice noch nichts gemacht.

Holger


Quote:
DC/DC Wandler:
Wenn es so ist wie oben beschrieben hat Traco nix, schau mal bei Recom.
Gruß
Michael

Am Montag, 18. November 2019 16:15:46 UTC+1 schrieb Holger Schieferdecker:
Hallo,

für folgende Halbbrückenmodule muß ich eine Ansteuerung entwerfen.

https://www.microsemi.com/existing-parts/parts/49440

Die Anforderungen sind folgende:

- Schaltfrequenz 5 MHz max.
- geschaltet wird eine kapazitive Last (Pockels-Zelle)
- zu schaltende Spannung ist 300-500 V
- 1 TTL-Signal

Da die Brücke nur umschalten soll, wird eine Hälfte mit dem FN-Pin so
konfiguriert, daß sie das Steuersignal intern invertiert.

Die Steuersignale für die beiden Hälften müssen ja galvanisch isoliert
werden. Da mache ich mir nun Sorgen, ob durch diese Isolierung eine
Laufzeitverzögerung entstehen kann, die dazu führt, daß kurzzeitig ein
Kurzschluß über das ganze Modul entsteht (beide Hälften leiten).

Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich im
Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier Bauteile
zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen darf.
Habt ihr da Erfahrungen?

Im Design Guide des DRF1400 sind Gleichtaktdrosseln sowohl im isolierten
Signalpfad als auch in der isolierten Versorgungsspannung erwähnt. Ist
das bei Verwendung des ISO721 und eines DCDC-Wandlers noch notwendig?

Gibt es sonst noch Hinweise, was zu beachten wäre?

Vielen Dank,
Holger



Michael S.
Guest

Tue Nov 19, 2019 2:45 pm   



Am 19.11.2019 um 13:27 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:
Am 18.11.2019 um 16:23 schrieb Michael S.:
Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen
darf. Habt ihr da Erfahrungen?

Die Kapazität Primär/Sekundär beträgt bis zu 300pF. Bist Du sicher, dass
Du damit klar kommst?

Sicher bin ich bei dem Projekt noch bei gar nichts :-)

Nun bin ich auf den THM 10 von Traco gestoßen, der liegt deutlich
niedriger mit 12 pF typ., 17 pF max.

Isolationsspannung ist 5000 VAC, Working Voltage 250 VAC. Sollte schon
mal deutlich besser geeignet sein. Ob es reicht, keine Ahnung.


Mit welchen Spannungsgradienten rechnest denn Du auf der Hochvoltseite?

Daraus kannst Du dann auch abschätzen, welche Ströme in den 17pF fließen
können.
Da ist man schnell in Bereiche vorgestoßen, in denen auch Dein ISO721
mit seinen maximal erlaubten 50kV/µs Probleme macht (ich spreche aus
Erfahrung).

Der Traco ist geregelt. Du musst auch sicherstellen, dass diese Regelung
durch 5MHz-Ströme durch die Isolation nicht außer Tritt geraten kann. Im
Datenblatt gibt es keine Angabe zu den maximale erlaubten kV/µs.
IGBT-Driver steht als Anwendung drin, aber IGBT schaltet halt eher
gemächlich.

Eventuell macht es Sinn, das auf die altmodische Art mit Gate-Trafos zu
machen. Die sind auch sehr schnell, erfordern aber "altmodisches" Know
How. Billiger ist es alle mal.


--
Michael


Guest

Tue Nov 19, 2019 2:45 pm   



Hallo Holger

Am Dienstag, 19. November 2019 13:50:00 UTC+1 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:
Am 18.11.2019 um 18:19 schrieb michael.woestenfeld_at_gmail.com:
Hallo Holger,

Erfahrungen nicht, da gelten die Normen :-)

Zum Isolator:
Meines Erachtens (aus dem Gedächnis) brauchst du bei einer
Leiter-Erde Spannung von 230V 5,5 mm Kriechstrecke, das wird mit SO8 knapp.
Vermutlich ist auch reinforced Insulation gefordert.
3KV / 1 Minute, working Voltage 300V.

Der SI8610 (wie von Markus vorgeschlagen) hat im Wide SOIC-16 package
8,0 mm Kriechstrecke, Max. Working Insulation Voltage 1200 V. Ist sicher
die bessere Wahl.


Sehe ich auch so.

Quote:

Zur Spannungsversorgung sagst Du ja leider nicht ob es Netz ist.

Was meinst Du genau mit Netz? Die Hochspannung kommt von einem
kommerziellen Netzteil mit max. 600 VDC Ausgang. Auf der Ansteuerplatine
wird es ansonsten keine 230 V Netzspannung geben.


Zur Abschätzung der Kriechstrecken und der Isolationsspannung,
bei Netzbetrieb geht da die Leiterspannung mit ein.
Ist jetzt aber uninteressant.
Kriechstrecke bei 700VDC + nach - 4mm.
Zu der Logikschaltung 5,5mm.

Quote:

Ich bezweifle auch dass es ohne Totzeit geht, das Einschalten geht zwar
schnell, aber das Ausschalten der Brücke dauert.

Stimmt, das Ausschalten ist verheerend langsam. Wie die im Datenblatt
angegebenen max. 30 MHz Schaltfrequenz und die ebenso angegebene
Toff=45..49 ns zusammenpassen, ist mir nicht ganz klar.

Als Verzögerungsglied bin ich auf DS1100 von Maxim gestoßen. Das gibt es
mit verschiedenen Zeiten, wobei 5 Ausgänge mit gleichen Delay-Abständen
zur Verfügung stehen. Dann kann ich später nachmessen und den passenden
Ausgang zuschalten. Sollte das bei einigen 10 ns mit einer Drahtbrücke
noch funktionieren?


Du hast etwa 15 - 20cm / Nanosekunde auf einer Leiterplatte.
Sollte gehen.
Wenn du einen passend hohen Takt zur Verfügung hast
geht das auch gut mit Schieberegistern, z.B. 74AC164.

Quote:

Nachrechnen, statt Taschenrechner geht das gut mit den Digital devices von
LTSpice.

Sorry, wie meinst Du das? Die Schaltzeiten simulieren? Mit Digital
Devices habe ich in LTspice noch nichts gemacht.


Die Digital ("A") Devices in LTSpice lassen sich umfassend parametrieren.
Delay, Risetime, Falltime etc.
Damit kann man die Schaltung prima aufbauen und am Ende H- und L-Ansteuerung
Übereinanderlegen uns schauen, ob man noch Luft hat oder nicht.
http://ltwiki.org/LTspiceHelp/LTspiceHelp/A_Special_functions_.htm

Michael

Quote:

Holger


DC/DC Wandler:
Wenn es so ist wie oben beschrieben hat Traco nix, schau mal bei Recom.
Gruß
Michael

Am Montag, 18. November 2019 16:15:46 UTC+1 schrieb Holger Schieferdecker:
Hallo,

für folgende Halbbrückenmodule muß ich eine Ansteuerung entwerfen.

https://www.microsemi.com/existing-parts/parts/49440

Die Anforderungen sind folgende:

- Schaltfrequenz 5 MHz max.
- geschaltet wird eine kapazitive Last (Pockels-Zelle)
- zu schaltende Spannung ist 300-500 V
- 1 TTL-Signal

Da die Brücke nur umschalten soll, wird eine Hälfte mit dem FN-Pin so
konfiguriert, daß sie das Steuersignal intern invertiert.

Die Steuersignale für die beiden Hälften müssen ja galvanisch isoliert
werden. Da mache ich mir nun Sorgen, ob durch diese Isolierung eine
Laufzeitverzögerung entstehen kann, die dazu führt, daß kurzzeitig ein
Kurzschluß über das ganze Modul entsteht (beide Hälften leiten).

Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich im
Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier Bauteile
zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?

Die isolierte Versorgung soll mit einem DCDC-Wandler (etwa Traco TEN
8-1212) realisiert werden. Leider steht im Datenblatt nicht, welche
Differenzspannung zwischen Eingang und Ausgang dauerhaft anliegen darf..
Habt ihr da Erfahrungen?

Im Design Guide des DRF1400 sind Gleichtaktdrosseln sowohl im isolierten
Signalpfad als auch in der isolierten Versorgungsspannung erwähnt.. Ist
das bei Verwendung des ISO721 und eines DCDC-Wandlers noch notwendig?

Gibt es sonst noch Hinweise, was zu beachten wäre?

Vielen Dank,
Holger



Michael S.
Guest

Tue Nov 19, 2019 2:45 pm   



Am 19.11.2019 um 13:15 schrieb Holger Schieferdecker:
Quote:
Am 19.11.2019 um 07:47 schrieb Markus Faust:
Am 18.11.2019 um 16:10 schrieb Holger Schieferdecker:
Als Isolator hatte ich zunächst einen ADUM2400 im Auge. Da finde ich
im Datenblatt aber keine Angabe über die Delay-Verteilung zweier
Bauteile zueinander.

Nun bin ich auf den ISO721 gestoßen. Da ist ein Part-to-part skew von
maximal 3 ns angegeben. Das sollte doch ausreichend sein, oder?

Hallo Holger,

beachte auch den Wert CMTI (Common Mode Transient Immunity) im
Datenblatt.

Ist bei beiden nicht so verschieden, typ. 50 kV/µs, min. 25 vs. 35 kV/µs.

Kann man das eigentlich skalieren?

Angenommen die Brücke schaltet 500 V in 3 ns, das wären dann 166 V/ns.
Tolerabel wären bei 50 kV/µs umgerechnet 50 V/ns.


Aus Erfahrung kann ich dazu folgendes berichten:
Diese Isolatoren arbeiten intern mit einem RS-Flip-Flop auf der
Sekundärseite. Es werden also nur Änderungen, keine Zustände übertragen.
Mit einer relativ geringen Wiederholrate wird auch ein statischer
Zustand übertragen, falls doch mal was kippen sollte. Das steht nicht
bei allen ISOs gescheit im Datenblatt.
Wir hatten immer dann Probleme, wenn eine HV-Schaltflanke genau auf eine
Signalflanke im ISO gefallen ist. Dann konnte es sein, das das Set oder
Reset-Signal nicht übertragen wurde und der Ausgang für einige
Microsekunden auf dem falschen Zustand hing. Das ging damals auch schon
deutlich unter 50kV/µs los, obwohl 50kV/µs spezifiziert waren.

Es kann sein, dass Deine Anwendung hier aber relativ unkritisch ist, da
die hohen DU/dt ja zeitlich immer hinter den ISO-Flanken liegen. Das
muss man sich aber genau anschauen, zusammen mit der Dead-Time könnte
das dann doch wieder Probleme machen.

--
Michael

Markus Faust
Guest

Tue Nov 19, 2019 3:45 pm   



Am 19.11.2019 um 14:15 schrieb Michael S.:
Quote:
Mit welchen Spannungsgradienten rechnest denn Du auf der Hochvoltseite?

[...]
Da ist man schnell in Bereiche vorgestoßen, in denen auch Dein ISO721
mit seinen maximal erlaubten 50kV/µs Probleme macht (ich spreche aus
Erfahrung).


Eben, so ging es uns vor 10 Jahren in der vorigen Firma auch, obwohl es
da "nur" um 140V und 384kHz ging (allerdings auch mit schnellen
Flanken). Wir haben dann mit verschiedenen Devices experimentiert und
sind letztendlich bei Si8410BB-D-IS gelandet.

Si86xxxT sind übrigens mit 60(min) / 100(typ) kV/µs angegeben.

Markus

Holger Schieferdecker
Guest

Tue Nov 19, 2019 4:45 pm   



Am 19.11.2019 um 14:58 schrieb Markus Faust:
Quote:
Am 19.11.2019 um 14:15 schrieb Michael S.:
Mit welchen Spannungsgradienten rechnest denn Du auf der Hochvoltseite?

[...]
Da ist man schnell in Bereiche vorgestoßen, in denen auch Dein ISO721
mit seinen maximal erlaubten 50kV/µs Probleme macht (ich spreche aus
Erfahrung).

Eben, so ging es uns vor 10 Jahren in der vorigen Firma auch, obwohl es
da "nur" um 140V und 384kHz ging (allerdings auch mit schnellen
Flanken). Wir haben dann mit verschiedenen Devices experimentiert und
sind letztendlich bei Si8410BB-D-IS gelandet.

Si86xxxT sind übrigens mit 60(min) / 100(typ) kV/µs angegeben.


Danke für den Hinweis, ist notiert.

Holger

Goto page 1, 2  Next

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