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Weller Lötpistole "tunen"

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elektroda.net NewsGroups Forum Index - Electronics DE - Weller Lötpistole "tunen"

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Marc Stibane
Guest

Sat Dec 28, 2019 7:45 pm   



Marcel Mueller <news.5.maazl_at_spamgourmet.org> wrote:
Quote:
Am 21.12.19 um 09:13 schrieb Marc Stibane:

Habe mir bei eBay eine alte Weller Lötpistole 9200UC gekauft, und bin
mit der Heizleistung ziemlich unzufrieden.
So wie ich das Ding verstehe ist es quasi nur ein Trafo mit einer
kurzgeschlossenen Sekundärseite, durch die "Lötspitze" fließt halt
ein ordentlicher Strom. Diese Lötspitze besteht aus Kupfer?
Konstantan? -Draht mit quadratischem Querschnitt von 2x2 mm mit ca
12cm Länge.
Mein Multimeter (Voltcraft 7905A, 30 Jahre alt) misst 0,1 Ohm
Widerstand, wenn ich die Prüfspitzen kurschließe zeigt es 0,0 Ohm.
Das liegt jenseits der Grenzen der Messgenauigkeit. Du misst eigentlich
nur die Übergangswiderstände und die Meßleitungen.


Habe ich auch schon vermutet.

> Die Lötspitzen haben so grob um die 400 µOhm.

Ich werde morgen mal die Spannung (ohne Lötspitze) messen.


Quote:
Aber der Knackpunkt ist die Verschraubung. Der Übergangswiderstand ist
ein nicht unerhebliches Problem. Man muss die Schrauben andonnern wie
ein Ochse und natürlich das Kupfer an den Kontaktstellen vorher putzen.


OK.


Quote:
Das Ding wird schon "warm", aber selbst mein nominell nur 16W
habender Ersa Tip 260 ist schneller beim Ablöten von 0,75mm Kabeln
als die Lötpistole mit 75W. Das hatte ich mir genau umgekehrt
vorgestellt...
Bei mir ist das Ding nach ca. 4 Sekunden Lötbereit. Da kommt der Ersa
mitnichten ran.


Klar, der braucht mind. eine Minute bis die Spitze heiß ist. Aber die
hat halt deutlich mehr Masse als die Drahtspitze der Lötpistole.


Quote:
Die Lötleistung ist nach wie vor bescheiden. Irgendwie verteilen sich
die ganzen 80W auf 11cm Draht, und die Spitze wird nicht richtig heiß
Naja, das ist bei einem normalen Lötkolben nicht anders. Da kommt auch
nur die Hälfte vorne an, wenn überhaupt.


Aber die Wärme kann nicht so gut abfließen. Eine Ersa-Lötspitze sitzt
außen auf dem Keramik-Heizelement was wohl selber kaum Wärme leitet,
jedenfalls wird der Griff des Lötkolbens nicht heiß.
Die einteilige Kupferdraht-Lötspitze einer Lötpistole ist direkt mit der
Trafo-Sekundärwicklung verbunden, da fließt nicht nur Strom sondern auch
Wärme...


Quote:
Wenn ich aber noch mehr kürze, wird wohl der Trafo überlastet.
Ack.


Auf dem Typenschild steht 100W, mit zweimal gekürzter Spitze (mit nun
10cm statt 12cm Drahtlänge) zieht sie 88W statt 76W. Ein bisschen ginge
noch...


Quote:
Man bräuchte eine "Lötspitze", die statt aus einem Draht aus 3 Teilen
zusammengesetzt ist. Die "Zuleitungen" mit wenig Widerstand, das
Mittelteil mit mehr so dass nur dort die Heizleistung anfällt.
Gibt es sowas?
M.W. nein.


Laut Roland schon:
| Die Lötspitze besteht aus dickem Draht einer Leichtmetalllegierung
| mit Widerstand 0 und geringer Wärmekapazität, die Lötspitze aus
| hartem, schlechtleitenden, oxidationsresistenem Hartmetall.


Quote:
Das wäre auch nicht beliebig schlau. Schließlich muss das mittlere
Material gut lötbar und idealerweise auch noch einigermaßen robust sein.
Ferner müssen die Übergangsstellen auch halten.
Durchgehend Kupfer ist schon gar nicht so verkehrt.


Zumindest bei den Schneid-Spitzen ist der Mittelteil flachgepresst und
dürfte weniger Volumen haben als die "Zuleitungen", womit dort der
Widerstand höher sein müsste.


Quote:
Ich verwende einfach 4mm? Drähte, die ich vorne etwas verdicke
(verdrehen und pressen). Die halten zwar bei weitem nicht so lange, wie
die Originalspitzen. Aber dafür ist es Meterware nahezu ohne Kosten. Es
gehen Jahre ins Land, bis man da ein paar Reststücken verfeuert hat.


Hmm. Ich probiere es zunächst nochmal mit freikratzen des Kupfers der
gekürzten Spitze und Anziehen wie ein Ochse...

Thx

--
In a world without walls and fences,
who needs windows and gates?

Marc Stibane
Guest

Fri Jan 03, 2020 4:45 pm   



Marc Stibane <spamfalle2_at_arcor.de> wrote:
Quote:
Marcel Mueller <news.5.maazl_at_spamgourmet.org> wrote:
Am 21.12.19 um 09:13 schrieb Marc Stibane:

Habe mir bei eBay eine alte Weller Lötpistole 9200UC gekauft, und
bin mit der Heizleistung ziemlich unzufrieden.
Die Lötspitzen haben so grob um die 400 µOhm.
Ich werde morgen mal die Spannung (ohne Lötspitze) messen.


DC nix, AC 0,3V.


Quote:
Auf dem Typenschild steht 100W, mit zweimal gekürzter Spitze (mit nun
10cm statt 12cm Drahtlänge) zieht sie 88W...


I = P / U, 88 / 0,3 = 293,333 A.
R = U / I, 0,3 / 293 = 0,001022727 Ohm, also 1 mOhm.


Quote:
Man bräuchte eine "Lötspitze", die statt aus einem Draht aus 3
Teilen zusammengesetzt ist. Die "Zuleitungen" mit wenig Widerstand,
das Mittelteil mit mehr so dass nur dort die Heizleistung anfällt.
Gibt es sowas?
M.W. nein.
Laut Roland schon:
| Die Lötspitze besteht aus dickem Draht einer Leichtmetalllegierung
| mit Widerstand 0 und geringer Wärmekapazität, die Lötspitze aus
| hartem, schlechtleitenden, oxidationsresistenem Hartmetall.
Ich verwende einfach 4mm? Drähte, die ich vorne etwas verdicke
(verdrehen und pressen). Die halten zwar bei weitem nicht so lange,
wie die Originalspitzen. Aber dafür ist es Meterware nahezu ohne
Kosten. Es gehen Jahre ins Land, bis man da ein paar Reststücken
verfeuert hat.
Hmm. Ich probiere es zunächst nochmal mit freikratzen des Kupfers der
gekürzten Spitze und Anziehen wie ein Ochse...


Done. Lötleistung immer noch ungenügend.

Ich habe die Pistole mal aufgeschraubt. Die zwei 7mm Anschlüsse _sind_
die Sekundärwicklung des Trafos, der eigentlich eh nur aus der
Primärspule und einem aufgewickelten Eisenblech besteht. Die Sekundär-
"Spule" ist nur dieser 7mm-"Draht" und geht nur 1mal durch den Blech-
wickel, hat also nur eine einzige Windung, die durch die Lötspitze
geschlossen wird.
Da drin ist jedenfalls nix was kaputtgehen könnte auf Sekundärseite -
primärseitig auch nur der Schalter (der tut aber). Die Pistole ist also
(innen) vollkommen in Ordnung.

Nur Löten kann man damit nicht. D.h. entweder die Heizleistung verteilt
sich auf die ganzen 10cm Draht der "Lötspitze", und vorne kommt keine
Hitze an. Oder aber der Übergangswiderstand zwischen der 7mm Windung und
2mm Lötspitze ist (trotz blank-feilens) immer noch zu hoch so dass die
Heizleistung quasi komplett in den Anschlüssen anfällt und logischer-
weise großteils in die 7mm-Windung abfließt und nur ein kleiner Rest in
die 2mm-Lötspitze.

--
In a world without walls and fences,
who needs windows and gates?

Bubo bubo
Guest

Fri Jan 03, 2020 7:45 pm   



Am 03.01.2020 um 19:05 schrieb Rolf Bombach:

Quote:
Das jetzige Prinzip
ist amriganscher Scheiss.


Weller, 1941:

https://patentimages.storage.googleapis.com/13/1c/5d/9a6262734976a8/US2405866.pdf

Rolf Bombach
Guest

Fri Jan 03, 2020 7:45 pm   



Marc Stibane schrieb:
Quote:
Habe mir bei eBay eine alte Weller Lötpistole 9200UC gekauft, und bin
mit der Heizleistung ziemlich unzufrieden.
Ein Energiemessgerät zwischen Steckdose und Netzleitung zeigt beim
Einschalten 76W mit einem Powerfaktor von 70%, zum Vergleich mein Ersa
Tip 260 zeigte 17,3W mit 100%.


Jenu, kurzgeschlossener Streutrafo halt.
Quote:

So wie ich das Ding verstehe ist es quasi nur ein Trafo mit einer
kurzgeschlossenen Sekundärseite, durch die "Lötspitze" fließt halt ein
ordentlicher Strom. Diese Lötspitze besteht aus Kupfer? Konstantan?
-Draht mit quadratischem Querschnitt von 2x2 mm mit ca 12cm Länge.


Die Spitzen, die ich kenne/Kannte waren alle aus Kupfer, gelegentlich
beschichtet.

Der Mist ist folgender: P = I^2 * R
Also heizt es vorallem an den Anschlussdrähten. Und nicht an dem
Kopf-Knuddel. Der wird vorallem durch Wärmeleitung warm.
Mit der Zeit löst sich das Kupfer besonders an den Stellen direkt an
der Spitze auf, vorallem wenn dort immer Zinn hinkommt. Das verändert
dann die Wärmebilanz nochmals.

Quote:
Man bräuchte eine "Lötspitze", die statt aus einem Draht aus 3 Teilen
zusammengesetzt ist. Die "Zuleitungen" mit wenig Widerstand, das
Mittelteil mit mehr so dass nur dort die Heizleistung anfällt.
Gibt es sowas?


Weiss nicht, wäre imho aber der richtige Ansatz. Das jetzige Prinzip
ist amriganscher Scheiss.

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach
Guest

Fri Jan 03, 2020 7:45 pm   



Roland Franzius schrieb:
Quote:

Das ist genau sowas. Die Lötspitze besteht aus dickem Draht einer Leichtmetalllegierung mit Widerstand 0 und geringer Wärmekapazität, die Lötspitze aus hartem, schlechtleitenden, oxidationsresistenem
Hartmetall.


Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Und die Bestandteile
geben keinen Sinn, die Materialien sind unglaubwürdig.

--
mfg Rolf Bombach

Bubo bubo
Guest

Fri Jan 03, 2020 7:45 pm   



Am 03.01.2020 um 19:07 schrieb Rolf Bombach:
Quote:
Roland Franzius schrieb:

Das ist genau sowas. Die Lötspitze besteht aus dickem Draht einer
Leichtmetalllegierung mit Widerstand 0 und geringer Wärmekapazität,
die Lötspitze aus hartem, schlechtleitenden, oxidationsresistenem
Hartmetall.

Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Und die Bestandteile
geben keinen Sinn, die Materialien sind unglaubwürdig.


Diamantlötspitze wäre spitze!

Rolf Bombach
Guest

Sat Jan 18, 2020 11:45 pm   



Bubo bubo schrieb:
Quote:
Am 03.01.2020 um 19:05 schrieb Rolf Bombach:

Das jetzige Prinzip
ist amriganscher Scheiss.

Weller, 1941:

https://patentimages.storage.googleapis.com/13/1c/5d/9a6262734976a8/US2405866.pdf


Fühl mal, der Draht wird warm bei Stromdurchgang. Sofort patentieren.
Amerikanische Krankheit.

--
mfg Rolf Bombach

Rolf Bombach
Guest

Sat Jan 18, 2020 11:45 pm   



Bubo bubo schrieb:
Quote:
Am 03.01.2020 um 19:07 schrieb Rolf Bombach:
Roland Franzius schrieb:

Das ist genau sowas. Die Lötspitze besteht aus dickem Draht einer Leichtmetalllegierung mit Widerstand 0 und geringer Wärmekapazität, die Lötspitze aus hartem, schlechtleitenden,
oxidationsresistenem Hartmetall.

Dieser Satz ist ein Widerspruch in sich. Und die Bestandteile
geben keinen Sinn, die Materialien sind unglaubwürdig.

Diamantlötspitze wäre spitze!


Isotopenreiner Diamant wäre speziell gut. Hat aber wie Grafit
den Nachteil des spurlosen Verschwindens bei hohen Temperaturen.
Vielleicht Saphir? Aber auch der hat wohl Benetzungsprobleme.

Für Opfer der Franziusschen Glosse: Leichtmetalle haben, auf den
Querschnitt bezogen, eine schlechte Wärme- und Stromleitfähigkeit
im Vergleich zu Kupfer¹. Legierungen haben im Vergleich zu den
Reinmetallen i.allg. eine schlechtere, meist wesentlich schlechtere
Leitfähigkeit.


¹ Anders sieht es bezüglich der Masse aus: Da hat Alu eine bessere
Leitfähigkeit wie Kupfer, etwa einen Faktor 2. Daher nimmt man
Alu, wenn es auf das Gewicht/die Masse ankommt und Platz da ist,
etwa bei Hochspannungsleitungen oder bei Satellitenanwendungen.

--
mfg Rolf Bombach

horst-d.winzler
Guest

Sun Jan 19, 2020 6:45 am   



Am 18.01.20 um 23:21 schrieb Rolf Bombach:
Quote:
Bubo bubo schrieb:
Am 03.01.2020 um 19:05 schrieb Rolf Bombach:

Das jetzige Prinzip
ist amriganscher Scheiss.

Weller, 1941:

https://patentimages.storage.googleapis.com/13/1c/5d/9a6262734976a8/US2405866.pdf


Fühl mal, der Draht wird warm bei Stromdurchgang. Sofort patentieren.
Amerikanische Krankheit.


Aber nicht ohne den Warnhinweis das Draht auch heiß werden könnte. Sonst
droht Schadenersatzklage.

--
---hdw---

Peter Heitzer
Guest

Mon Jan 20, 2020 8:45 am   



Marc Stibane <spamfalle2_at_arcor.de> wrote:
Quote:
Habe mir bei eBay eine alte Weller Lötpistole 9200UC gekauft, und bin
mit der Heizleistung ziemlich unzufrieden.
Ein Energiemessgerät zwischen Steckdose und Netzleitung zeigt beim
Einschalten 76W mit einem Powerfaktor von 70%, zum Vergleich mein Ersa
Tip 260 zeigte 17,3W mit 100%.

So wie ich das Ding verstehe ist es quasi nur ein Trafo mit einer
kurzgeschlossenen Sekundärseite, durch die "Lötspitze" fließt halt ein
ordentlicher Strom. Diese Lötspitze besteht aus Kupfer? Konstantan?
-Draht mit quadratischem Querschnitt von 2x2 mm mit ca 12cm Länge.

Bei meiner Weller half es, die Muttern an den Enden der Spitze wieder fest
anzuziehen.


--
Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer_at_rz.uni-regensburg.de

Marc Stibane
Guest

Tue Jan 21, 2020 7:45 pm   



Peter Heitzer <peter.heitzer_at_rz.uni-regensburg.de> wrote:
Quote:
Marc Stibane <spamfalle2_at_arcor.de> wrote:

Habe mir bei eBay eine alte Weller Lötpistole 9200UC gekauft, und bin
mit der Heizleistung ziemlich unzufrieden.
Bei meiner Weller half es, die Muttern an den Enden der Spitze wieder fest
anzuziehen.


Das hatte ich als allererstes getan. G'nutzt hat's nix...

--
In a world without walls and fences,
who needs windows and gates?

Rolf Bombach
Guest

Tue Jan 21, 2020 10:45 pm   



horst-d.winzler schrieb:
Quote:
Am 18.01.20 um 23:21 schrieb Rolf Bombach:
Bubo bubo schrieb:
Am 03.01.2020 um 19:05 schrieb Rolf Bombach:

Das jetzige Prinzip
ist amriganscher Scheiss.

Weller, 1941:

https://patentimages.storage.googleapis.com/13/1c/5d/9a6262734976a8/US2405866.pdf

Fühl mal, der Draht wird warm bei Stromdurchgang. Sofort patentieren.
Amerikanische Krankheit.


Aber nicht ohne den Warnhinweis das Draht auch heiß werden könnte. Sonst droht Schadenersatzklage.


Und der Ergänzung, dass dies sowohl mit Gleich¹- wie auch mit
Wechselstrom passieren kann.

¹ und zwar mit beliebiger Polarität²
² siehe anderes Patent

--
mfg Rolf Bombach

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