David Kastrup
Guest
Thu Jul 08, 2010 12:05 pm
Hi,
hat jemand eine Ahnung, was so die Zeitkonstante für den Druckausgleich
bei einem typischen Elektretkondensatormikrophon mit Kugelcharakteristik
sein könnte?
Ich habe so ein Teil im Inneren eines Akkordeons verbaut und frage mich,
ob es sich lohnt darüber nachzudenken, die Gleichspannung an der
Mikrophonkapsel separat auszuwerten. "Balgdrucksensor" ist etwas, was
man zur Auswertung der Dynamik beim Akkordeon einsetzen kann, aber
vielleicht reicht ja, was ich habe...
--
David Kastrup
MaWin
Guest
Thu Jul 08, 2010 12:35 pm
"David Kastrup" <dak_at_gnu.org> schrieb im Newsbeitrag
news:87r5je2ss1.fsf_at_lola.goethe.zz...
Quote:
hat jemand eine Ahnung, was so die Zeitkonstante für den Druckausgleich
bei einem typischen Elektretkondensatormikrophon mit Kugelcharakteristik
sein könnte?
Eher bei 10Hz, du wirst also einen Drucksensor wie Motorola MPX
nehmen müssen.
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage:
http://freenet-homepage.de/mawin/
de.sci.electronics FAQ:
http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.
Marcel Müller
Guest
Thu Jul 08, 2010 1:03 pm
MaWin wrote:
Quote:
"David Kastrup" <dak_at_gnu.org> schrieb im Newsbeitrag
news:87r5je2ss1.fsf_at_lola.goethe.zz...
hat jemand eine Ahnung, was so die Zeitkonstante für den Druckausgleich
bei einem typischen Elektretkondensatormikrophon mit Kugelcharakteristik
sein könnte?
Eher bei 10Hz,
Messmikrofonkapseln haben weniger, falls Tausch in Frage kommt.
Allerdings wird es vmtl. trotzdem nicht reichen.
Marcel
David Kastrup
Guest
Thu Jul 08, 2010 1:58 pm
Marcel Müller <news.5.maazl_at_spamgourmet.com> writes:
Quote:
MaWin wrote:
"David Kastrup" <dak_at_gnu.org> schrieb im Newsbeitrag
news:87r5je2ss1.fsf_at_lola.goethe.zz...
hat jemand eine Ahnung, was so die Zeitkonstante für den Druckausgleich
bei einem typischen Elektretkondensatormikrophon mit Kugelcharakteristik
sein könnte?
Eher bei 10Hz,
Messmikrofonkapseln haben weniger, falls Tausch in Frage kommt.
Allerdings wird es vmtl. trotzdem nicht reichen.
Naja, war eine lustige Idee. Vermutlich würde es reichen, um den
Balgwechsel halbwegs zuverlässig zu detektieren, aber für eine
vernünftige Balgdynamik wird es wohl eher nicht reichen.
Danke!
--
David Kastrup
Marte Schwarz
Guest
Fri Jul 09, 2010 11:14 am
Hallo Manfred,
Quote:
hat jemand eine Ahnung, was so die Zeitkonstante für den Druckausgleich
bei einem typischen Elektretkondensatormikrophon mit Kugelcharakteristik
sein könnte?
Eher bei 10Hz, du wirst also einen Drucksensor wie Motorola MPX
nehmen müssen.
nee, die Dinger sind in der Regel bis weit in den sub Hz Bereich tauglich,
wohl aber nicht spezifiziert. Ich hatte mal in dem Bereich zu tun. Wir
hatten eine Selektionsbox gebaut und die Mikros gesteckt, damit ein Wechsel
im Bedarfsfall schnell und unkompliziert ist (könnte ja auch undicht werden.
Unsere 0815 Teile haben bis 10 s Druckzyklen gut verdaut. Das waren damals
die billigen von reichelt, nix spezielles. "Ausschuß" war ca 5%, die konnten
die 0,5 Hz nicht mehr so gut.
Man braucht dann aber gute große Kondensatoren zum Auskoppeln.
Marte
Marte Schwarz
Guest
Fri Jul 09, 2010 11:18 am
Hi David,
Quote:
Messmikrofonkapseln haben weniger, falls Tausch in Frage kommt.
Allerdings wird es vmtl. trotzdem nicht reichen.
Naja, war eine lustige Idee. Vermutlich würde es reichen, um den
Balgwechsel halbwegs zuverlässig zu detektieren, aber für eine
vernünftige Balgdynamik wird es wohl eher nicht reichen.
Versuch macht kluch ;-)
So aufwändig dürfte der Test ja nicht werden, oder? Ich geb Dir gute
Aussichten. Soooo lang ziehst Du den Balg dann doch nicht. Könnte schon
passen. Ein steilflankiges digitales Tiefpassfilter ist dann aber wohl
Pflicht.
Marte
David Kastrup
Guest
Fri Jul 09, 2010 11:39 am
"Marte Schwarz" <marte.schwarz_at_gmx.de> writes:
Quote:
Hi David,
Messmikrofonkapseln haben weniger, falls Tausch in Frage kommt.
Allerdings wird es vmtl. trotzdem nicht reichen.
Naja, war eine lustige Idee. Vermutlich würde es reichen, um den
Balgwechsel halbwegs zuverlässig zu detektieren, aber für eine
vernünftige Balgdynamik wird es wohl eher nicht reichen.
Versuch macht kluch ;-)
So aufwändig dürfte der Test ja nicht werden, oder? Ich geb Dir gute
Aussichten. Soooo lang ziehst Du den Balg dann doch nicht.
Das hängt von der Registrierung, der Tonlage, der Qualität des
Instrumentes, dem Balgquerschnitt und speziell den Stimmzungen ab.
Ein 24-taktiges Andantino aus einer Gurlitt-Sonate kann ich auf meinem
Lieblingsinstrument ohne Balgwechsel und durchaus unter Verwendung von
etwas Dynamik durchspielen. Das sind vielleicht 40s.
Quote:
Könnte schon passen. Ein steilflankiges digitales Tiefpassfilter ist
dann aber wohl Pflicht.
Ja, das ist nicht ganz trivial, weil das krasse Gegenteil dann
sogenannte "Balgschüttelpassagen" sind.
<URL:http://www.youtube.com/watch?v=o0Bn4m6dQbI> demonstriert das ganz
gut...
--
David Kastrup
Marte Schwarz
Guest
Fri Jul 09, 2010 5:46 pm
Hi David,
Quote:
Versuch macht kluch ;-)
So aufwändig dürfte der Test ja nicht werden, oder? Ich geb Dir gute
Aussichten. Soooo lang ziehst Du den Balg dann doch nicht.
Das hängt von der Registrierung, der Tonlage, der Qualität des
Instrumentes, dem Balgquerschnitt und speziell den Stimmzungen ab.
Das weiss ich wohl, ich spiel zwar nur Mundharmonika, weiss da aber den
Unterschied im Luftverbrauch zwischen guten und schlechten Instrumenten wohl
zu schätzen...
Quote:
Ein 24-taktiges Andantino aus einer Gurlitt-Sonate kann ich auf meinem
Lieblingsinstrument ohne Balgwechsel und durchaus unter Verwendung von
etwas Dynamik durchspielen. Das sind vielleicht 40s.
Möglicherweise lohnt es sich dann, die Charakteristik einmal auszumessen und
dann mit einem Controllerchen zu kompensieren.
Quote:
Könnte schon passen. Ein steilflankiges digitales Tiefpassfilter ist
dann aber wohl Pflicht.
Ja, das ist nicht ganz trivial, weil das krasse Gegenteil dann
sogenannte "Balgschüttelpassagen" sind.
URL:http://www.youtube.com/watch?v=o0Bn4m6dQbI> demonstriert das ganz
gut...
Cool, ich hab zwar schon einige gute Akkordeonspieler gehört, aber der
beeindruckt doch... stark.
Marte
David Kastrup
Guest
Fri Jul 09, 2010 6:09 pm
"Marte Schwarz" <marte.schwarz_at_gmx.de> writes:
Quote:
Hi David,
Versuch macht kluch ;-)
So aufwändig dürfte der Test ja nicht werden, oder? Ich geb Dir gute
Aussichten. Soooo lang ziehst Du den Balg dann doch nicht.
Das hängt von der Registrierung, der Tonlage, der Qualität des
Instrumentes, dem Balgquerschnitt und speziell den Stimmzungen ab.
Das weiss ich wohl, ich spiel zwar nur Mundharmonika, weiss da aber den
Unterschied im Luftverbrauch zwischen guten und schlechten Instrumenten wohl
zu schätzen...
Ein 24-taktiges Andantino aus einer Gurlitt-Sonate kann ich auf meinem
Lieblingsinstrument ohne Balgwechsel und durchaus unter Verwendung von
etwas Dynamik durchspielen. Das sind vielleicht 40s.
Möglicherweise lohnt es sich dann, die Charakteristik einmal
auszumessen und dann mit einem Controllerchen zu kompensieren.
Naja, bei einer Zeitkonstante von .1s und einer Kompensationsdauer von
40s kommt da aber definitiv am Ende nur geratener Schrott heraus. Ich
denke mal, man wird die Wechsel halbwegs erkennen, aber ob es reicht,
einen Dynamikwechsel von einem Richtungswechsel zuverlässig zu
unterscheiden...
Wenn die Kapsel nicht in Schaumgummi versteckt wäre, könnte man das
Kompensationsloch mit Tesa zukleben und ein winziges Loch anbringen, und
dann säge die Welt vielleicht anders aus.
--
David Kastrup
Marte Schwarz
Guest
Fri Jul 09, 2010 8:10 pm
Hallo David,
Quote:
Versuch macht kluch ;-)
Naja, bei einer Zeitkonstante von .1s
Hast Du die vermessen oder ist die geraten?
Vor oder nach dem Hochpasskondensator?
Diese Zeitkonstante riecht nach Richtcharakteristik, sofern sie nicht vom
Hochpass herrührt. Richtcharakteristik würde da aber gar nicht reinpassen
(sinntechnisch meine ich jetzt).
Quote:
Wenn die Kapsel nicht in Schaumgummi versteckt wäre, könnte man das
Kompensationsloch mit Tesa zukleben und ein winziges Loch anbringen, und
dann säge die Welt vielleicht anders aus.
Die Kugelcharakteristikteile haben kein Kompensationsloch. Jedenfalls
keines, das mit Tesa zu kleben wäre. Die sind höchstens undicht ;-)
Ich würde das mal mit einer billigen Kapsel testen, einfach zusätzlich
reinschieben. Es gibt so hübsch kleine Teilchen seit es Händis gibt...
Marte
David Kastrup
Guest
Fri Jul 09, 2010 9:59 pm
"Marte Schwarz" <marte.schwarz_at_gmx.de> writes:
Quote:
Hallo David,
Versuch macht kluch ;-)
Naja, bei einer Zeitkonstante von .1s
Hast Du die vermessen oder ist die geraten?
Letzteres, unbeschadet jeglicher Information am Gerät.
Quote:
Vor oder nach dem Hochpasskondensator?
Davor.
Quote:
Die Kugelcharakteristikteile haben kein Kompensationsloch. Jedenfalls
keines, das mit Tesa zu kleben wäre. Die sind höchstens undicht
Das wiederum wäre erfreulich. Ich muß das mal im Ernst ausmessen, aber
da brauche ich dann vermutlich Nichtaudioeingänge.
--
David Kastrup
Marte Schwarz
Guest
Sat Jul 10, 2010 12:07 am
Hallo David,
Quote:
Versuch macht kluch
Naja, bei einer Zeitkonstante von .1s
Hast Du die vermessen oder ist die geraten?
Letzteres, unbeschadet jeglicher Information am Gerät.
;-)
Quote:
Vor oder nach dem Hochpasskondensator?
Davor.
Immer in der Hoffnung, dass da nicht noch ein Kondensator in der Kapsel
versteckt ist.
Quote:
Ich muß das mal im Ernst ausmessen, aber
da brauche ich dann vermutlich Nichtaudioeingänge.
Im Zweifel tuts ein Multimeter. Lass den Balg mit seinem Eigengewicht ohne
offenes Ventil hängen. Das sollte einigermaßen lange einen konstanten
Unterdruck geben.
Marte