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Falk Willberg
Guest
Sun Dec 27, 2009 11:48 pm
Hier wird behauptet, jemand wäre durch ein Ohmmeter zu Tode gekommen:
http://www.darwinawards.com/darwin/darwin1999-50.html
"...he pressed his thumbs hard enough against the probes to break the
skin. Once the salty conducting fluid known as blood was available, the
current from the multimeter travelled right across the sailor's heart,
disrupting the electrical regulation of his heartbeat..."
Auch wenn ein angeblicher Insider die Sache bestätigt, glaube ich das
nicht...
Wie hoch mag der Widerstand des Körpers sein, wenn man innerhalb der
äußeren Blutgefäße mißt?
Falk
P.S.: Elektronik am Körper ist wirklich gefährlich. Besonders, wenn man
beim Verlassen des Raumes erst am Scheppern merkt, daß die Beinelektrode
noch an dem auf dem Steckbrett aufgebauten EKG-Verstärker hängt
Inzwischen ist alles wieder einsortiert. Alte TEK-Scopes sind für solche
Experimente mehr zu empfehlen als DSOs. Erstere springen bei so wenig
Zug nicht gleich vom Tisch!
--
Ich habe nicht gegen Windows.
Aber wenn ich etwas hätte,
würde ich nicht zögern,
es einzusetzen. (Sehr frei nach W. Schmickler)
MaWin
Guest
Mon Dec 28, 2009 12:05 am
"Falk Willberg" <Faweglassenlk_at_falk-willberg.de> schrieb im Newsbeitrag
news:hh8kd9$eqk$1_at_news2.open-news-network.org...
Quote:
Auch wenn ein angeblicher Insider die Sache bestätigt, glaube ich das
nicht...
Nun, seit der Schweinegrippe weisst auch du,
daß jemand, der gleich nach der Impfung tot umfällt,
nicht unbedingt wegen der Impfung gestorben ist,
sondern bei sounsoviel Millionen Testpersonen halt
einfach soundsoviele einfach so in der Zeit sterben.
Der Mensch muss also nicht an der 9V Batterie gestorben sein,
es kann aber passieren, denn jeer weiss, dass der Tod (der
Herzstillstand bzw. Kammerflimmern) durch den Strom im
passenden Moment und nicht durch die Spannung eintritt.
Insofern ist das Beispiel nützlich, damit man weiss, dass
nicht "sounsoviel Volt garantiert sicher" sein müssen,
wie man an den hunderten von Toten durch die angeblich so
sicheren und ungefährlichen Taser sieht. Es ist eben nicht
jeder Mensch gleich und ihm mit demselben Grenzwert genüge
getan.
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage:
http://freenet-homepage.de/mawin/
de.sci.electronics FAQ:
http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
Falk Willberg
Guest
Mon Dec 28, 2009 12:12 am
MaWin schrieb:
Quote:
"Falk Willberg" <Faweglassenlk_at_falk-willberg.de> schrieb im Newsbeitrag
news:hh8kd9$eqk$1_at_news2.open-news-network.org...
Auch wenn ein angeblicher Insider die Sache bestätigt, glaube ich das
nicht...
Nun, seit der Schweinegrippe weisst auch du,
Daß die Industrie mit Regierungen nach Belieben "Schlitten fährt".
Quote:
Der Mensch muss also nicht an der 9V Batterie gestorben sein,
es kann aber passieren, denn jeer weiss, dass der Tod (der
Herzstillstand bzw. Kammerflimmern) durch den Strom im
passenden Moment und nicht durch die Spannung eintritt.
Deswegen fragte ich nach dem Widerstand. Die Spannung war je angegeben.
Quote:
Insofern ist das Beispiel nützlich, damit man weiss,
Daß der Strom. und nicht die Spannung, tötet, weshalb viele Leute Angst
vor Autobatterien haben. "700 Ampere, Wahnsinn!!11"
Falk
--
Ich habe nicht gegen Windows.
Aber wenn ich etwas hätte,
würde ich nicht zögern,
es einzusetzen. (Sehr frei nach W. Schmickler)
Marte Schwarz
Guest
Mon Dec 28, 2009 12:31 am
Hallo Falk,
Quote:
"...he pressed his thumbs hard enough against the probes to break the
skin. Once the salty conducting fluid known as blood was available, the
current from the multimeter travelled right across the sailor's heart,
disrupting the electrical regulation of his heartbeat..."
Auch wenn ein angeblicher Insider die Sache bestätigt, glaube ich das
nicht...
ich auch nicht.
1. Der Stromfluß geht hier zum größten Teil am Herzen vorbei, weil der
Blutstrom hier recht gut als Leiter fungieren dürfte und dann an der Aorta,
respektive am Venenbogen die Blutgefäße zusammenkommen. Es gibt keinen
nennenswerten Strom dabei, der den Herzmuskel durchströmen sollte.
2. Es handelt sich hierbei um Gleichstrom. Der ist entweder so langsam
angestiegen, dass er stimulationstechnisch unter "Einschleichen" gefallen
wäre, oder einmalig so schnell, dass er mit entsprechend geringer zeitlicher
wahrscheinlichkeit zu einer entsprechenden Reizung beitragen hätte können.
Nicht per se ein Ausschluß, aber mit sehr sehr geringer Wahrscheinlichkeit
belegt.
Quote:
Wie hoch mag der Widerstand des Körpers sein, wenn man innerhalb der
äußeren Blutgefäße mißt?
Der Widerstand des Körpers ist hier trotzdem Nachrangig. Hier kommt als
erstes die Elektrodenimpedanz zum Tragen. Diese dürfte bei üblichen
vernickelten Tastspitzen immer noch bei einigen kOhm liegen. Steck mal zwei
Spitzen in Salzwasser (aber nur so weit, wie die Bluteindringung realistisch
wäre).
3. Man versuche mal ernsthaft sich mit (in der Regel relativ stumpfen)
Tastspitzen beidseitig und freiwillig die Finger einzustechen. Das alleine
hätte schon Darwin-Award-Potential...
Marte
Axel Berger
Guest
Mon Dec 28, 2009 7:29 am
*Marte Schwarz* wrote on Sun, 09-12-27 23:31:
Quote:
Man versuche mal ernsthaft sich mit (in der Regel relativ stumpfen)
Tastspitzen beidseitig und freiwillig die Finger einzustechen.
Bei mir haben die Stecknadeln mit abgeknipsten Köpfen aufgelötet.
Brechen gern, sind aber schnell ersetzt.
Christian Treffler
Guest
Mon Dec 28, 2009 11:30 am
Marte Schwarz schrieb:
Quote:
1. Der Stromfluß geht hier zum größten Teil am Herzen vorbei, weil der
Blutstrom hier recht gut als Leiter fungieren dürfte und dann an der Aorta,
respektive am Venenbogen die Blutgefäße zusammenkommen. Es gibt keinen
Das setzt voraus, dass Muskel-Gewebe um einiges schwächer leitet, als
Blut. Ich habe keine Ahnung, wie das Leitfähigkeits-Verhältnis hier ist,
aber wenn der Unterschied nicht sehr groß ist, dann lässt Kirchhoff
grüßen.
Quote:
Der Widerstand des Körpers ist hier trotzdem Nachrangig. Hier kommt als
erstes die Elektrodenimpedanz zum Tragen. Diese dürfte bei üblichen
vernickelten Tastspitzen immer noch bei einigen kOhm liegen.
Das verstehe ich jetzt nicht. Ich würde bei vernickelten Tastspitzen
durchaus davon ausgehen, dass der komplette Widerstand von
Messgerät-Buchsen über Laborkabel bis zu den Spitzen unter 1 Ohm liegt.
Oder meinste Du den "Inennwiderstand" des Messgeräts? Der dürfte von
gewähltem Anzeigebereich und Bauweise abhängen.
Quote:
3. Man versuche mal ernsthaft sich mit (in der Regel relativ stumpfen)
Tastspitzen beidseitig und freiwillig die Finger einzustechen. Das alleine
hätte schon Darwin-Award-Potential...
Der Artikel in der URL des OP beschreibt, dass der Segler geschärfte
Tastspitzen verwendete um mit voller Absiche seinen *Innen*-Widerstand
zu messen. Amerikanische Soldaten sind halt taffe Kerle.
CU,
Christian
Marte Schwarz
Guest
Mon Dec 28, 2009 11:39 am
Hi Axel,
Quote:
Bei mir haben die Stecknadeln mit abgeknipsten Köpfen aufgelötet.
Brechen gern, sind aber schnell ersetzt.
Ich hab mit Nähmaschinennadeln gekauft und an 2mm Buchsen gelötet. Die sind
ungleich stabiler.
Marte
Marte Schwarz
Guest
Mon Dec 28, 2009 11:42 am
Hi Christian,
Quote:
1. Der Stromfluß geht hier zum größten Teil am Herzen vorbei, weil der
Blutstrom hier recht gut als Leiter fungieren dürfte und dann an der
Aorta,
respektive am Venenbogen die Blutgefäße zusammenkommen. Es gibt keinen
Das setzt voraus, dass Muskel-Gewebe um einiges schwächer leitet, als
Blut. Ich habe keine Ahnung, wie das Leitfähigkeits-Verhältnis hier ist,
aber wenn der Unterschied nicht sehr groß ist, dann lässt Kirchhoff
grüßen.
Der ist es aber...
Quote:
Der Widerstand des Körpers ist hier trotzdem Nachrangig. Hier kommt als
erstes die Elektrodenimpedanz zum Tragen. Diese dürfte bei üblichen
vernickelten Tastspitzen immer noch bei einigen kOhm liegen.
Das verstehe ich jetzt nicht. Ich würde bei vernickelten Tastspitzen
durchaus davon ausgehen, dass der komplette Widerstand von
Messgerät-Buchsen über Laborkabel bis zu den Spitzen unter 1 Ohm liegt.
Nein. Der Übergang von Elektronenleitung zum Ionenleiter ist nicht so
trivial.
Marte
Wiebus
Guest
Mon Dec 28, 2009 12:19 pm
Hallo Falk.
Quote:
P.S.: Elektronik am K rper ist wirklich gef hrlich.
Eine schöne scharfe große Messspitze direkt ins Herz gerammt dürfte
auch tödlich sein. Sogar bei 0V. :-)
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
Christian Treffler
Guest
Mon Dec 28, 2009 12:30 pm
Marte Schwarz schrieb:
Quote:
Nein. Der Übergang von Elektronenleitung zum Ionenleiter ist nicht so
trivial.
Danke, wieder was gelernt. Der menschliche Körper ist aber auch nicht
trivial. Ob sich das mit reinem Salzwasser vergleichen lässt?
CU,
Christian
HaJo Hachtkemper
Guest
Mon Dec 28, 2009 3:08 pm
Wiebus schrieb:
Quote:
Eine schöne scharfe große Messspitze direkt ins Herz gerammt dürfte
auch tödlich sein. Sogar bei 0V.
Quantenmechanik halt: Die Messung beeinflusst das Geschehen.
Ciao/HaJo
Waldemar Krzok
Guest
Tue Dec 29, 2009 2:33 pm
Christian Treffler schrieb:
Quote:
Marte Schwarz schrieb:
Nein. Der Übergang von Elektronenleitung zum Ionenleiter ist nicht so
trivial.
Danke, wieder was gelernt. Der menschliche Körper ist aber auch nicht
trivial. Ob sich das mit reinem Salzwasser vergleichen lässt?
Praktisch ja. Ich habe bei meiner Studienarbeit vor 25 Jahren dieses
Modell benutzt. Allerdings müssen noch ferromagnetische Salze dazu
kommen. Ich habe nicht im Kopf welche Werte es waren für Konduktivität,
epsilon-r und mi-r, aber bei Interesse könnte ich mal in den Keller
gehen und suchen.
Waldemar
Rolf Bombach
Guest
Tue Dec 29, 2009 8:13 pm
Falk Willberg schrieb:
Quote:
Hier wird behauptet, jemand wäre durch ein Ohmmeter zu Tode gekommen:
http://www.darwinawards.com/darwin/darwin1999-50.html
"...he pressed his thumbs hard enough against the probes to break the
skin. Once the salty conducting fluid known as blood was available, the
current from the multimeter travelled right across the sailor's heart,
disrupting the electrical regulation of his heartbeat..."
Auch wenn ein angeblicher Insider die Sache bestätigt, glaube ich das
nicht...
Der angebliche Insider erzählt einen Haufen Mist. Da wird zum Beispiel
unterschlagen, dass das Gerät selber einen Innenwiderstand hat, damit
die Anzeige bei Null Ohm stehen bleibt und das Instrument nicht abraucht.
Auch scheint ihm entgagen zu sein, dass die 9V Batterie nur für den
20Meg Bereich benutzt wird. Dort ist dann schätzungsweise ein 180kOhm
drin für die 50uA (_mikro_Ampere). Für die andern Bereiche wird eine
1.5 V Batterie verwendet. Seine Rumrechnerei a la Ohm für Anfänger
zeigt, dass er nicht viel Ahnung hat.
"I considered the story an urban legend until I found the incident
report referenced in the official Navy electrical safety guidelines.
I now know it is true.". Genau diese Aussage werte ich als Indiz
dagegen.
Quote:
Wie hoch mag der Widerstand des Körpers sein, wenn man innerhalb der
äußeren Blutgefäße mißt?
Hätte er ein DVM benutzt, hätte er vielleicht noch data hold drücken
können.
--
mfg Rolf Bombach
Falk Willberg
Guest
Tue Dec 29, 2009 8:28 pm
Rolf Bombach schrieb:
Quote:
Falk Willberg schrieb:
Hier wird behauptet, jemand wäre durch ein Ohmmeter zu Tode gekommen:
http://www.darwinawards.com/darwin/darwin1999-50.html
"...he pressed his thumbs hard enough against the probes to break the
skin. Once the salty conducting fluid known as blood was available, the
current from the multimeter travelled right across the sailor's heart,
disrupting the electrical regulation of his heartbeat..."
Auch wenn ein angeblicher Insider die Sache bestätigt, glaube ich das
nicht...
Der angebliche Insider erzählt einen Haufen Mist. Da wird zum Beispiel
unterschlagen, dass das Gerät selber einen Innenwiderstand hat, damit
die Anzeige bei Null Ohm stehen bleibt
Stimmt, damit ist der Fall klar: Selbst bei einer Anzeige von ~0 auf
einem Drehspulinstrument wäre maximal der Strom geflossen, der
Vollausschlag entspricht, also ein paar 10µA.
Es sei denn, die Navy würde gußeiserne....
Falk
--
Ich habe nicht gegen Windows.
Aber wenn ich etwas hätte,
würde ich nicht zögern,
es einzusetzen. (Sehr frei nach W. Schmickler)
Uwe Hercksen
Guest
Wed Dec 30, 2009 3:05 pm
Falk Willberg schrieb:
Quote:
Hier wird behauptet, jemand wäre durch ein Ohmmeter zu Tode gekommen:
http://www.darwinawards.com/darwin/darwin1999-50.html
"...he pressed his thumbs hard enough against the probes to break the
skin. Once the salty conducting fluid known as blood was available, the
current from the multimeter travelled right across the sailor's heart,
disrupting the electrical regulation of his heartbeat..."
Hallo,
wenn man 9 V bei genügend kleinen Widerstand im gesamten Stromkreis
direkt an Brustwand und Rückenwand genau über dem Herz anlegt soll diese
kleine Spannung bereits gefährlich sein, aber direkt von Daumen zu
Daumen glaube ich das nicht.
Bye
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