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Verständnisfrage MOC3020

elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Verständnisfrage MOC3020

Johannes Bauer
Guest

Sun Feb 07, 2010 10:17 pm   



Hallo Gruppe,

ich bin gerade ein bischen am Grübeln, weil ich das Datenblatt der
MOC30xx-Serie gern genau verstehen würde.

Wenn ich mir das Datenblatt ansehe
(http://focus.ti.com/general/docs/lit/getliterature.tsp?genericPartNumber=moc3020&fileType=pdf)
ist mir eine Sache ziemlich unklar: Auf Seite 4 ist das
Standard-Schaltbild mit sekundärem Triac, der vom MOC gezündet werden soll.

Warum liegt der Pin 6 des MOC über den 180 Ohm *nach* der Last und nicht
über 180 Ohm direkt am Netz? Das bedeuted doch, dass sobald der MOC
durchschaltet, das Gate des sekundären Triac über die Last + 180 Ohm in
Serie gezündet wird. Wenn ich von 20mA ausgehe, die das Gate des
sekundären Triacs benötigt passiert das also bei R = 11.5kOhm. Bleiben
11.3kOhm für die Last, das entspricht etwa 4,7W - gar nicht mal so wenig.

Wieso ist das so gelöst? Kann man prinzipiell nicht auch das Ende des
180 Ohm an L schalten, damit der Triac garantiert immer durchschaltet,
unabhängig von der anliegenden Last?

Zur Dimensionierung des 180 Ohm Widerstands: Sehe ich das richtig, dass
dessen einzige Aufgabe es ist, den Gatestrom des sekundären Triacs zu
limitieren?

Viele Grüße,
Johannes

--
Quote:
Wo hattest Du das Beben nochmal GENAU vorhergesagt?
Zumindest nicht öffentlich!
Ah, der neueste und bis heute genialste Streich unsere großen

Kosmologen: Die Geheim-Vorhersage.
- Karl Kaos über Rüdiger Thomas in dsa <hidbv3$om2$1_at_speranza.aioe.org>

MaWin
Guest

Sun Feb 07, 2010 10:24 pm   



"Johannes Bauer" <dfnsonfsduifb_at_gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7t8ov1FnhpU1_at_mid.dfncis.de...
Quote:

Warum liegt der Pin 6 des MOC über den 180 Ohm *nach* der Last und nicht
über 180 Ohm direkt am Netz? Das bedeuted doch, dass sobald der MOC
durchschaltet, das Gate des sekundären Triac über die Last + 180 Ohm in
Serie gezündet wird.
Wieso ist das so gelöst? Kann man prinzipiell nicht auch das Ende des
180 Ohm an L schalten, damit der Triac garantiert immer durchschaltet,
unabhängig von der anliegenden Last?

Nein, schliesslich soll, sobald der TRIAC gezündet hat, also über
ihn nur noch ca. 1.4V abfallen, der Zündimpuls beendet werden,
und nicht über den MOC noch tausende Ampere in das Gate fliessen.

Quote:
Wenn ich von 20mA ausgehe, die das Gate des
sekundären Triacs benötigt passiert das also bei R = 11.5kOhm. Bleiben
11.3kOhm für die Last, das entspricht etwa 4,7W - gar nicht mal so wenig.

Einerseits das, andereseits gilt das nur im Maximum der 230V Halbwelle,
an deren Anfang oder Ende kannst du mit so einem Vorwiderstand nicht
zünden.

Quote:
Zur Dimensionierung des 180 Ohm Widerstands: Sehe ich das richtig, dass
dessen einzige Aufgabe es ist, den Gatestrom des sekundären Triacs zu
limitieren?

Ja.
--
Manfred Winterhoff

Dieter Wiedmann
Guest

Sun Feb 07, 2010 10:26 pm   



Johannes Bauer schrieb:

Quote:
Wenn ich von 20mA ausgehe, die das Gate des
sekundären Triacs benötigt passiert das also bei R = 11.5kOhm.

Und wenn du nahe 0° Phase zünden willst?


Quote:
Bleiben
11.3kOhm für die Last, das entspricht etwa 4,7W - gar nicht mal so wenig.

Du hast entdeckt weswegen der Widerstand dort sitzt wo er sitzt.


Gruß Dieter

Joerg
Guest

Sun Feb 07, 2010 10:34 pm   



Johannes Bauer wrote:
Quote:
Hallo Gruppe,

ich bin gerade ein bischen am Grübeln, weil ich das Datenblatt der
MOC30xx-Serie gern genau verstehen würde.

Wenn ich mir das Datenblatt ansehe
(http://focus.ti.com/general/docs/lit/getliterature.tsp?genericPartNumber=moc3020&fileType=pdf)
ist mir eine Sache ziemlich unklar: Auf Seite 4 ist das
Standard-Schaltbild mit sekundärem Triac, der vom MOC gezündet werden soll.

Warum liegt der Pin 6 des MOC über den 180 Ohm *nach* der Last und nicht
über 180 Ohm direkt am Netz? ...


Dann wuerde langfristig viel Strom fliessen und das Gate abrauchen. Auch
der MOC wuerde das ganze mit einem gepfefferten Knall quittieren.


Quote:
... Das bedeuted doch, dass sobald der MOC
durchschaltet, das Gate des sekundären Triac über die Last + 180 Ohm in
Serie gezündet wird. Wenn ich von 20mA ausgehe, die das Gate des
sekundären Triacs benötigt passiert das also bei R = 11.5kOhm. Bleiben
11.3kOhm für die Last, das entspricht etwa 4,7W - gar nicht mal so wenig.


Wenn Du Kleinlasten betreibst waere es besser ein Triac mit deutlich
weniger Gate-Zuendstrom zu nehmen.


Quote:
Wieso ist das so gelöst? Kann man prinzipiell nicht auch das Ende des
180 Ohm an L schalten, damit der Triac garantiert immer durchschaltet,
unabhängig von der anliegenden Last?


Da kaemst Du dann bei Eurer Netzspannung locker ueber 1 Ampere ...
knister ... bzzzt ... *POFF*


Quote:
Zur Dimensionierung des 180 Ohm Widerstands: Sehe ich das richtig, dass
dessen einzige Aufgabe es ist, den Gatestrom des sekundären Triacs zu
limitieren?


Ja, das tut er :-)

--
Gruesse, Joerg

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Johannes Bauer
Guest

Sun Feb 07, 2010 11:09 pm   



MaWin schrieb:

Quote:
Wieso ist das so gelöst? Kann man prinzipiell nicht auch das Ende des
180 Ohm an L schalten, damit der Triac garantiert immer durchschaltet,
unabhängig von der anliegenden Last?

Nein, schliesslich soll, sobald der TRIAC gezündet hat, also über
ihn nur noch ca. 1.4V abfallen, der Zündimpuls beendet werden,
und nicht über den MOC noch tausende Ampere in das Gate fliessen.

Aaaaaah! Ja, klar! Danke.

Quote:
Wenn ich von 20mA ausgehe, die das Gate des
sekundären Triacs benötigt passiert das also bei R = 11.5kOhm. Bleiben
11.3kOhm für die Last, das entspricht etwa 4,7W - gar nicht mal so wenig.

Einerseits das, andereseits gilt das nur im Maximum der 230V Halbwelle,
an deren Anfang oder Ende kannst du mit so einem Vorwiderstand nicht
zünden.

Ja, das stimmt natürlich - das hatte ich auch überhaupt nicht
berücksichtigt. Heißt das dann tatsächlich dass ich an einem 20mA Gate
Triac mit einer Schaltung wie im Datenblatt des MOC (mit 180 Ohm
Widerstand) eine Last von 9,5W nur maximal zu 50% der Zeit betreiben kann?

Wie schaltet mann dann kleine Leistungen (1-2W) überhaupt mittels solch
eines Konstrukts? Kann ich dort den MOC direkt die Last Treiben lassen
oder bringt das dann andere Probleme mit sich? Im Motorola-Datenblatt
zumindest steht, man soll's nicht machen...

Viele Grüße,
Johannes

--
Quote:
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Johannes Bauer
Guest

Sun Feb 07, 2010 11:10 pm   



Dieter Wiedmann schrieb:
Quote:
Johannes Bauer schrieb:

Wenn ich von 20mA ausgehe, die das Gate des
sekundären Triacs benötigt passiert das also bei R = 11.5kOhm.

Und wenn du nahe 0° Phase zünden willst?

Die Erleuchtung hatte ich gerade vorhin :-)

Mir war nicht bewußt, dass das beim Schalten kleiner Leistungen ein
erhebliches Problem darstellt.

Quote:
Bleiben
11.3kOhm für die Last, das entspricht etwa 4,7W - gar nicht mal so wenig.

Du hast entdeckt weswegen der Widerstand dort sitzt wo er sitzt.

Naja, mit selber entdecken war da nicht viel - es ist mir entdeckt
worden eher :-)

Viele Grüße,
Johannes


--
Quote:
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Johannes Bauer
Guest

Sun Feb 07, 2010 11:14 pm   



Johannes Bauer schrieb:

Quote:
Ja, das stimmt natürlich - das hatte ich auch überhaupt nicht
berücksichtigt. Heißt das dann tatsächlich dass ich an einem 20mA Gate
Triac mit einer Schaltung wie im Datenblatt des MOC (mit 180 Ohm
Widerstand) eine Last von 9,5W nur maximal zu 50% der Zeit betreiben kann?

Öhm ich meine eine Last von 9,5W hätte 75% ED (zündet bei 30° = 50%)
bzw. eine 4,7W Last hätte 50% ED (zündet bei 90° = 100%, mit Glück).

Viele Grüße,
Johannes

--
Quote:
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Johannes Bauer
Guest

Sun Feb 07, 2010 11:14 pm   



Joerg schrieb:

Quote:
Warum liegt der Pin 6 des MOC über den 180 Ohm *nach* der Last und nicht
über 180 Ohm direkt am Netz? ...

Dann wuerde langfristig viel Strom fliessen und das Gate abrauchen. Auch
der MOC wuerde das ganze mit einem gepfefferten Knall quittieren.

Ja, jetzt hab ich das geschnallt - ich hatte nur vorhin die ganze Zeit
schon mit der Eigenschaft gerechnet (nach dem Zünden fließt kein
Gatestrom mehr), aber das beruht natürlich genau auf der Eigenschaft.

Quote:
Wenn Du Kleinlasten betreibst waere es besser ein Triac mit deutlich
weniger Gate-Zuendstrom zu nehmen.

Hmm welche gäbe es denn da? Selbst wenn ich mit 5mA rechne ist nach
meinen Berechnungen die Minimalleistung (bei der erst bei 90° geschaltet
wird, also 50% ED) 1,15W.

Viele Grüße,
Johannes

--
Quote:
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Dieter Wiedmann
Guest

Sun Feb 07, 2010 11:25 pm   



Johannes Bauer schrieb:

Quote:
Wie schaltet mann dann kleine Leistungen (1-2W) überhaupt mittels solch
eines Konstrukts? Kann ich dort den MOC direkt die Last Treiben lassen
oder bringt das dann andere Probleme mit sich? Im Motorola-Datenblatt
zumindest steht, man soll's nicht machen...

Kleine Lasten kann man damit problemlos schalten, ist millionenfach bewährt.


Gruß Dieter

Joerg
Guest

Sun Feb 07, 2010 11:40 pm   



Johannes Bauer wrote:
Quote:
Joerg schrieb:

[...]

Quote:
Wenn Du Kleinlasten betreibst waere es besser ein Triac mit deutlich
weniger Gate-Zuendstrom zu nehmen.

Hmm welche gäbe es denn da? Selbst wenn ich mit 5mA rechne ist nach
meinen Berechnungen die Minimalleistung (bei der erst bei 90° geschaltet
wird, also 50% ED) 1,15W.


In der Z04 Serie von Thomson gibt es eines mit 3mA Zuendstrom:

http://www.st.com/stonline/books/pdf/docs/6163.pdf

Irgendwann muss man dann mit Hilfsspannungen und kapazitiv mit Spikes
arbeiten, aber da faengt die Schaltung an esoterisch zu werden :-)

--
Gruesse, Joerg

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Joerg
Guest

Mon Feb 08, 2010 12:46 am   



Johannes Bauer wrote:

[...]

Quote:
Wie schaltet mann dann kleine Leistungen (1-2W) überhaupt mittels solch
eines Konstrukts? Kann ich dort den MOC direkt die Last Treiben lassen
oder bringt das dann andere Probleme mit sich? Im Motorola-Datenblatt
zumindest steht, man soll's nicht machen...


Ist Vorsicht bei geboten. Zum einen koennten die 400V abs max bei
induktiven Lasten knapp werden, zum anderen wird das Dingen z.B. bei
300mA schon mollig warm, siehe Figure 3 im Datenblatt. Einschaltspitzen
von kleinen Motoren, Gluehfaeden und dergleichen koennen auch Probleme
machen wenn sie 1A erreichen.

--
Gruesse, Joerg

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