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Bewertung einer Akkuentladekurve...

F

Frank Scheffski

Guest
Hallo allerseits,


ich suche mal wieder der Rat des geschätzten Publikums.
Gegeben ist ein \"Gerät\", das einen 70Ah-Bleiagelkku
(2 Stck. Q-Batteries 12LS-33 parallel)
https:/www.q-batteries.de/Fimages/Freserve/FLS/FQB_neutral_12LS-33.pdf

über ein eingebautes Automatikladegerät geladen hält und bei
Netzausfall oder unklarem Sekundärspannungseinbruch der Hauptanlage an
diese zur Notstromversorgung zugeschaltet wird.
Funktioniert alles wunderbar und genau wie es soll.

Da sich die ~30 Anlagen teilweise an entlegenen Standorten befinden
und regelmäßige Nachschau eher nicht gewollt und geplant ist, wird der
Akku allmorgendlich für 30 sec. mit C10, also etwa 6,5A belastet.
Die Klemmenspannung wird dabei sekündlich geloggt und derzeit werden
3 Parameter ausgewertet.
Ist die Anfangsspannung gleich zu Beginn der Belastung zu tief
eingebrochen, oder die Endspannung nach 30 sec. zu gering oder der
Spannungseinbruch über die gesamte Zeit zu groß, wird eine
Fehlermeldung generiert und der Monteur per Funk zum Tee gebeten.
So weit die Theorie.

Nun sind die Akkus alle noch funkelnagelneu und grau ist alle Theorie.
Einen müden und somit auswechselpflichtigen Akku zu simulieren, fällt
mir nur anhand der Tabellen im Datenblatt recht schwer.
Ich habe zwar zwei altersschwache 7,2Ah-Akkus zum spielen, aber ich
weiß nicht, inwieweit deren Verhalten wirklich übertragbar ist.
Bei einigen Standorten wäre es gut, rechtzeitig Bescheid zu wissen,
da man im Winter wirklich nur unter Schmerzen hinkommt.
Andererseits sollen \"Fehlalarme\" weitestgehend vermieden werden.
Man kann die Fehlermeldung per Funk zurücksetzen und auf den nächsten
Morgen und ggf. weitere Messungen warten. Das hilft schon etwas.
Gerade bei starkem Frost muß man ja auch mal ein Auge zudrücken,
wobei die Automatik unter 0°C sowieso keinen Test startet.

Gibt es zur Bewertung des Akkuzustands über eine halbminütige
Belastung noch irgendwelche Hinweise oder wohlmeinende Ratschläge?


Vielen Dank im Voraus!


Ein schönes Adventswochenende wünscht


Frank
 
H

Helmut Schellong

Guest
On 11/27/2020 22:39, Frank Scheffski wrote:
Hallo allerseits,


ich suche mal wieder der Rat des geschätzten Publikums.
Gegeben ist ein \"Gerät\", das einen 70Ah-Bleiagelkku
(2 Stck. Q-Batteries 12LS-33 parallel)
https:/www.q-batteries.de/Fimages/Freserve/FLS/FQB_neutral_12LS-33.pdf

über ein eingebautes Automatikladegerät geladen hält und bei
Netzausfall oder unklarem Sekundärspannungseinbruch der Hauptanlage an
diese zur Notstromversorgung zugeschaltet wird.
Funktioniert alles wunderbar und genau wie es soll.
[...]
Nun sind die Akkus alle noch funkelnagelneu und grau ist alle Theorie.
Einen müden und somit auswechselpflichtigen Akku zu simulieren, fällt
mir nur anhand der Tabellen im Datenblatt recht schwer.
[...]
Gibt es zur Bewertung des Akkuzustands über eine halbminütige
Belastung noch irgendwelche Hinweise oder wohlmeinende Ratschläge?
Ich habe eine Kapazitätsanzeige in der Industrie entwickelt.

Aber ich gebe einfach den Tipp, vom Verhalten eines neuen Akkus
ausgehend einen nicht neuen Akku zu bewerten.
Also erst mal die relevanten Eigenschaften eines neuen Akkus feststellen.


--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong var@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
http://www.schellong.de/htm/audio_proj.htm
http://www.schellong.de/htm/audio_unsinn.htm
 
M

Martin Τrautmann

Guest
On Fri, 27 Nov 2020 22:39:59 +0100, Frank Scheffski wrote:
Da sich die ~30 Anlagen teilweise an entlegenen Standorten befinden
und regelmäßige Nachschau eher nicht gewollt und geplant ist, wird der
Akku allmorgendlich für 30 sec. mit C10, also etwa 6,5A belastet.
Die Klemmenspannung wird dabei sekündlich geloggt und derzeit werden
3 Parameter ausgewertet.
C10 klingt sehr mild. Schaffst du auch C oder zumindest C/2?

Nun sind die Akkus alle noch funkelnagelneu und grau ist alle Theorie.
Einen müden und somit auswechselpflichtigen Akku zu simulieren, fällt
mir nur anhand der Tabellen im Datenblatt recht schwer.
Du kannst dir sicher irgendwo \'nen alten Blei-Akku zum Testen ausleihen
- notfalls aus deinem eigenen Auto.
 
F

Frank Scheffski

Guest
Martin ?rautmann schrieb am Sat, 28 Nov 2020 07:57:22 +0100:

>C10 klingt sehr mild. Schaffst du auch C oder zumindest C/2?

Im Regelbetrieb wird er mit C70 belastet, also ~1A und dann immer mal
für ein paar sec. mit 4A.
Die Testbelastung erfolgt über einen gekühlten 2R-Widerstand, der mit
einem 10A-FET geschaltet wird. Nicht auf Kante genäht, aber deutlich
mehr Strom würde nicht nur (ungewünschten) Umbau, sondern quasi Neubau
erfordern.

Du kannst dir sicher irgendwo \'nen alten Blei-Akku zum Testen ausleihen
- notfalls aus deinem eigenen Auto.
Das sind aber keine AGM und ich bin mir sicher, wenn mein Heiligtum
für >1h keinen Strom hat, ist hinterher ein mehrstündiger
Werkstattaufenthalt Pflicht...

Gerade Autoakkus haben stellenweise das beunruhigende Verhalten, am
Tag X noch völlig unauffällig zu starten, um am Morgen von X+1
mausetot im Sattel zu hängen und nicht mal mehr Ladestrom anzunehmen.
Das ist mir nun schon zweimal so passiert.

Ich habe vom Chinesen ein wunderbares Vierleiter Ri-Meßgerät mit
10µOhm Auflösung, aber selbst die müden Akkus bringen noch
Innenwiderstände im Milliohmbereich. Das ist mir alles zu indifferent.

https://de.aliexpress.com/item/4001224362746.html

Die 6A beim Test entsprechen etwa der 1,5-fachen Maximallast und die
Grundidee war, daß wenn der Akku dabei zu sehr einknickt, ein Neuer
ranmuß.
Der Grund für meine Frage war aber die Früherkennung von schwächelnden
Akkus. Da fehlt mir für die AGM-Typen die Erfahrung. In der Regel
kommt man bei der jährlichen Wartung hin und die Teile haben entweder
dicke Backen, weil\'s im Kabinett zu warm ist, oder sie brechen bei
Nennlast völlig ein.
Solche Überraschungen will ich zukünftig ausschließen, daher auch der
\"Aufwand\" mit der Diagnose.

MfG

Frank
 
M

Martin Τrautmann

Guest
On Sat, 28 Nov 2020 10:17:26 +0100, Frank Scheffski wrote:
Der Grund für meine Frage war aber die Früherkennung von schwächelnden
Akkus. Da fehlt mir für die AGM-Typen die Erfahrung. In der Regel
kommt man bei der jährlichen Wartung hin und die Teile haben entweder
dicke Backen, weil\'s im Kabinett zu warm ist, oder sie brechen bei
Nennlast völlig ein.
Solche Überraschungen will ich zukünftig ausschließen, daher auch der
\"Aufwand\" mit der Diagnose.
Da kann ich leider nicht weiterhelfen. Ich habe Akkus mit völlig
unauffälligem Innenwiderstand, aber nur noch 10 % Restkapazität. Um das
zu erkennen muss ich vollständige Entlade-Lade-Zyklen fahren. Bei zwei
Akkus könntest du das wechselweise machen, um mindestens 50 %
Restkapazität zu haben. Aber diese Prüfzyklen verringern naürlich selbst
die Lebensdauer.
 
R

Rafael Deliano

Guest
wird der Akku allmorgendlich für 30 sec. ... belastet.
Klemmenspannung wird dabei sekündlich geloggt
Fehlermeldung per Funk
Die Datenmenge ist ja nicht üppig bzw. komprimierbar.
Per Funk versenden, die Trendkurve auf PC protokollieren
und Anwender entscheidet wann er Wartung für sinnvoll/nötig
hält ? Abhängig von Raumtemperatur würde man ohnehin einen
überlagerten 12 Monatszyklus erwarten den ein fester
Grenzwert nicht gut abbildet.

MfG JRD
 
H

Hanno Foest

Guest
On 28.11.20 10:17, Frank Scheffski wrote:

Gerade Autoakkus haben stellenweise das beunruhigende Verhalten, am
Tag X noch völlig unauffällig zu starten, um am Morgen von X+1
mausetot im Sattel zu hängen und nicht mal mehr Ladestrom anzunehmen.
Das ist mir nun schon zweimal so passiert.
Das ist aber eher eine Spezialität von Autoakkus: Zellenschluß durch
Bleischlamm, der durch das Autofahren losgerüttelt wurde.

Hanno

--
The modern conservative is engaged in one of man\'s oldest exercises in
moral philosophy; that is, the search for a superior moral justification
for selfishness.
- John Kenneth Galbraith
 
V

Volker Bartheld

Guest
On Sat, 28 Nov 2020 11:14:23 +0100, Hanno Foest wrote:
On 28.11.20 10:17, Frank Scheffski wrote:
Gerade Autoakkus haben stellenweise das beunruhigende Verhalten, am
Tag X noch völlig unauffällig zu starten, um am Morgen von X+1
mausetot im Sattel zu hängen und nicht mal mehr Ladestrom anzunehmen.
Das ist mir nun schon zweimal so passiert.
Das ist aber eher eine Spezialität von Autoakkus: Zellenschluß durch
Bleischlamm, der durch das Autofahren losgerüttelt wurde.
Ich hatte das interessanterweise mal bei einer \"nicht wartungsfreien\"
Batterie. Wollte ihr vor dem am nächsten Tag bevorstehenden, winterlichen
Trip ins Fichtelgebirge noch was Gutes tun, drehte daher die Stöpsel raus,
füllte H2Odest bis zur Markierung nach und hängte den (ungeregelten) Lader
dran. Am nächsten Morgen war die Batterie nicht etwa voll, sondern konnte
kaum mehr die Innenraumbeleuchtung treiben.

Schlau wärs gewesen, den Ladestrom zwischendurch mal zu kontrollieren,
retrospektiv möchte ich annehmen, daß der bei einem Plattenschluß nicht in
erwarteter Weise zurückgeht. Könnte aber auch passieren, daß kurz vor
Schluß die Gasung ein wenig Schlamm lostritt und die Batterie dann erst
stirbt. *) Keine Ahnung, wie sich ein einziger Plattenschluß (es sind ja
sechs Zellen in der 12V-Version) auf die Startwilligkeit auswirkt. Und ob
so ein innerer Kurzschluß noch andere lustige Effekte haben kann, bspw.
heiße Säure, die den Stöpsel absprengt und sich gleichmäßig im Motorabteil
ausbreitet.

Mir ist mal ein vermeintlich sicher abgelegter und ausreichend weit
entfernter Gabelschlüssel vom Dach meines damaligen Golf II mit einem
kleinen Hops über den Scheibenwischer durch den Spalt der geöffneten
Motorhaube auf die Batteriepole gefallen und hat sich dort umgehend
festgeschweißt. Da ist guter Rat teuer und eine rasche Reaktion gefragt,
falls man kein Schwefelsäurebakterium ist, dem eine heiße Säuredusche
nichts ausmacht. Ich konnte das Teil dann mit einem schnell gegriffenen
Hammer runterhauen, bevor es zum Super-GAU kam - brodeln tat es im Inneren
des Gehäuses schon ganz ordentlich.

Es sind also nicht nur Lithiumakkus teuflisch, man kann auch mit Bleichemie
durchaus viel Spaß haben.

Volker

*) Ob man solche Batterien - wenn sie noch nicht zuviel Elektrodenmasse
verloren haben - wohl wiederbeleben kann, wenn man die Säure (incl.
Bleischlamm) ausgießt, die Geschichte mit H2Odest ein paarmal schüttelt,
spült und dann mit neuer Säure wieder auffüllt? Irgendwo geistert auch die
Mär herum, man möge bei neuen Batterien zur Erstbefüllung einen
Komplexbildner zugeben, beispielsweise EDTA. Die hielte dann quasi \"ewig\".

Halte ich im Lichte der Tatsache, daß das dann wohl schon ab Werk so
gemacht werden würde, für zumindest diskutabel.
1000h-Glühlampenverschwörungstheoretiker vor!
 
G

Gerrit Heitsch

Guest
On 11/28/20 11:39 AM, Volker Bartheld wrote:
*) Ob man solche Batterien - wenn sie noch nicht zuviel Elektrodenmasse
verloren haben - wohl wiederbeleben kann, wenn man die Säure (incl.
Bleischlamm) ausgießt, die Geschichte mit H2Odest ein paarmal schüttelt,
spült und dann mit neuer Säure wieder auffüllt?
Ich könnte mir vorstellen, daß das funktioniert. Solange man es
hinbekommt, daß die Krümel beim Ausgiessen nicht zwischen den Platten
stecken bleiben.

Gerrit
 
A

Andreas Neumann

Guest
Hanno Foest wrote:

On 28.11.20 10:17, Frank Scheffski wrote:

Gerade Autoakkus haben stellenweise das beunruhigende Verhalten, am
Tag X noch völlig unauffällig zu starten, um am Morgen von X+1
mausetot im Sattel zu hängen und nicht mal mehr Ladestrom anzunehmen.
Das ist mir nun schon zweimal so passiert.

Das ist aber eher eine Spezialität von Autoakkus: Zellenschluß durch
Bleischlamm, der durch das Autofahren losgerüttelt wurde.
Das ist nur die halbe Wahrheit. Autoakkus *brauchen* das Rütteln, um den
entstehenden Schlamm unten flach zu halten, eben damit kein vorzeitiger
Schluss entsteht.
Bleisäureakkus, die zeitlebens im Zimmer rumstehen, sterben normalerweise
viel schneller als gefahrene solche.
 
F

Frank Scheffski

Guest
Rafael Deliano schrieb am Sat, 28 Nov 2020 10:28:35 +0100:

>Die Datenmenge ist ja nicht üppig bzw. komprimierbar.

Im Moment 52 Byte als .csv
2000 Speicherwerte sind möglich, also knapp 5,4 Jahre, wenn man sich
mit manuell gestarteten Akkutests zurückhält.

>Per Funk versenden,

555 µBaud. Man kann nicht mal morsen damit.
Leider haben wir keinen Zugriff auf das eigentliche Funksystem.
Wir haben nur 2 Meldeeingänge die jeweils halbstündlich übertragen
werden.

Abhängig von Raumtemperatur würde man ohnehin einen
überlagerten 12 Monatszyklus erwarten den ein fester
Grenzwert nicht gut abbildet.
Im Meßwertspeicher werden auch die Temperaturkurven geloggt,
man kann das also in der Gesamtauswertung in irgendeiner Form
berücksichtigen.

Vermutlich bleibt nur das Warten auf den ersten Ausfall in einigen
Jahren. Oder anderweitige Empirie.

MfG

Frank
 
J

Juergen

Guest
Am Sat, 28 Nov 2020 11:39:42 +0100 schrieb Volker Bartheld

Irgendwo geistert auch die
Mär herum, man möge bei neuen Batterien zur Erstbefüllung einen
Komplexbildner zugeben, beispielsweise EDTA. Die hielte dann quasi \"ewig\".
Hab ich mal bei einer YTX9BS-Motorradbatterie probiert. War ein eher
kurzes \"ewig\".
cu.
Juergen

--
\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\
\\ Freie Bits für freie Buerger \\
\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\
 
F

Frank Scheffski

Guest
Martin ?rautmann schrieb am Sat, 28 Nov 2020 10:24:46 +0100:

Da kann ich leider nicht weiterhelfen. Ich habe Akkus mit völlig
unauffälligem Innenwiderstand, aber nur noch 10 % Restkapazität.
Soweit bin ich da auch schon vorgedrungen. Das erstaunt mich etwas, da
die Ri-Messung ja durchaus zu den anerkannten Beurteilungsverfahren
für einen Akku zählt.
Ich erinnere mich an einen soliden Autoakkutester, mit dem ich vor
>35a mal gearbeitet habe, in dem dann ein gezacktes Widerstandsband
zur Rotglut gebracht wurde. Da flossen irgendwas zwischen 50 und 100 A
und wenn die Spannung einigermaßen stand, war der Akku noch gut.

Das Gezauber mit den 4-Leiter-Messungen bei wenigen mA \"Last\"
überzeugt mich nicht wirklich.

Bei zwei Akkus könntest du das wechselweise machen, um mindestens 50 %
Restkapazität zu haben. Aber diese Prüfzyklen verringern naürlich selbst
die Lebensdauer.
Bisher wurden die Akkus jährlich einmal mit einer 70W Halogenlampe
belastet und der Spannungseinbruch per Bauchgefühl bewertet.
Davon will ich weg, will\'s aber auch nicht übertreiben.

Zu Testbeginn wird das Ladegerät dektiviert und es entsteht ein
starker Einbruch von den 13,8V der Pufferspannung hin zu ~13,0V.
Irgendwann stabilisiert sich die Spannung und steigt kurz vor Schluß
durch den heißen Lastwiderstand ggf. sogar noch mal um ein paar mV an.
Ich würde denken, daß der Zeitpunkt, bei dem die Kurve in die
Waagrechte übergeht, am ehesten ein Maß für die Gesundheit des Akkus
ist.
Ich hatte schon mal testweise immer nur auf die Spannungsdifferenz
zum vorherigen Meßwert geschaut und den Punkt des Differenzminimums
festgehalten.

Das werde ich wohl nochmal mit einbauen, ist noch ein knappes kB Platz
im Flash und noch 13 Bytes im Speicherstring frei.

MfG

Frank
 
W

Wilhelm Ernst

Guest
Am Sat, 28 Nov 2020 13:59:49 +0100hat Frank Scheffski
<usenet@alles-moppelkotze.de> geäußert:

Rafael Deliano schrieb am Sat, 28 Nov 2020 10:28:35 +0100:

Die Datenmenge ist ja nicht üppig bzw. komprimierbar.

Im Moment 52 Byte als .csv
2000 Speicherwerte sind möglich, also knapp 5,4 Jahre, wenn man sich
mit manuell gestarteten Akkutests zurückhält.

Per Funk versenden,

555 µBaud. Man kann nicht mal morsen damit.
Leider haben wir keinen Zugriff auf das eigentliche Funksystem.
Wir haben nur 2 Meldeeingänge die jeweils halbstündlich übertragen
werden.

Abhängig von Raumtemperatur würde man ohnehin einen
überlagerten 12 Monatszyklus erwarten den ein fester
Grenzwert nicht gut abbildet.

Im Meßwertspeicher werden auch die Temperaturkurven geloggt,
man kann das also in der Gesamtauswertung in irgendeiner Form
berücksichtigen.

Vermutlich bleibt nur das Warten auf den ersten Ausfall in einigen
Jahren. Oder anderweitige Empirie.
Ich halte das Verfahren mit C10 über 30s für ausreichend, aber ich
verstehe die drei Meldungen nicht:
1. Startspannung zu niedrig - ist klar
2. Testendespannung nach 30s zu gering ist auch klar,
aber
3. Spannungseinbruch über die gesamte Zeit zu groß - was soll das sein?

Als Kriterium für 2. würde ich 2V unter der Ladeerhaltungsspannung
nehmen. 30s mit 6,5A sind keine wirkliche Belastung für eine
Kapazitätsaussage einer 70Ah-Batterie, eher für eine
Anwesenheitsmeldung. Deshalb würde ich die nur wöchentlich machen, wenn
Netzausfälle sowieso gemeldet werden.
Die Neigung der Entladekennlinie ist von Hersteller zu Hersteller
unterschiedlich stark temperaturabhängig. Dein Akku-Lieferant
(Q-Batteries) sollte Dir zwei Entladekurven liefern können für +30° und
für 0°C bei C10-Entladung. Solche Kurven machen auch die Chinesen in
Shenzen für ihre Qualitätssicherung. Also kann Dir Q-Batteries die auch
beschaffen. Wir hatten uns die von unserem Lieferanten (damals RITAR)
auch besorgen können als Grundlage für eigene Akku-Bewertungen.
Wichtiger ist eine temperaturabhängige Ladeerhaltungsspannung, die im
Winter den Ladezustand hält und im Sommer das Gasen verhindert.
AGM-Akkus sterben am Häufigsten am falschen Laden und 13,8V (2,3V/Zelle)
sind bei 25°C schon grenzwertig.
Willi
 
F

Frank Scheffski

Guest
Wilhelm Ernst schrieb am Sat, 28 Nov 2020 18:43:47 +0100:

Ich halte das Verfahren mit C10 über 30s für ausreichend, aber ich
verstehe die drei Meldungen nicht:
1. Startspannung zu niedrig - ist klar
2. Testendespannung nach 30s zu gering ist auch klar,
aber
3. Spannungseinbruch über die gesamte Zeit zu groß - was soll das sein?
Wenn die Differenz zwischen 1. Meßwert und letztem Meßwert zu groß
ist, ohne daß 1. oder letzter Meßwert ihre Grenzwerte reißen.
Schwelle für Startspannung ist bei 12.8V, 2. Schwelle für Endspannung
bei 11.8V. Der grüne Bereich ist also 1V \"groß\".
Die tatsächliche Differenz über die 30sec. darf aber 0.50V nicht
überschreiten. Wenn der Akku also zu \"weich\" wird, hupt\'s.

Als Kriterium für 2. würde ich 2V unter der Ladeerhaltungsspannung
nehmen. 30s mit 6,5A sind keine wirkliche Belastung für eine
Kapazitätsaussage einer 70Ah-Batterie, eher für eine
Anwesenheitsmeldung. Deshalb würde ich die nur wöchentlich machen, wenn
Netzausfälle sowieso gemeldet werden.
Da es weder schadet noch nutzt und ich täglich sowieso einen Datensatz
schreibe, ist das aus jetziger Sicht erstmal hilfreich um ggf.
Korrelationen mit Temperaturpeaks o.ä. herauslesen zu können.
Ich blättere nach einem Jahr lieber in 365 als in 52 Datensätzen.

Die Neigung der Entladekennlinie ist von Hersteller zu Hersteller
unterschiedlich stark temperaturabhängig. Dein Akku-Lieferant
(Q-Batteries) sollte Dir zwei Entladekurven liefern können für +30° und
für 0°C bei C10-Entladung. Solche Kurven machen auch die Chinesen in
Shenzen für ihre Qualitätssicherung. Also kann Dir Q-Batteries die auch
beschaffen. Wir hatten uns die von unserem Lieferanten (damals RITAR)
auch besorgen können als Grundlage für eigene Akku-Bewertungen.
Das war so mein allererster Ansatz, irgendwie die Kurvenform zu
bewerten. Vor allem, die \"Steilheit\" in der 2. Hälfte.
Ein frischer Akku erzeugt da eine exakte Waagrechte.
Fängt diese Linie das Kippen nach rechts an, stimmt was nicht.
Dann ist entweder strenger Winter oder, je nach Steilheit, Zeit für
einen neuen Akku.
Aus Zeitgründen und dem Mangel an Erfahrung hatte ich mich erstmal auf
die 3 o.g. Meßwerte festgelegt. Das ist am Anfang definitiv
betriebssicher, aber ich weiß halt nicht, was mal wird, wenn die Akkus
älter und \"weicher\" werden. Da möchte ich Fehlalarme und verfrühte
Meldungen weitestgehend vermeiden.
Da es sich zudem um ein Tauschsystem handelt, sind da mit den
Reserveakkus >100 Stck. unterwegs.

Wichtiger ist eine temperaturabhängige Ladeerhaltungsspannung, die im
Winter den Ladezustand hält und im Sommer das Gasen verhindert.
AGM-Akkus sterben am Häufigsten am falschen Laden und 13,8V (2,3V/Zelle)
sind bei 25°C schon grenzwertig.
Das Laden erledigt ein Meanwell-Automatiklader PB-300P-12 mit allem
Schnickschnack. Der kümmert sich hochoffiziell um die optimale
Ladeerhaltungsspannung. Sind übrigens doch nur 13,6V.

MfG

Frank
 
S

Sebastian Suchanek

Guest
Am 28.11.2020 um 10:17 schrieb Frank Scheffski:
Martin ?rautmann schrieb am Sat, 28 Nov 2020 07:57:22 +0100:

[...]
Du kannst dir sicher irgendwo \'nen alten Blei-Akku zum Testen ausleihen
- notfalls aus deinem eigenen Auto.

Das sind aber keine AGM
[...]
Also in meinem Auto steckt eine 95Ah AGM...


Tschüs,

Sebastian
 
P

Peter Thoms

Guest
Am 27.11.20 um 22:39 schrieb Frank Scheffski:
....
Gibt es zur Bewertung des Akkuzustands über eine halbminütige
Belastung noch irgendwelche Hinweise oder wohlmeinende Ratschläge?Hallo,
schlecht zu sagen.
Also, meine Akkus um 100Ah, sterben immer sofort, von jetzt auf nu.

Überlegen, wie hoch die Verfügbarkeit wirklich sein muß, eventuell einen
Standby-Akku gönnen.
Bei Haverie lässt sich das Dingen umschalten.


Peter
 
G

Gregor Szaktilla

Guest
Am 28.11.20 um 19:26 schrieb Sebastian Suchanek:
> Also in meinem Auto steckt eine 95Ah AGM...

.... und Du bietest Frank an, bei ihm vorbeizukommen, damit er Deine
Batterie zum Testen haben kann, oder was?

Gruß

Gregor
 
M

Michael

Guest
Am 27.11.20 um 22:39 schrieb Frank Scheffski:
Gibt es zur Bewertung des Akkuzustands über eine halbminütige
Belastung noch irgendwelche Hinweise oder wohlmeinende Ratschläge?
Meine Erfahrungen basieren auf diesen Akkus, hatte diese in einer
48V-Konfiguration (2 Stränge parallel) in meinem ehemaligen Labor:
https://www.enersys.com/en-gb/solutions/batteries/powersafe/powersafe-v-ft/
Es sind Blei-Vlies-Zellen.

Eine kurzzeitige Belastung war nicht aussagekräftig, schon garnicht mit
wenig Last. Batterietest bedeutete, die Rectifier bei deutlicher
Belastung wegzuschalten.
Den Effekt, daß die Spannung dabei erst mal einbricht, wie beim
70W-Halogenlampentest, konnte ich auch sehr gut sehen, ebenso den
Anstieg der Spannung mit der Zeit während der Belastung.
Die Float-Spannung war temperaturkompensiert.

Was mir auffällt:
- Das Ladegerät hat (wie bereits in der Diskussion geschrieben) keine
Temperaturkompensation der Float-Spannung
-> Bei den obengenannten Akkus variiert diese zwischen 13,26V (+40°C)
und 13,98V (+10°C)
- Bei den obengenannten Akkus wird empfohlen eine periodische
Starkladung mit 2,4V pro Zelle durchzuführen um die Zellenspannungen
auszugleichen. Dies wäre über die CV-Ladung mit dem verbauten
Ladegerät möglich.

Vielleicht kann Dir der Akkuhersteller noch ein paar wertvolle
Informationen liefern, die über das Datenblatt hinausgehen.

Gruß
Michael
 
F

Frank Scheffski

Guest
Gregor Szaktilla schrieb am Sun, 29 Nov 2020 02:13:48 +0100:

Am 28.11.20 um 19:26 schrieb Sebastian Suchanek:
Also in meinem Auto steckt eine 95Ah AGM...

... und Du bietest Frank an, bei ihm vorbeizukommen, damit er Deine
Batterie zum Testen haben kann, oder was?
Ja, ich komme im Lauf der Woche vorbei und werde seine Batterie
\"aufladen\"...

MfG

Frank
 
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