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Korrekte Funktion LiIon-Lader für 2S-Pack mit BMS...

M

Manuel Reimer

Guest
Hallo,

ich habe hier ein Gerät zum Reparieren in dem ein LiIon-Pack in
2p2s-Konfiguration aus 18650-Zellen verbaut ist. Kaputt ist nur das
Ladegerät und das ist dermaßen verkohlt das eine Reparatur nicht lohnt.

Vom Akku-Pack kamen 0V aber wegen der Konfiguration hatte ich Hoffnung
das da ein BMS mit eingeschrumpft ist. Kurzes \"Anladen\" mit
Labornetzteil bestätigte das. Ab dann kamen wieder so knapp 7,5V vom
Akkupack.

Jetzt musste Ersatz her. Von Amazon hab ich mir ein Ladegerät mit den
gleichen Daten bestellt und beim Ladevorgang dann erstmal ein Multimeter
parallel zum Akkupack gebaut.

Der Lader hat nun bis ca. 8,54V geladen und nicht nur bis 8,4V und dann
ist die Spannung sprunghaft auf fast 9V gestiegen und die grüne LED am
Ladegerät angegangen. Vermutung: Externes Ladegerät lädt solange
Konstantstrom bis das BMS abschaltet.

Ist dieses Verhalten so korrekt und sicher? Ich hätte erwartet das
Ladegerät lädt Konstantstrom bis 8,4V und reduziert ab dann den Strom.

Gruß

Manuel
 
M

Manuel Reimer

Guest
On 23.11.21 19:19, Manuel Reimer wrote:
Der Lader hat nun bis ca. 8,54V geladen und nicht nur bis 8,4V und dann
ist die Spannung sprunghaft auf fast 9V gestiegen und die grüne LED am
Ladegerät angegangen. Vermutung: Externes Ladegerät lädt solange
Konstantstrom bis das BMS abschaltet.

Ist dieses Verhalten so korrekt und sicher? Ich hätte erwartet das
Ladegerät lädt Konstantstrom bis 8,4V und reduziert ab dann den Strom.
Nach etwas weiterer Recherche ist die Vermutung: Optimal ist das nicht.
Halt billig... Ich vermute der Original-Lader war ähnlich schlecht.

Optimum wäre wenn der Lader unter der Abschaltspannung der
Schutzschaltung bleiben würde. Bei 8,4V hätte die BMS-Platine nicht
abgeschaltet und der Lader hätte sauber im CV-Modus weiterladen können.
Stattdessen vertraut der Lader hier voll auf die Schutzschaltung und
überlädt die Zellen faktisch leicht.

ABER: Ich habe über eine Stunde gesucht und es gibt nichts besseres zu
kaufen. Ich könnte jetzt tagelang Lader bestellen und zurückschicken nur
um festzustellen das die doch alle gleich billig sind. Aber dafür ist
mir meine Zeit eigentlich zu schade.

Wohl doch einfach drauf ankommen lassen und wenn der Akku tatsächlich
vorzeitig ausfällt nochmal schauen was man nehmen kann. Optimum wäre
wohl ein Modellbau-Lader, aber die übersteigen den Wert der Leuchte, die
hier geladen werden soll, um Längen.

Gruß

Manuel
 
M

Michael Schwingen

Guest
On 2021-11-23, Manuel Reimer <manuel.nulldevice@nurfuerspam.de> wrote:
Ist dieses Verhalten so korrekt und sicher? Ich hätte erwartet das
Ladegerät lädt Konstantstrom bis 8,4V und reduziert ab dann den Strom.
Ich denke weder korrekt noch sicher. Das Ladegerät sollte auf 8.4V
begrenzen, und die eingeschrumpfte Schutzelektronik soll einen
*zusätzlichen* Schutz gegen ein defektes Ladegerät darstellen.

So hast Du eine zu hohe Ladeschlussspannung, die Konstantspannungs-Phase am
Ende des Ladevorgangs fehlt, und die Sicherheit ist mindestens halbiert.

cu
Michael
 
M

Manuel Reimer

Guest
On 23.11.21 22:45, Michael Schwingen wrote:
Ich denke weder korrekt noch sicher. Das Ladegerät sollte auf 8.4V
begrenzen, und die eingeschrumpfte Schutzelektronik soll einen
*zusätzlichen* Schutz gegen ein defektes Ladegerät darstellen.
Sehe ich genau so. Für einen solchen Pfusch sind mir die 11 Euro, die
ich bezahlt habe, eigentlich fast zu teuer. Aber mir kommt es so vor als
wären diese 2s-Lader alle ähnlich schlecht. Man findet einfach nichts
abseits vom Modellbau was \"wertig\" aussieht.

Aber wo ich ja jetzt weiß das da eine Schutzschaltung da ist und da sie
funktioniert: Wie gefährlich ist es denn zu versuchen mal selber eine
Ladeschaltung zu basteln? Wenn etwas schief geht sollte ja eigentlich
wieder die Schutzschaltung am Akkupack greifen, richtig?

Gruß

Manuel
 
H

Hergen Lehmann

Guest
Am 24.11.21 um 12:36 schrieb Manuel Reimer:

Sehe ich genau so. Für einen solchen Pfusch sind mir die 11 Euro, die
ich bezahlt habe, eigentlich fast zu teuer. Aber mir kommt es so vor als
wären diese 2s-Lader alle ähnlich schlecht. Man findet einfach nichts
abseits vom Modellbau was \"wertig\" aussieht.

Aber wo ich ja jetzt weiß das da eine Schutzschaltung da ist und da sie
funktioniert: Wie gefährlich ist es denn zu versuchen mal selber eine
Ladeschaltung zu basteln?
Ein LiIon-Lader ist einfach eine Spannungsquelle (4.2V mal Anzahl der
Zellen) mit angemessener Strombegrenzung. Wahrlich kein gefährliches
Hexenwerk.

Wenn etwas schief geht sollte ja eigentlich
wieder die Schutzschaltung am Akkupack greifen, richtig?
Das außerdem.
 
M

Michael Schwingen

Guest
On 2021-11-24, Manuel Reimer <manuel.nulldevice@nurfuerspam.de> wrote:
Sehe ich genau so. Für einen solchen Pfusch sind mir die 11 Euro, die
ich bezahlt habe, eigentlich fast zu teuer. Aber mir kommt es so vor als
wären diese 2s-Lader alle ähnlich schlecht. Man findet einfach nichts
abseits vom Modellbau was \"wertig\" aussieht.
Zumindest im Modellbau hatte ich bisher auch in der unteren Preisklasse
(2s-Beipack-Lader für kleine Quadcopter / Helis) nur welche, die OK waren -
ja, ich messe nach, weil ich den Chinesen nicht traue in der Preisklasse ;-)

Aber wo ich ja jetzt weiß das da eine Schutzschaltung da ist und da sie
funktioniert: Wie gefährlich ist es denn zu versuchen mal selber eine
Ladeschaltung zu basteln?
Spannung und Strom kann man hinreichend genau messen, um sicher zu sein, daß
da nichts schief geht - im Zweifelsfall halt 8.3V anstatt 8.4V einstellen,
das kostet etwas Kapazität und bringt dafür mehr Lebensdauer.

Ich hatte vor Jahren mal einen Akkulader mit LT1571-2 als Laderegler und
einem LM358 plus PNP/NPN als Balancer angefangen, aber dann die Software nie
fertiggestellt, weil inzwischen ein Orbit Pocketlader hier stand.

cu
Michael
 
M

Manuel Reimer

Guest
On 24.11.21 19:33, Michael Schwingen wrote:
Zumindest im Modellbau hatte ich bisher auch in der unteren Preisklasse
(2s-Beipack-Lader für kleine Quadcopter / Helis) nur welche, die OK waren -
ja, ich messe nach, weil ich den Chinesen nicht traue in der Preisklasse ;-)
Bei dem den ich hier habe ist aber eindeutig so gebaut das hier die
Schutzschaltung zum Abschalten genommen wird. Wird bei Amazon auch
mehrfach bemängelt das die Leerlaufspannung zu hoch ist. Ich dachte \"da
leckt wohl was durch die unbelastete Ladeschaltung\". Ist aber nicht so.

https://www.amazon.de/dp/B07BM22SPZ/

Spannung und Strom kann man hinreichend genau messen, um sicher zu sein, daß
da nichts schief geht - im Zweifelsfall halt 8.3V anstatt 8.4V einstellen,
das kostet etwas Kapazität und bringt dafür mehr Lebensdauer.
Ich teste jetzt mal: https://www.amazon.de/dp/B07SRXR1VT/

Lässt freie Einstellung zu und ein 12V-Netzteil das ich davor hängen
kann habe ich noch übrig.

Bedenken habe ich etwas wegen dem Kommentar hier:

https://www.electroschematics.com/dc-module/
| I am a little concerned with the impressive claim that this module can
| also be used as a lithium-ion battery charger as I’m afraid if the
| input voltage is cut, the connected battery at the output discharges
| back through the electronics and might destroy it.

Also ich hoffe doch das dem XL4015 nix passiert. Wäre der erste Wandler
der \"Rückspeisung\" nicht verträgt. Bleibt also diese \"CC-Schaltung\". Ich
finde jetzt aber spontan auch kein Anzeichen darauf, dass die Schaden
nehmen könnte wenn an \"OUT\" noch der Akku hängt aber an \"IN\" die
Speisung fehlt.

Schaltplan:
https://www.electroschematics.com/wp-content/uploads/2020/02/9-XL4015-CC-CV-Buck-Module-CKT.jpg

In der Schaltung hat man sich sogar die Mühe gemacht das Ladeende zu
signalisieren.

Gruß

Manuel
 
S

Sieghard Schicktanz

Guest
Hallo Hergen Lehmann,

Du schriebst am Wed, 24 Nov 2021 14:11:09 +0100:

Ein LiIon-Lader ist einfach eine Spannungsquelle (4.2V mal Anzahl der
Zellen) mit angemessener Strombegrenzung. Wahrlich kein gefährliches
Hexenwerk.
Wenn der Akku ein BMS enthält, das bei zu großer Imbalance abschalten
kann, dann kann man das so machen. Falls dem nicht so sein sollte,
_sollte_ das Ladegerät aber schon auch die einzelnen Zellenspannungen
überwachen und beim \"Ausscheren\" einer Zelle, spätestens aber bei
Erreichen der Ladeschlußspannung _der ersten Zelle_, die Ladung
beenden. Und möglichst auch noch den Fehlerzustand melden, solange
es noch eingeschaltet bleibt.
Überladen ist halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku
zu zerstören.

--
(Weitergabe von Adressdaten, Telefonnummern u.ä. ohne Zustimmung
nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
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Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
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Hergen Lehmann

Guest
Am 24.11.21 um 22:09 schrieb Sieghard Schicktanz:

Hallo Hergen Lehmann,

Du schriebst am Wed, 24 Nov 2021 14:11:09 +0100:

Ein LiIon-Lader ist einfach eine Spannungsquelle (4.2V mal Anzahl der
Zellen) mit angemessener Strombegrenzung. Wahrlich kein gefährliches
Hexenwerk.

Wenn der Akku ein BMS enthält, das bei zu großer Imbalance abschalten
kann, dann kann man das so machen. Falls dem nicht so sein sollte,
_sollte_ das Ladegerät aber schon auch die einzelnen Zellenspannungen
überwachen und beim \"Ausscheren\" einer Zelle, spätestens aber bei
Erreichen der Ladeschlußspannung _der ersten Zelle_, die Ladung
beenden.
Bei einem Consumer-Gerät (wie hier diskutiert) wirst du keinen
Ladeanschluss vorfinden, der das Überwachen einzelner Zellenspannungen
erlaubt.

Wenn da ein vernünftiges BMS drin ist, schön. Wenn nicht, kann man daran
auch mit dem tollsten Ladegerät nichts ändern...
 
V

Volker Bartheld

Guest
On Wed, 24 Nov 2021 22:09:08 +0100, Sieghard Schicktanz wrote:
Ein LiIon-Lader ist einfach eine Spannungsquelle (4.2V mal Anzahl der
Zellen) mit angemessener Strombegrenzung. Wahrlich kein gefährliches
Hexenwerk.
Wenn der Akku ein BMS enthält, das bei zu großer Imbalance abschalten
kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist halt der
einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu zerstören.
Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html

Ich traue den BMSen und natürlich auch den im Akku(paket) eingebauten
Schutzschaltungen nicht einmal so weit, wie ich sie werfen kann. Ein
Ladegerät, das sich auf solche Vorkehrungen verläßt, ist gefährlicher
Unsinn. Zumal die Schutzschaltung auch darin bestehen kann, daß bei
Überladung irreversibel(!) die Zelle abgeworfen wird.

Keine mir bekannte Vorschrift definiert das genaue Verhalten eines BMS oder
diverser Schutzschaltungen, wenn es denn überhaupt welche gibt - über die
einigermaßen zahnlose Forderung hinaus, der Betrieb des Produkts müsse
\"sicher\" nach CE, VDE, WWW oder Oje-Oje sein.

Volker
 
S

Sieghard Schicktanz

Guest
Hallo Hergen Lehmann,

Du schriebst am Wed, 24 Nov 2021 23:11:27 +0100:

Bei einem Consumer-Gerät (wie hier diskutiert) wirst du keinen
Ladeanschluss vorfinden, der das Überwachen einzelner
Zellenspannungen erlaubt.
Ja, dann muß man - leider - selber \"BMS\" spielen und aufpassen, ob der
Akku - nur wichtig bei mehrzelligen - \"etwas mehr als handwarm\" wird.
Dann aber fix aus der Stube damit!

Wenn da ein vernünftiges BMS drin ist, schön. Wenn nicht, kann man
daran auch mit dem tollsten Ladegerät nichts ändern...
Richtig, wobei ich aber schon annehmen möchte, daß bei solchen Geräten
wie Akkuschraubern, -Schleifern oder auch Gartengeräten mit höherer
Leistung als ein paar Watt zumindest was rudimentäres verbaut sein
sollte, was halt - auch \"terminal\" - bei drohender Gefahr abschaltet.
Es muß ja nicht so übervorsichtig sein, wie mir das mit meinem
Notebook-Akku passiert ist. Aber der unbedarfte Nutzer ist dann halt
sicher keiner Brandbombe ausgesetzt und der Hersteller ist geschützt.

--
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nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
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Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
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S

Sieghard Schicktanz

Guest
Hallo Volker Bartheld,

Du schriebst am Thu, 25 Nov 2021 12:00:32 +0100:

abschalten kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist
halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu
zerstören.

Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html
Oh, das ist aber böse.

Ich traue den BMSen und natürlich auch den im Akku(paket) eingebauten
Schutzschaltungen nicht einmal so weit, wie ich sie werfen kann. Ein
Kann ich durchaus verstehen.

Ladegerät, das sich auf solche Vorkehrungen verläßt, ist gefährlicher
Unsinn. Zumal die Schutzschaltung auch darin bestehen kann, daß bei
Überladung irreversibel(!) die Zelle abgeworfen wird.
Nicht nur - besser sowieso nicht neu - \"die Zelle\", gleich die ganze
Batterie. Was soll denn die Schutzschaltung auch gegen eine kaputte
Zelle tun? Überbrücken? Dann ist die gleich kurzgeschlossen und lädt
ihre Restladung in die Schutzschaltung ab, sozusagen als Initialzünder.

Keine mir bekannte Vorschrift definiert das genaue Verhalten eines
BMS oder diverser Schutzschaltungen, wenn es denn überhaupt welche
gibt - über die einigermaßen zahnlose Forderung hinaus, der Betrieb
des Produkts müsse \"sicher\" nach CE, VDE, WWW oder Oje-Oje sein.
Ich würde mich auch wundern, wenn es da \"schon\" sauber definierte
Vorschriften gäbe. Bisher habe ich nur von Vorschriften über die
Handhabung beim Transport, de rVorbereitung für den Versand erfahren.
Z.B.
<http://www.icao.int/safety/DangerousGoods/DGPWG15/DGPWG.15.WP.004.5.en.pdf>
<https://www.ups.com/assets/resources/media/de_DE/pack_ship_batteries.pdf>
Ein leider link-loses PDF (2009) enthält noch folgenden Hinweis:
\"Detailliertere Informationen erhalten Sie bei
www.batteryuniversity.eu, sowie von den zuständigen Fachabteilungen des
Luftfahrt-Bundesamtes (www.lba.de) oder des Bundesministeriums für
Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (www.bmvbs.de).\"

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Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
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Ole Jansen

Guest
Am 25.11.2021 um 22:16 schrieb Sieghard Schicktanz:
Hallo Volker Bartheld,

Du schriebst am Thu, 25 Nov 2021 12:00:32 +0100:

abschalten kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist
halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu
zerstören.

Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html

Oh, das ist aber böse.
1.5V und Li-Ionen klingt erst mal ungewohnt?

OK, es gibt seit Längerem entsprechende Primärzellen und es
werden solche Sets angeboten.

Gibt es bei den Consumerprodukten einen eingebauten Zellenschutz
und wenn ja gegen was schützt der?

O.J.
 
V

Volker Bartheld

Guest
On Thu, 25 Nov 2021 22:16:45 +0100, Sieghard Schicktanz wrote:
Du schriebst am Thu, 25 Nov 2021 12:00:32 +0100:
abschalten kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist
halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu
zerstören.
Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html
Oh, das ist aber böse.
Jup. Wie ich schon schrieb, hat dieses Sahnestück hier
https://www.amazon.de/gp/product/B07PZVZ697/ nach ein paar Ladungen
ziemlich dicke Backen gemacht. Dergestalt, daß es die oben im
Gehäuseunterteil eingerastete Tastatur abgesprengt und das
Alu-Verstärkungsblech der Tastatur verbogen hat. Und das ist nur LiPo in
einem Plastiksackerl.

https://www.amazon.de/gp/product/B01N3KPEWW/ dürfte irgendelche Rundzellen
in der Metallbüchse enthalten, das Produkt tat mir den Gefallen, nicht auf
meinen Schenkeln zu explodieren, sondern nur nach wenigen Monaten so gut
wie keine Kapazität mehr zu haben. Wie sowas technisch-chemisch abläuft,
weiß ich nicht - ein innerer Kurzschluß kann aber durchaus eine Erklärung
sein.

Die Geschichte mit Lithium-Aftermarketzellen ist also ziemlich
abenteuerlich, selbst Markenhersteller haben durchaus schlechte Chargen.
Samsung war betroffen, Nikon, Sony-Ericsson, IBM/Lenovo - vermutlich jeder,
der irgendwelche Mobilgeräte im Sortiment hat. Das Thema
\"Produktfälschungen\" habe ich dabei komplett außen vorgelassen,
erfreulicherweise hat ein Smartphoneakku, den ich nach Jahren im
Kühlschrank reaktiviert habe, durchaus akzeptable Kapazität.

Den hatte ich zunächst als mögliches Imitat beiseitegelegt und kürzlich
testweise eingebaut. Näheres kann man natürlich erst nach einigen Zyklen
sagen.

Ich traue den BMSen und natürlich auch den im Akku(paket) eingebauten
Schutzschaltungen nicht einmal so weit, wie ich sie werfen kann. [...]
Zumal die Schutzschaltung auch darin bestehen kann, daß bei Überladung
irreversibel(!) die Zelle abgeworfen wird.

Nicht nur - besser sowieso nicht neu - \"die Zelle\", gleich die ganze
Batterie. Was soll denn die Schutzschaltung auch gegen eine kaputte
Zelle tun? Überbrücken?
Prinzipiell ist schon denkbar, daß bei Parallelschaltungen die Zelle
ausgeklammert und bei Serienschaltungen die Zelle getrennt und deren
Anschlüsse neu verdrahtet werden. Also kein Kurzschluß der Zelle selbst.
Jetzt überlegen wir uns noch den schaltungstechnischen Aufwand für sowas,
insbesondere, wenn man Reservezellen bereithalten muß, für höhere Ströme
entsprechend dicke MOSFETs an den Start bringt und wie komplex das BMS
wird, dann kann man erahnen, wo außerhalb von (vielleicht) einigen
¤¤¤-Automotiveanwendungen sowas passiert.

I. d. R. läuft es so, wie Du sagst: Die Aufpasserelektronik stellt fest:
\"Da stimmt was nicht!\" und die ganze Batterie ist tot.

Keine mir bekannte Vorschrift definiert das genaue Verhalten eines
BMS oder diverser Schutzschaltungen

Ich würde mich auch wundern, wenn es da \"schon\" sauber definierte
Vorschriften gäbe. Bisher habe ich nur von Vorschriften über die
Handhabung beim Transport, der Vorbereitung für den Versand erfahren.
Ich führe mir jetzt nicht die PDFs zu Gemüte, würde aber annehmen, daß da
sinngemäß steht: \"Tu die Dinger halt wo rein, wo nicht groß was passiert,
wenn es sie zerreißt und/oder sie zu brennen anfangen.\". *LOL* Was haben
wir gelacht.

Volker
 
S

Sieghard Schicktanz

Guest
Hallo Hergen Lehmann,

leider muß ich mein Vorposting etwas korrigieren und präzisieren.
Der Satz

Ja, dann muß man - leider - selber \"BMS\" spielen und aufpassen, ob der
Akku - nur wichtig bei mehrzelligen - \"etwas mehr als handwarm\" wird.
hätte eigentlich so heißen müssen:

Ja, dann muß man - leider - selber \"BMS\" spielen (nur wichtig bei
mehrzelligen Akkus) und jeweils aufpassen, ob der Akku \"etwas mehr
als handwarm\" wird.

> Dann aber fix aus der Stube damit!

Gilt aber grundsätzlich, dann besteht die Gefahr, daß der durchgeht
und abbrennt...

--
(Weitergabe von Adressdaten, Telefonnummern u.ä. ohne Zustimmung
nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
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Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
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Sieghard Schicktanz

Guest
Hallo Volker Bartheld,

zu meinem letzten Posting ist wohl eine kleine Korrektur angebracht.
In dem Satz:

Nicht nur - besser sowieso nicht neu - \"die Zelle\", gleich die ganze
Batterie.
hätte statt \"neu\" natürlich \"nur\" stehen sollen, damit das einen Sinn
ergibt. Sorry.

--
(Weitergabe von Adressdaten, Telefonnummern u.ä. ohne Zustimmung
nicht gestattet, ebenso Zusendung von Werbung oder ähnlichem)
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Mit freundlichen Grüßen, S. Schicktanz
-----------------------------------------------------------
 
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Volker Bartheld

Guest
On Fri, 26 Nov 2021 07:52:49 +0100, Ole Jansen wrote:
Am 25.11.2021 um 22:16 schrieb Sieghard Schicktanz:
Du schriebst am Thu, 25 Nov 2021 12:00:32 +0100:
abschalten kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist
halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu
zerstören.
Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html
Oh, das ist aber böse.
1.5V und Li-Ionen klingt erst mal ungewohnt?
Presse halt. Anderswo glaubt man, das Ladegerät sei explodiert. Im
https://www.abendblatt.de/hamburg/article215163353/Akkus-explodiert-Mann-stirbt.html
heißt es: \"Bei dem Ladegerät handelt es sich um ein Modell, in das zwei
AA-Lithium-Ionen-Akkus passen. Ob überhaupt Akkus und auch die richtigen
Akkus in dem Ladegerät waren, ist noch ungeklärt. Die Spurensicherung
stellte Reste des Ladegeräts und der Splitter sicher. Die Ermittlungen
dürften Wochen dauern.\"

Man muß das Thema jetzt auch nicht überkopfen. Die Dinger gehen spektakulär
kaputt, bei Fehlbedienung, bei Pfusch, bei schlechter Quali und gut.

https://www.nytimes.com/2021/08/17/business/tesla-autopilot-accident.html
https://www.focus.de/panorama/welt/bad-kissingen-bad-kissingen-akku-von-e-bike-explodiert-grosseinsatz-von-feuerwehr-und-rettungskraeften_id_24375952.html
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/explosion-akku-leingarten-experten-antworten-100.html

Gibt es bei den Consumerprodukten einen eingebauten Zellenschutz
und wenn ja gegen was schützt der?
Gibt es bei Bleiakkumulatoren einen eingebauten Zellschutz und wenn ja,
gegen was schützt der? Der Punkt war, es könne beim Parallelschalten von
Lithiumakkus auch dann nichts passieren, wenn sie grob unterschiedliche
Ladestände haben. Das haben Sieghard und ich aus guten Gründen bezweifelt.

Vol\"Ja, Gabelschlüssel vom Autodach via offene Motorhaube auf freiliegende
Batteriepole gepurzelt und dort verschweißt. Situation konnte mit beherztem
Hammerschlag bereinigt werden, die Batterie brodelte schon ganz gut. Wenn
man sowas absichtlich schaffen wollte, wäre es wohl ein fall für Dude
Perfect.\"ker
 
O

Ole Jansen

Guest
Am 26.11.2021 um 12:22 schrieb Volker Bartheld:
On Fri, 26 Nov 2021 07:52:49 +0100, Ole Jansen wrote:
Am 25.11.2021 um 22:16 schrieb Sieghard Schicktanz:
Du schriebst am Thu, 25 Nov 2021 12:00:32 +0100:
abschalten kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist
halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu
zerstören.
Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html
Oh, das ist aber böse.
1.5V und Li-Ionen klingt erst mal ungewohnt?

Presse halt. Anderswo glaubt man, das Ladegerät sei explodiert.
Ich hatte vor Längerem diesen Unfall selbst schon mal zitiert.
Und von der Selbstzerlegung eines federbetriebenen
Automatik-Regenschirms berichtet. Von wegen nicht vorhersehbare
Gefährdungen.

Ich nehme mitlerweile an, dass es solche Akkus gibt:

<https://www.akkuteile.de/lithium-ionen-akkus/sonstige/aa-1-5v-3300mwh-ca-2000mah-lithium-ionen-akku-wiederaufladbar_100123_2726>

Anhand des Zeitpunktes des Unfalls und \"St. Pauli Solar Firma\"
könne man vermuten dass es sich bei dem Opfer um einen
\"Experten\" handelte der damals um etwas brandneues ausprobiert
haben könnte?

Ob überhaupt Akkus und auch die richtigen
Akkus in dem Ladegerät waren, ist noch ungeklärt.
Bei AA sind Verwechselungen vorprogrammiert.
Ausserdem: Wie soll ein \"intelligentes\" Ladegerät z.B. RAM
Zellen von Li-Ionen unterscheiden?

Man muß das Thema jetzt auch nicht überkopfen. Die Dinger gehen spektakulär
kaputt, bei Fehlbedienung, bei Pfusch, bei schlechter Quali und gut.

https://www.nytimes.com/2021/08/17/business/tesla-autopilot-accident.html
https://www.focus.de/panorama/welt/bad-kissingen-bad-kissingen-akku-von-e-bike-explodiert-grosseinsatz-von-feuerwehr-und-rettungskraeften_id_24375952.html
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/explosion-akku-leingarten-experten-antworten-100.html
Mir geht es um Risikobeurteilung und elektrische Sicherheit.

Falls jemand was zur Entwicklung von 1.5V AA Akkus
mit Li-Ionen Technologie schreiben kann?

Gibt es bei den Consumerprodukten einen eingebauten Zellenschutz
und wenn ja gegen was schützt der?

Gibt es bei Bleiakkumulatoren einen eingebauten Zellschutz und wenn ja,
gegen was schützt der?
Bei Li-Ionen größeren Zellen für z.B China-Taschenlampen ist ein
eingebauter Überladungs/Tiefentladungsschutz mitlerweise Standard.
(Was bei diese Taschenlampen hingegen oft noch fehlt sind Hinweise
auf die Gefahren von Netzhautschäden durch die verwendeten
Hochleistungs-LEDs...)

Der Punkt war, es könne beim Parallelschalten von
Lithiumakkus auch dann nichts passieren, wenn sie grob unterschiedliche
Ladestände haben. Das haben Sieghard und ich aus guten Gründen bezweifelt.
Dass Solches thermisches Durchgehen auslösen könnte wäre IMHO
naheliegend?

O.J.
 
P

Peter Heitzer

Guest
Ole Jansen <remove.this.kaspernasebaer@gmx.de> wrote:
Am 26.11.2021 um 12:22 schrieb Volker Bartheld:
On Fri, 26 Nov 2021 07:52:49 +0100, Ole Jansen wrote:
Am 25.11.2021 um 22:16 schrieb Sieghard Schicktanz:
Du schriebst am Thu, 25 Nov 2021 12:00:32 +0100:
abschalten kann, dann kann man das so machen. [...] Überladen ist
halt der einfachste und gefährlichste Weg, einen Li-Akku zu
zerstören.
Und sein Leben möglicherweise gleich mit:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-stirbt-in-hamburg-nach-unfall-mit-akku-ladegeraet-15752593.html
Oh, das ist aber böse.
1.5V und Li-Ionen klingt erst mal ungewohnt?

Presse halt. Anderswo glaubt man, das Ladegerät sei explodiert.

Ich hatte vor Längerem diesen Unfall selbst schon mal zitiert.
Und von der Selbstzerlegung eines federbetriebenen
Automatik-Regenschirms berichtet. Von wegen nicht vorhersehbare
Gefährdungen.

Ich nehme mitlerweile an, dass es solche Akkus gibt:

https://www.akkuteile.de/lithium-ionen-akkus/sonstige/aa-1-5v-3300mwh-ca-2000mah-lithium-ionen-akku-wiederaufladbar_100123_2726
Anhand der Beschreibung vermute ich einen eingebauten Schaltwandler. Quasi
ist das eine 1.5V Powerbank. Es gibt aber auch LiIon bzw. LiFePo als AA,
z.B. https://www.pollin.de/p/mignon-solar-akku-xcell-ifr14500-aa-3-2-v-600-mah-lifepo4-272373

Ein Laie hält die für eine normale AA und schon ist der Funkwecker o.ä.
hinüber. Praktisch sind die Zellen dennoch. Man muss halt jede 2. Zelle
im Batteriefach durch einen AA-Dummy ersetzen.

--

Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter.heitzer@rz.uni-regensburg.de
 
M

Manuel Reimer

Guest
On 24.11.21 20:33, Manuel Reimer wrote:
https://www.electroschematics.com/dc-module/
| I am a little concerned with the impressive claim that this module can
| also be used as a lithium-ion battery charger as I’m afraid if the
| input voltage is cut, the connected battery at the output discharges
| back through the electronics and might destroy it.

Also ich hoffe doch das dem XL4015 nix passiert.
Platine ist da und ich hab das natürlich direkt ausprobiert.

Und interessanterweise fließt der Strom tatsächlich rückwärts durch den
Schaltwandler-IC und am eigentlichen Eingang liegt dann Spannung an.

Vermutlich schadet das nicht. Wäre zumindest etwas unglückliches Design
wenn es doch schadet.

Aber ich hätte trotzdem gerne das mir der Akku nicht leer läuft wenn mal
jemand nur die Wandwarze zieht.

Spricht irgendwas gegen die Verwendung einer Schottky-Diode zwischen
Akku und der Lade-Platine? Mir fällt da erstmal nur ein das die
Durchlassspannung stromabhängig ist. Wenn ich die Ausgangsspannung aber
im \"Leerlauf\" nach der Schottky-Diode einstelle, dann kann ja eigentlich
nur passieren das der Akku nicht ganz auf die geplante Endspannung
geladen wird.

Gruß

Manuel
 
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